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M-aer /lnzeiger

jeden Werktag. Bezugspreis: monatlich «ei Lieferungsbehinderung durchHöhere

-t » bestehen keine An prüche. Verlag Friedr. Lklau Fulda, Königstr. 42. Druck: Friedr. Knau'Hauptschriftleiter: Dr. jur. K anaemacf, Fulda, König tr. 42. Vertreter des LMlârs' Fr. Ehrenklau, Lauterbach H.

Tageblatt für Rhön und Vogelsberg

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5;t> 104 1934

Fulda, Samstag, 5. Mai

11. Jahrgang

Dank der Mutter!

»ie Liebe einer Mutter teilt sich nicht zwischen ihren Kindern, sie vervielfältigt sich. Denkt den Muttertag!

MMüeriag vom 7. bis 13. Mai.

Dank an die Mütter.

Ein verlassener Puppenwagen steht int Garten, nahe dabei eine Kinderschaufel, wie die kleine Hand sie eben Mnließ. Die Kinder sind fortgegangen. Nur fortge- qangen. Die weißhaarige Frau, die ein kleines Buch des im Kriege gebliebenen Sohnes in der Hand hält, sagt es mich. Sie hat in das fast leere Büchlein die photographi­schen Aufnahmen des Studenten geklebt. Diese Photos hat er selbst hergestellt. Ein Hauch seines Wesens blieb an diesen Dingen. Die Mutter empfand seine lebendige Gegenwart.

Nun halte ich selbst ein kleines Ding in der Hand, in das die Mutter ihr Lieben und Sorgen hineingewoben hat: eine warme Strickarbeit, die noch ihre lieben alten Hände gefertigt haben. Es ist noch etwas von ihrem Sinnen daran. Nur sie ist eben fortgegangen. Aber wie frönte die Mutter nicht mehr sein? Sie ist da. Spürt ihr es nicht? Und nun, da ich den Muttertag feiern will, sehe ich die Gestalt der fortgegangenen Mutter mitten im Kreise aller Mütter m e i n e s B o l k e s. Sie sind uns nahe auch wenn sie eben nicht da sind, sie gießen Schim­mer ihrer Liebe und Sorge, ihrer Stürme und Freude über aSe Dinge, über unser ganzes Volk. Es wäre kalt ohne diesen Schein.

Daß es uns doch oft so schwer wird, der Mutter Mieten Dank und unsere Liebe zu zeigen, solange sie uns noch nahe ist! Daß so viel törichter Kindcrtrotz so oft die Hand hemmt, die die ihre streicheln möchte, das Bert zuriickbält, das eine kleine Zärtlichkeit Wn wollte! Aber Gottlob das Herz der Mutter Mauch die ungesprochenen Worte und spürt die scheue Siebe.

Unser Dank! Die richtigen Mütter hören ja das Wort nicht gern. Aber wir sehen sie heute hincin- gestellt in den Kreis der Mütter des ganzen Volkes. Die alte Frau im weißen Haar hat das nie gesagt aber äe zeigt den Weg, wie wir danken können: Ich sehe sie, tote sie voller Eifer tage-, wochenlang über allerlei Stoffen und Resten saß und Kinderkleider und Jäckchen nahte. Der Gedanke, daß es frierende und hungernde Kinder in Deutschland gab, war ihr unerträglich. Sie wMte gar nicht anders, als helfen und bitten für sie, Wien, um anderen Müttern Helferin zu werden. Sie nahm die Last und Liebe jener Mütter mit auf ihr Herz, und mit den kleinen Dingen, die ihre Hand schuf, ging

Wieder eine Auslandslüge entlarvt.

Das Märchen übergeheime Devisenvorräte".

Gewisse ausländische Kreise glauben immer wieder ^Zusammenhang mit den Transserschwicrigkeiten ^uischlands auf das Vorhandensein verheimlichter ^oiscnbcstmide der Neich-bank und der Golddiskontbank

zu müssen. 7 Haltlosigkeit dieser Gerüchte Mangen sowohl die R ?vank als auch die Gold- d'slontbank.

Auf eine Anfrage über die Entwicklung der nicht- di-R " l! s f ä h i g e N Devisen seit Jahresschluß teilt tim c ^ s b ci n k mit, daß ihr Bestand an nichtdeckungs- lim,?1"^!"^^"^^^kchseln sich am 30. April aus 149 Mil- Mark stellte gegenüber 189 Millionen Mark am Fremder 1933. Dieser Betrag setzt sich ans imhs; " zusammen, die auf fremde Währung lauten tofrs»« Eschen vierzehn Tagen und drei Monaten fällig 9 i. ?' Diese Wechsel stellen nichts anderes dar als uUf Grund ausgesührter und m ' .n Bezahlung im Laufe der nächsten Wochen Mit tc i" ausländischer Währung erhofft wird, bare Worten handelt es sich nicht um bare greif- »enn^^u, sondern um die buchmäßige Vor- iu e zukünftiger Deviseneingänge. manneWechsel sind, da sie zur Notendeckung nicht werden können, in dem gewöhnlichen bblicke» !K der Neichsbank enthalten und werden Wesen C mtr in dem jeweiligen Jahresbericht aus- .^ ^ u t s ch e Golddiskontbank teilt mit, li* s... gegenwärtiger Devisenbestand cinschließ- ^ark fierten Devisen sich auf 60 Millionen Kn diesem Betrag entfallen auf Aus- lute« e l mit einer Laufzeit bis zu sechs Mo- Htit M^r Ewnen Mark, mit längerer Laufzeit 7 Millio- w'd auf lombardierte Ausland s- Hichtc Millionen Mark: der Rest sind Valu ta­ufen mJJ o an deutsche Exporteure. Soweit es sich bei binnen um Wechsel handelt, stellen sie Kredit- Ä m uns der Grundlage getätigter Ausfuhrware Nauf ei,?!!, erwartet wird, daß der Erlös erst nach " Reihe von Monaten in Devisen eingeht.

auch ein Hauch ihres Wesens, ihrer Liebe zu jenen not­leidenden Müttern.

Da zeigt sich der Weg, wie wir danken können: Jede Kinderträne, die wir trocknen, jede Mutternot, die wir lindern, ist Dank an die Fortge­gangene; sicherlich, dies sind die Freuden, die wir ihr bereiten. Denn die Mütter sind gegenwärtig! Ihre Seelen wurzeln im Ewigen. Daß es ein Dauern gibt, ein Nahe-

Zum Muttertag.

sein über die sichtbare Nähe hinaus: irgendwo in einem Herzenswinkel wissen mrd glauben wir es alle, weil wir Mütter haben; spüren, daß ein Hauch ihrer Liebe bei uns bleibt. Das ist das Geheimnis ihres Mutterdaseins. Millionen, die an allem irre wurden, behielten doch den Glauben an eine Liebe, denn sie glaubten an ihre Mutter.

Dank ist nicht Wort, sondern Tat! Nun danken wir, indem wir helfen, denn die Mütter sind gegen­wärtig, und in ihrer Liebe wirkt Gott selbst.

Die Leichsbank feiert Grundsteinlegung.

In Anwesenheit Adolf Hitlers.

Mit der feierlichen Grundsteinlegung zu dem Er­weiterungsbau der Reichshauptbank in Anwesenheit des Führers, beginnt für die deutsche Zentralnotenbank eine neue baugeschichtliche Epoche. Um eine bestmögliche- fimg auch in städtebaulicher und verkehrstechnischer Hin­sicht zu gewährleisten, wurde im Frühjahr 1933 unter 30 der bekanntesten deutschen Architekten ein Wettbewerb ausgeschrieben. Unter Billigung des Führers wurde dann im Sommer 1933 ein Entwurf des Reichsbankbau­direktors Wolff als Grundlage für den Erweiterungs­bau bestimmt und ihm die Durchführung übertragen.

Der rund 40 Millionen Mark Kosten erfordernde Neubau stellt mit seinen rund 550 000 Kubikmeter um­bauten Raumes und der beanspruchten Grundfläche von 32 000 Quadratmeter gleich rund 13% Morgen, eines der grössten in den letzten Jahrzehnten in Deutschland durch- geführten Bauprojekte dar.

Der Reichstag umfaßt mit 380 000 Kubikmeter nur runb zwei Drittel des umbauten Raumes, das Deutsche Museum in München mit allen seinen Nebengebäuden nur die Hälfte. Bei einer reinen Nutzfläche von 60 000 Quadratmeter werden

später rund 5000 Arbeitsplätze verfügbar sein. Die Bedeutung der Grundsteinlegung findet ihren Ausdruck in der Beachtung, die ihr von allen politischen und wirtschaftlichen Stellen zuteil wird. Der Reichs­kanzler und Führer Adolf Hitler hat sein Erscheinen zugesagt.

Italienische Kriegsschiffe nach Hodcida unterwegs.

Rom. In Anbetracht der kriegerischen Ereignisse auf der arabischen Halbinsel und mit Rücksicht aus die beträchtlichen Interessen Italiens im Roten Meer sind drei italienische Kriegsschiffe nach Hodeida beordert worden, um Leben und Eigentum der dort ansässigen Italiener zu schützen.

Wie oft ist es mir vor die Seele getreten, daß von allen Wohltaten der erste mütterliche Unterricht die größte und bleibendste ist. M o l t k e.

Asien gegen Europa.

Ein Sieg des Islams Japans billige Arbeit Ohnmächtiger Bolschewismus.

Wir können ja auch einmal an die außenpolitischen Sorgen der andern denken, die einen mehr oder weniger sMrken Einfluß auch darauf ausüben, wie man sich uns Deutschen gegenüber verhält. Solcher Sorgen hat be­sonders England inrauher Menge", hat sie eigentlich schon seit dem Ende des Weltkrieges. In neuester Zeit in ständig steigendem Umfang namentlich in Vorder­asien! Dort war der Großscherif von Mekka mit Ab­schluß des Weltkrieges und als Verbündeter Englands der Träger derg r o ß a r a b i s ch e n Idee" gewesen, und nachdem sein Sohn F e i s s a l, der unlängst verstorbene König des Irak, Damaskus erobert hatte, schien es, als ob nun diese Idee eines Großarabiens verwirklicht wurde. Aber der Traum war rasch ausgeträumt; erst schossen den Sohn die Franzosen heraus aus Syrien und rissen das Mandat über das Land an sich und dann jagte den alten Großscherif von Mekka, wenn man so sagen darf, aus der Moschee hinaus jener Mann, der nie ein Freund Englands gewesen ist, im Weltkrieg beiseite stand: der König der Wahabiten, Ibn Saud, der wirkliche Herrscher über Arabien. Nur der Irak, also das Land am Euphrat und Tigris, und das Gebiet östlich des Jor­dans, verblieben dem englischen Einfluß; an Palästina hat England jetzt durchaus keine reine Freude mehr und auch Ägypten gehorcht schon längst nicht mehr so, wie man in London verlangen möchte. Am peinlichsten aber ist es für England, daß an denheiligen Stätten" des Islam ein Herrscher sitzt, der ein unüberwindlicher Geg­ner für England ist und unzweideutig, aber mit Erfolg nun die Verwirklichung der großarabischen Idee anstrebt und überdies der eifrigste Vorkämpfer der reinen Lehre Mohammeds ist. Nun hat er seinen letzen, ernsthaften Widersacher, den Imam von Jemen an der Süd­westecke Arabiens, entscheidend geschlagen, und keine Macht der Erde kann es ihm streitig machen, sich das Reich seines Gegners einzuverleiben. Damit aber rückt Ibn Sand bis unmittelbar vor die Tore der englischen Festung Aden, dieses Gibraltars des Roten Meeres am Seeweg nach Indien. Sein Sieg steigert noch fein Ansehen in der arabischen Welt und England ist immer noch das Reich, das über den größten Teil der Mohamme­daner herrscht! Den Sieg Ibn Sauds dürfte man auch in London als Niederlage empfinden, aber man tert dort wenigstens etwas für den alten Freund, den schwer geschlagenen Imam von Jemen: Man schickte ein paar Schiffe zum Abtransport der Flüchtlinge, das einzige übrigens, was man auch damals tun konnte, als Ibn Saud den einstigen Großscherrfen aus Arabien binaus- jagte. Sein Sohn Feissal hat auch nicht viel davon gehabt, daß er sich aus Berlin laut Versailler Diktat einen alten Koran abholen durfte, den einst der türkische Sultan Abdul Hamid dem deutschen Kaiser geschenkt hatte! Und England hat sich damals sicherlich die vorderasiatische Ent­wicklung ganz anders vorgestellt! Jetzt schossen die Araber auf die englischen Schiffe.

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Aber weit größer noch als diese außenpolitischen Sor­gen Englands find dessen Außenhandelssorgen. Und die größte Sorge heißt: Japans Konkurrenzaufdem Weltmarkt. Aber an diesen Sorgen nimmt auch eine ganze Reihe anderer Staaten teil, nicht zuletzt Deutschland selbst, dessen Ausfuhr in recht großem und sehr bemerkbarem Umfang von der japanischen Kon­kurrenz geschädigt woben ist. Die Methode, die Japan in diesem Kampf bisweilen oder vielmehr nicht gerade selten befolgt, ist nach europäischen Begriffen sehr eigenartig; da man sich dort nicht immer an die internationalen Patent- rcchtsvercinbarungcn hält, hat es Japan auch fertig be­kommen, eine Stadt mit beträchtlicher Kleineisenindustrie rasch inSolingen" umzubenennen, um auf diese Weise von dem guten Ruf zu profitieren, den der Solinger Stahl in der ganzen Welt besitzt. Lange, und in unsagbar schwierigen Verhandlungen hat England versucht, wenig­stens seine wichtigste Erportindustrie, nämlich die Tcrtil- vcrarbeitung, vor dem Ansturm der japanischen Kon­kurrenz etwas zu schützen. Das ist jetzt mißlungen, die Verhandlungen sind endgültig gescheitert und ein erbitter­ter Wirtschaftskrieg zwischen London und Tokio dürfte die Folge sein. Weltreich gegen Weltreich, aber doch mehr als nur dieses: Europa gegen Asien, die weiße gegen die scharf aufwärtsstrebendc Fttbrcrmacht der gelben Rasse. Japans billige Menschenmassen setzen von neuem auf den weit höheren Lebensstandard des europäischen, vor allem des englischen Arbeiters zum Angriff an, bei dem man sich recht wenig umGesetz und Macht" kümmern dürfte.

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Aber einem Exportartikel, dem man seine letzthin asiatische Herkunft durchaus anschcn kann, ist von einigen Ländern Europas die weitere Einfuhr gesperrt und, sowect er dort schon vorhanden war, durch ein paar scharfe und gründliche Maßnahmen beseitigt worden. leider aber noch längst nicht überall! Es ist der Bol; ch e iv t v mus Moskauer Herkunft, die 3. I n t e r n a t l o u a l e. Dort, wo diese Giftpflanze noch wuchern darf, bat man ia ant 1. M a i eine ganze Menge davon verspüren dürfen. Wie es wirkt, wenn der europäische Mensch sich davon be­tören ließ. Dort mußte sich die Staatsgewalt gegen den Ansturm dèr Kommunisten unter Einsab großer Machb mittel wehren und zum wievielten Male? merken dürfen welche Gefahren für ihr Staats- und Volkstuni hier lauern! Für Staats- und Volkstum! Das war allein in dem Deutschland Adolf Hitlers nicht etwa nur eineMaivarole", sondern ist Wirklichkeit gc worden. Wir haben der 3. Internationale ohne Dank zu-