M-aer /lnzeiger
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1.111 — 1934
Fulda, Dienstag, 15. Mai
11. Jahrgang
Stimme des Saarvolkes
Saardeiltsche Denkschrifi in Genf.
Klarstellungen und Forderungen.
Die D e u t s ch c F r o n t im Saargebiet hat sich ver anlaßt gesehen, dem Völkerbund eine Denkschrift zu übersenden, in der der Standpunkt des deutschen Volkes an der Saar zur Frage der A b st i in m u n g und der Zukunft des Saargcbictes noch einmal zusammonfassend dargelegt wird.
Im Eingang der Denkschrift heißt es zunächst u. a.: Am 6, Mai 1934 ist in Zweibrücken die Zahl der Mitglieder der Deutschen Front bekanntgegeben worden; sie beträgt jetzt schon über 455 000.
Die Zahl der Abstimmungsberechtigten kann mangels genügender statistischer Unterlagen ider Hohe Rat hat die Offenlegung des Abstimmungsmaterials bisher nicht beschlossen) noch nicht genau angegeben werden.
Die in der Deutschen Front zusammengefaßten Abstimmungsberechtigten machen mehr als 93 Prozent der gesamten stimmberechtigten Bevölkerung im Saargebiet aus. Die Führung der Deutschen Front hat damit den unumstößlichen Beweis erbracht, daß sie allein berechtigt ist, im Nomen der Saarbevölkerung zu sprechen.
Zur Frage der Abstimmung heißt es dann in der Denkschrift u. a.: Die Deutsche Front und somit die Demschen an der Saar wollen sich einer Volksabstimmung gewiß nicht entziehen. Sie hätten aber gewünscht, daß das Angebot des deutschen Reichskanzlers, die Saarfrage auf friedlichem Wege zu lösen, von der Gegenseite angenommen wäre. Durch diesen friedlichen Aki hätte der Weg frei gemacht werden können zu einer endlichen Aussöhnung der beiden großen Nachbarvölker.
Eine Befragung des Saarvolkes über eine solche Lösung hätte alsdann mit überwältigender Mehrheit be- stâtigt, was Vernunft und Recht erfordern.
Die Denkschrift erinnert daran, daß die Saarbevölke- M in ,den vergangenen 15 Jahren unter den aller- Wtengften Verhältnissen Ordnung und Ruhe bewahrt M, obwohl sie in den Jahren 1918 bis 1924 dreizehn âsopfer durch das französische Militär zu beklagen ge- «I habe. Als Beweis der friedfertigen Gesinnung der LMbevölkerung, wird ein Urteil angeführt, das der Miere Präsident der Rcgierunaskommission, G. W. «tepheris, am 12. März 1927 in einer öffentlichen des Hohen Rates wie folgt abgegeben bat:
»Die Saarbevölkernng ist eine ordnungsliebende, stolze und- vaterländisch gesinnte Bevölke- wng. Die Regiernngskommission konnte bei ihrer Wtlgkeil nur Erfolg haben infolge des gegenseitigen Kespekts, den eine kluge Verwaltung und eine ans - stezeichnete Bevölkerung sich entgegen» "fingen.“
Ein Friedenswerk schaffender Arbeit
Eltz-Nübenach und Hetz bei der Grundsteinlegung des Adolf-Hitler-Kanals.
Bei der Grund steinleaunq des Adolf- ex-Kanals in Cosel" hielt Reichsverkehrs- wniftcr Freiherr von Eltz-Rübenach eine Ansprache, in er u. a sagte:
- "Kein Geringerer als Friedrich der Große war ,:Vet die Bedeutung der Oder für die Landes- ■ .r und Schiffahrt frühzeitig erkannt hat. In groß- Weise hat er für die Verbesserung der natürlichen ^"»Verhältnisse gesorgt. Um den Oderverkehrsweg die Kohlen- und Erzindustrie Oberschlesiens, cn Erzeugnisse bis zur Oder einen Weg von 50 Kilo- Zurücklegen müssen, besser nutzbar zu machen, wurde u^* der Regierung des großen Königs der Plan ch if f d a r e n Kanals im Tale der Klodnitz chen Cosel und Gleiwitz bearbeitet. Mit «i"1? Ausführung wurde bald nach Friedrichs des ^"W.Tode im Jahre 1792 begonnen Die Erschließung durch den Bau der Eisenbahn ließ eine . vrte Entwicklung des Kanalverkehrs nicht zu. Herstellung einer besseren,
^stungsfähigen Verbindung des Bergbaugcbictcs
ll . . mit der Oder bei Cosel
obchugem ein lebhafter und berechtigter Wunsch der s»», ^'schen Wirtschaft. Nach eingehenden Unter» ^.)gen über die zweckmäßigste Form dieses Verkehrs- W hl’ s Schleppkahn, Schwebebahn oder Wasserstraße, tziti-S-durch die Reichsregiernng unter Führung Adolf RlobnVe September 1933, beschlossen, den Ausbau des veckok?°5t"uals zu einer zeitgemäßen, dem öffentlichen und ° "inenden Schiffahrtsstraße alsbald zn beginnen ersten Teilbetrag der aus 4l Millionen Mark fiiaun« Cn ?"ukosten sogleich 3 Millionen Mark zur Ver- Äbrcr Zellen. Wtbestimmend war das von dem Wnm, < Reichskanzler wiederholt als seine vornehmste >uuvc betonte
5a§ ~ Ziel der Beseitigung der Arbeitsnot.
dum, qÄ das wir heute beginnen und das bestimmt ist, ju sLK^b.csserung des Verkehrs Schlesien zu stützen und tenbÄ.in besonderem Maße geeignet, schon wäh- i Bauausführung Segen auszustrahlen. Wird doch
^. ^^^ k°-ftti noch auf einen weiteren Ausspruch des Präsidenten Stephens hingewiesen, in dem festgestelli wird, daß die aus der Bevölkerung rekrutierte
örtliche Gendarmerie des Saargebietes mustergültig
^-.. ®^f^ vorzügliche Polizeitruppe habe die von dem Präsidenten der Regierungskommission Knox geleitete Abteilung des Innern mit aus Deutschland geflüchteten Emigranten durchsetzt. Die Deutsche Front sieht, wie in der Denkschrift ausgeführt wird, in der Einstellung solcher Leute in die saarländische Polizei eine Provokation gegenüber der Saarbevölkerung und glaubt nehmen , zu können, daß viele der Beschwerden, die Regierungskommission an den Völkerbundsrat richtet hat,
an- die ge-
von diesen unsauberen Elementen herrühren.
Zum Schluß der Denkschrift wird daraus (,:.. gewiesen, daß die Saarregierung 3 2 Organe der Deutschen Front auf insgesamt 367 Tage verboten habe, während in der gleichen Zeit — seit Mai 1933 — nur drei Separatistenblätter aus zusammen 30 Tage verboten seien.
hin-
*
Aufmarsch der Saarsronten in Genf.
Beginn der Tagung des Völkerbundsrales.
Zur Tagung des Völkerbundsrales sind die Abordnungen der fünfzehn im Rate vertretenen Länder in Genf eingetroffen. In der Wandelhalle des Völkerbundes, die seit vielen Wochen verödet war, sah man zum ersten Male wieder ein lebhafteres Bild
Die Saar frage ist in den letzten Wochen schnell in den Vordergrund der europäischen Politik gerückt. Die an dieser Frage besonders interessierten Kreise sind durch Abordnungen oder Beobachter vertreten. Die Abgesandten der Deutschen Front sind vollzählig in Gens eingetroffen. Neben den alten Führern der Saarbevölke- rung, unter denen Kommerzienrat Röchling besonders bekannt «ft, ist auch der Führer der Deutschen Front, Pirro, in Genf anwesend.
Im Gegensatz zu früheren Tagungen ist diesmal auch die Regierungskommission des Saargebietes vollständig eingetroffen. Der französische Außenminister Barthou, Der ja in Gens neu ist, wurde bei seinem Eintreffen im Völkerbundspalast natürlich besonders beachtet. England ist durch den Lordsiegelbewahrer Eden, Italien durch Baron Aloisi vertreten
In der ersten öffentlichen Sitzung des Völkerbundsrates waren, wie in der vorhergehenden kurzen geheimen Sitzung, Barthou, Aloisi und Eden als Vertreter der Großmächte anwesend. Im Eiltempo wurden einige kleinere Fragen erledigt. Die Berichte fanden einstimmig Annahme. Nächste Sitzung am Dienstag.
bei den umfangreichen Erdarbeiten vielen Tausenden von schaffenden Arbeitskräften auf Jahre hinaus Arbeitsgelegenheit gegeben. Der Kanal, zu welchem wir den Grundstein legen, ist
ein Teil jenes großen Wasserstratzcubanprogramms, welches die preußische Regierung für das Flußgebiet der Oder ausgestellt und die Reichsrcgierung erweitert bat. Das Programm der preußischen Regierung knüpft an den Bau des Mittellandkanals an, der das Ruhrgebiet mit Berlin verbinden soll, und war dazu bestimmt, Schlesien einen Ausgleich für die Vorteile zu schaffen, welche der Mittellandkanal dem Westen bringen würde. Die Zusagen, welche Schlesien von der preußischen und später von der Reichsregierung erhalten hat, werden eingelöst. Und daß die Reichswasserstratzenverwaltung in keiner Form in der Fürsorge für die Oder hinter der früheren Preußischen Wasserbauverwaltung zurückgeblieben ist, dafür nur eine einzige Ziffer:
Während in den zehn Jahren vor dem Kriege für die obere und mittlere Oder insgesamt 52 Millionen Mark ausgcgcben wurden, sind in dem letzten Jahrzehnt mehr als das Dreifache, nämlich 161 Millionen Mark, aufgewandt worden.
Die Reichsregierung wird es nicht zulassen, daß Ober- schlesien in seinem Absatz von Kohle und Eisen von seinem natürlichen Markt in Berlin durch den Mittellandkanal verdrängt wird, und Obcrschlestcn mag in dem Kanal, dessen Inangriffnahme in diesem Zeipunkt cs der besonderen Initiative des Herrn Oberpräsidenten Brückner zu verdanken hat, die Bürgschaft dafür sehen, daß es
in feinen Lcbcnsrechten von der Rcichsrcgicrung gestützt wird.
Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler war es persönlich, der in seinem Weitblick den Befehl zum Beginn des Kanalbaus gegeben hat, und ihm wird in Treue und Dankbarkeit ein ewiges Denkmal gesetzt, indem dieser Kanal den Namen „Adolf-Hitler-Kanal" tragen wird.
Oberpräsident H e l m » t h B r L ck n e r vollführte drei Hammerschläge mit den Worten „Dies Land bleibt deutsch!" Der Präsentiermarsch leitete zur
Ansprache des Stellvertreters des Führers, Rudolf Heß,
über. Er führte etwa ans: Das grosse Kanalwcrk^ das
40 bis 50 Millionen Tagewerke Arbeit und Dem gesayr- deten deutschen Wirtschafts- und Lebensraum neue Zukunftssicherung bringen sollte, steht im Namen des Führers. Damit zugleich ist auch dieses Fr i e d e n s - werk der schaffenden Arbeit mit dem Namen, dem Begriff und der geschichtlichen Sendung der NSDAP, verbunden. Unsere deutsche nationale und sozialistische Weltanschauungsbewegung findet ihren Hauptausdruck in arbeitschaffenden Werken.
Wir arbeiten am werdenden Deutschland.
Daß wir an der Zukunft arbeiten dürfen, das danken wir der NSDAP, und in dieser wiederum neben dem Führer zuerst den Opfern, die Leib und Gesundheit für die Zukunft Deutschlands gaben. Die späteren Generationen werden nur noch an den schaffenden Werten und Werken das Wesen und Wirken jenes Mannes ablesen, dessen Leben in unserer Zeit die Beglückung unseres Daseins ist: Adolf Hitler!
Während andere Nationen Riesengeschütze, Riesenflugzeuge, Riesenschlachtschiffe, Riesentanks und viele andere neuartige Waffen der Zerstörung bauen, faßt Deutschland feine Arbeitskraft zusammen zur Gestaltung von Werken des Friedens und des kulturellen Fortschritts.
Vergessen wir als deutsche Sozialisten nicht, daß nur das gemeinsameSchaffen aller den Plan dieses Kanals zur Wirklichkeit gelangen lassen konnte. Der Führer gab dem deutschen Volke Kraft, Glauben und inneren Lebensmut wieder, aus dem der Wille zu schaffender Arbeit erst emporwächst.
Kurze politische Nachrichten.
Die „Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Glaubensbewegung" hält über Pfingsten vom 18. bis 23. Mai ihre diesjährige Arbeitswoche in Scharzfeld im Südharz ab. Das Grundthema der Tagung ist: „Der religiöse Grundgehalt deutschen Glaubens."
Anläßlich der sogenannten Festwoche für körperliche Ertüchtigung und militärische Vorbildung der Schuljugend, die bekanntlich in P o l e n unter der straffen und einheitlichen Leitung des Kriegsministeriums steht, fanden in der polnischen Hauptstadt und im ganzen Lande eine Reihe von Veranstaltungen statt.
Die österreichische Regierung bereitet eine großangelegte Abwehraktion gegen Terrorakte vor. Von zuständiger Stelle wird erklärt, daß die zahl- . reichen Terrorakte der letzten Zeit die Regierung von de» Notwendigkeit sofortiger schärfster Gegenmaß- nahmen überzeugt hätten. Die Vaterländische Front und vor allem die Wehrverbände sollen mit allen Mittel zur Unterdrückung von Terrorakten eingesetzt werden.
Neue Arbeitsbereiche des ReichskuliuSMimsieriums.
Vom Reichsinnenministerium abgegeben.
Reichskanzler Adolf Hitler hat einen Erlaß über die vom Rejchsministcrium des Innern an das Reichs- Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung abzugebcndcn Aufgabengebiete unterzeichnet. Dieser Erlaß des Reichskanzlers geht zurück auf den Erlaß des Reichspräsidenten vom 1 Mai 1934.
In der Neuregelung wird bestimmt, daß aus dein Geschäftsbereich des Reichsministeriums des Innern folgende Angelegenheiten in das Rcichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung übergeben:
1. Wissenschaft: Allaemeine Angelegenheiten der Wissenschaft, auch in ihren Beziehungen zum Ausland. Phvsi- kalisch-Techuische Reichsanstalt, Ebemisch-Tcchnische Reichsanstalt, Reichsanstalt für Erdbebenforschung, reichswichtige wissenschaftliche Anstalten vcS In- und Auslandes, wissenschaftliche Büchereiwesen. Volkskunde, Archäologisches Institut.
2. Erziehung und Unterricht: Hocbsckml- angelcgenbeiten, StndentendUfe, ReichSfachschaftsfübrer der Studierenden an den deutschen Hoch- tmd Fachschulen, allgemeine Schulangeleqendeitcn. Volksschulen, höhere Schulen, Privatschulen, Berufs- und Fachschulen, deutsches Schulwesen im Ausland, Auslandsschulen.
3. Iugcndverbände.
4. E r w a ch s e n e n b i l d u n g.
In dem Erlaß heißt es dann weiter: Auf den bezeichneten Gebieten ist der Reichsminister für Wissenschaft, Er- ziehung und Volksbildung für alle Aufgaben einschließlich der Gesetzgebung federführend. Für die Beteiligung der übrigen Reichsminister gelten die allgemeinen Grundiatzc.
WassenstiUfian» m Arabie«.
Große Freude und Riescnschlachtfcstc.
Die Regierung Ibn Sauds teilt amtlich mit, daß mit dem Imam vom Jemen ein Wassen- still st a n d s a b k o m m c n zustande gekommen ist Verhandlungen über die FricdensbedingtMgen sollen bald beginnen. Die Nachricht von dem Waffenstillstand wurde von den Saudis mit riesigen Freuden k u n d g c b u n g c n ausgenommen. Die Truppenfuhrcr veranstalteten Freudenfeste und ganze Rinderherden wurden geschlachtet, um den Waffenstillstand zu feiern Man glaubt, daß der Imam vom Jemen die WafscnstillstandsbcdinguNVfl vorbehaltlos angenommen bar.