M-aer Anzeiger
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Nr. 113 — 1934
Fulda, Donnerstag, 17. Mai
11. Jahrgang
Eisenbahnunglück bei Pforzheim
4 Tote, zahlreiche Verletzte.
Karlsruhe, 17. Mai. (Funkmeldung.) Heute morgen gegen 6.30 Uhr fuhr im Bahnhof Pforzheim eine Rangierlokomotive seitwärts auf den einfahrenden Personenzug 2302 Mühlacker—Pforzheim. Dabei wurden dreiPersonenzugwagen aufgerissen, ein weiterer stark beschädigt. Durch den Zusammenstoß wurden vierReisende getötet und, soweit bisher festgestellt wurde, lOPersonenschwerverletzt. Außerdem gab es eine große Anzahl leicht Verletzter. — Alsbald nach dem Unfall trafen mehrere Aerzte und die Sanitätskolonne Pforzheim zur Hilfeleistung ein. Die Verletzten wurden teils mit dem Krankenauto, teils mit den sonst zur Verfügung stehenden Kraftwagen ins Krankenhaus gebracht. Einige der Leichtverletzten trug man unmittelbar in ihre Wohnung. Der Sachschaden ist nicht unerheblich. Die Untersuchung ist eingeleitet.
Heerschau der Arbeitsfront.
2. Deutscher Arbeitskongreß.
In Anwesenheit des Führers.
Jin Sitzungssaale des Prcutzenhauses in Berlin wurde der Zweite Deutsche Arbeitskongreß in feierlicher Weise eröffnet. Die Gegenwart fast aller führenden Persönlichkeiten des politischen und wirtschaftlichen Lebens bewies eindrucksvoll, welch großer Wandel sich in der Bewertung der Arbeit in Deutschland seit der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus vollzogen hat.
Vor dem Preußenhaus hatte sich eine zahlreiche Menschenmenge angesammelt, die den Führer bei seiner Ankunft mit stürmischen Kundgebungen begrüßte. Der Führer wurde von dem Führer der Deutschen Arbeitsfront, Staatsrat Dr. Ley, in den Sitzungssaal gele-tet und mit einem dreifachen Sieg Heil begrüßt.
' . Der Leiter des Führeramtes der Deutschen Arbeits- stmi und der PO., Pg. Rudolf Schmeer, eröffnete den Meilen Deutschen Arbeitskongretz. Er gedachte zunächst, während die Versammlung sich von den Plätzen erhob, der »mmglücften Bergleute von Buggingen. Weiter teilte tt die von der Arbeitsfront gemachten Stiftungen mit. Hierauf nahm Staatsrat Dr. Ley das Wort zu seiner Rede, in der er einen Überblick über das seit dem Ersten Akbeitssongreß Geleistete gab.
Die Schlußworte Dr. Lehs wurden mit Heilrufen aus Deutschland und auf den Führer ausgenommen. Dann betrat
der Führer,
nachdem er zuvor Dr. Ley mit Händedruck gedankt hatte, das Rednerpult. _ a
Die etwa einundeinhalbstündige Rede Adolf Hltler^ wurde von Beifall häufig unterbrochen. Auch die V e r - tretet ber ausländischen Missionen — in einer Loge hatten Vertreter fast sämtlicher in Berlin Meditierten Mächte Platz genommen - lauschten offensichtlich mit steigender Spannung den Ausführungen des deutschen Reichskanzlers.
Der Eindruck der Rede war gewaltig. Am -schluh sprangen alle Teilnehmer spontan aus und brachen in Heilruse aus.
Parteigenosse Schmeer schloß den zweiten deutschen Arbeitskongretz mit einem dreisachen Sieg Heil aus °en Führer. Der Gesang des Horst-Wessel-Ltedes bildete den Schluß der Veranstaltung. Die Kundgebungen für ocn Führer setzten sich aus der Straße fort.
*
Das Werk eines Jahres.
®ic grotzk Rede Tr Leys auf beni zweiten Arbeitskongretz.
, Aus dem zweiten d e u t s ch e n A r b e i t s - "ng r e ß hielt Dr. Lev eine große Rede. Er be- Wtigte sich zunächst mit der Verhetzung undIr r e- >" n r u n g der deutschen Arbeiterschaft durch den Marrismus und die in seinem Schlepptau sich "eftnbenben Gewerkschaften. Dann schilderte er die ^Organisation der Arbeiterschaft durch den Rational- WiSnutei. Der Nationalsozialismus wählte den
schwierigsten, aber auch den schönsten Weg,
dämlich die sofortige Inangriffnahme der Durchführung n a r i o n a l s o z t a l i st i s ch e n Hochzieles, der Volksgemeinschaft: Arbeitnehmer und Arbeit- ‘ et Zusammenzuführen und die Interessenvertretung « einzelnen Menschen aus eine ganz neue Ebene zu ‘^en; den Gedanken der sozialen Ehre und der An- Mdigkei, in diese Gemeinschaft einzubauen und damit r ganze Volk nach dem Vorbild der Rationalsozmftsir- "Partei zu organisieren.
Adermann hatte erwartet, so führte Dr. Ley aus, i bisherigen Gewerkschaftsmitglieder nach Über» h *c bei Gewerkschaften dyrch uns diese Organisationen teil blassen würden. Dem war nicht so. Im Gegen- gelang uns in kürzester Zeit, das Vertrauen der wert- i„ ?en Masten zu erobern, und es steht einzigartig beschichte da, daß trotz schwerster Erschütte-
?en die Arbeitsfront von fünf Millionen Mit- eevern in einem Fahr auf 23 Millionen Mitglieder
angewachsen ist.
Damit war der Beweis für die Richtigkeit unseres Weges erbracht und der Erfolg gesichert.
Dr. Ley sprach dann von dem Chaos der Verbände und dem Durcheinander der Kassen, das beseitigt werden mußte. Es gelang uns, so führte er aus, in kurzer Zeit Ordnung zu schassen. Es wurde scharf zwischen der kastenmäßigen Führung der Verbände und den Wirtschaftsunternehmungen unterschieden.
In nicht ganz drei Monaten waren die Schulden der Verbände abgetragen und bereits neue Bankguthaben angelegt. Dabei waren alle Leistungen, die die Gewerkschaften seit der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus nicht mehr gezahlt hatten, rückvergütet worden.
Bankrotte Wirtschaftsunternehmungen wurden wieder in Gang gesetzt, damit die Belegschaften nicht arbeitslos wurden. Überall setzte neues Leben ein, neue Hoffnung und neues Vertrauen. Es genügte uns jedoch nicht, Ordnung in die vorhandenen Verbände zu bringen und die Verbände zu einem Einheitsverband zusammen- zuschließen, sondern man mußte sich vor allem Gewißheit darüber verschaffen, ob diese neugebildete Arbeitsfront nicht nur auf dem Papier stand, sondern sich auch bereits im Lande Vertrauen erworben hatte.
So rief ich denn zu großen Kundgebungen auf, die von der NSBO. durchaeführl wurden. Was wir hier erlebten,
Der Führer vor dem Arbeitskongretz.
war ungeheuer und groß Aber immer wieder tauchten Vorwürfe auf, daß sich unsere Gegner, die Marxisten und die Christlichsozialen, in der Deutschen Arbeitsfront einen Unterschlupf für ihre gegenrevolutionären Absichten suchen könnten. Ich persönlich glaubte nich' daran: aber das genügte nicht. Wie konnte man sich hierüber Gwißheil verschaffen? Es gab nur einen Weg:
Man mußte dem Arbeiter persönlich gegenüberstehen und ihm ins Auge schauen.
und zwar dort, wo er ein freier Mann ist, an der Arbeitsbank. Deshalb machte ich Betriebsbesichtigungen in allen Teilen Deutschlands. Mehrals 79 00 0 M e n f che n gabichdie.Hand: etwas anderes batte ich ihnen nicht zu bieten. Und cs war bewunderswürdig und groß, daß mich nicht ein einziger Arbeiter nach Lohn und Taris fragte.
Das Werk wäre nur halb geschossen worden. wenn es nicht gelungen wäre,
auch den Unternehmer in seiner überwältigenden
Mehrzahl dieser Gemeinschaft zuzuführen.
Wir Nationalsozialisten sahen und sehen die Ausgabe einer wahren Revolution in der völligen Umgestaltung der Menschen. Es genügte nicht, sich über den Unverstand mancher Unternehmer zu erhitzen und zu schimpfen, sondern es war unsere Aufgabe, genau so, wte
beim verhetzten Arbeiter, unser Erziehüngswèrk am Unternehmer mit derselben Liebe und derselben Ausdauer durchzuführen.
Der Unternehmer ist und soll »ach dem Willen bei
Gesetzgeber wiederum der Herr im Hause sein,
jedoch würde dieser Herrenstandpunkt. falls er nach libera- listifchem Prinzip falsch verstanden worden wäre, verheerend, ja geradezu tödlich gewirkt haben.
Es geht nicht an, daß man von einem Teil Opfer verlangt, während der andere Teil große Dividenden ausschüttet und ebensowenig geht es an, daß man aus Schwäche und Feigheit den Lohnforderungen immer wieder nachgibt und schließlich die Existenz des Betriebes gefährdet.
Dr Ley sprach dann eingehend über die Schaffung, die Organisation und die Gliederung der Arbeitssront, die dem Vorbild der Gliederung der NSDAP, entspricht. Er führte über die
erzieherischen und volkswirtschaftlichen Ziele der Arbeitsfront
n. a. aus: Deutschland wird dann wieder seine Weltgeltung in wirtschaftlicher Hinsicht erobern, wenn es ihm gelingt, höchste Qualitätsarbeit zu schaffen. Das verlangt ober, den Deutschen zum besten Facharbeiter auszubilden. Die Deutsche Arbeitsfront will diese hohe Aufgabe dadurch lösen, daß sie einmal das Berufsschulwesen für die Jungarbeiter auf neue Grundlagen stellt, zum anderen dadurch, daß sie für den größtmöglichen Austausch der Arbeiten unter den deutschen schaffenden Menschen sorgt.
Zum Schluß entwarf Dr. Ley ein Zukunftsbild: Die Deutsche Arbeitssront wird ihre neue Organisationsform bis spätestens I. Oktober restlos durchgeführt haben. Alsdann gibt es keine Arbeiter-, keine Angestellten- und keine Arbeiterverbände mehr, sondern jeder Deutsche gehört entweder in die Partei oder in die Deutsche Arbeitsfront. irgendwo in Deutschland zu einem Block, der von einem Blockwart geführt wird und in dem festgestellt werden kann, ob er anständig oder unanständig denkt und handelt.
Damit ist die Möglichkeit geschaffen, den Ehrbaren vom llnehrbarcn, vom Schieber und Gauner zu unterscheiden.
Es ist heute noch gar nicht abzusehen, welche ungeheure Folge ixe Schaffung dieser neuen Formen unseres Gesellschaftslebens und unseres sozialen Lebens überhaupt haben werden. Die Deutsche Arbeitssront wird alsdann, geführt von der Partei, die Gemeinschaft bilden, das Gewissen der Menschen schärfen, sie zur Anständigkeit und Ehre erziehen und sie einfach nicht mehr loslassen.
Es wird keiner mehr sagen: Ich stehe über den Parteien, ich verhalte mich neutral, sondern es wird jeder, der in Deutschland lebt, gezwungen sein, an dem Aufbau unseres Staatslcbcns, unseres Wirtschafts- und Gescll- schaftslcbcns mitarbeiten zu müssen.
Rettungslos deutscher Seeleute.
Besatzung eines französische» MarincwafferflugzcugeS gerettet
Ein französisches Marinewasserflugzeug mit vier Mann Besatzung, das in D ü n k i r ch c n aufgestiegen war, um zusammen mit dem Kreuzer „Colbert" und einigen anderen Wasserflugzeugen M a n ö v e r durchzuführen, ist südlich von Dünkirchen ins Meer gestürzt.
In der Nähe der Absturzstelle befanden sich mehren Schiffe, darunter auch der deutsche Dampfer „D r c s = d e n". .
Wie das französische Marineministrrium mitteilt, iß die Besatzung des Flugzeuges von dem deutschen Dampfer „Dresden" gerettet worden.
Heute vor einem Jahr...
hielt Reichskanzler Hitler seine große Rcichstags- rebe für Frieden und Recht gegen die Genfer Un- rechtpvlitik, forderte u. a. allgemeine Abrüstung, Gleichberechtigung und Sicherheit und lehnte Vie Verewigung der Disqualifizierung Teutfchlands wie auch alle Drohungen ab.
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