M-aer Anzeiger
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112 — 1934 ______
Tageblatt für Rhön und Vogelsberg ’k'kö^'ää « Zul-a- un- Haunetal * Zul-aer Kreisbia« MMMtäi“«ä — . “ auf Nachlaß. — „DA." 1000. — Berantwortl. für den
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Fulda, Mittwoch, 16. Mai
11. Jahrgang
Tragödie im Freiballon.
SeOolleoer deuMer Salloo ' Mgefunden.
-tn Rußland N i e d e r g e g a N g e n. — Beide Insassen tot.
Der in Bitterfeld gestartete Freiballon „Bartsch von Ligsscld", der seit seinem Aufstieg verschollen war, ist aus russischem Gebiet gefunden worden. Der Eolloii war 20 Kilometer östlich der Ortschaft Sebesch iii der Nähe der lettländisch-rufsischen Grenze, nordöstlich von Lüneburg, niedergegangen. In seiner Gondel fand man den Beobachter Viktor Masuch tot an. 15 Kilo- meter von der Unglücksstätte entfernt fand man auch den Ballonführer Dr. S ch r e n k.
Zu biem Unglück, das wir schon gestern kurz unseren Lesern mitteilen konnten, wird nun noch folgendes bekannt:
Der Deutsche L u f t s p o r t v e r b a n d hat Ver- ireter nach Sebesch geschickt, um die näheren Umstände seslzustcllcn. Auch die deutsche Botschaft in M o s k a u hat alle Schritte unternommen, um den Unfall des Ballons aufzuklären. Erst nach der Obduktion wird sich das Geheimnis dieses Todes klären lassen. In der Gondel wurde eine Hakenkrenzflagge und eine schwarz-weiß-rote Flagge sowie drei Sauerstoff-Flaschen gefunden. Zu der Auffindung wird noch bekannt, daß der Ballon nach dem Befunde etwa um 12 Uhr nachts niedergegangen fein muß. Die in der Gondel des Ballons befindliche Leiche konnte an Hand der Vorgefundenen Papiere sofort als der Beobachter Viktor Masuch festgestettt werden. Die Leichen der Seritng husten werden voraussichtlich zunächst nach Moskau gebracht werden, um von dort nach Deutschland übergeführt zu werden.
Keine Meldung seit dem Start.
Der größte deutsche Freiballon, „Bartsch von Sig8selb", der unter Führung des Berliner Privat- »Mteii Dr. S ch r e n k zu einer Forschungssahrt in die Wratosphäre ausstieg, war bereits seit zwei Tagen verschallen. Man hegte die schlimmsten Befürchtungen um das Schicksal der Luftfahrer, die sich nun leider bewahrheitet haben.
Die Höhenfahrt des „Bartsch von Sigsfeld", der mit 9500 Kubikmeter Rauminhalt Deutschlands größter Freiballon ist, erfolgte in Fortsetzung der bisherigen fünf Ballonfahrten, die von Bitterfeld aus während der letzten beiden Jahre zur
Erforschung der Höhenstrahlung in das Grenzgebiet der Stratosphäre unternommen wurden. Die wissenschaftliche Leitung dieser Pioniervorstöße ™ Höhen von zehn Kilometer und darüber batte stets mos. Kohlschütter aus Potsdam, der bekannte -treftor des Geodätischen Instituts, der schon 1914 bei
Der grüßte deutsche Freiballon,
.von Siasfeld", mit einem Rauminhalt von 9500 fort*,™6*»«! der von Bitterfeld aus zu einem Höhen- ist irhi “ .ö ausgcsticacn und seitdem verschollen war, 5ü inh,,“11 der lettisch-russischen Grenze nordöstlich von aufgefimben worden. Die beiden Gondelinsasken fand man tot aus.
einer Fahrt in die Substratosphäre wertvolle Beobachtungen-über Art und Verteilung der heute noch kaum näher erforschten Höhlenstrahlung machen konnte. Mit Unterstützung des Reichsluftsahrtministeriums und der Ballon- und Fliegerortsgruppe Bitterfeld im Deutschen Luftsportverband bereitete nun das Höhenstrahlungs-Laboratorium Potsdam, fast unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit, diese neue Erkundungsfahrt vor. Die Führung übernahm der Privatdozent für Lust- Mhrtfragen an der Technischen Hochschule Charlottenburg, Dr.-Jng. Martin Schrenk, der schon viele Freiballonfahrten erfolgreich durchgeführt hat und als
einer der besten deutschen Ballonführer
gilt. Als seinen Beobachter nahm Dr. Schrenk, der seit fast neun Jahren bei der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt in Adlershof tätig ist, den Bitterfelder Meteorologen Masuch mit. Beim Start waren Wind und Wetter denkbar günstig. Der Ballon gewann schnell an Höhe, trieb in östlicher Richtung ab und war sehr bald in dem leichten Dunstschleier, der unter dem wolkenlosen blauen Himmel hing, den Blicken entschwunden. Seitdem war man ohne jede Nachricht von dem Freiballon
*
Der Ballon „Bartsch von Sigsfeld' hat seinen Namen von einem bekannten deutschen Luftschiffer, dem Hauptmann Hans Bartsch von Sigsfeld vom Luftschifferbataillon. Er verunglückt^ am 1. Februar 1902 bei einer Landung in der Nähe der belgi-
Stabschef RöhmüberSA. und Stahlhelm.
GA. und Nationalsozialistischer
Krontkampferbund (Stahlhelm).
Ein Erlaß des Stabschefs.
Das Presseamt der Obersten SA.-Führung teilt mit:
Bei der Obersten SA.-Führung sind aus allen Gruppenbereichen Beschwerden eingelaufen, wonach die Aufstellung des NSDFB. (Stahlhelm) dem Sinn und dem Wortlaut der Gründungsverfassung nicht entspricht. Danach ist
versucht worden, NSDFB.-Mânner vom Eintritt i« die SAR. I abzuhalten und, soweit sie schon SA.»
Männer waren, wieder zum Austritt zu bewegen.
Vielfach ist der NSDFB. als die Vereinigung dargestellt worden, die allein berechtigt wäre, Frontkämpfer zu erfassen und ihren Geist zu vertreten. Stabschef Röhm hat infolgedessen einen Befehl erlassen, in dem er sich gegen diese Methoden wendet.
Trotz der unfreundlichen Haltung des NSDFB. (Stahlhelm) verbietet jedoch der Stabschef denSA.« Einheiten, mit Einzelaktionen gegen de« NSDFB. vorzugehen. Er weist aber ausdrücklich darauf hin, daß sich Hunderttausende von Frontkämpfern der SA. angeschloffen haben, weil sie den staatlichen Willen der Frontkämpfer und das geistige Erbe der Schützengrabenfront in der SA. am besten verkörpert und in ihr vertreten wissen. Männer allerdings, die sich bereden ließen, nicht in die SAR. I ein- zutreten oder den Austritt aus ihr zu vollziehen, seien für die SA. nicht zu gebrauchen. Sie sollten ausscheiden. Aber cs sei auch gleichzeitig dafür Vorsorge zu treffen, daß sie nie wieder in die SA. ausgenommen werden.
Der SA.-feindlichen Haltung des NSDFB. stell! Röhm die Haltung des Kyffhäuserbundes entgegen, der sich nicht nur durch die Pflege alter
Wirtschaftsabkommen zwischen Italien, Österreich und Angarn.
Mussolini hat in Rom mit den Vertretern Österreichs und Ungarns Abkommen unter- zeichnet, die die seinerzeit geführten italicnisch-östcr- reichisch-ungarischen Wirtschaftsverhandlungcn in die Praxis umsetzen.
Das italienisch-österreichische Abkommen enthält die Einräumung von Präferenzen zugunsten Österreichs für eine beträchtliche Zahl von Industrie- produkten und die Einräumung einiger Zollerleichterungen zugunsten Italiens für eine gewisse Anzahl von Produkten, deren größter Teil typisch italienische Produktion bedeutet. Außerdem ist ein italienisch-österreichisches Abkommen unterzeichnet worden, um den italienisch-österreichischen Durchgangsverkehr durch den Hafen von T r i e st zu entwickeln.
Deutsch-polnische Verständigung.
Der Abschluß der landwirtschaftlichen Verhandlungen.
über den Abschluß der deutsch-polnischen landwirtschaftlichen Verhandlungen wird von den Führungen der beiden Abordnungen ein Bericht herausgegeben, in dem es heißt:
Die Ende April in Warschau aufgenommenen Besprechungen zwischen Vertretern der polnischen landwirt-
schen Meeresküste. Er hatte die Landung planmäßig ausgeführt, wurde aber durch Aufschlag auf den hartgefrorenen Ackerboden getötet. An der Ünglücksstelle hatte man ihm ein Denkmal errichtet, ein zweites auf dem Tegeler Schießplatz, das sich jetzt am Schöneberger Ufer in Berlin erhebt.
Der Ballon, der seinen Namen festhalten sollte, war bei seinem Bau vor sieben Jahren mit seinen rund 10 000 Kubikmetern der größte Freiballon der Welt Jetzt wird er an Größe durch die Stratosphärenballons, die man in den letzten Jahren baute, allerdings erheblich übertroffen.
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Russischer Untersuchungsausschuß.
Zur Feststellung über die Ursachen des Frciballonabsturzes.
Nach einer Meldung aus Moskau haben die Sowjetbehörden unter Führung der Gesellschaft Ossoaviachim einen A usschuß zur Untersuchung über die Ursachen des Absturzes des deutschen Ballons eingesetzt, der bereits nach Sebesch unterwegs ist. In Moskauer Luftfahrtkreisen hat niemand damit gerechnet, daß dieser Ballon so weit abgetrieben werden konnte, sonst hätte die russische Regierung ihre Organe davon verständigt und alle notwendigen Maßnahmen veranlaßt. Ans Sebesch eingetroffene Meldungen lassen darauf schließen, daß die
Katastrophe sich mit großer Schnelligkeit abgespielt hat und so unerwartet für die russischen Behörden kam, daß man im ersten Augenblick der Nachricht von der Katastrophe in Moskau keinen Glauben schenken wollte.
kameradschaftlicher Soldatentradition vewährt habe, sondern der auch in seinem gesamten Verhalten, in seiner restlosen Mitarbeit an den Aufgaben der SAR. II eine Kameradschaft der Frontkämpfer bilde. Die dem nationalsozialistischen Staat wertvolle Dienste zu leisten verspricht. Der Stabschef befiehlt daher der SA., den Kyffhäuserbund in jeder Weise zu unterstützen.
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Strenge Untersuchung im ASDIV.
NachEingang des Materials derObersten
S A. - F ü h r u n g.
Zu dem Erlaß des Stabschefs Röhm betreffs TA. und Nationalsozialistischer Deutscher Frontkâmpferbuud (Stahlhelm) erklärt die Bundesführung des NSDFB. (Stahlhelm), daß sie die Oberste SA.-Führung um Zuleitung des Materials gebeten hat, auf das sich der Erlaß des Stabschefs stützt.
Nach Eingang des Materials wird sofort ein Sonderbeauftragter eingesetzt werden, der unverzüglich die Beschwerdefälle zu prüfen bat. Ergibt die Untersuchung, daß tatsächlich in Einzelfällen entgegen den ausdrücklichen Anweisungen der Bundesführung versucht worden ist, Angehörige des NSDFB. vom Eintritt in die SA.- Reserve I abzuhallen und, soweit sie schon SA.-Männer waren, wieder zum Austritt zu bewegen, so wird gegen den Schuldigen mit aller Strenge vorgegangen werden. Denn ein solches disziplinwidriges unkameradschaftliches Verhalten verstoße gegen die Grundausfassung des NSDFB., wie sie in der Rede des Bundesführers vom 6. Mai in Magdeburg nochmals verpflichtend für jedes Bundesmitglied festgelegt ist.
schaftlichen Organisationen und des deutschen Reichsnährstandes fanden in Berlin ihren Abschluß.
Die Verhandlungen waren getragen von dem Gedanken. daß bei der augenblicklichen Wirtschaftslage in Europa eine Gesundung nur erzielt werden kann auf der Basis der unmittelbaren Verständigung der Vertreter des Bauerntums der beteiligten Länder.
Die polnisch-deutschen Besprechungen ergaben weitgehende ll b e r e i n st i m in u n g der Ansichten und haben dazu geführt, daß den beiderseitigen Regierungen seitens der landwirtschaftlichen Vertreter konkrete Vorschläge unterbreitet werden, wodurch der gegenseitige
Warenaustausch im Interesse beider Gesamtwirtschaften gehoben
werden kann. Es ist insbesondere gelungen, Vorschläge für die Einfuhr polnischen Schnitt- und Rundholzes zu unterbreiten. Außerdem war es möglich, den polnischen Wünschen auf dem Gebiet der Butter- einfuhr im Rahmen der innerdeutschen Marktregelung entgegenzukommen. Andererseits haben die Vertreter der polnischen Landwirtschaft erklärt, ihrerseits dazu beitragen zu wollen daß neben gewerblichen Artikeln auch die Einfu h r von einigen deutschen landwirtschaftlichen Artikeln nach Polen erleichtert wird.
Schützt die deutsche Mutter und ihre Kinder!