Fuldaer MZeiger
E ^ÄijSÄ Tageblatt für Rhön UN- Vogelsberg tjettehen keine Ansprüche. Bering Friedr. y fef »ÄftÄÄ WL Sulöa- UN- Haunetal * §ui-aer Kre»sbla« f oniiaemacf, Fulda, Königstr. 42. Vertreter des " _ _ , _
HMsichriftleiters: Fr. Ehrenklau, Lauterbach H. Re-aktion unâ Geschäftsstelle: Königstraße 42 * FernspreÄ-Rnfekftuß Nr. 2484
106 — 1934 Fulda, Dienstag, 8. Mai
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11. Jahrgang
Schweres Bergwerk-Unglück.
86 Männer fanden den Vergmannstod.
KMand in einem KalwergVei?
Kaliwerk Buggingen in Südbaden brach
^G r o s? b r a n d aus. Durch das Knicken eines ^'cilers wurde eine elektrische Leitung durchschlagen. Es entsinnt! K urzschlu st. Der größte Teil der Belegschaft sonnte sich sofort retten. Siad) den ersten Nachrichten bc fanden sich noch 8 0 M a n u im Schacht. Wegen der starten Rauchentwicklung hat man Grund zu Besürch- tungen über das Schicksal der Eiugcschloffencn.
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Wie das Unglück geschah:
Ueber die furchtbare Katastrophe werden noch folgende Einzelheiten bekannt:
Der Brand entstand unterhalb der 793 Meter-Sohle unb zwar bei der sogenannten „Einfallenden Strecke VI“ durch Kurzschluß. Es hatte sich ein S ch a d e n i m K a b e l gezeigt. Der Sicherungsschalter wurde herausgeschlagen. Der Elektriker sowie der Grubensteiger Hinzer beinerkten eine 8 bis 8 Meter lange Stichflamme. Durch diese Stichflamme wurde der Holzausbau in Brand gesetzt.
Das Feuer brach gegen 10 Uhr aus und ist sofort bemerkt worden. Es entstand sogleich überaus starke Rauchentwicklung. Die Rettungsmannschaft drang in Stärke W 14 Mann in den brennenden Schacht ein. Dort war die Rauchentwicklung so dicht, daß
nichts mehr zu erkennen und an Rettungsmög- lichketten auch mit Sauerstoffapparaten nicht zu denken
im. Die Belegschaft war in Stärke von 150 Mann um 6 ilhr in die Grube eingefahren und arbeitete in den Erwenbauten in der Nähe der Unglücksstelle. Derjenige Ml der Belegschaft, der vor der Unglücksstelle arbeitete, imte ins Freie gelangen, während durch die Gefchmindig- lrüdkl frischen Wetter der dichte Qualm in die übrigen Bm getragen wurde und somit den dort beschäftigten Bergleuten den Rückweg abschnitt. Sie sind durch Rauchvergiftung, besonders durch Kohlenoxyd, ums Leben gekommen. Man hat versucht, die Wetterführung auch in umgekehrter Richtung laufen zu lassen, um etwa wdj eingeschlossene Bergleute retten zu können. Doch war auch dies infolge der großen Wettergeschwindigkeit und des dichten Qualmes unmöglich, so daß
nichts anderes übrig blieb, als schließlich die Grube abzudämmen.
Deß Maßnahme war notwendig, da sonst infolge der Hitze die Grubenbaue zusammenbrechen würden, so daß später jede Bergungsaktion überhaupt unmöglich würde.
Nachklang zum Saartag.
Adolf Hitlers Versprechen an die Saar.
Reichskanzler Adolf Hitler hat an den Oberbürgermeister Dr. SleifeS in Saarbrücken folgendes Tele- öwmm gerichtet:
.»Die mir durch die Stadt Saarbrücken am Tage der -nationalen Arbeit zuteilgewordene Ehrung hat mich erfreut. Ich nehme das Ehrenbürgerrecht der die sich auch in schwersten Zeiten von keiner anderen deutscher Treue übertreffen ließ, mit aufrichtigem ~anf an.
Das schaffende Voll an der Saar kann vom Tage der Wiedervereinigung ab meiner Fürsorge gewiß sein!
Reichskanzler Adolf Hitler."
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» Die Deutsche Front an der Saar teilt mit: Um Wehen vorzubeugen, wird nochmals bekanntgegeben: N.aum acht Wochen umfaßt die Deutsche Front Mitglieder, wovon rund 92 Prozent abstimmungs- Qsind, und diese verkörpern heute schon mehr Prozent aller im Saargebiet lebenden Ab- "umgsberechtigten.
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Das Ausland zur Zweibrücker
GaarknndgeLmng.
»Eine großartige Kundgebung."
"wchtvolle Kundgebung der Saarländer in n ündet in der ausländischen Presse große LJ un!V bic Rede von Dr. Goebbels wird ausführlich luter’eiL Besonders werden die Worte der Siebe Hei h „ J »Die Saar ist deutsch und w ird d c u t s ch hcniV C 3” den Berichten heißt cs, cs könnten Zweifel
Mich bC1 ""^tischen Gesinnung der Menschenmenge auf S r» der Herr Goebbels sprach. Jede Bezugnahme - Hifi;" Völkerbund, aus die R e g i c r u u g s k 0 m - 61 iL ° *’ der Saar und die sogenannten Autono- wurdc mit leidenschaftlichen Pfuirufen auf
Die Alarmierung der Rettungsmannschaft erfolgte kaum eine halbe Minute nach Ausbruch des Brandes. Man versuchte noch auf telephonischem Wege mit den Eingeschlossenen in Verbindung zu kommen, was auch in einem Falle gelang. Spätere Versuche blieben erfolglos. Es ist mit aller Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß die eingeschlossenen Bergleute durch Kohlenoxydgase vergiftet worden sind. Eine Stunde nach dem Ausbruch des Brandes konnte der Betriebsführer einen der Eingeschlossenen noch lebend bergen, doch mit schwerer Vergiftung und einigen Brandwunden. Der Schwerverletzte starb bereits auf dem Transport zu Tage. Es ist dies der einzige, der von den Eingeschlossenen bis jetzt geborgen werden konnte.
Die Gesamtbelegschaft der Grube beträgt zur Zeit 450 Mann, die in zwei Schichten arbeiten. Sie stammen meist aus der nächsten Umgebung, aber auch aus dem badischen Oberland.
Die Grube selbst bleibt etwa 10 bis 14 Tage hermetisch geschlossen. Erst dann kann an die Bergung der Leichen herangegangen werden.
Insgesamt beträgt die Zahl der Eingeschlossenen nach den bisherigen Feststellungen 86.
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Reichsstatthalter Wagner am Unglücksort.
Reichsstatthalter Wagner sowie Ministerpräsident Koehler trafen bald an der Unglücksstelle ein. Auf Veranlassung des Reichsstatthalters soll den Hinterbliebenen der Opfer eine Lohnvorauszahlung gewährt werden. An der Unglücksstelle trafen ferner die alarmierten Feuerwehren aus Freiburg-Mühlheim und der näheren Umgebung sowie die Sanirütsmannschaften oon Freiburg und Mühlheim ein, ohne jedoch irgendwie in Aktion treten zu können. r "4
Vor dem Unglücksschacht stehen Hunderte von Menschen: Frauen, Kinder, Eltern der Eingeschloffenen, die immer noch auf eine Rettung ihrer Angehörigen hoffen. Der Grubenbetrieb wird bis auf weiteres stillgelegt, um der Gefahr vorzubeugen, daß durch das Feuer Sprengstoffexplosionen entstehen.
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Das Unglücksdorf Buggingen gehört zum badischen Bezirkskommando Lörrach und treibt vorwiegend Weinbau und Weinhandel. Der Ort hat etwa 1000 Einwohner und liegt etwas über 1 Kilometer von der Eisenbahnstrecke Freiburg—Basel entfernt.
genommen, Hinweise aus Die Leistlingen Hitlers und des nationalsozialistischen Regimes dagegen riefen
begeisterte Zurufe
hervor.
Die P a r i s e r Presse schenkt der gewaltigen Kundgebung die Beachtung, die dem Ereignis zukommt, auch wenn sie zum Teil versucht, die Kundgebung zu verkleinern. Trotzdem geben sachliche französische Berichterstatter zu, daß der Zustrom zur Kundgebung groß war und der Ordnungsdienst ebenso bedeutsam wie tadellos war, und daß der Saartag eine großartige Kundgebung war.
„Deutsch die Saar — immerdar!"
Ein Blick über die gewaltige Saarkundgebu n g in Zweibrücken, aus der Reichönunlster Dr. Goebbels erneut die Treue des Reiches zum Saarland und die Treue der Saar zum Mutterland feitstellte und in den Herzen von Hunderttauscuden wachrief.
Wirkschastskampf in NGA.
In den letzten Wochen hatte der Präsident der Vereinigten Staaten, Roosevelt, seine erste wirklich große Kraftprobe zu bestehen. Richt nur in den Automobilfabriken von Michigan, sondern auch innerhalb der anderen Schlüffelindustrien drohten große Streiks. Während dieser schweren Krise wurde um ein Problem von grundlegender Bedeutung, nämlich um die Frage gerungen, ob die stark m a r x i st i s ch eingestellte amerikanische Arbeitervereinigung berechtigt sein sollte, sich zur Vertreterin der gesamten Arbeiterschaft der Vereinigten Staaten aufzuwerfen, wie es ja auch die Sozialdemokratie in Deutschland unberechtigterweise zu tun versuchte.
Die genannte Vereinigung bemühte sich, einen Streik vom Zaun zu brechen. Mit Recht beriefen sich die Autoindustriellen darauf, daß in jedem einzelnen ihrer Werke längst die Betriebsvertretungen, gewählt worden waren. Kategorisch lehnten sie daher ab, sich mit Vertretern der Vereinigung an den Verhandlungstisch zu setzen, die unpatriotisch genug gewesen waren, in einem Augenblicke ihre Forderung durch die Streikdrohung durchzusetzen, in dem erste Besserungsanzeichen in der amerikanischen Wirtschaftslage erkennbar waren.
Im Jahre 1930 wurden in den Vereinigetn Staaten rund fünfzig Millionen Kopf-und Handarbeiter gezählt. Nach ihren eigenen zweifellos übertriebenen Schätzungen verfügt die Arbeitervereinigung aber nur über rund vier Millionen Mitglieder, konnte also nicht die Mehrheit unter den Arbeitern haben. Gleichwohl hetzte sie zum Streik. Der Augenblick war töricht genug gewählt. Zum ersten Male seit dem Einsetzen der Wirtschaftskrise begann das Autogeschäft wieder aufzuleben. In allen Werken wurde mit Hochdruck gearbeitet. Bei den Eisenbahnen war ein erhöhter Frachtverkehr bemerkbar. Weil sie froh waren, endlich wieder volle Beschäftigung zu haben, waren die Arbeiter in ihrer Mehrheit durchaus nicht für einen Streik zu haben. In New York und anderen Großstädten ließen sich freilich Taxi-Chauffeure und andere nicht unwichtige Berufsgruppen von kommunistischen Hintermännern zu Teilstreiks verleiten, in deren Verlaufe es zu bedenklichen Unruhen kam. Wenn man sich noch vergegenwärtigt, daß große Wirtschaftszweige wie die Bauholz-, die Glas- und Textil-Jndustrie stark von der Autofabrikation abhängig sind, erkennt man, wie katastrophal die Auswirkungen von Teilstreiks in den Autozentren von Michigan, bei den Eisenbahnen und vielleicht auch in den Stahlwerken auf die Gesamtindustrie der Vereinigten Staaten und damit für das ganze Wiederaufbauwerk Roosevelts gewesen wären.
Als die Krise ihrem Höhepunkte zusteuerte, übernahm Roosevelt persönlich die Verhandlungsführung. Die Arbeitgeber trieben die Arbeitervereinigung in die Enge, als sie von sich aus den Arbeitern eine verkürzte Arbeitswoche bewilligten und eine Erhöhung der Löhne versprachen, wenn sich das Autogeschäft weiterhin bessern sollte.
Durch die Zusage der Autoindustrie und durch die Verhandlungstaktik Roosevelts war Die Position der Arbeitervereinigung so geschwächt, war sie vor der Öffentlichkeit so weitgehend blotzgestellt worden, daß sie zum Rückzug blasen mußte. Die Teilstreiks, zu denen sie noch hatte aufrufen können, hätten für die Schwäche, nicht aber für die Stärke der Arbeitervereinigung gesprochen. Trotzdem wird sie zweifellos wieder versuchen, in einer der Schlüsselindustrien — in den Autofabriken von Detroit, in den Kohlen- und Stahlwerken von Indiana und Ohio oder bei den Eisenbahngesellschaftcn, bei denen übrigens die Verhandlungen noch nicht abgeschloffen sind — den Stein ins Rollen zu bringen Die Krise der letzten Wochen endete nicht mit einem Frieden, sondern nur mit einem Waffenstillstand.
Preußens Jagdgesetz mustergültig für die Welt.
Internationale Ehrung für Göring.
Ministerpräsident Göring empfing in seinem Jagdhaus in der Schorfheide den Generalsekretär des Internationalen Jagdrates, Graf d'Adix-Paris. Dem Ministerpräsidenten wurde von den Herren in seiner Eigenschaft als Reichsjägcrmeistcr im Namen der im Internationalen Jagdrat zusammengefaßten Jäger aller Länder der Welt mit einer besonderen Ehrenurkunde ein künstlerisch ausgeführter Ehrenwimpel als äußeres Zeichen Der Dankbarkeit für seine bahnbrechende Arbeit aus dem Gebiet des Jagdwesens überreicht.
In einer Ansprache an den Ministerpräsidenten bob Graf d'Adir hervor, daß der Internationale Jagdrat mit besonderer Genugtuung und Bewunderung den Teri des p r e u ß i s ch e n I a g d g e s e tz e s zur Kenntnis genommen und dieses bis ins einzelne durchdachte und ausgebaute Gcsetzeswcrk allen Staaten der Erde
als Beispiel für die eigene Gesetzgebung empfohlen habe. Ministerpräsident Göring dankte dem Grafen d Adir für die ihm erwiesene Ehrung. Er nehme die ibm ange- botene Mitgliedschaft im Internationalen Jagdrat gern an. Er fef zuversichtlich, daß das Verständnis für die Jagd durch das neue Jagdgesetz eine Steigerung erfahren werde, die notwendig sei, um das allen Jägern gesteckte hohe Ziel: die Erhaltung der frei lebenden Tierwelt zur Vollendung zu bringen und so nicht nur den Zagern, sondern auch dcn Menschen am Schraubstock wic a m S ch r e i b t i s ch die lebende Seele ihrer Heimat zu erschließen und zu erhalten.