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Tageblatt für Rhön und Vogelsberg
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M. 67 — 1934
Fulda, Dienstag, 20. März
11. Jahrgang
Staatsakt auf der Baustelle
Das Zeichen zum Kampf.
Nun sind die letzten Vorbereitungen getroffen. ^„Mlaiid steht gerüstet, ausmarschiert hinter seinem er- Seil Führer. Morgen wird er das Signal geben. tritt ein ganzes Volk an w i c ein Mann, geht -weites Mal in die Schlacht, die nichts gemein hat bicaerischer Zerstörung, um so mehr aber mit fried- : Aufbau. Dieser 21 März 1934, der die zweite Arbeitsschtacht in Deutschland, den mit erneuter Erbitte- aber auch mit größerer Zuversicht denn je geführten denen die Arbeitslosigkeit für das zweite Httler- einleitet, wird seine Signale über das ganze Reich "L Anders als vor einem Jahre gehen wir diesmal Sein» an: damals standen wir noch vor der schier cntmiillenden Zahl von sechs Millionen Arbeitslosen - bente men wir die anfeuernde Gewißheit in uns, daß Die faicrutig Hitler schon 2,7 Millionen Erwerbsloser im oernanqenen Jahre wieder mit Arbeit und Brot versorgen konnte Niemand in der ganzen Welt um uns herum hätte vas vor einem Jahre für möglich gehalten, heute glaubt dieselbe Welt ohne weiteres, daß auch das Ziel der zweiten Arbeitsschlacht, die Rückführung weiterer zwei Millionen Erwerbsloser in den Schaffensprozeß, von der Zähigkeit und dem SiegcswiÜen des jungen Deutschland erreicht werden wird.
In allen Betrieben sind die Vorbereitungen für das gemeinsame Erlebnis im Gange, das die Verkündung des Planes für die zweite Arbeitsschlacht durch Adolf Hitler für uns alle darstellt. Wieder wird ein ganzes Volk die Anordnungen des Führers hören und dann in den friedlichen Kampf ziehen. Und jeder wird sein Bestes geben, wie der Führer selbst bestes Beispiel für uns alle ist.
In plan der zweiten Arbeitsschlachl.
Morgen vom Führer verkündet.
Am 21. März vormittags 11 Uhr wird Der Führer an der Baustelle Unterhaching der Reichsautobahn Mün- chcn-Landesgrenzc den Großkamps 1934 gegen Die Arbeitslosigkeit eröffnen. Die Baustelle liegt bei Kilometer 8,3 der Reichsautobahn inmitten eines reizenden Lanvschaftsbildcs, am Rande des schier endlos um München gespannten Waldgürtels, im Hintergrund Die reich- bewegte Silhouette Der Großstadt mit Dem alten Ramcrs- dorfer Kirchlein, eine der schönsten alten Dorfkirchen «üddcutschlands.
Bor sich sieht man durch einen Einschnitt der Straße die Brecherspitzc bei Schliersee im weißen Winter- fieibe. Die Baustelle ist ein buntes Durcheinander von Rollgleisen, Kipploren, Lokomotiven, Vermessungspfähleu, Baracken, kurz, was zu einem Straßenbauplatz von solchen Ausmaßen gehört. Das kommende Straßenbild hebt sich schon deutlich aus dem scheinbaren Gewirr heraus.
An diesem Bilde wird wegen des Staatsaktes nichts geändert. Es soll das Bild des Alltags, das Bild der Arbeit auch in dieser Stunde sein. Die Arbeiter werden i m A r b e i t s a n z u g mit den Arbeitsgeräten vor den Führer treten,
Die neueingestellten 5000 Arbeiter in einer besonderen Gruppe. Auch die Arbeitsfront wird mit sechs Sonderzügen 5000 Arbeiter zur Stelle bringen. Anwesend sind ferner 180 Pressevertreter aus der ganzen Welt, ebenso zahlreiche Filmgesellschaften Selbstverständ- haben die bedeutendsten Politiker und Wirtschaftler Deutschlands ihr Erscheinen zugcsagt.
Punkt 11 Uhr kommt der Führer aus die Baustelle, ^er Gencralinspektor des deutschen Straßenbauwesens, ™' Todt, wird die Melduna über die Belegschaft der
g. Bildtelegramm von der Paktunterzeichnung in Rom.
drei A°""abendabend wurden in Rom als Ergebnis der Besprechungen zwischen Mussolini, Eömbös und Dollfuß IfeiS i unterzeichnet, in denen die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen der drei Länder eine Rege-
* Unser Bild zeigt den Augenblick der Unterzeichnung durch Muss:" 7
Gömbös.
Reichsautobahn München— Landesgrenze und der übrigen Reichsautobahnen erstatten. Daran schließt sich «ane Besichtigung der Baustelle, während dieser Zeit wird Reichsminister Dr. Goebbels von der Baustelle aus über alle deutschen Sender 15 Minuten zur deutschen Arbeiterschaft sprechen.
Dann fpricht von einem Wagen aus der Führer selbst und teilt seine Pläne für das Jahr 1934 aus dem Gebiete der Arbeitsbeschaffung und Wirtschaftsbelebung mit
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Oie Zeiinngsarbeèi am 21. März.
Wie der Reichsverband der deutschen Zeitungs- Verleger mitteilt, ist nach einer Auskunft des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda die Frage der Arbeitsruhe in den Zeitungsbetrieben anläßlich der Kundgebung der Reichsregierung am 21. März 1934 in gleicher Weise zu regeln wie bei der Feier am 10. No-
Deutschland und der römische Pakt
Die Lücke im Donauraum-Plan.
Die Konferenz in Rom ist zu Ende, und das Ergebnis der Befprechungen zwischen M u s s o l i n i, G ö m bös und D o l l f u ß ist bekanntgegeben worden. Bei allen Beteiligten und Nichtbeteiligten scheint aber der Eindruck vorzuherrschen, daß das Resultat nicht dem großenAufwand entspricht, den man vor und auf der Konferenz entfaltete. Aus den vorliegenden Stimmen der Vertragspartner spricht eine gewisse Enttäuschung. Man hatte mehr erwartet und muß jetzt eingestehen, daß noch alles zu tun übrigbleibt, und Die eigentlichen Schwierigkeiten erst bei der praktischen Durchführirng der einzelnen Punkte einfetzen und zutage treten würden.
Besonders bemerkbar macht sich jetzt schon, wo die realen Überlegungen einsetzen, die bisher vernachlässigte Frage, wie man zu einer wirtschaftlichen Gesundung des Donauraumes kommen will, ohne die Beihilfe des wirtschaftlich stärksten Donaustaates Deutschland. Es wird immer klarer, daß der Handelsverkehr Italiens, Ungarns und Österreichs sich nicht auf sich selbst beschränken kann, auch wenn die neue Wirtschaftseinheit noch so eng zusammengefaßt ist. So ist Deutschland z. B. der größte Abnehmer der ungarischen Produktion, und die Beziehungen zu Deutschland immer mehr zu vertiefen, muß für Ungarn in hohem Maße erwünscht sein. Das ist so natürlich, schreiben ungarische Blätter, daß man es gar nicht zu betonen braucht. Auch ö fi e r r e i ch dürfte bei Italien und Ungarn keinen Ersatz für seinen Absatz finden, wie es ihn bisher in Deutschland hat. Derartige Erwägungen führen nun zu der immer wiederholten Betonung durch die maßgebenden Stellen, daß die römischen Besprechungen nicht etwa bedeuten, daß die anderen Staaten sich der Zusammenarbeit, die in Rom festgelegt wurde, nicht anschließen könnten. Jeder zur Zeit noch außenstehende Staat, so heißt es, werde bei dieser Zusammenarbeit gern gesehen. Man empfindet jetzt also schon deutlich die L ü ck e, die in dem neuen Vertragswert klafft, und diese wird immer klarer zutage treten, wenn jetzt die wirtschaftlichen Sachverständigen versuchen werden, den Rahmen des Abkommens — denn lediglich um einen solchen handelt es sich bisher — mit handgreiflichen Bestimmungen auszufüllen.
Neben den wirtschaftlichen Abmachungen dürften auch die politischen noch bei ihrer Verwirklichung
lolini, rechts Dr. Dollfuß und
vember 1933. Von der Arbeitsunterbrechung kann in Zeitungsbetrieben insoweit eine Ausnahme gemacht werden, als es sich um die Fertigstellung, den Vertrieb und den Versand der Zeitungen handelt Die pünkliche Herausgabe der Zeitungen soll nicht verzögert werden.
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Ser preußischeZnnenmmiffer ordnet an..
Zur Führerrede am 21. März.
Der preußische Minister des Innern hat zugleich im Namen des preußischen Ministerpräsidenten und sämtlicher Staatsminister angeordnet, daß wie im Reich auch in sämtlichen preußischen Staats- und Kommunalbehörden und Körperschaften des öffentlichen Rechts den Beamten, Angestellten und Arbeitern Gelegenheit gegeben wird, am Mittwoch, 21. März, in derZeitvon 11.00—11.50 Uhr dieRededesFührerszur Eröffnung der Frühjahrsoffensive gegen die Arbeitslosigkeit im Rundfunk anzu hören. Ebenso hat der preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung die gleiche Anordnung für die ihm unterstellten Schulen und der preußische Minister für Wirtschaft und Arbeit für die ihm unterstellten Fach- und Berufsschulen getroffen.
auf schwere Widerstände stoßen, denn die römischen Vereinbarungen stehen offenbar in ausdrücklichem Gegensatz zum französischen Bündnissystem in Osteuropa. Dieses Bündnissystem bröckelt augenscheinlich immer mehr ab, und nicht zu übersehen dabei ist, daß Südslawien und Rumänien ihre Beziehungen zu Deutschland nach Kräften zu verbessern suchen. Im Gegensatz zum .,Paneuropa" eines Briand wurde in Rom der Versuch einer Regelung für Mitteleuropa gemacht, der aber ohne Deutschlands Mitwirkung von vornherein zur Erfolglosigkeit verdammt sein muß.
Ehrliches Spiel!
Die neue deutsche Antwortnote an Frankreich geht in ihrer Reichweite erheblich über den Rahmen dessen hinaus, was ein jahrelanger Notenwechsel zwischen den europäischen Staaten bisher in der Abrüstungsfrage an greifbaren Ereignissen gezeitigt hat. In sehr würdiger und angesichts der endlosen französischen Verschleppungspolitik überaus maßvoller Sprache wird Deutschlands wahlberechtigter Anspruch aus den Rang und die Stellung eines Staates von uneingeschränkter Souveränität noch einmal dargestellt, wird darüber hinaus aber auch in einem einzigen Satz die entscheidende Tatsache ausgesprochen: „Daß für Deutschland unter keinen Umständen mehr ein Rüstungsstand, wie er im Versailler Vertrag feftgelegt wurde, in Betracht kommen kann, ist eine von allen Staaten anerkannte Tatsache."
Der Satz faßt in grundsätzlicher Form alles zusammen, was in den vorangegangenen Ausführungen der Denkschrift zum Thema Rüstungen gesagt wird, und er betont ausdrücklich: „ ... unter keinen Umständen", soll beißen: es muß nun ein Ende haben mit dem Zustand. Der durch die Wehrlosigkeit Deutschlands und durch die hemmungslose Aufrüstung der anderen gekennzeichnet ist. Deutschland kann diese grundlegende Forderung mit um so mehr Recht stellen, âls es ja seinerseits nicht über Die Forderung der eigenen Aufrüstung baut gekommen ist, sondern mit einer schier unendlichen Geduld einen praktischen Vorschlag nach dem anderen zur Abrüstung gemacht hat und dabei schon feit Dem Jahre 1919 mit dem Beispiel der Vorleistung vorangegangen ist.
Mit dieser inneren Berechtigung seiner Forderung beschäftigt sich Deutschlands Denkschrift im größten Teil feiner Darlegungen Es verweist dabei mit nachdrücklicher Betonung u. a. aus den mit Polen abgeschlossenen zehnjährigen Vertrag, einen der ernstesten Friedensbeweise des jungen Reiches: es verweist ferner daraus, daß das Abkommen von Locarno nach wie vor besteht: ja. es will sogar über die Völkerbundskrage mit sich reden lasten selbstverständlich erst nach Bereinigung der Abrüstungs- frage, und es erinnert noch einmal in sehr deutlicher Form an seine Bereitwilligkeit, einer internationalen Kontrolle der Rüstungen zuzustimmen, natürlich unter der Voraussetzung der Allgemeingültigkeit dieser Kontrolle, die überdies „möglichst wirksam" gestaltet werden solle. ,
Aber da liegt der Hund für Frankreich eben begraben. Erinnern wir uns doch, Freunde: bat nicht gerade Frankreich jahraus jahrein die Kontrolle als eine unerläßliche Bedingung für seine (von Gott weiß wem bedrohte) Sicherheit hingestellt? Hat es nicht um so scharfer alle diese Jahre hindurch aus der Kontrolle^ bestanden. E mehr Deutschland sie wegen ihrer von Frankreich ve- absichtigten Einseitigkeit ablebnen mußte? Und nun. Da Deutschland eben diese Kontrollsordcrung lieb 311 eigen gemacht hat — da will das störrische Kmd an der Cetne plötzlich nicht mehr?
In der Tat, es bat seine guten Grunde. Denn wie kommt dieses Deutschland auch dazu, bte nur für dieses entwaffnete Land gedachte Kontrolle auch auf alle anderen ausdehnen zu wollen? Ausgeschlossen. Wo wollten wir da binkommen, sagen die Herren in Parrs, wenn internationale Kontrollkommissionen es bter bei un» t n Frankreich genau so treiben wollten, wie wir es selbst zu den herrlichen Zeiten der Interalliierten Militär-