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SV ZMELS Eagebla« für Rhön unö Vogelsberg HLWL«M Zulöa- UN- Haunetal. Zulöaer Kreisbla« ^MMleiters: gr. Ehrcnklau, Lauterbach $. Reâaktion unü Seftbäftsftelle: Königstraße 42 ^ Lernfprech-Anfthluß Nr. 2-S4

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Nr. 91 1934

Fulda, Donnerstag, 19. April

11. Jahrgang

Verschärfte französische Haltung.

Mlvtchsel der französischen Politik.

^ie französische Presse zur Note an England.

Die etwas überraschend schnelle Absendung der fran- «en Note an England erlaubt es der französischen tose noch nicht, in grossen Leitartikeln zu ihr Stellung zu iiehmen Aber die Einzelheiten, die über den Inhalt und das Zustandekommen der vom französischen Ministcr- rat einmütig gebilligten Note durchsickern, sind so inter-

daß sic reichliches Material liefern.

Man geht wohl nicht fehl, wenn man von einem Frontwechsel der französischen Politik spricht. Barthou scheint den deutsch-englischen Notenwechsel über die an­gebliche Ausrüstung Deutschlands dazu benutzen zu wollen, um Vorwände zu einer Richtabrüstung Frankreichs zu jinden. Die französische Note an England hat also nicht mehr den anfänglichen MeinungsstreitErfüllungsbürg- Lasten für ein Rüstungs-Beschränkungsabkommen oder allgemeine Sicherheitsbürgschaften?" zum Gegenstand,

da die Bürgschaften in den Hintergrund treten dürsten, sondern die Hcrvorkchrung der französischen Auffassung, daß Deutschland in Verstoß gegen die Verträge aufrüste und daß diese Aufrüstung nicht zugelassen werden dürfe.

*

In gut unterrichteten französischen Kreisen verlautet, daß die französische Regierung u a. erkläre, daß sie trotz der hohen Bewertung der englischen Garantie und trotz Anerkennung des besseren Verständnisses, das die englische

nationalsozialistische Landwirtschaftspolitik.

Eine Rede des Reichsministers Dr. Darrè.

.. W Reichsbauernführer und Reichsminister Darrs M°us einem Abend des Außenpolitischen Amtes der ßsMP, für das Diplomatische Korps und die auslän- Pressx über die nationalsozialistische Agrarpolitik u. n aus:

Die deutsche Agrargesetzgebung

ist in ihren revolutionären Teilen erst knapp ein halbes die Krise der Gesamtwirtschaft aber ist seit einem weiter zurückliegenden Zeitpunkt bereits offensichtlich lieworden. Dadurch ist schlüssig erwiesen, daß weder die

Schwierigkeiten noch die Krise der zwischcn- I machen Wirtschaftsbeziehungen etwas mit dieser WiMsetzgebung zu tun haben. Die Weltwirtschaftskrise m ^"e unmittelbare Auswirkung des Weltkrieges. ; ârzel reicht vielmehr w e i t i n d i e V o r k r i e g s- Surüct. Die Lösung aller Bindungen des Jndi- .mußte ganz logisch zum Kampf aller gegen alle ^"nt zum Chaos führen, unb zwar sowohl inner« rwn» » staatlichen Grenzen wie insbesondere in den Beziehungen. Wie aus dem auf eigene SiinhK kriegführenden Söldnerführer die preußischen Sinn* i J,m der Ebre willen ihnen und damit dem dem BE dienenden Offizier schufen, so muß aus allo? ' ,^?usten seines privaten Gewinnes rücksichtslos konkurrierenden Unternehmer

und ^ Diener am Gemeinnützen (eines Volkes vernünftigen Wiederaufbau geordneter Wirtschaftsbeziehungen werden.

de> dem Scheitern der vielen Konferenzen, zuletzt Dem ßi,. °?-er Wirtschaftskonferenz, flüchteten sich nach Au ta /-"^dtzRette sich wer kann" die Staaten in die stand,Folge war ein Sinken des Lebens- bilbete europäischen Völker im ganzen. Diese Lage sazialiüitm ' "^Mugspunki, von dem aus die national« Da M-Gierung die Arbeit auszunehmen hatte, liatten ^ '" ihr eigenes Haus zurückgezogen

' die Neuordnung mit der

Ordnung in diesem eigenen Hause

läge all"?"^ <?^" wiederum aus der natürlichen Grund- dem N^, ^'kstnms und aller Volkswirtschaft, nämlich Griin^ d r n i u in und der Landwirtschaft! Dunn hcS tsdfctz dieser Neuordnung mußten sein: Bin» Eiidctz in (-? ^e? iw Gefamtintereffe und dalttit letzten Dn§ Reichs,,^"^ Aus dieser Erkenntnis entstand siebener0wilder, durch Spekulation noch über- Mraüier^blsschwankungen, tritt für die wichtigsten feste P,.»!^ cr von der staatlichen "Autorität überwachte ^icheruna'V, "ilein ermöglicht gleichzeitig eine ung auf ht.fr ^^wugung selbst und eine planvolle Len schast ^vipen Erzeugnisse, an denen die Volkswirt 9lu§n bat.

sich nunmeh^ ^rbnung der Erzeugnisse heraus ergibt Witt übCr v- , Vie Wirtschaftsführung ein klarer über« S?n, bis . landwirtschaftlichen Erzeugnisse und Men ^detimai-fni^ow uns zur Verfügung stehenden Boden ben mir bic n 1 * 1 erzeugt werden können. Dadurch

M autic61"^ ^'r ö'c ^Regelung unserer Einfuhr ^iunabmo sondern gesunden Da ihre planvolle

1 mehr ,,-4- inneren Markt und damit den Preis ^tbunq ,.nr ,?ii vermag, können wir ohne jede Ge- £n Völkern Landwirtschaft in einen Austausch mit ^len. die bereit sind, in gleichem Ausmaß

Regierung dcni französischen Standpunkt entgegenbringe, kein Abkommen annehmen könnte, das diein Verletzung der Verträge" vorgenommene Aufrüstung Deutsch­lands legalisiere. Wenn Frankreich vielleicht zu einem solchen Abkommen bereit gewesen wäre, dann wäre es infolge der Erhöhung der deutschen Rüstungsausgaben und der deutschen Antwort auf die englische Ansrage in der Rüstungsangelegenheit davon abgekommen. Es sei jetzt Sache der Abrüstungskonferenz, in der Hoffnung auf einen besseren Ausgang die Beratungen wieder aufzunehmen.

*

Eine lächerliche Begründung.

Gefährdung Londons durch die deutschen Flugzeuge."

Einer Reuter-Meldung aus Paris zufolge verlautet, daß Außenminister Barthou dem britischen Geschäfts­träger gegenüber sein Bedauern ausgedrückt habe, daß Frankreich außerstande gewesen sei, in einer weniger kate­gorischen Art auf die britischen Versöhnungsbemühungen zu antworten, deren Bedeutung und freundschaftlichen Charakter er zu würdigen wisse. Barthou habe hinzu­gefügt, er hoffe indessen, daß die Beweggründe der franzö­sischen Entscheidung in Großbritannien Verständnis finden werden und

daß Großbritannien dieGefahren" der deutschen Aufrüstung und besonders dieGefährdung Londons durch die deutschen Flugzeuge" (!) richtig einschätzen werde.

deutsche Fndustrieerzeugnisse abzunehmen. Damit entstell: ein neuer Güterkreislanr auf der Grundlage eines, beider­seitigen Nutzens. Jeder Tauschpartner hat nunmehr da? Interesse, die Kaufkraft und damit den Lebensstandard des anderen zu steigern.

Damit wird der von uns vertretene Grundsatz reali­siert:Durch innere Marktordnuna zur Außenhandels Treibeis und damit zur friedlichen Zusammenarbeit und neffeigerten Wohlfahrt aller Völker, die guten Willens sind."

Kurze psliiische Nachrichten.

Die Reichssendeleitung teilt mit: über die Gestaltung des Staatsaktes auf dem Tempelhofer Feld am 1. Mai sprechen am Deutschlandsender am Sonnabend, dem 28. April 1934, von 22,20 bis 22,35 Uhr Regierungsrat Gutterer, Architekt Speer und Polizci- hauptmann Titel. Die Veranstaltung geht über alle deutschen Sender.

Die s ch webende Schuld des Deut f ch e u Reiches hat sich am 31. März 1934 auf 2 188,0 gegen­über 2 243,4 Millionen Mark am 28. Februar 1934 ver­ringert. Der Betrag der in Umlauf befindlichen Steuer- gutscheine beläuft sich am 31. März auf 1 368,8 gegen 1 326,3 Millionen Mark am Ende des Vormonats.

Das Reichsgericht verurteilte den 32jährigen Metall­drücker Johann â e m a n n aus Belgard (Pommern) we­genVorbereitung zum Hochverrat unter Einbeziehung einer anderweitig gegen ihn verhängten Strafe zu ins­gesamt vier Jahren Gefängnis, Der kommu­nistische Angeklagte hatte im August 1932 einen früheren Reichswehrangehörigen über Die örtlichen Verhältnisse in her Belgarder Kaserne auszuforschen versucht.

Seilsativnelle Erklärung in Tokio.

Japan fordert Vormacht in China.

In einer vom japanischen A u tz e it m i n i st e - rium ansgegebcuen Erklärung wird zu Berichten über einen Plan internationaler Beibilse für China Stellung genommen. Die Erklärung besagt:

Japan glaubt, daß cs die natürliche Berantivortung für die Aufrechterhaltung des Friedens t m Ferner« O st e it hat Angesichts der Tatsache, daß die Wieder­herstellung der Ordnung in China von China selbst ab- hângt, wirb Japan sich jeder Handlung der chinesischen Regierung widersetzen, die den« Frieden im Fernen Osten zuwider ist.

Auch wirb Japan sich genötigt sehen, gegen alle Maß- nnhtncn anderer Rkächtc Einsprruh zu erheben, die geeignet ivärcn, den Frieden im Fernen Osten zu stören, ivic z. B. die Versorgung Chinas mit Militärflugzeugen, militärischen Justruktcurcu und die Geivâhrung von Dar- leben für nichtwirtschaftliche Zwecke.

Der Wortführer des japanischen Außenulinisteriums hat betont, diese Erklärung mache deutlich, was unter der Politik des Friedens und der Harmonie" zu verstehen sei, die der Außenminister Hirota verkündet habe. Japan werde seine Vertragsverpflichtungen in diesem Zu­sammenhanae nicht verletzen, denn der tn der Erklärung verkündete Grundsatz werde in einer solchen Weise zur Anwendung gebracht werden^ daß er ben bestehenden Ver­trägen nicht widerspreche,

Politik gegen Wirtschaft.

Vor einigen Tagen hatte der Reichsautzenminister von Neurath auf einer Außenbandelsveranstaltung in Harn­burg die Selbstverständlichkeit ausgesprochen, daß der Er­folg jeder Handelspolitik stets von einer elementaren all­gemeinen Voraussetzung abhängig sei, und zwar von der Beruhigung und Konsolidierung der internationalen Lage in politischer Beziehung. So srlbstverständlich diese Abhängigkeit der zwischenstaatlichen Wirtschaftsbezie­hungen von der internationalen Politik ist, so wurde hiergegen doch, man kann wohl sagen feit dem Versailler Frieden, besonders in Europa unaufhörlich gesündigt: immer stand die Wirtschaft unter dem Druck einer Politik, die es zu einem wirklich friedlichen Zusammen­arbeiten der Völker nicht kommen ließ. Jmrner wieder ist dies nicht bloß von deutscher Seite wie dies geraoe im letzten Jahr besonders durck Adols Hitler so oft geschehen ist in den Vordergrund gerückt, sondern auch die Staatsmänner anderer Länder pflegten oft darauf zu ver­weisen, daß eine tatsächliche Befriedung Europas nur durch eine politische Lösung der zwischen Deutschland und Frankreich bestehenden Spannung geschaffen werden könne.

Die Aussichten, daß es bald zu einer Lösung dieser Spannung koinmt, haben sich durch die "Antwort, die Frankreich jetzt an England abgegeben bat, in keiner Weise vermehrt, sondern stark vermindert Die beiden Staats- minister Herriot und Tardieu in ihrer politischen Haltung uns Deutschen feit langen Jahren wohl besannt, haben in dem sogenannten kleinen Abrüstungsausschuß des fran­zösischen Kabinetts den Standpunkt Frankreichs mit einem dreifachen Nein festgelegt: der Abschluß JebeS Ab­kommens bringe jetzt Unerträglichkeiten mit sich, ferner müsse Frankreich gegen jede Aufrüstung Deutschlands Stellung nehmen und die ganze Rüstungssrage gehöre im übrigen nicht in den Raum diplomatischer Verhandlungen, sondern in den Beralüngssaal der "Abrüstungskonferenz in Genf! Und in der Note an England lehnt die französische Regierung demgemäß auch alle Vermittlungsvorschläge ab, die aus London uizd Rom gekommen sind.

Andere Einzelheiten dieser srguzysischen Antwort sind gegenüber dem schroffen Nein! kaum noch von Wich­tigkeit, und was bleibt, ist eben die ungelöste, sich wegen des Verhaltens der Pariser Regierung eher noch ver­schärfende Spannung zwischen Deutschland und Frank­reich. So unerträglich sie ist, so friedenshindernd sie bleibt, sie wird im Augenblick vielleicht noch über- schattet durch eine Erklärung der japanische n Regie­rung, die nichts anderes bedeutet, als die tatsächliche Jn- anspruchnabme eines politischen Protektorats über Cbina. Dabei stehen ganz offene Gewaltdrobnngen im Hintergrund. Bezeichnend ist auch die Schärfe, mit der wiederum Japan jede Einflußnahme etwa des Völker­bundes auf die Verhältnisse im Fernen Osten ablcbnt. Das Mikado-Reich betrachtet eben und fühlt sich stark genug dazu, diesen Anspruch gegebenenfalls auch mit Ge­walt durchzusetzen die Rolle, vor allem der europäi­schen Mächte und Amerikas, im Fernen Osten, besonders in China, als ausgespielt: hier soll nur der gelbe Mann noch etwas zu sagen haben! Japan erklärt ausdrücklich eine Spezialmission im Fernen Osten zu haben, die es durchführen werde, auch wenn dadurch Differenzen mit fremden Alächtcn nicht vernneden werden können, unb dieser Erklärung gegenüber bedeutet es naturgemäß nur eine ganz unverbindliche Redensart, wenn der Sprecher des japanischen Llußenanits mitteilte, sein Land wolle natürlich nicht etwa die Übernahme eines Protekto­rats über China!

Diese neueste Eiitivicklung in« Fernen Osten ist zwar jetzt etwas überraschend gekommen, ist aber doch nur eine natürliche Folge der japanischen Politik China gegen­über, die mit dein Eingriff auf Schanghai im Beisein einer großen Flotte anderer Länder! und durch das Vordringen in der ÖZanbfchurci vor erst rund anderthalb Jahren eingeleitet wurde unb zu fast unglaublichen Er­folgen geführt hat. An diese militärische Überwälti­gung Chinas hat sich dann unmittelbar ein w irtschaf t- l ich er "Angriff, inan niöchte sagen: auf die ganze Welt angeschlossen, und diese Welt weiß heute allzu genau, welch große Erfolge Japans 9lu6cnhanbcl auch bei diesem Angriff erreicht hat.

' Welthistorisches Geschehen geht im Fernen Osten vor sich, und vorläufig ist dabei die früher weltbeherrschende weiße Rasse stark ins Hintertreffen geraten, das Land der aufgehenden Sonne hat sich bisher als die stärkere Macht erwiesen.

Oie Miiarbeii des Journalisten.

Kruppenführcr Weiß vor ver Berliner ausländischen Presse.

Im Haus der Deutschen Presse in Berlin sand ein Kameradschaftsabend statt an dem diesmal auch eine trotze Llnzahl ausländischer Journalisten als Gasse des »eichsvcrbandes der Deutschen Presse teilnahmen. Auch »er Stellvertreter des Führers, Reichsminister 3! u d o i s

hetz war erschienen. , . .

Gruppenführer Hauptschriftlelter Wilhelm c t p führte ii. a. ans, man könne in der Auslandspreffc zelegentlich davon lesen, bah der Grundzug tn ber beut idicu Presse durch ein gewisser A n g st m o m c n t «stimmt würde. Derjenige, der so "was schreibe ver- Mc, daß im deutschen Schrrftlkiterberus im Laufe des Jahres einige Veränderungen vor lick gegangen seren, was man im Auslande Angst nenne, das sei heute in Wahrheit der freiwillige Entichlutz der deutschen Journalisten, durch -r.rizrp!rn und VeraMwortungsdLwußtssin mitzuhelfsn am Aufbau unseres Staates.