M-aer Mzeiger
AS gBSSS Tageblatt für Rhön und Vogelsberg âtz^MsZMLL Zulöa- und Haunetal. Zulöaer Kreisblatt öä W^ Fr.' Ehrenklau, Lauterbach §. Redaktion und Gâäftsttelle: Könialtrasie 42 ❖ §ernfpreck)-Rnlchlu8 Nr. 2484
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Nr. 88 -— 1034
Fulda, Montag, 16. April
11. Jahrgang
Das deutsche Friedensbeispiel
Verständigung überall möglich.
NKchsaußenminister F r e i h e r r v. N e u r a t h hielt kEbura auf der Jahresveranstaltung der Hamburger âilunq dcè Jbero-Amcrikanischen Institutes eine
in der er u. a. au-Führtc. .
* SBaë aus dem gegenwärtigen Wirrwarr der toirt= tätlichen und handelspolitischen Tendenzen der ein- «änder und aus der völligen Desorganisierung internationalen Finanzbeziehungen schließlich sich imnalberausentwickeln wird, wird heute mit Sicherheit niemand voraussagen können. In zwei Punkten zeichnet M die Entwicklung für Deutschland aber heute schon trotz c allgemeinen Unsicherheit klar ab.
Nas Eine ist, daß das Schlagwort der Autarkie, das eine Zeitlang in manchen Kreisen eine große Rolle nesvielt und im Ausland zu manchen Mißdeutungen Anlaß aeaebcn hat, daß dieses Schlagwort heute in allen maß- gcbciiden Kreisen überwunden ist. Ich spreche das Ob^MemMd in der Reichsregierung glaubt, daß Deutschland wirtschaftlich vom Ausland isoliert werden soll und laiul Zwar wird mit neuen und vereinten Kräften daran acarbestet, unser Volk und unsere Wirtschaft von ausländischen Lebensmitteln und Rohstoffen unabhängiger zu machen, als dies früher war, und im Julande selbst zu erzeugen, was hier erzeugt werden kann. Wir haben in dieser Richtung bereits sehr positive Fortschritte ßcumdjt, besonders in der Lebensmittelversorgung. Andererseits aber verlangt unsere zentrale Lage in Europa verständnisvolle und aus wechselseitiges Entgegenkommen ausgebaute Handelsbeziehungen mit den Nachbarländern und ebenso verlangt btc Notwendigkeit, Rohstoffe zu beziehen, freundschaftliche Aüs- tauschbezichungcn mit den überseeischen Ländern.
Das Zweite ist, daß mir in Zukunft die Warencin- fu^r planvoller in die Hand nehmen müssen als in der Vergangenheit.
feist heute müßig, die Frage zu erörtern, ob freier Merausiausch und unbedingte Meistbegünstigung das beste Prinzip für die Handelspolitik der Welt sind. Die Währungspolitik und die handelspolitische Abschließung biclcr Länder hat uns cinsach in die Zwangslage versetzt, eine planvolle Verlagerung der notwendigen Einfuhr nach den Ländern votjuncbmen, die bereit sind, Deutschland entsprechende Werte abzunehmen. Die Reichsregie nmg wird diese Linie zwar unter möglichster Schonung aller -Handelsbeziehungen, aber doch zielbewußt verfolgen.
Diese rücksichtsvolle aber zielbewußte Gestaltung miscrer Handelspolitik verlangt mehr als je eine einheit- llchc Führung. E s g c h t n i ch t a n , daß jeder Berufs- zwcig es unternimmt, seine eigene Handelspolitik zu treiben. Es geht nicht an, daß die Tabakimportcurc oder die -uackcnmilchproduzcntcn Maßnahmen beschließen, die Misere Außenhandelsbeziehungen stören, oder daß eine Ciadwerwaltuug eigene Handelspolitik macht, indem sic Festhalten von ausländischen Erzeugnissen in den städtischen Markthallen verbietet.
Der Erfolg einer deutschen Außenhandelspolitik, wie im |te kurz skizziert habe, ist natürlich, wie der Erfolg jeder Handelspolitik, stets von einer elementaren allgemeinen raussetzung abhängig, d. i. die Beruhigung und nonsondierung der internationalen Lage in politischer Beziehung.
Daß die Außenpolitik gegenwärtig mit schwierigen Justen Problemen zu ringen hat, mit Problemen, mc zum Teil das Fundament unserer nationalen berühren, wissen Sic alle. Ich sehe unter Mcn Problemen aber kein einziges, das nicht ^^^"ünftigcr Behandlung einer Regelung auf dein friedlicher Verständigung zugänglich wäre.
Reichsregierung hat unter der Führung unseres die ^^ ü01h ersten Augenblick ihrer Tätigkeit an aeiiem v^b^ Außenpolitik auf das allgemeine Ziel ein- bcm deutschen Volke ein
Lebe» in Frieden und Ehre
^ie hat dieses Ziel mit offenen und klaren verfolgt und hat die Aufrichtigkeit und Gcrad- runopn 8 Wollens durch Handlungen und Erklä- lästi »fundet, an denen sich nicht drehen und deuten Fri^ovÄ fuaube auch sagen zu können, daß diese tiaeii y jetzt von keinem einsichtigen und aufrich- lvird "wir Cl <cr des Auslandes mehr in Zweifel gestellt dru erkannt, daß Worte, die Adolf Hitler Schalte» ^'ft und von ganz Deutschland
Deütt»!.^ ?"rr nach Recht und Gerechtigkeit für luerben forbern müssen und gefordert habe», fesilw»-.."^ Mellich mit unbeirrbarer Entschlossenheit cs sind Forderungen, auf die ein ge unb chrllcbcndcs Volk überhaupt nicht
(5= f verzichten kann. Steife gefagt’bai ^ dies schon einmal an anderer an, ein^f0^ ^0" ^"tschlnß der anderen Regierung kastei» Verständigung zur Wirklichkeit werden zu itö^tc ariÂi <.saë' n,'c 'ch aus das dringetidste Hosse» foltern ’z ""d wen» so das Vertrauen unter den funken ihr or^Äi gestellt wird, dann haben die Regie Fissur die Belebung des Welt-
„Hitler, das ist der Friede!"
Dr. Hanfstaengl vor der Auslandspreffc.
Aus einem Essen des Vereins der ausländischen Presse in Berlin ergriff Dr. Hanfstaengl, der Auslandspressechef der NSDAP, das Wort zu grundsätzlichen Ausführungen über die Ausgaben des ausländ tscüenJour- n a l i st e n. Dr. Hansstaengl brachte zum Ausdruck, daß die Berichterstattung über die Verhältnisse in Deutschland eine besondere Kenntnis und eine besondere Vertiefung in die deutsche Geschichte erfordere. Erst aus einer Kenntnis dieser Geschichte heraus könne das verstanden werden, was manchem Ausländer an der gegenwärtigen Entwicklung nicht ohne weiteres verständlich sei. Der Journalist dürfe nicht nur ein bloßer Reporter, ein Nachrichtenjäger sein, er müsse fühlend erkennen, wohin die allgemeine große geistige und physische Ereignisströmung hinstrebc. Dann totes Dr. Hanfstaengl aus die ungeheure Verantwortung hin, die dem ausländischen Pressevertreter durch die Beeinflussung der Gestaltung der Beziehungen der verschiedenen Kationen erwachse. Denn durch seine tägliche Berichterstattung gewinne der ausländische Journalist unsraglich einen
Seron non MltmWei wurde mummen
Der Mordprozetz in Schweinfurt.
Nachbarn hörten die Schreie.
Am 9. Vcrhandlungstag des Mordprozesses Walthers- hauten wurde in einer Auseinandersetzung zwischen Dem Verteidiger und dem Schießsachverständigen Dr. Hetz bte Möglichkeit erörtert, ob ein Gewehr, das von oben hcruntergeworicn wird, nur 5 Zentimeter in den Boden eindringt, wie das seinerzeit bei dem ersten Einbruch der Fall gewesen sein soll Der Sachverständige verneinte diese Möglichkeit, da die Wucht viel größer sei. .. _ .
^er Verteidiger stellte dann eine interessante Frage: babe~cine Mitteilung bekommen, datz ein Resse der Frau Werther sich im Turmzimmer Herumgetrieben und auf btc Frage, was er dort tue, erklärt habe, er suche eine Hühneräug e n s e i l c. . .
Der Staatsanwalt stellte fest, daß bicfer Vorgang nicht so gewesen sein konnte. Es sei lediglich dem Vertreter der Erben einmal gestattet worden, in Begleitung eines Gendarmen das Zimmer zu betreten. Wenn noch eine andere Person dabei gewesen sei. so habe davon die Staatsanwaltschaft nichts gc= wußt, das gehe aus Vcraiitwortiiiig des Gendarmen.
Es fötale Die Vernehmung der Frau Ida Nenninger, und zwar zunächst über ihre unb ihres Mannes Wahrnehmungen in der Rachi. Gegen %2 Uhr habe sie Schreie und auch drei Schüsse vernommen.
Vorsitzender: Wie waren Denn die Schreie?
Zeugin: -Schrecklich!
Aus bcm weiteren Verhör der Zeugin ging hervor, ban bet Mann die Schreie zuerst vernommen und seine Frau geweckt bat Das Ehepaar glaubte, cs handle sich um eine Rauferei. Man hörte zweimal schreien, dazwischen war eine kurze Pause. Es sind zwei Schüsse hintereinander gefallen, eine Minute später ein dritter Schlitz
Das Alibi des Barons.
Hieraus wurde unter großer Spannung in die Bcrneh- mutig des Zeugen Wolfgang Freiherr» von Waltershaiiseii eiii- getreten. Mit energischen Schritten, etwas bleich, trat dieser vielgenannte Zeuge vor die Schranke» des Schwurgerichts.
Er wurde zunächst über die persönlichen Verhältnisse und sein Vorleben vernommen. Der Vorsitzende ließ sich bann be- richten, wo er sich im Oktober. November und Anfang Dezein- ber 1932 anfgchalien bat und was er in Dieser Zeit tat Der Zeuge gab genaue Taten an, beginnend mit dem Tage, an dem er von einer Reife von Frankfurt a. d O. nach Berlin znrückgekchri ses:
er könne beweisen, daß er zur Zeit des ersten Einbruchs
15. bis 16. Oktober in Berlin gewesen sei.
Als Zeugen hierfür nannte er den Grasen Leopold von Götz. Das letztemal fei er, ber Zeuge, im Juni 1932 in Walter»- hausen gewesen Am 1. Dezember 1932 gegen 10 Uhr habe er eine Depesche erhallen : „Großes Unglück t tn Sai Ion, sofort kommen" , .
Er fei dann mit dem Zug nach Weimar und von bort mit Dem Auto weitergesghrcn, habe aber schon vorher telephonlich mit Dr. Welle, dem Hausarzi des Schlosses, gesprochen Ta habe er erfahren, daß ber Hauptmann erschossen und seine Mutter schivcr verwundet seien und sie
Karl Liebig als Täter bezeichne
Er habe baun mit feiner Mutter gesprochen. Sie habe ruhig alles erzählt und acfagt, sic sei Durch einen S ch u tz guigewacht und durch einen Schrei. Dann habe sie den Liebig ins Zimmer ko m m c n sehen.
, er habe auf sie geschossen
Teilt Liebig habe sie zugerusen, er solle nicht Wessen Dieser aber hätte erklärt: „Erst recht, gnädige Frau. Liebig habe auch eine Sabcbcuimung gehabt, noch einen letzten cschutz abgegeben und sei dann verschwunden.
Die Fingerabdrücke am Gcwehrschrank.
Der Vorsitzende fragte im Verlaufe Der Vernehmung den Zeugen über seinen Aufenthalt in Waltershaufen n a ch dem Mord. Baron von WallerSbausen gab an, daß er durch alte Räume gegangen sei, ausgenommen Die M o r b s i m m e r. bte er nicht betreten Durfte. Er habe keine Spuren verwischt und auch nichts verändert. . _ .
Sorte Es (trto aber Vach Fi - g er a bd: 2 â e v22 FhWL gefunden wyrvey^ ». B. am ®eise6rf 5ratt£.
mitbestimmenden Einfluß auf die Gestaltung der Be
Ziehungen zwischen seinem Voll und Deutschland.
Nichts sei so wohlseil, verwerflich und unverantwortlich wie die journalistische und literaturmäßige Auspfefferung von im Grunde normalen Dingen, wie die sensations- mäßige und gehässige Auswertung der täglichen Ereignisse und ihre tendenziöse, an anderen Dingen gemessen völlig proportionslose Aufblähung. Der Redner betonte, daß cs niemand in Deutschland vorschweben könnte, zu versuchen, die Auslandspreffcvcrtreter terroristisch zu einem gewissensmäßigen Kasernenhofdrill zu degradieren und glcichzuschaltcn.
Die fremben Korrespondenten brauchten nicht das Horst- Wessel-Lied gegen ihren Willen anzustimmen. Das einzige, was wir beanspruchten, sei, daß sie uns als Menschen betrachteten, die auch einmal irren könnten, als Menschen aber, die beseelt seien von dem besten Willen, nicht nur für ihr Land, sondern auch für die gesamte Menschheit, die gesamte Welt. Vor einem Jahre rief die Welt: „Hitler, das ist der Krieg!" Die Welt wird noch lernen zu rufen: „H i t l e r, d a s i st d e r F r i e d e I* Gäbe die Welt nur Adols Hitler die Möglichkeit, sein gewaltiges Friedens- tverk nach innen und außen zu Ende zu führen, so unterliegt es nicht dem geringsten Zweifel, daß der Name Adolf Hitlers aus ewige Zeiten friedensverklärt in die Geschichte eingehen wird!
Zeuge: Ja, sooft ich in Woltershausen war, bin ich an den Gewehrschranl gegangen und habe ein Gewehr heraus- genommen und damit geschaffen.
Baron von Woltershausen teilte weiter mit, daß seine Mutter ihm von dem ersten Einbruch geschrieben habe. Es sei, so sagte er, sehr merkwürdig gewesen, daß man damals nichts gefunden habe. Das müsse
ein raffinierter Bursche ausgcsührl haben, und zwar müsse es derselbe gewesen sein, der seinen Stiefvater ermordet und auch den zweiten Einbruch begangen habe.
Bei einer Erörterung der Verhältnisse aus dem Schloß erklärte Baron von Waltershausen, sein Stiesvater sein e i n großer Optimist gewesen und es sei ausgeschlossen, daß seine Eltern aus Vermögensschwierigkeiten Selbstmord hätten verüben wollen.
Von dem zweiten Einbruch
habe er am 7. Januar 1933 erfahren, und zwar seien Kriminalbeamte in seine Wohnung gekommen.
Vors.: Sie haben doch damals geäußert: Das ist aber sein, daß das geschehen ist!
Zeuge: Jawohl. das habe ich gesagt. Ich meinte, der Einbruch Hänge mit dem Mord zusammen, es komme nun vielleicht doch eine Klärung
Die Verhandlung wurde dann v e r l a a t.
Ikue Vorstellungen in Prag.
Wegen der vcutschfcindlichc» Ausstellung.
Der Prager deutsche Gesandte Dr^ Koch sprach vci dem bevollmächtigten tschechoslowakischen Minister Dr. K r o f t a im Außenministerium vor, um auch noch mündlich auf die bedauerlichen Folgen, die die Karika- turenausstcllung in Prag mit ihren Verunglimpfungen Deutschlands haben könne, hinzuweisen. Minister Krofta sagte Entgegenkommen bei der sofort anzustellcndcu Prüfung der Ausstellungsobjekte und Abhilfe zu.
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Der Hochverratsprozeß vor bcm Kreisgericht in Mährisch - Ostrau gegen den rcichsdeutschcn Professor Dr. Hellmut Klocke endete mit seinem Frei- s p r u ch. Klocke muß jedoch weiter in Haft bleiben, da der Staatsanwalt Beschwerde gegen die Entscheidung des Gerichtshofes angcmcldet hat und daher das endgültige Urteil erst vom Obersten Gericht der Tschechoslowakei gefällt werden wird. Ein Schadensersatzanspruck wegen schuldlos erlittener Haft wurde Professor Klocke nicht zu- gcstandcn.
Wieder übte Hetzlügen am Pranger.
Keine Mißhandlung Thälmanns.
Gewisse Kreise, im Auslande, die ihre Aufgabe darin sehen, durch systematische Verbreitung von Greuel- lügen die Atmosphäre der Welt gegen Deutschland zu vergiften, scheinen zur Zeit den Kommunistcn- führet Thälmann als Opfer nationalsozialistitcher Willkür und Brutalität präsentieren zu wollen, um eine dcutschscindliche Stimmung zu erzeugen. In den verschiedensten ausländischen Hetzzeitungen tauchen Meldungen aus, „Thälmann werde in Deutschland ,n der furchtbarsten Weise körperlich und seelisch mißhandelt.
Hierzu wird von zuständiger Stelle mitgetcilt, daß derartige Behauptungen völlig a u Ster L ust a e- a r i f f e u sind. Thälmann ist während seiner Polrze,- Haft durchaus einwandfrei behandelt worden. Es bandele sich wieber einmal um eine üble Hctzlugc antideutscher Kreise.