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Moaer Anzeiger

, ioben Werktag. Bezugspreis: monatlich ßW, Lj Lieferungsbehinderung durchHöhere 1,70 Mk. B .^^ine Ansprüche. Verlag Friedr. Fulda Königstr. 42. Druck: Friedr. Ehren au« ^uterbach/H. Hauptschriftleiter: Dr. jur. ^Ärnnaemack Fulda. Königstr. 42. Vertreter des AupMrèleiie^ Fr. Ehrenklau, Lauterbach H.

Nr. 96 1934

T°g°bl<>« für «» unS v«s-l-b- r^ SEisw=iS: Zulöa- und Haunetal »Sulöarr Kreisblatt

auf Nachsatz.DA." 1000. Verantwort!, für den

Redaktion und HekknNssteUe: Koniaftraße 42 Lernsprsch-Hnftbtuß Rt. 2484 Anzeigenteil Ferdinand Ehren klau, Lauterbach-H.

Fulda, Mittwoch, 25. April

11. Jahrgang

Noch größerer Arbeitssieg.

SM 700000 Arbeitslose weniger im März.

-die ursprüngliche Zählung noch um fast

1 50 000 überboten.

Während nach den Berichten der Arbeitsämter die eghi der Erwerbslosen in Deutschland im März 1934 um rund 574 000 geringer war als im Vormonat, ergibt Mi nunmehr aus dem vorläufigen Ergebnis der Kran- lmlasscn-Mitgliedcrstatistik, daß tatsächlich die Er­werbslosigkeit im März um 719 588 Personen zurück- acgangcn ist.

Die Zunahme der Beschäftigten ergibt sich in dieser Höhe aus den Neuamneldungcn zu den Krankcu-Pflicht- licrsicherungc» bei den Krankenkassen. Die Krankcukasicn- ßatistik verrät also, daß rund 1 50 000 bisher Er­werbslose noch über die von den Arbeitsämtern gemeldete Zahl des Rückganges der Erwerbslosen hin­aus wieder in den Arbeitsprozeß cingesügt werden konnten.

In informierten Kreisen wird hierzu hervorgehoben, daß diese Differenz, die einen so erfreulichen Fortschritt der Arbeitsschlacht noch über die ersten amtlichen Mel­dungen hinaus verrät, sich daraus erkläre, daß bei den Zahlen der Krankenkassen auch die sogenannte unsicht­bare Erwerbslosigkeit in die Erscheinung tritt. Es sind also auch aus den Reihen der aus irgendwelchen Grün­den nicht von der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung betreuten Erwerbslosen rund 150 000 wieder in Lohn und Brot gekommen.

*

MWmn Menschen in der BrSeiWont

Neuordnung geplant.

Der Organisationsleiter der NSDAP., S e l z n c r, dm zugleich Organisationsleiter der Deutschen ArbeitS- sism und der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" ist, machte in Berlin interessante Mitteilungen über den Ausbau und die Neuorganisation der Deutschen Arbeits­front Danach seien heute in der Arbeitsfront über 22 Millionen schaffender deutscher Menschen zusammmgefaßt. Wenn hierzu die in der Partei Organi- sierienohne die SA. gerechnet würden und noch

Der letzte Akt im Mordprozeh.

Girasanirag gegen Liebig: 15 Jahre Zuchthaus.

~ r Mordproze ß Waltersh ausen. Vicr-

nd i g e Rede d e s S t a a t s a n w a l ts.

der ?^"$ seines vierstündigen Plädoyers beantragte »tim/o* c5 ^ Anklage im Waltershausener Mord- niNnni,.^ Schu epp er t, gegen den An- fitiinn^» r $'^'9 wegen eines Verbrechens des T o t - sÄa^L ^ un^ ^ines Verbrechens des versuchten Tot- i(jnL/IIIE Gcsaintzuchthausstrafe von fünf- Daukr ^ct!uft der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Äle s°,U V ^".s>^n, Einzug der Liebig scheu Walter- der Ontt»6» ®rJn^ e'"es Haftbefehls und die nücrbürdung will hrr ar ^ öcn Angeklagten. Die Untersuchungshaft Anklagevertreter nicht a n g e r c ch n c t haben.

Der StaatSanwatt spricht.

des Priva^Ä^-^ Verhandlungstages wird ein Brief lesen. "ctektws der Frau Werther, Lehnert- Berlin, per-

daß biMhV^ ^ Detektiv der Frau Werther ausdrücklich, ^htttviü'""" Werther gemachten Angaben über seine Ent- "r 1) 11 g seien.

St. 's A^11] «hätt her Vertreter, der Anklage, Landgerichtsrat 61,8 W»".

^ngehpnh 2,^" eil seiner Rede behandelt der StaatSauwali Dann [Dnn, Breits bekannte Vorgeschichte des Prozesses. ^ der Avmx« "ns die Schwierigkeiten zu sprechen, die gestellt iiaben"8 6cS fürchterlichen Verbrechens entgegen, daß würde die Urteilsfindung durch den Umstand, ^Oqet hin s» hICls Zeugin der Tat in dem Prozeß auftrat, Weiten A , enier Zeugin spielte, als in die Rolle einer Dnz ^-,9e k1 n 0 1 c n hincingcdrüngt wurde.

Kataster hailP' die wirtschaftlichen Verhältnisse und den Meint. Wh». Mepaares Werther habe man genau kcnnen- nlic[)teif hn^ m er den wahren Charakter und die wahre Per- ^"°n man keine Aufklärung ^entheb» w,.;, crl f^l ferner die Urteilssinditng durch die tikntUrf^ Dieser Prozeß habe das größte Jntercsse ?c«tin ncn erregt. Zahlreiche Briesschreiber hätten ein- lc*Cn ichn Mi Werther Stellung genommen. Diese Leute aekübkLmtidi»

I vor her Würdigung der Beweisaufnahme

^»halten 'wi! ®critf)t richten, sich von äußeren Einflüssen ^e vchtine,^n^ ch^iühlsmäsnger Einstellung könne man nicht ^ünviiF.,-.!N">k<dung finden. Gefühl und Verstand müßten Incn wenn das richtige Urteil gefüllt werden solle.

$ ^^ geheimnisvollen Einbrüche.

^k^nwalt geht dann über aus die Würdigung der vollenKund befaßt sich zuerst mit den geheim- "Einbrüchen in das Schloß.

diejenigen, die nach Erledigung ihrer Anmeldung bzw. nach Durchführung ihrer gegenwärtigen Werbeaktion Mitglieder seien, dann gehören der Deutschen Arbeits­front wohl wenigstens 30 Millionen Mit­glieder an, die korporativ Angeschlossenen und die in der Landwirtschaft Tätigen eingerechnet.

Mit Recht wies der Redner darauf bin, daß es eine Organisation in ähnlichem Ausmaß in der ganzen Welt nicht gibt. Um zu verhüten, daß diese Riesenorganisation auseinanderfalle, sei eine

Umorganisation

der Deutschen Arbeitsfront in Aussicht genommen. Zur sicheren Garantie der Arbeit der Partei ebenso wie der Ar­beitsfront werde die mustergültige Gliederung der P a r - t e i auf die Arbeitsfront übertragen, so daß man auch hier künftig den Block, bestehend aus 25 Mitgliedern, die Zelle, die Betriebsgemeinschaft, die Ortsgruppe, den Kreis, den Gau und als Neues den Bezirk kennen werde. Der Bereich einer Ortsgruppe der NSDAP, entspreche dem Bereich einer Ortsgruppe der Arbeitsfront usw.

Zu dieser regionalen Gliederung trete die vertikale Gliederung der

18 Reichsbctriebsgcmciuschaften,

die eine Gliederung nach den Berufsständen darstellt, auf­gebaut aus den einzelnen Betrieben über die Ortsgruppen bis zu ihrer obersten Spitze, der Reichsbetriebsgemcin- schaft.

*

Vorkehrungen für den 1. Mm.

Der preußische Minister des Innern hat die Nach­geordneten Dienststellen ersucht, der Anordnung des Reichsministers des Innern entsprechend, alle Veran­staltungen zur Feier des 1. Mai ausreichend polizeilich schützen zu lassen.

Weiter empfiehlt der Minister, je nach den örtlichen Verhältnissen, für die Nacht zum 2. Mai Die P o l i z e r - st u n d e für alle Schank- und Gaststätten (auch Trinkhallen und Getränkewagen) sowie Eisdielen, mit Ausnahme der Betriebe, denen zur Zeit durch besondere Verfügung die Polizeistunde herabgesetzt ist, oder die nach der Kon­zessionsurkunde nur für eine bestimmte Zeit zum Aus­schank zugelassen sind, angemessen zu verlängern ober ganz auf zuheben.

Er loinmt zu dem Ergebnis, daß diese Einbrüche konstruiert waren.

Er könne die Täterschaft des Liebig iveber bejahen noch ver­neinen. Aber ein gctvisscr Verdacht bestehe. Es sei auch mög­lich, daß vielleicht V e r wandle der Frau Werther ohne deren Wissen diesen Einbruch zu ihrer Entlastung gemacht hätten. Bei Wertung des Mordfalles schildert der Staatsanwalt die Ver­hältnisse zwischen »n Eheleuten Werther.

Es sei fcftgcstellt, daß die ehelichen Verhältnisse in der letzten Zeit teilte Trübung erfahren hätten.

Wenn auch früher Hauptmann Werther es mit der Ehelichen Treue nicht genau genommen habe, so habe sich seine Frau da­mals eben daniit abgcsnnden. Der Hauplmann sei als ein energischer und hochi n t elligentrr Charakter ge­schildert ivorden, während Fran Werther als leidende und iv ante! m ütige N a I u r dargestellt tviirde.

Staatsanwalt glaubt Frau Werther.

Die Aussagen her Frau Werther stimmten in den wesent­lichen Punkten mit dem Befund am Tatort überein. Man müsse diese Slussagen deshalb anerkennen.

Soweit Widersprüche ausgelancht seien, müsse man OcrucU sichtigen, daß Frau Werther sich nach der Tat begreisllcherweis- in einer ungeheuren Erregung besunden habe. Be- dentsam sei, und das sei ausschlaggebend, daß Frau Werther immer wieder ihre erste Behauptung iviederholte:

Karl Liebig ist her Täler."

Aus dem Gutachten des Würzburger Professors Fischer sei ebenfalls kein belastendes Mom en t gegen Frau Werther herauszulesen. Gegen die Möglichkeit, Frau Werther könnte sich die Schüsse selbst bcigebrachl haben, muhe man starke Bedenken hegen, weil es unnaiürlich sei, daß «rau Werther so oft ans sich selbst geschossen habe.

Ein Beweis für die Selbstverletzung der Frau Werther sei nicht erbracht.

Nach allen biefen Gedankengüngen müsse man die Frage aus- merfen, ob die Ebelente Werther die Tat nicht in gemeinsamem Einverstäiidnis verübt haben können, oder ob der Haupt­mann nicht ohne Wissen seiner Frau oder Frau Werther ohne Wissen ihres Gatten, als letzte Möglichkeit schließlich, ob nicht Fran Werthxr im Einverständnis mit dritten Personen die Tat begangen haben könne. Der Staatsanwalt bezeichnet alle diese Möglichkeiten als u n lv ah rsche tn lich.

Liebig stark belastet.

Der Staatsanwalt kommt z» her Schlußfolgerung, daß allein gegen Liebig dringender Tatverdacht bestehe.

Der Staatsanwalt weist auf die sonderbare Tatsache hin, daß im Schlafzimmer der Fran Werther

zwei Schüsse aus Liebigs Pistole abgefeuert

wurden, daß sich dann noch eine dritte Kugel sand und daß vor der Tat in der Pistole des Liebig genau drei Patronen steckten. Hieraus geht der Staatsanwalt auf das Gutachten des Sachverständigen Dr. Heß ein, der zu der festen Überzeugung gekommen ist, saß die abgefeuerten Schüsse nur aus der Waffe des Liebig stammen

Auf Grund dessen gibt der Staatsanwalt seiner über» Beugung Ausdruck, daß nur Liebig als Täter für den Mord des Hauptmanns in Frage kommen könne; ebenso habe er die Schüsse auf die Frau Werther abgegeben.

Die Frage nach den Motiven müsse vorläufig unbeant­wortet bleiben Bis jetzt habe sich kein Grund finden lassen.

Der Staatsanwalt kommt am Ende seines Plädoyers zu dem Schluß, daß es sich nicht um ein Verbrechen des Mordes, sondern um einen erschwerten Fall des Totschlags und um ein versuchtes Verbrechen des Totschlags handle.

Sie persSnIlchkeit des Wirsschaffssührers.

Bedeutsame Arbeitstagung des Reichsstandes der Teutschen

Industrie.

Unter Vorsitz des Präsidenten des Reichsstandes der Deutschen Industrie, Dr. Krupp von Bohlen und Halbach, trat in Berlin der Ausschuß für allgemeine Wirtschafts- und Sozialpolitik zu einer Arbeitstagung zu- fammen, an der u. a. auch Reichsarbeitsminister S e l d t e, der preußische Finanzminister P o p i tz und der Führer der Wirtschaft, Direktor Keßler, teilnahmen.

Der Führer der Wirtschaft, Keßler, sprach auf der Tagung über die organisatorischen Maß­nahmen in der Industrie, die in Verfolg des Gesetzes zur Vorbereitung des organischen Aufbaues der deutschen Wirtschaft notwendig geworden sind.

Besonders hob Ketzler dabei die überragende Be­deutung hervor, die der Pe r s ö n l i ch k e i t des W i r t- schaftssührcrs künftig beizumeffcn sei. Es müsse von ihm neben festem Charakter unbedingt Zuverlässigkeit im Sinne des Nationalsozialismus gefordert werden.

Außerdem aber müsse er über eigene weite Erfahrung und eine erfolgreiche Tätigkeit verfügen. Mehr als von den Formen hänge der Erfolg organisatorischen Wirt­schaftsaufbaus von dem lebendigen Geist ab, der ihn erfülle, und von dem Wert der Persönlichkeiten, die in der Wirtschaft führen sollen.

Nach grundsätzlich einleitenden Darlegungen des Präsidenten Pietzsch- München zu dem ThemaW i r t- schaftslcnküng", übertrug dann Dr. F. Grüning diese allgemeinen Betrachtungen auf die heutigen Ver­hältnisse der deutschen Volkswirtschaft. Der Vortragende betonte, daß sich die wirtschaftliche Gesamtlage nur mit einer zielbewußten Wirtschaftslenkung meistern lasse,

da der Erfolg einer Wirtfchaftsbclebung im gleich­zeitigen Einsatz aller erforderlichen Hilfen liege. Jnvcstitionswirtschaft, sowohl öffentliche wie private, Verbrauchsgüterwirtschaft, Außenhandel müßten jeweils neben- nicht hintereinander einen entsprechend abge­stimmten Anstoß erhalten. Ein unerläßliches Werkzeug einer derartigen Wirtschaftslenkung sei

die stete zentrale Wirtschaftsbeobachtung, mit der Aufgabe, volkswirtschaftliche Bilanzen aufzu- stellen und zu verfolgen, aus Gcsahrmomenic recht­zeitig hinzuweisen und das zahlenmäßige Mate- r i a l für die Entschlüsse der Wirtschaftsführung bereit» zustellen.

Abschließend zeigte Dr. Grüning an Hand reichen Zahlenmaterials das anzustrebende Z i e I für die deutsche Wirtschaft: annähernde Verdoppelung von Erzeu­gung und Volkseinkommen gegenüber dem Tiefstand von 1932 bei Vollbeschäftigung der Arbeitskräfte und Erzeugungsstätten.

Letz bei den Kumpeln Mederfchlesirns.

Im Waldenbitrger Jndustrierevier.

Der Führer der Deutschen Arbeitsfront, Staatsrat Dr. Ley, besuchte das Waldenburger Industriegebiet.

Vor Niedersalzbrunn wurde er zunächst von den Waldenburger Organisationen begrüßt. Auf der Straße nach Gottesbcrg waren die Belegschaften bet Wilhelmshüttc, der Spiegelhütte, der Wolfganggrube und der Karlshütte angetreten, vor der Porzellanfabrik Thielsch hatten 229 Politische Leiter mit zwanzig Fahnen und einem E h r e n st u r m der S2L Aufstellung genommen, ferner ein großer Teil der über 700 Köpfe starken Belegschaft. Nach herzlicher Begrüßungsansprache besichtigte Dr. Ley die Porzellanfabrik. Durch Waldenburg ging dann die Fahrt zur Glückhilf-Fricdcnshoffnungs- Grübc weiter.

Aus dem Grubcilhof, wo die Belegschaft Aufstellung genommen hatte, hielt dann Dr. Ley an die vicltausenb- köpfige Arbcitcrmcnge eine Ansprache, in der er u. a. ausführte:

Er wisse, daß gerade hier in diesem Gebiete die Arbeiterschaft ein ungeheuer schweres Los habe und daß gerade dieses Revier gegenüber dem Ruhrgebiet und dem obcrschlcsischcn Industriegebiet von Natur aus sehr viel schlechter gestellt sei. Das ganze Lohnpro- b l c m für den Bergbau werde man auf neuer Grundlage behandeln müssen.

Die Kumpel seien die Soldair» in der vordersten «appc und das g a n 3 c Volk als Front habe die Aufgabe, ge­rade die Menschen zu schützen, die an vorderster Stelle stünden Der Redner richtete an bic Wirtschafts- f ü b r c r bic Mahnung, zu begreifen, daß nicht das Kapital und bte Maschinen, sondern bic Menschen das qg c r t v 0 l l st c feiert. Daß bic»c Volksverbundenheit auch in Zukunft bestehen bleibe, darüber werde unter allen Um­ständen gewacht werden.