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M teÄ'«,® , Tageblatt für Ryön uns Vogelsberg UKiäFs-L^P^ & äa»ÄÄ: KL Zulöa- und Haunetal * Zul-aer Kreisblatt WS?« ar®Ä"ss ^ioJnoemad Fulda, Königstr. 42. Vertreter des v / V aus Nachlaß. — „DA." 1000. — Verantwort!, für den
-^âiitlciters: Fr. Ehrenklau. LauterbachH. Redaktion und Geschäftsstelle: Königstraße 42 + Zernfprech-Rnsthluß Nr. 24S4 Anzeigenteil Christian Seipel, Fulda. Königstr. 42
A, 75 — 1934
Fulda, Donnerstag, 29. März
11. Jahrgang
Befriedung des kirchlichen Lebens.
garfreitagskun-sebung
des Reichsbischoss.
«in Ruf zur Selbstbesinnung an die Pfarrer.
nn Reichsbischos hat zum Karfreitag eine Kund- itbimn an die Pfarrer erlassen, die angesichts der kirch- ân Zersplitterung zur Selbstprüfung und Besinnung lujrust und neue Maßnahmen zur Befriedung des kirch- tllien Lebens ankündigt.
Der Kundgebung heißt es u. a. wie folgt: Ich Mndc mich als erstes an die, die aufs schärfste gegen die bisherige Führung der Deutschen Evangelischen Kirche in «jderspruch stehen, bis hin zu denen, die gesagt Wen, daß es Gehorsam gegen Gott sei, dem Reichs- Üjc^i ungehorsam zu sein. Ich bitte die Amtsbrüder lidji um meinet-, sondern um ihr-nwillen, vor dem An- Ä des Gekreuzigten sich noch einmal zu fragen, ob ihnen wirklich solche Äußerungen gestattet. Ich meiner- leits möchte mich der Vergebung getrosten und V e r - Übung üben. Aber auf unsere Person kommt es nicht in, sondern alles auf die Sache, und da müssen wir
um ein Verständnis der Sachlage miteinander ringen.
Wir sollten bei dem leidenschaftlich elementaren Willen zur Einheit zwischen Nationalsozialismus und Kirche mit tiefer Beschämung nur der Tatsache ins Auge schauen, daß unsere evangelische Kirche sich dem un- zeheuren Ansturm der nationalen Bewegn n g n i ch i g e w a ch s e n gezeigt hat. So ist es zu einem kirchlichen Kampf gekommen, dem die große Masse des Volkes mit Erstaunen, je länger je mehr mit Verachtung und Erbitterung gegenübersteht, denn unsere Volksgenossen können es nicht verstehen, wenn Pfarrer sich streuen. Können wir wirklich vor dem Gekreuzigten die Verwirrung der Gemeinden verantworten?
Das neue Geistliche Ministerium ist bei seiner Berufung bestürmt worden, als erstes eine „A m n e st i e" zu erlassen. Die Frage ist von uns auf das ernsteste erwogen. Wir würden selbstverständlich nichts lieber tun als eine
Umgründung des Stahlhelm.
In den Nationalsozialistischen Deutschen Frontkämpferbund (Stahlhelm).
Aus Grund einer Vereinbarung zwischen dem Stabschef der SA., Ernst Röhm, und dem Bundesführer des Stahlhelm, BdF., Franz Seldte, gründet sich der Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, in den „Nationalsozialistischen Deutschen Front- lâmpferbund (Stahlhelm)" um.
Nach dem Wortlaut, der zwischen Röhm und Seldte getroffenen Vereinbarung wird der „Nationalsozialistische Deutsche Frontkämpfer-Bund (Stahlhelm!" vom Reichspräsidenten und vom Führer bestätigt. In Anerkennung der Verdienste, die sich der Stahlhelm, BdF., um die Vorbereitung der nationalsozialistischen Revolution und um die Vertretung des Frontsoldaten- gedankens seit dem November 1918 erworben hat, wird Kut Gründer und Bundesführer
Teldte zum Bundesführer des „Nationalsozialistischen Deutschen Frontkämpfer-Bundes (Stahlhelm)" auf
Vorschlag des Führers vom Reichspräsidenten ernannt.
Sie Zugehörigkeit zum „NSDFB." steht den alten âtgliedern des Stahlhelm sowie jedem deutschen Sol- °atèn a u ß e r h a l b des aktiven D i e n st e s in der «chrmacht offen, der am Aufbau des nationalsozialisti- ” «taates mitarbeiten will. Die v o r dem 30. Januar »43 dem Stahlhelm angehörigen Mitglieder können °vne weiteres in den neuen Bund übernommen werden. Später eingetretene Mitglieder bedürfen einer esonderen Genehmigung der Obersten SA.-Führung.
ige der SA. (SA., SS., SA. R. I, SA. R. II dürfen, soweit sie die vorstehenden Voraus- Mngen erfüllen, M i t q l i e d e r des „NSDFB." sein.
Lien st in der SA. geht jedoch stets vor. in «gleichzeitige Bekleidung von Führcrstcllen ° und im „NSDFB." ist untersagt.
6 H « Nig von der SA.- und Parteizugehörig- ^5»b jedes Mitglied des „NSDFB." als Volks- wichen Pflichten und Rechten im natio- lst.schen Staat gewertet.
Mtunn Obersten SA.-Führung und der Partei- ^lieâend- u g e s i ch e r t, daß die dem „NSDFB." sch» N ^'slege soldatischer Tradition und soldati- oiâ ”J °Zudschaft als vaterländische Aufgabe und Maates beim Aufbau des nationalsozialistischen
Schutz der SA. und der Partei genießt.
»ich: J Ä^rtliche und wehrpolitische Tätigkeit gehört Aufgabenkreis des „NSDFB.".
Wicher Aounene ü verführ II n g der Stahlhelmmit- A- I wird gemäß den Anweisungen der L6etöefülirf™^ durchgeführt Den in die SA. toi» berL^? â lten Kämpfer des Bundes Stahl- unecht die Oberste SA.-Führung
(Stoy ™j Abzeichen der alten Käurpfcr der SA.
1 m achten Oberarm, jedoch schwarz statt gold
Amnestie erlassen, wenn wir auch nur die geringste Garantie dafür hätten, daß damit wirklich Friede einkehren würde. Wir müssen im Gegenteil auf Grund der bisherigen Kampfmethoden der Kreise, die die Kirchenführung bekämpfen, befürchten, daß sie eine Sache des Bekenntnisses daraus machen würden, sofort den Kampf mit allen Mitteln weiterzuführen. Dadurch macht man es uns
unmöglich, eine Amnestie zu erlassen.
Es geht ja nicht um den Kampf zweier Richtungen, sondern um die Aufrechterhaltung der kirchlichen Ordnung.
Der Reichsbischos fordert dann die Amtsbrüder auf, alle einen neuen Anfang au machen, das achte Gebot au halten, sich nicht persönlich zu diffamieren. „Sie, Amisbrüder, denen zur Zeit in der Führung der Kirche alles verkehrt erscheint, ist es Ihnen wirklich nicht möalich, eine Zeitlang um der Kirche, um des Volkes willen den Blick stur auf die Gemeinde zu richten, auf die Ausgaben, die Ihnen da vor den Füßen liegen? Kirchenpolitischen Ärger heilt nichts so sehr als ein Krankenbesuch. Fangen Sie einmal an,
um die entfremdete Männerwelt zu werben, um alle die, die sich von der deutschen Glaubensbewegung angezogen fühlen: soweit Sie es nicht schon getan haben, suchen und sammeln Sie die Laienkräfte.
Ich habe die Mitglieder des Geistlichen Ministeriums angewiesen, möglichst bald mit den Herren Landesbischöfen und Bischöfen Verbindung aufzunehmen und in Beratungen einzutreten, ob und wie weit die aus dem Dienst entlassenen ausbanwilligen Kräfte wieder irgendwie in den Dienst gestellt werden können. Um der Ordnung der Kirche willen müssen wir fordern, daß die Betreffenden sich bereit erklären, ihre ganze Kraft auf Arbeit in der Gemeinde und auf Verkündigung zu konzentrieren und sich der Kirchenpolilik zu enthalten. Die Fälle, wo nicht kirchenpolitische, sondern staatsvolitische Gründe maßgebend waren, müssen selbstverständlich gesondert behandelt werden."
Der Reichsbischos schließt mit dem Hinweis mtf 1. Kor. 1, 17: „. . . . daß nicht das Kreuz Christi zunichte werde!"
bzw. silber). Sie dürfen außerdem das Abzeichen der alten Garde des Stahlhelm tragen.
Die Mitglieder des Bundes Stahlhelm werden aus ihrer Verpflichtung dem Bunde und dem Bundesführer gegenüber entlassen. Die neue Verpflichtungs- f o r m e l für den „Nationalsozialistischen Deutschen Frontkämpfer-Bund (Stahlhelm)" gibt der Bundesführer bekannt.
Die Fahnen des Stahlhelm, BdF., werden von den Ortsgruppen usw., denen sie angehören, in die Obhut der neu zu bildendenOrtsgruppen usw. des „NSDFB." gegeben.
Dem „Nationalsozialistischen Deutschen Frontkämpferbund (Stahlhelm)" wird ein neues Abzeichen verliehen, in dem das Hakenkreuz mit den Symbolen des Stahlhelm vereinigt ist.
Die Übergangsbestimmungen, betreffend die Versicherung und die notwendigen wirtschaftlichen Vereinbarungen, werden zwischen der Obersten SA.-Führung und dem Bunde Stahlhelm unmittelbar geregelt werden.
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Reichspräsident von Hindenburg und Reichskanzler A d o l f H i t l e r haben die bevorstehende Vereinbarung genehmigt und unterschriftlich bestätigt. Damit ist der bisherige Stahlhelmbundesführer, u.ranj Seldte zum Bundesführer des „Nationalsozialistischen Deutschen Frontkämpferbundes (Stahlhelm)" ernannt.
Sie alle Feldmütze kommt wieder.
Verfügung des ReichSwehrministers.
Nach einer Verfügung des Reichswehr- m i n i st e r s wird an Stelle der bisherigen Feldmütze mit Tuchschirm für Unteroffiziere und Mannschaften die Feldmütze ohne Schirm in ähnlicher Form, wie sie in der Friedensarmee getragen wurde, wieder eingeführt. Der Offizier trägt in Zukunft zum Feldanzug eine weiche Feldmütze mit glattem Schirm in Form der bisherigen Dienstmütze mit einem aus weißem Tuch gestanzten Eichenlaubkranz.
Deutschlands vorbildliche Luftschutzorganisation.
Auf Einladung der Handelskammer von Roubaix hielt das frühere Mitglied des Obersten Kriegsrates, General Niessel, einen Vortrag über die Luftgefahren in Kriegszeiten. Er forderte eine Betätigung der Zivil- b e h ö r d e n beim Luftschutz und wies auf die in dieser Richtung in Deutschland, Italien und Japan getroffenen Maßnahmen hin. Zum Schutze der Bevölkerung gegen Luftangriffe müßten, wie dies in Roubaix der Fall sei, private Organisationen an die Stelle der Stadtverwaltung treten.
Vor zehn Zähren: Hitler-Prozeß.
NSK. In diesen Tagen sind zehn Jahre vergangen, seit in München der Hitler-Prozeß seinen Abschluß fand. Selten war ein Prozeß so von der Anteilnahme des Volkes getragen wie jene Verhandlungen, in deren Verlauf die Ereignisse des 8. und 9. November 19 2 3 zur Untersuchung standen, und selten hat es einen Prozeß gegeben, dem so sehr die innere Berechtigung fehlte und in dem die Angeklagten so zu Anklägern wurden wie damals. Denn angeklagt war damals das Deutschland des November 1918 und Ankläger war Adolf Hitler.
Am 26. Februar 1924 hatte der „Hochverrat»- Prozeß gegen Hitler und Genossen" vor den Schranken des Volksgerichts München 1 begonnen. Vor der Öffentlichkeit entrollte sich das große Bild des ersten Ringens der nationalsozialistischen Bewegung und ihres opfervollen ersten Durchbruchs. Aus dem Nacherleven dieses opfervollen, nur für das deutsche Volk und mit ihm geführten Kampf entstand für die Millionen deutscher Menschen, die draußen in allen Teilen des Reiches mit heißem Herzen die Verhandlungen vor dem Volksgericht mitversolgten, die furchtbare Erkenntnis vom Wesen des Staates, der diese Menschen als „Verbrecher" und „Hochverräter" verfolgte.
Adolf Hitlers Haltung vor dem Gericht während der langen Wochen des Prozesses haben seine wahre Führer- persönlichkeit in schönstem Lichte gezeichnet. Seine großen Reden während der Verhandlungen trugen den Gedanken des Nationalsozialismus als Anklage und als Signal hinaus in das deutsche Land, stärkten die alten Kampfgenossen der verbotenen Partei, warben neue Volksgenossen, die erkannten, daß hier ein Mann vor den Schranken des Gerichts stand, der ehrlich und kühn für eine große Idee stritt und dessen einziges Verbi echen es war, daß erfürDeutschlandsGröße sich offen bekannte und dem Novemberstaat schärfste Gegnerschaft ansagte.
Es waren furchtbare Anklagen, die Adolf Hitler im Gerichtssaal dem Manismus und damit dein Staat von damals entgegenwarf, immer mehr wurde der Prozeß, der, wie selten einer, das Bild der damaligen politischen Not unserer Nation entwarf, eine umfassende Rechtfertigung des nationalsozialistischen Kampfes, ein Fanal für dir Zukunft, eine Rechtfertigung vor den Toten, die am 9. November 1923 ihr Leben für diese Bewegung gegeben haben.
Zweimal hat der Führer während der Verhandlungen vor dem Volksgericht das Wort zu großen Reoi-n ergriffen. Das erstemal während der Beweisaufnahme gab er einen umfassenden Überblick über die ersten Kampfjahre der nationalsozialistischen Bewegung über den tiefen Sinn ihres Ringens und über die Entwicklung, die zum 9. November 1923 geführt hat. Damals sprach er den Satz:
„Die Zukunft Deutschlands heißt Vernichtung des Marxismus. Entweder gedeiht diese Rassentuberkulose. dann stirbt Deutschland ab, oder sie wird aus- geschieden aus dem Volkskörper, dann wird Deutschland gedeihen." Und er vollendete ihn am 27. März 1924 in seinem großen Schlußwort: „Was mir vor Augen stand, das war vom ersten Tage an tausendmal mehr, als Minister zu werden. Ich wollte der Zerbrecher des Marxismus werden. Ich werde diese Aufgabe lösen.. "
Und der ganze Stolz, das gläubige Selbstvertrauen im Bewußtsein seiner geschichtlichen Sendung, mit dem der Führer mit seinen Getreuen damals vor dem Gericht stand, kam zum Ausdruck in den letzten Worten dieses Schlußwortes vor zehn Jabren:
„Mögen Sie uns tausendmal schuldig sprechen, die Göttin des ewigen Gerichtes der Geschichte wird lächelnd den Antrag des Staatsanwalts und das Urteil des Gerichts zerreißen, denn sie spricht uns frei."
Drei Tage nach diesen Worten, am i. April 1924, vormittags 10 Uhr verkündet das Münchener Volksgericht das Urteil tn dem es u. a. beißt: „Hitler, Weber, Kriebel und Pöhner werden wegen je eines Verbrechens des Hochverrats zu je fünf Iabren Festungshaft verurteilt. Angerechnet werden bei Hitler vier Monate und zwei Wochen, bei Weber vier Monate und drei 33ochen, bei Kriebel und Pöhner je zwei Monate und zwei Wochen Untersuchungshaft. Ferner wird jeder der Obengenannten zu einer Geldstrafe von 200 Goldmark, ersatzweise 20 Tagen Festungshaft verurteilt. Den Verurteilten wird nach Verbüßung eines weiteren Strafteils von je sechs Monaten Festungshaft Bewährungsfrist für den Strafrest in Aussicht gestellt "
Hinter dem Rührer schlossen sich die Tore dor Festuugsbaftaustali in Landsberg am Lech. Bewähriings- frist war am 1. Oktober in Aussicht gestellt worden. Doch der Staatsanwalt erhob Einspruch gegen die Freilassung. Erst nach Abweisung dieser Beschwerde durch das Oberste Landesgericht wurde der Führer am 20. De- zember 1924 aus der Festungshaft entlassen.
Nach knapp zwei Monaten war die NSDAP neu gegründet. Das Entscheidungsringen begann von neuem. Und Adolf Hitlers Worte vor dem Volksgericht wurden Tat und Wirklichkeit. H. S.
Heute vor einem Lahr ...
beschloß die Rcichsrcgicrung die Gleichschaltung der Länder mit dem Reich.