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Zul-aer Anzeiger

K WSSLS «**« M W" w» v°» ZL Zu!Sa- uns Haunetal Iulöaer Kreisblatt

«^nklau^Fuldg,"Königsüs 42. Druck" Ü Lauterbach/H. Hauptschristleiter: ! ,

Näanaemack, Fulda, Königsir. 42. Vertreter des AKK Fr. Ehrenklau, Lauterbach H.

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Keüaktron und GrULäKsftelle: K-ntastraKe 42 * Zerufprech-ftnschluß Nr. 2444 Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.

Nr. 82 1934

Fulda, Montag, 9. April

11. Jahrgang

Vom Meer verschlungen.

Das Flutwellenunglück in Norwegen. Ungeheuere Verwüstungen.

Wie wir am Samstag schou kurz berichteten, ist am lasjord in der Nähe von Aale fund in Norwegen eine steile Felswand am Meer unter dem Ansturm einer Svrinaslut plötzlich zusammengebrochen und in die See aestiirzt wobei 40 Menschen mit in die Tiefe und in den Tod gerissen wurden. Ueber das schwere Unglück werden nun folgende Einzelheiten bekannt:

Ein Augenzeuge berichtet.

Über die Naturkatastrophe gab ein Augenzeuge, ein cm augenblicklich in dem betroffenen Dorf Ta-Fjord weilender Pastor, eine eindrucksvolle Schil­

Danach ist ein Felsen, der über den nach Korsnaes sührenden Fjord hinausragte, ins Wasser gestürzt, was in Folge hatte, daß drei Flutwellen Ta-Fjoro auf der einen und Fjöraa auf der anderen Seite des Fjords hcimsuchtcm h^ ^^ ^r^e majt sg erzählte der Pastor, ein l a ii t e s D r ö h n e i,, und bald darauf kam die erste Welle. Tie war noch nicht besonders stark und richtete keine er­heblicheren Schäden an. Verschiedene Personen faßten die erste Welle, jedoch als Warnung auf, und es gelang ihnen, sich zu retten. Bald daraus nahte die zweite Flut­welle und unmittelbar danach die dritte. Die letzte Welle kam mit g e w a l t i g e r Kraft heran und spülte etwa 700 Meter in das Land bis zu dem Hotel in Ta-Fjord. Aus ihrem Wege riß sie Häuser und Bootshäuser mit sich. Mes wurde dem Erdboden gleichgemacht und von der Flut mitgcführt, bis es als wüster Trümmerhaufen liegen- blieb.

Unter den vernichteten Gebäuden befinden sich sechs Wohnhäuser, die

von der Welle in Stücke geschlagen würden sind. Auch ein Transformatorenhaus wurde zee- M. Im Posthaus wurden alle Fenster zertrümmert, und das Wasser drang in das Haus hinein.

Einem geistesgegenwärtigen Mann gelang es, sein Kind zu retten. Als die Welle herankam, sprang er mit dem Kind im Arm auf einen Felsen. Das Wasser flutete in Husthöhe an ihm vorbei. Er hielt jedoch den Jungen in die Luft und beide wurden gerettet.

Als die dritte Flutwelle kam, öffnete der Augenzeuge die Tür seines väterlichen Hauses, worauf das Wasser Weinströmte. Dadurch wurde ein Fortreißen des Ge­bäudes verhindert. Ein nur mit einem Hemd bekleideter Knabe wurde in schwer verletztem Zustand von der Welle duf die Haustreppe geschleudert.

Das Dorf ein Trümmerhaufen.

Das von der Flutwelle heimgesuchte Dorf bietet einen i/"stlosen Anblick. Infolge der ungewöhnlich parken Verwüstungen ist die Bergung der unter den Trüm- , mein liegenden Verwundeten sehr erschwert.

für Fjöraa hatte die Flutwelle katastrophale Auch dort sind Opfer an Menschenleben zu be- ^ werden 17 Personen vermißt. Ein Bootshaus Lagerhaus sowie sämtliche Boote wurden von der 'MNvellc erfaßt und in den Fjord hinausgetrage». So- »Ta-Fjord wie in Fjöraa war man mehrere Stuu- hJ der Katastrophe noch ohne jede Verbindung mit In?c« auf dem Seeweg, da die Flutwelle nie Fahr- J ^entweder zerstört oder furtgeriffen hatte. k,im-»^°" nach dein Eintreffen der Unglücksnachricht uim Lat Bewohner der Nachbarorte mit Booten heran br Nuteten den am Leben gebliebenen Einwohnern bei bei $ 11 n 9 nach den Vermißten »nd

1 oeu Ausraumnngsarbciten Hilfe.

3n Aorwegen herrschte Landestrauer. luch noch andere Küstenorte von der Naturkatastrophe heimgesucht. ff i o h h ^Eiteren Meldungen über die Raturkata- p 1 e 1 n Norwegen hat das furchtbare Flui-

Verständnis für Deutschlands Recht.

Bemerkenswerte Stimme aus Belgien,

»ur selbständige Außenpolitik gegenüber Frankreich.

Ifo Abre Belgique", ein Blatt, das sich bereits mehrfach 81,^» !L9^H"^^ Frankreich unabhängige belgische Auttâ . eingesetzt hat, wendet sich erneut gegen die Fran»N bQ$$ "das Schicksal Belgiens unlöslich mit dem verbunden sei". Das Blatt bezeichnet diese Wei n ^ "gefährlich n n d ü der triebe n". könne n^ bas heutige Frankreich friedlich gesinnt sei, so solle .L, e^ bic Lage eines Tages ändern, nnd deshalb mit s..ln Vub^r flicht sagen, daß das Schicksal Belgiens tueiteron m'-Er^ichs unlöslich verbunden sei. In ihren vor, t)nj, Ausführungen warntLibre Belgique" da- Aftunnâ^.^°"°" Frankreichs aus seinem heutigen mit... H»TnL^ viuent allgemeinen Wettrüsten und da- sch,der noch schlimmer als der Weltkrieg im Bert,,-«. Das Blatt erinnert daran, daß man erlegt hnf.^ Ertrag Deutschland die Entwaffnung auf- Länder BeKenzung der Rüstungen aller ermöglichen".

we^enungkuer im Tafiord an Todesopfern gefor­dert: 11 Männer, 12 Frauen und 17 Kinder. In Nor­wegen herrschte anläßlich des Unglücks Landes­trauer. In dem kleinen Kirchspiel" Tafjord, das 400 Einwohner zählt, ist jeder Haushalt von dem Unglück betroffen worden.

Von einer elflöpsigen Familie kamen die Eltern und acht Kinder ums Leben.

Der Meeresarm ist an der Unglücksstelle nur 700 Meter breit. Während die Gebirge sich bis zu 1800 Meter

Der Schauplatz des Unglücks.

Die Felswand, au der Tafjord und Geiraugerfjord zusammenstoßen.

erheben. Durch klimatische ©infiUffe find in dem vereisten

Felsen Sprünge entstanden, und

beim Ausdehnen des Schmelzeifes wurde der riesige Block abgesprengt.

Lie durch Den Felssturz entfesselten Flutwellen ergossen sich mit furchtbarem Krachen ins Land, so daß Die Men­schen nichts anderes glaubten, als Der Tag des jüngsten Gerichts sei gekommen. Die Bevölkerung von Tafjord hatte das Unglück bereits feit längerer Zeit kommen sehen. Außer Den beiden Ortschaften Tafjord und Fjöraa wurden a u ch d i e Orte Sille, Uri und Nerhus von Der Flutwelle heimgesucht, Die alle an Der Küste lie­genden Gebäude Dem Erdboden gleichmachte. In Nerbns wurden zwei Wohnhäuser wcggespüU

Deutschland sei b e r c ch t i g t, s i ch seine

H a n d l n n g s f r c i h e i t w i e d e r z u h o l e n , wenn die Abrüstungskonferenz nicht zu diesem Ziele führe. Man gebe sich heute allgemein Rechenschaft darüber, daß Der aus dem Versailler Vertrag entstandene Zustand, näm­licheine hochgcrttstctc französische Armee gegenüber einem praktisch entwaffneten Deutschland" mit halben Maß­nahmen nicht weiter anfrcchtrrhaltcn werden könne.

Der Artikel entwickelt sodann nochmals Die Se« dankengänge Der Senatsrede des Ministerpräsi­denten d cB r o c q u c v i l l e über Die Notwendigkeit des Abschlusses eines internationalen Abkommens.

*

Schwedens Außenminister für Deutsch­lands Wehrforderungen.

Der schwedische Außenministcr Sandler äußerte sich in Stockholm in bemerkenswerter Weise über die Ab- rüstungsfrage. Er erklärte unter anderem:

Zweite Anordnung für den 1. Mai!

Voraussichtlich findet am Sonntag, den 15. April, in Frankfurt a. M. eine Tagung aller Kreispropagandaleiter sowie aller Propagandawarte der Ortsgruppen und Stützpunkte des Gaues Hessen-Nassau statt. Dabei wird das Programm für den 1. Mai bekanntgegeben.

Alle Kreise, Ortsgruppen und Stützpunkte, müssen unter allen Umständen vertreten sein. Für die Ortsgruppen und Stützpunkte, die noch keine Propagandawarte haben, müssen die Ortsgruppen- und Stützpunkt­leiter selbst erscheinen. Entschuldigungen irgendwelcher Art werden nicht angenommen.

Voraussichtlich findet die Tagung zwischen 12 und 14 Uhr im Schauspielhaus statt. Ab 15 Uhr wird zu Ehren der Propagandaleitei die KomödieSchnieder Wibbel" im Schau­

spielhaus aufâeführt zu dem ungewöhnlich geringen Einheitseintrittspreis von 0,60 M. Stück und Darstellung sind künstlerisch von größtem Wert. Der Besuch dieser Vorstel­lung ist für alle Teilnehmer der Tagung Pflicht.

in werden Verhand- 's einer bedeutenden

Ermäßigung des Fahrpreises. Die Fahrt­spesen tragen die Kreise bzw. die Orts­gruppen oder Stützpunkte.

Alle Propagandaleiter und Propaganda- warte haben sich schon jetzt für den 15. April freizuhalten. Weitere Mitteilungen und etwa notwendige Aenderungen erfolgen wegen der Kürze der Zeit außer durch Rund­schreiben an die Kreispropagandäleiter auch durch die gesamte fresse innerhalb des Gaues.

gez. Müller-Scheld,

Eaupropagandaleiter und Leiter der Landesstclle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksauf­klärung und Propaganda.

Nach Lage der Dinge müsse die erste Aufgabe die sein, das gegenseitige Mißtrauen zu vermindern und damit die Voraussetzung Dafür zu schassen, daß ein Abrüstungs­abkommen nicht nur unterzeichnet, sondern auch ge­halten werde. Eine Abrüstsingskonvention, Die wesentliche qualitative und quantitative Herabsetzungen in sich schließt, sei zur Zeit aussichtslos. Die Aus­rechterhaltung der Bestimmungen von Versailles durch einen neuen Vertrag, also das Verbot jeglicher Aus­rüstung für die in Versailles an eine Abrüstung gebun­denen Mächte, sei schon seit langem eine Un­möglichkeit geworden.

Wenn eine Konvention überhaupt zustandekomme, so müsse sie u n b e d i n g t eine Einigung über die deutsche Aufrüstung enthalten, anerkannt und unter Kontrolle gestellt durch eine freiwillige Abmachung. Wenn es nicht ge­länge, auch das noch so bescheidenste Abrüstungsabkommen zusammenzustoppeln, so könne man nicht erwarten, daß Deutschland jemals in den Schoß des Völkerbundes zurückkehren werde.

Der neuen Heimat entgegen.

Nußlanddeutschc Flüchtlinge auf dem Weg nach Südamerika.

Wie dem ReichsausschußBrüder in Rot" (Berlin W 35, Cornelittsstratzc 4 b, Postscheckkonto: Berlin 85 000) aus Schanghai berichtet wird, konnten die 3 20 ruß- I a n d d e u t s ch e n Flüchtlinge, Die bis vor kurzem unter sehr schwere« Verhältnissen in Charbi n dahin- vegetierten, endlich durch Hilfe des Reichsausschusses ab« transportiert werden.

Der Transport besteht aus zahlreichen Familien, aber auch viele Waisenkinder, deren Eltern auf der Flucht um« gekommen, bzw.

von den Bolschewiken crschosicii worden sind. Die Flüchtlinge werden in diesen Tagen mit einem Dampfer des Ranfen-Komitees bis nach Mar­seille fahren, wo sic von Den deutschen Hilfsorganisationen empfangen werden. Der ReichsausschußBrüder in Rot", Der schon so vielen von Heim und Hof vertriebenen Aus­landdeutschen geholfen hat, wird nicht nur Die Reisekosten der Flüchtlinge

nach Südamerika

tragen, er wird ihnen auch Die für die Ansiedlung not« wendigsten Geräte und Einrichtungen zur Perfügung stellen, so daß jeder Volksgenosse noch die Möglichkeit bat, auch mitzuhelfen an dem LicbeSwcrk, das diesen treuen Deutschen ermöglicht, sich eine neue Heimat zu gründen.