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Zul-aer /lnZèiger

iet)en Werktag. Bezugspreis: monatlich ? M Lieferungsbehinderung durchHöhere O bähen keine Ansprüche. Verlag Friedr. S-wa" ,vei-°y° Känigstr. 42. Druck:

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Höhere Tageblatt für Rhön und Vogelsberg M Zul-a- und yaunetal>Zulüaer Kreisblatt

Nr. 77 1934

Redaktion und Geschäftsstelle: Königstrafte 42 Zernsprech-^nschluß Nr. 4989

Fulda, Dienstag, 3. April

Anzeigenpreis: 1 mm Höhe in der 46 mm breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung wird Rabatt nach Tarif gewährt, bei zwangsweiser Beitreibung oder Konkurs erliickit ieder Anspruch auf Nachlaß.DA." 1000.

11. Jahrgang

Die Saar gehört zum Reich wie das Reich zur Saar !

Eindrucksvolle Kundgebung in Berlin.

ju Ehren der 1400 Gäste aus dem S a a r l a n d, die seit dem Gründonnerstag in Berlin weilten und am -weiten Ostcrfeiertag die Rückreise in ihre deutsche Heimat antrate», fanden eine Reihe eindrucksvoller Kundgebungen in der Reichshauptstadt statt, die alle zu einem gewaltigen Treuebekenntnis der Volksgenossen an der Saar und des neugeeinten Reiches wurden.

Am Ostersonnabend fand zunächst eine große Kund- ; acbung auf dem Tempelhofer Feld statt, in deren Mittel­punkt das Fußballspiel Brandenburg Saar stand. Großartig war der Einmarsch der zahllosen Teil­nehmer in der reichgeschmückten Kampfbahn: Voran eine Gruppe saarländischer Bergknappen in ihrer schmucken Tracht, gefolgt von einer Feldgendarmerieabteilung. Taran schlossen sich die Fahnen des Berliner Sänger­bundes, denen etwa 500 Sänger folgten, und etwa 100 Saarsänger mit ihren Bannern, Turner und Sportler. Berbandsdircktor Vogl erinnerte an den helden­mütigen Kampf, den die Saarbevölkerung seit fünfzehn Jahren um ihr Deutschtum führe. Jetzt setze der End- kampf ein, dessen Losung der Führer selbst bei der Kundgebung am Niederwalddenkmal gegeben habe:

Restlos zurück zum deutschen Mutterlandes

Bon Jubelstürmen empfangen, erschienen dann die beiden Fußballmannschaften. Das Spiel gewannen

, die Brandenburger mit 5 :2. In der Pause rühmte der t Sportsührer des Saargebiets, Hempel, den Empfang, I den die Saarländer überall in den deutschen Gauen, bc- * sonders aber in der Reichshauptstadt, gefuuden hätten.

Ihren Dank werde die Saarbevölkerung am Ab­stimmungstage abstatten.

Ein erhebendes Treuegelöbnis.

Am Abend desselben Tages veranstalteten der Bund der Saarvereine und der Berliner Sängerbund eine große Kundgebung im Konzerthaus Clou, zu der neben Ver­tretern der Reichsministerien Tausendevon Volks­genossen sich eingefunden hatten. Dem Charakter des Festes entsprechend stand dasdeutscheLiedim Vor­dergrund der Darbietungen.

Die B c g e i st c r u n g erreichte ihren Höhepunkt, als » ^"".*b rück er Männerchöre die Volksweise "Achisch ist die Saar" und das Lied von Philipp Stilz »wir wollen heim" vortrugen.

ier Sängerkreisführer Regierungsrat Dr. Nau- mann begrüßte die Saarländer im Namen der 45000 ganger des Kreises Berlin-Kurmark. Pfarrer Rei- ?Saarbrücken sprach von der Treue der Saar- ^voikerung zum Vaterlande. Gaupropagandaleiter L c>) u l z e - W e ch s u u g e n sprach vom Kampf Adolf 2 * " s gegen Kriegsschuldlüge und Marxismus und M den Saarländern für die schweren Opfer, die sie in ' 1 Fahre langen Kämpfen gebrachl haben. Ostersonntag hatten sich im festlich geschmückten - .""ch einmal die Saardeutschen zu einem Bei- Mmensem eingefunden. Im Mittelpunkt der Feier stand Wellen" M -^ Präsidenten des BundesDeutscher ' âelchstagsabgeordneten Spiewok, der u. a. unv Iahrt nach Hause und kündet euren Brüdern ^ wir Nationalsozialisten Tag und ruckt - s r« n arbeiten, daß die Saar zu uns z u - V? ^rrgeßt es nie, was au dieser Stelle der _ cr Dot kurzem zu den Saarkinderu gesagt hat: "x erhöre zu euch, Saarkiuder, so wie ihr zu uns gehört."

Ausländisches Eingreifen in Wien?

Die skandalösen Zustände in den öster- letchiskhen Konzentrationslagern.

I des amerikanischen Hilfskomitees für

' Sien h èildem erster, der Gefängnisse in ^aüonâln dar und auch die Absicht hatte, die Konzen- iür s jp a?^r zu besichtigen, erklärte in einer Unterredung, täte m ""§ der politischen Gefangenen ohne Unter $üion bi - "" ""d Richtung tätig sein zu wollen. Diese inedunn /'//'âdingung für die dringende Be -aac Entspannung der allgemeinen politischen Hooirh ^^ Er habe dein Präsidenten C l t euren Bericht in diesem Sinne übermittelt, gierten K»« « ist jedoch dem amerikanischen Delc- ^hoziali/ ^^"tüigung der für die österreichischen Ratio ' n[ j J " ""gelegten Konzentrationslager nicht Uttabc,,, gewesen, obwohl dort die sanitären Zustände In b n 1 ri f c Formen angenommen haben. ^Hen H5n£r. ausländischen diplomatischen Hinblick out / t daher die Frage erörtert, ob nicht im ®ti i stdiese unhaltbaren Zustände ein Einschreiten ^sstn de/atlonalen Roten Kreuzes zu- footben (et tsefangenen unbedingt notwendig ge-

Auf die Abstimmung anspielend, sagte Spiewok: Mögen die anderen tun, was sie wollen, bei uns ist die Ruhe des guten Gewissens. Was ihr bei euch zu Hause tut, das tut ihr nicht für euch, sondern für uns alle, für das deutsche Vaterland!

Gefallenenehrung am Heldenmal.

Am Ostersonntag versammelten sich die Saarländer im Lustgarten und begaben sich von dort zum Helden- mal Unter den Linden, um zu Ehren der Ge- sallenen des Weltkrieges einen Kranz niederzulegen. Der seierlicheAkt wurde mit dem Sanctus aus der Deut­schen Messe von Franz Schubert durch den Saarbrücker Männergesangverein eingeleitet. Eine Minute stillen Ge­denkens, während derer alle Anwesenden den Arm zum DeutschenGruß erhoben, schloß die Feierlichkeit.

Am Ostermontag traten dann die Sänger, Sportler und Turner der Saar in zwei Sonderzügen die Rückfahrt in ihre Heimat an.

*

Es geht um die deutsche Ehre!"

Machtvolle Saarkundgebung in Hannover

Hannover stand am ersten Osterfeiertag int Zeichen einer großen Saarkundgebung. Zur Begrüßung der 450 Saardeutschen hatten sich viele Hannoveraner am Reuen Rathaus eingefunden. Bürgermeister Müller sagte in seiner Begrüßungsansprache u. a.: Wir erlebten beute mit beglückender Freude, daß die Bande der Bluts- und Schicksalsgemeinschaft zwischen den Deutschen an der Saar und denen im Reich fester ge­schmiedet seien denn je. Das gebe uns die Zuversicht, daß der Kamps gegen die Zertrümmerung Deutschlands zu einem siegreichen Ende geführt werde.

Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten stand die von Zehntausenden besuchte große Kundgebung im Hinden­burg-Stadion.

Gauleiterstellvertreter Schmalz führte in seiner An­sprache u. a. aus:Das deutsche Volk bekennt sich zur Saar und will den Männern und Frauen von dort zeigen, daß zwischen dem Deutschland vor dem 30. Januar 1933 und dem Deutschland von heute ein sehr großer Unterschied besteht. Das Deutschland von heute be­kennt sich wieder zu den Begriffen der Ehre, Treue und Tapferkeit! Der Führer der saardeutschen Gäste, Doktor Reu, dankte für den überwältigenden Empfang und sagte:

Saar und Reich gehören zusammen, sic gehören zu­sammen seit tausend Jahren und werden in alle Ewigkeit zusammengchören. Das sei unser Schwur!

Den Ausklang des ersten Ostertages brachte die Kundgebung im Kuppelsaal der Stadt Halle, auf der Gaupropagandaleiter H u r h a g e n die Gäste be­grüßte, und der Führer der Saardeutschen, Dr. Neu, sich noch mit folgenden Worten an die Volksgenossen Nieder sachsens wandte: Wir wissen, daß wir schweren Monaten entgegengehen, aber wir sind st o l z daraus, daß wir uns für das Deutschtum einsetzen können. Wir wissen, daß es nicht allein um uns geht, sondern um die deutsche Ehre.

Bedingungslos wollen wir zurückkehren zum Reich und kennen dabei keinen Schacher.

Im weiteren Verlauf der Kundgebung wurden an den Führer, an den Vizekanzler v. Papen, an den Reichs Propagandaminister und an den Führer der Deutschen Arbeitsfront und den Reichsführer des VDA. Telegramme gesandt.

Protestschreiben der erkrankten Gefangenen an Oollfuß.

Von den im Wiener Neustädtischen Hospital unter gebrachten Gefangenen des Wallersdorfer Konzentrations- lagrro, die alle unter dem Verdacht der Ruhrerkran- l u n g stehen, ist an das Bundeskanzleramt ein Schrei­ben gesandt worden, in dem es u. a. heißt:

Die Ursache der Erkrankungen liegt ohne Zweifel in den unhvgienischen Zuständen des Lagers und der V e r p f l e g u n g. Während die zuerst in das Krankenhaus Eingcliefcrten in den ordentlichen Spital- räumen untergcbrachr wurden, mußten nach Einlieferung der letzten Erkrankten sämtliche Kranken in eine Not- barocke übersiedeln.

Die Unterfertigten protestieren schärfstcns gegen diese Art der Unterbringung, die den einfachsten Begriffen der Hygiene und der .Krankenfürsorge widerspricht.

Die Baracke, in der sie untergebracht sind, ist eine Notbaracke mit einfachen Pretzspanwänden, sehr zugig und infolgedessen in der Nacht äußerst kalt Die Beheizung wird durch zwei kleine eiserne, völlig mangelhafte Ofèn versehen. Die Kranken können nicht genügend mit Tee und Wärmeflaschen versorgt werden.

da die Baracke über keine Kochgelegenheit ver­fügt. Es lagen sechs Leute

mit Bauch- und Magenkrämpfen danieder, und für sie standen nur zwei Wärmeflaschen zur Ver­fügung. Weiter wird in dem Schreiben erklärt, eine besondere Ungeheuerlichkeit stelle es dar, daß die Toilettenanlage jeder Hygiene hohnspreche. Auch die W a s ch g e l e g e n b e i t sei äußerst primitiv Da die Gefahr bestehe, daß unter derartigen Umständen die Er­krankten weiteren Schaden erleiden könnten, müßte eine sofortige Abstellung dieser unleidlichen Zu­stände verlangt werden.

Vereinfachung, kein Zenlralismos bei der Sozialversicherung.

Vorschläge des Staatssekretärs Dr. Krohn.

Staatssekretär Dr. Krohn vom Reichsarbeits­ministerium beschäftigt sich in der ZeitschriftDie Reichs­versicherung" mit der Reform der Sozialversicherung.

Dr. Krohn sieht in der Vielgestaltigkeit der deutschen Sozialversicherung, die sich aus ihrer geschichtlichen Ent­wicklung erklärt, Vorzüge und Nachteile.Die Vor­züge bestehen" nach Krohns eigenen Wortendarin, daß eine starke Unterteilung die Sozialversicherung so nahe an die Versicherten heranbringt, wie es bei einer anderen Organisationsari nicht möglich wäre, wie es aber nötig ist, um die Gewährung der Leistungen recht­zeitig einsetzen zu lassen. Eine solche unmittelbare Nähe ist namentlich in der Krankenversicherung unbedingt erforderlich." Abweichend von anderen Auffassungen hält es Staatssekretär Dr. Krohn für statistisch erwiesen, daß die Versicherungshöchstleistung nicht in Riesenkassen, son­dern höchstens in Kassen mittlerer Größe liegt.

Dr. Krohn spricht sich ferner für die Sondereinrichtungen verschiedener Berufe aus wie der der Angestellten in der Reichsversicherungsanstalt und in den Ersayknssen und die der Bergleute in der Reichsknappschaft. Dasselbe dürfte auch für die Jnnungskrankenkassen gelten, auch wenn sie nicht ausdrücklich erwähnt werden. Gerade für sie scheinen ganz besonders die folgenden Worte geschrieben zu sein: Auch der Arbeitgeber, der zu den Leistungen der Sozial­versicherung beiträgt, nimmt an einem Versicherungs­träger, der ihm und seinen Arbeitsnehmern nahesteht und möglichst auf die Bedürfnisse seines Bettiebes Rücksicht nimmt, mehr Anteil als an einem großen Zentralgebilde. Daraus erklärt sich zum Beispiel die Tatsache, daß häufig kleinere, gut geleitete und vom Jutereye der Versickerten und ihrer Arbeitgeber getragene Krankenkassen Die besten Erfolge zeigen. Daraus erhärt sich ferner, daß gerade die für bestimmte Betriebe oder Gewerbe, oder Berufs­zweige oder Stände errichteten Versicherungsträger oder Ersatzkassen sich häufig durch besonders erfolgreiche und anerkannte Geschäftsführung auszeichnen. Erwähnt sei auch, daß gerade in der Krankenversicherung einige der Sonderversicherungsträger von einer alten und den Be­teiligten liebgewordenen Tradition getragen werden."

Schließlich ist es nach Ansicht von Dr. Strohn, ganz besonders bedeutsam,daß die Vielgestaltigkeit der Sozial­versicherung es gestattet, auf die Bedürfnisse bestimmter Gewerbezweige oder Stände auch bei Auswahl und Be­messung der Leistungen Rücksicht zu nehmen". Anderer­seits gibt Dr. Krohn zu, daßc i n c a l l ; u st a r k e Z e r - splitterung naturgemäß viele Nachteile zeigen muß".

Die R e f o r m b e d ii r f r i g l e i t Der Sozialver­sicherung", so schließt Staatssekretär Dr. Krohn seine Llusführungen,steht außer Zrveifel. Die Ziele des Um­baues ergeben sich aus der Betrachtung des augenblick­lichen Aufbaues und seiner Nachteile ohne weiteres. Es gilt, in erster Linie ein übersichtliches, einfaches unh volks­tümliches Recht der Sozialversicherung zu schaffen. Es gilt ferner, die Organisation zu vereinfachen, damit die Verwaltung z n verbilligen, um die Ersparnisse einer Lastensenkung oder einer Verbesserung der Leistun­gen zufübren zu können. Die Vereinfachung der Organi­sation soll aber nur die Nachteile der bisherigen Zer­splitterung beseitigen: sie muß sich davor hüten, etwa gleichzeitig damit die Vorteile des jetzigen Aufbaues zu zerstören."

Fm witden Galopp.

Eine Batterie der englischen Artillerie â im gestreckten Galopp über den Erer zierplatz- ent Bild, vas immer - wieder fesselt.