Zulöaer Anzeiger
°« Ä?ÄÄ«S Tageblatt für Rhön und Vogelsbergs äkä 'äs Z ": bestehen keine Ansprüche. Verlag Frâ y ' 7 Textteil l90 mm breit) 12 Pf. Der Wiederholung &^^ Zul-a. und Haunetal-Zul-aer Kreisblatt s^«W?M^K« SLanqemack, Fulda, Konigstr. 42. Vertreter des V 7 ?* auf Nachlaß. - „DA." 1800. - Verantwort!, für den
Schriftleiters: Fr. Ehrentlau. Lauterbach v Reöaktkon unü Geschäftsstelle: Königstraße 42 « Zernfprech-MnfchluS Nr. 2989 Anzeigenteil Christian Seipel, Fulda, Königstr. 42.
Nr. 76 — 1934
Fulda, Samstag, 31. März
11. Jahrgang
slWU4^ ßjiiHM' 1934
#rMw des denffchenMenschen denn sie sind selber auferstanden" sagt in „Faust" auf dem Osterspaziergang, frohen Blickes nie wimmelnde, freude-erfüllte Menge schauend, der ZKr zum Schüler. ......denn sie sind selber auf- âden" sagt die Geschichte jetzt von den deutschen Menschen. . . denn wir sind selber auferstanden", »ürfcn wir deutschen Menschen frohen, freien Herzens sagen Und wenn wir uns von dem Auferstehungs- cdnnken des Osterfestes ganz erfüllen lassen, dann geht L davon ein helleres Leuchten, ein stärkerer Glanz aus â . Nein, nicht: als früher. Denn das Einst entbehrte ja ganz dieses Leuchtens und Glänzens, das Einst M Finsternis, war Verschlossensein im Grabe, in das man das deutsche Volk hineingeworfen hatte.
Mit immer wachsender Deutlichkeit erhellt sich dem Mvärtsschauendcn Blick, einen welch entsetzlichen Leidensweg das deutsche Volk in der Nachkriegszeit hat zimicklegen müssen. Gehaßt und bespien, getreten und gemartert, gepeinigt und zerschlagen warf man es in das Grab des Versailler Diktats. Die Felsenplatte der wüstesten Bestimmungen, die die Welt je sah und doch gerade diese Well zurechtgemeitzeli hatte, wurde vor das Grab gewälzt und die Versailler Hohenpriester drückten ihre Siegel daraus. Unverrücki und unverrückbar sollte dieser Stein aus dem Grabe lasten, und eine „Welt- friedensstörung" sollte es sein, wenn der Stein auch nur gelockert, ein Siegel nur leicht verletzt werden würde. Außerdem stellte man schwerst bewaffnete Wächter vor das Grab, nicht ein paar bloß, sondern zu Millionenscharen, gerüstet mit zahllosen Waffen brutalster Gewalt, und obendrein mit den „Nechtsanspr -chen" der Fink tionen, die jeden etwaigen den-schon O-^:fyrnch ode^ar Tèrstaild zum „Brnch des Vökchrrechi-^ erklären u JJ damit ein auferstebendes Deutschland gleich sozusagen vogelfrei machen wollten.
Aber gab es denn in Deutschland überhaupt einen Willen zum Auferstehen? Wohl wurde er hier und da sichtbar, aber er war viel zu schwach und ohnmächtig, um das deutsche Volk emporzureißen und emporzurretben zu dem tapferen Versuch, neuer Gewalttat zu wehren. Oder gar den Stein beiseitezuschieben, der das Grab verschloß, die Siegel zu brechen, die diesen Verschluß „sanktionierten". Im Innern selbst standen ja zahlreiche Wächter, die noch argwöhnischer spähten, noch früher Alarm schlugen als die Wächter draußen, in noch wilderem
Ostergeschenke der Reichsbahn.
Preisermäßigungen bei der j Reichsbahn.
Auch für das Gepäck.
Die Deutsche Reichsbahn führt a b 1. M a i im soziale« oMeresse folgende Fahrpreisvergünstigungen ein: Er- »ung für kinderreiche Familien, Ausgabe von Au »estelltenwochenkarten und von verbilligten Zehnerkarten
. Nahverkehr von großen Städten und von Ost- ^-^^^^^Earicn. Ferner tritt eine Ermäßigung der „^"aEkinfc und eine Herabsetzung der Mindestfahrpreise
des Preises für Bahnsteigkarten ein. Schließlich wer- »J, "'^ zur Zeit in Geltung befindlichen Winterurlaubs- h „on ""ter der Bezeichnung „U r l a u b s k a r t e n" auf das ganze Jahr ausgedehnt!
^cnuß der Ermäßigung für kinderreiche
* fallen Familien mit wenigstens vier unver- kckri» "en Kindern, die das 18. Lebensjahr noch nicht über- ®, ~n ??ben und dem elterlichen Haushalt angehören. Ermäßigung wird
r. für alle Klaffen
aeuäü^^^äiaftlichcn Reisen von mindestens zwei An- folnM S^ Familie gewährt. Die Ermäßigung erreicht erste ^"^waß: Es zahlt den vollen Fahrpreis die über halben Fahrpreis jede weitere Person diert-n ^ahre oder zwei Personen vom vollendeten iclne? ZUM vollendeten zehnten Lebensjahr. Ein ein- ^eitoförVrf 3Um "sendeten zehnten Lebensjahr wird erbau a Tue Angestelltenwochenkarten
von hTrnn und Beamte mit einem Roheinkommen selben »: ^ ?^0<> Mark jährlich. Die Preise sind die- zuzüglich 11 Prozent
Verbi,, - Die Zehnerkarten
Mr oi? d^ Reisen zwischen Großstädten von Orten < 1 Einwohner und naheliegenden anderen Um e't , 9 ha,” em besonders starker Verkehr besteht, Berman» 2 V r o 3 e n t. Die Zehnerkarten werden an unann ausgegeben.
s a h r k Farbbestimmungen für O st p r e u ß e n r ü ck- ilboch fin, <-n ^bncn sich an die für Urlaubes arten an. fahrt forr. °" Sperrfrist von sieben Tagen für die Rück-
Grimme ihre Waffen der Denunziation und des Landesverrates hoben, wenn der Wille zum Aufersteben sich stärker im deutschen Volke regte. Es ist uns heute unfaßbar, wie ein deutscher Reichskanzler einmal sagen konnte, Deutschland sei an den Versailler Vertrag „moralisch gebunden", auch dann, wenn die „ehemaligen" Gegner die Anklage der deutschen Schuld am Kriege aufgäben. Das war tatsächlich ernst gemeint, — nur die Gegner glaubten cs nicht, weil sie bei einem Volk das sich so mannhaft und mit Einsatz letzter Kraft gegen eine Welt von Feinden gewehrt hatte, eine solche unmännliche Unter- werfungsseligkeit einfach nicht für denkbar hielten. Sie verließen sich doch lieber auf ihren waffenklirrenden „Rechtsschutz", dessen „moralische" Grundlage sie selbst nicht als ganz unantastbar einschätzten.
Erst also mußte der Willezur Auferstehung im deutschen Volke erweckt und stark bis zum unüberwindlichen Entschlossensein gestählt werden, erst mußte dieser Wille selbst jene Wächter im Innern überwinden ehe aus dem Willen die Tat der Auferstehung werden konnte Erst mußte, wie immer in der Geschichte, wenn ein Volk aus Zusammenbruch und tiefster Not sich erhebt, ein E r ° Wecker, ein Führer erstellen, in dem sich dieser Wille zu einer alles, sein Sein und Denken erfüllenden Kraft zusammenballt, und in dem dieser Wille wie ein heißes, strahlendes Feuer lodert, ehe nun sein Wollen zu einem Wollen der Gesamtheit werden kann. Erst müssen für jene Elemente, die selbst dieser Geschlossenheit widerstreben, die Worte Faust's auf dem Osterspaziergang gelten:
„Der alte Winter in seiner Schwäche Zog sich in rauhe Berge zurück
Von dorther sendet er, fliehend, nur Ohnmächtige Schauer körnigen Eises ..
Und schwoll auch fei Wille zur Auferstehung des deutschen Volkes an zu gewaltiger Kraft, — die Tat selbst, den Stein vom Grabe zu wälzen, die Siegel zu brechen, war des Führers! Er schritt voran und hinein in den sonnengoldenen Frühlingstag der inneren und äußeren Freiheit. Diese Auferstehung des deutschen Volkes war der Welt wie ein Wunder. Uns Deutschen selbst, die wir es miterleben, mitleben durften, erscheint es rückschauend in das Dunkel unseres Grabes, auf den mächtigen Stein, auf die Siegel, die es verschlossen, auf die Scharen der Wächter, die es hüteten, auch heute noch wie ein Wunder. Und das ist es auch: es ist das Wunder der deutsch c n A ir f e r st e h u n g. Dr. Pr.
Die Sätze des Gepäcktarifes werden um durchschnittlich 30 Prozent ermäßigt. Der Expreßguttarif bleibt unverändert, ebenso die Mindestfrachtsätze.
Der Preis der Bahnsteigkarte wird auf 10 Pfennig heruntergesetzt.
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Die Sahneinnahmen weiter gestiegen.
Bei der Erörterung der Finanzlage der Reichsbahn konnte die befriedigende Feststellung gemacht werden, daß die seit Dezember v. I. einsetzende Besserung der Einnahmen sich bis heute fortgesetzt hat.
Die Einnahmen steigerten sich in den Monaten Januar und Februar 1934 gegenüber den gleichen Monaten des Jahres 1933 im Personenverkehr um 5,6 Prozent und im Güterverkehr um 21,4 Prozent Die Märzeinnahmen haben sich bisher in demselben Sinne entwickelt.
Der Heimat entgegen!
Eine Gruppe von Arbeitsdisnstlern, die in Ostpreußen das halbe Jahr Arbeitsdienst hinter sich gebracht haben, auf der Heimreise nach Sachsen durch Berlin.
Politische Ostereier.
Der Osterhase in Brüffel und London. — Schlechte!» Ostergeschäft mit Deutschland.
Man beeilt sich seit recht vielen Jahren, zum mindestens seit der Kriegs- und in der Nachkriegszeit keineswegs damit, die Eier zu suchen, die der Osterhase in den politisch umzäumten Garten des Geschehens gelegt hat. In der Regel sind diese Eier für uns Deutsche überaus unerfreulicher Natur, auch wenn sie mit allerhand bunten Farben bemalt sind. Denn mit dem Osterhasen, dessen Amt es ist sie zu legen, steht es anders als mit seinem Kollegen, der durch seine Arbeit den großen und kleinen Menschen nur Freude bereiten will. Politische Ostereier, soweit sie uns namentlich der französische Ministerpräsident spendet, — man verzeihe das etwas despektierliche Bild! — vermögen uns nur zu einer sehr zögernden Nachsuche zu veranlassen. Außerdem sind sie derartig offen placiert, daß sie weithin zu sehen sind und schon von weitem ein jedes von ihnen kündet, „woher es kam der Fahrt und wie sein Name ward", um mit Lohen- grin zu sprechen. So sind auch die Ostereier, die schnell noch in Brüssel und in London gelegt worden sind, nicht gerade eine Augenweide, geschweige denn eine Freude. In Brüssel hat der französische Außenminister B a r t h o u seinen belgischen Kollegen, den Grafen de Brocgueville, sozusagen „zurückgepfiffen", nachdem dieser vor ein paar Wochen in einer Rede erklärt hatte, der Versailler Vertrag, insbesondere dessen Entwaffnungsbestimmungen seien heftiger Unsinn und durch die Entwicklung überholi, außerdem könne keine Macht der Erde Deutschland an einer Wiederaufrüstung im Interesse und Rahmen seiner Sicherung bindern. Kein Präventivkrieg vermöchte das und kein Völkerbund. Diese Ketzerei gegenüber dem nach französischer Ansicht das alte Europa alleinseligmachenden Glauben an Versailles ist nun ausgerottet worden; das darob in Brüffel gemeinsam von dem französischen und belgischen Ministerpräsidenten gelegte politische „C o m m u n i g u è - E i" spricht von einer „Gefahr der deutschen Wiederaufrüstung" und den Folgen eines allgemeinen Wettrüstens. Und in London bemühte man sich, mit vereinten Kräften — wobei der englische Außenminister Simon den Osterhasen spielte —, in die verödeten Völkerbundsgefilde ein frisches Ei zu legen. Herrn Henderson, dem ebenso „ehrenwerten M.-P." Mitglied des Unterhauses, wie ehrwürdigen Präsidenten der Abrüstungskonferenz ist es bisher nicht gelungen, — Anstrengungen nach dieser Richtung hin hat er zur Genüge gemacht! — der Welt ein Ostergeschenk durch eine wirkliche A b r ü st u n g zu bescheren. Aber diese vier Osterhasen darf man vielleicht noch aus eines aufmerksam machen: War schon etwa 1825, als Deutschlands Entwaffnung als vollzogen erklärt wurde, der Abstand zwischen der militärischen Kraft der Alliierten und der bc? Deutschen Reiches ungeheuer, so ist er infolge der seitherigen Llufrüstung aus der Gegenseite noch viel größer geworden, bat sich das Kräfteverhältnis noch viel mehr z»- ungunsten Deutschlands verschoben.
Aber auch der deutsche Osterhase hat — nicht gerade gern und leider nur gezwungen, — dem Ausland einige Eier bescheren müssen, die dort keine übermäßige Freude hervorrufen: Deutschland kann auf dem Weltmarkt der Rohstoffe dort nicht mehr als Käufer auftreten, wo Wolle, Baumwolle und Kupfer verkauft werden. Befonders peinlich dabei ist den Verkäufern, daß sie in überfüllten Lägern sitzen und heilfroh waren, wenn ein so potenter und prompt zahlender Kunde wie Deutschland kam und als besonders guter Großkunde in die wohltuende Erscheinung trat. Damit ist's für einige Zeit vorbei, weil die Verkäufer nicht das Geld annehmen wollten, mit dem allein wir zahlen können, nämlich deutsche Waren. Nun darf man am Weltmarkt ein bißchen an diesem Osterei knabbern und sich dabei überlegen, ob es nicht für alle Teile besser wäre, wenn die Produzentenländer mit Deutschland zu einer vernünftigen Interessengemeinschaft kämen. Deutscherseits sind entsprechende Vorschläge schon zur Genüge gemacht worden, wurde auch schon seit langem daraus hingewiesen, daß eines Tages unsere Kaufkraft am Weltmarkt erlahmen müßte, wenn man uns dort zu wenig von unseren eigenen Erzeugnissen abkauft. Das Wort Adolf Hitlers in seiner ersten Regierungserklärung — zahlreiche ausländische Diplomaten saßen dabei und hörten zu! — daß alle, aber auch alle Kräfte des deutschen Bodens nutzbar gemacht werden müßten zum Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft, war ein Programm, das in Ausführung begriffen ist. Vielleicht schaut das robstoffproduziercude Ausland, das von diesen Waren auch noch im vergangenen Jahre für rund drei Milliarden an uns verkaufen konnte, ein paar Augenblicke auf die Tatsache, daß die Beschäftigung und Erzeugung in der deutschen Wirtschaft beträchtlich stärker anwuchs als die Robstoffeinfuhr gestiegen ist! Die bösen Deutschen haben es nämlich schon wiederholt — und auch jetzt wieder unter dem neuen belebenden Hauch, der aus dem Munde des Führers in die Seele des deutschen Menschen hineindrang unb ihm frischen Mut einhauchte — mit einigem Erfolge fertigte» bracht, sich durch allerhand Erfindungen von den natürlichen Rohstoffen zu emanzipieren, die unS von der Natur versagt oder durch das Versailler Diktat geraubt sind. Oder von denen man uns absperrte! Gerade dies ist aber der Fall, wenn man zwar brenncnd- gern an uns verkaufen, uns aber nichts abkaufen will. Kühl und ganz unpolitisch rechnende Kaufleute des Aus- landes werden also nicht allzusehr entzückt über dieses ihnen von Deutschland auf den Ladentisch gestellte Osterei fein, denn sie wissen, wie recht — nach allen Richtungen hin — doch der Führer des größten deutschen Elektrokonzerns, Herr v. Siemens, gehabt hat, als er vor kurzem