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& ä'ä Tageblatt für Ryön uns Vogelsberg ^tes&'SinSKt&s

SSL j&SU£: NL Zul-a- unS Haunetal.Zul-aer Kreisblatt WAS S W5&T®» «Lr Langemack, Fulda, Konigstr. 42. Vertreter des / V auf Rachlag.DA." 1000. Verantwort!, für den

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Nr. 121 1934

Fulda, Montag, 28. Mai

11. Jahrgang

Deutsches Recht.

SeMes Recht die Grundlage deutscher Politik.

DieAufqaben der Akademie für Deutsches Recht.

Anläßlich der Arbeitstagung der Akademie für Deut­sches Recht aus Anlaß der einjährigen Wiederkehr des Gründungstages der Akademie in München, äußerte sich der Präsident der Akademie, Rcichsjustizkommifsar Doktor Frank, über die bisher geleistete Arbeit der Akademie und über die rechtliche Bedeutung der Saarfrage.

Die Akademie habe die unpolitische und letzten Endes -och politische Aufgabe, so betonte der Reichsjnstiz- kommissar, dem deutschen Recht

das Fundament in die kommende Zeit hineinzubauen. Man könne heute schon sagen, daß die Arbeiten der Ausschüsse aus den oordriuglichen Rechts­gebieten abgeschlossen seien und demnächst die Grundlage für die gesetzgeberische Arbeit der Reichsregierung bilden würden. Das Wirken der Akademie, so betonte der Rcichsjustizkommifsar weiter, sei

ein Friedensinstrument.

Das deutsche Volk sei sich seiner Verantwortung vor der Geschichte der arischen Menschheit bewußt.Die Akademie beschränkt sich nicht aus einzelne Rechtsgebiete, sondern verfolgt die Totalität des ganzen Rechts und hat bereits die Einheit des deutschen Rechtsstandes mit geschaffen." Reichsjustizkommissar Dr. Frank ging dann ans

die Saarfrage ein und zitierte die Worte des französischen Minister­präsidenten Doumergue, der kürzlich die Saarfrage als eine b e än g st i g e n d e Frage bezeichnet habe.

Wir können, so betonte er. im Vertrauen aus das

Das größte Autorennen Deutschlands.

Die Motorschlacht auf der Berliner Avus.

Auf der Automobilverkehrs- und -übungsstratzc der Reichshauptstadt, der Avus, wurde das von der Obersten Nationalen Sportbehörde für die deutsche Kraftfahrl veranstaltete 9. Internationale Avusrennen 1934 für Rennwagen mit phantastischen Geschwindigkeiten aus­getragen. ,... ,

Das sensationellste Autorennen Deutschlands bildete nicht nur für die Sportbegeisterten, sondern darüber hin­aus für alle Berliner und Deutschen den Mittelpunkt des Gesprächs. Waren doch zum erstenmal wieder seit Fahren deutsche Firmen, zum Teil mit voll kommenen Neukonstruktionen, angetreten, um den in vielen internationalen Kämpfen erprobten ausländischen Maschinen und Fahrern als ernste uni harte Konkurrenten entgegenzutreten.

Aber nicht minder groß war das Interesse des Auslandes,

denn neben allen deutschen Sendern hat der größte Teil der ausländischen die Sendung vom Rennen über­nommen, die auch in französischer, englischer und italie­nischer Sprache in alle Gegenden der Welt hinausging. Aus ganz Deutschland, selbst aus dem Ausland waren Zehntauscndc von Sportbegeisterten gekommen, um diesen einzigartigen Kamps der Maschinen mitzuerleben Für das Rennen waren alle nur erdenklichen Sicher hcitsmaßnahmcu getroffen worden.

Um vor allen Dingen die Zuschauer nicht von ausbrechen den Wagen gefährden zu lassen. Drei Schutz zäune kvaren längs um die Bahn gezogen. Etwa 1 5 006 SA.-Männer und Mitglieder der RSKK. waren ein= gesetzt, um den Ordnungs- und Absperrdienst zu versehen, »einer waren über die etwa zehn Kilometer lange Streckc 500 Ärzte und Sanitäter

derteilt, um bei etwa vorkommenden Unglücksfällen sofort umgreifen zu können. Etwa eine halbe Stunde vor den

2 Uhr angesetzten Startbeqinu sand am Startplatz in Gegenwart sämtlicher Fabrtteilnebmer

eine feierliche Flaggenparade

Wüt. Nacheinander gingen die Fahnen der sieben betet Wen Nationen an den Masten hoch, und das Dentsch- Ww und das lwrst Wessel-Lied beschlossen die kurze ein Wenbe Feier '

Unter den Ehrengästen

Mm Avusrennen erschienen waren, sah man u. a Mekanzler von Papen, die Minister Freiherr von Eltz- ^uvcnach, von Blomberg, Dr. Goebbels, Heß, Selbst ®bef der Heeresleitung. General von Fritzsch "^ichsstatthalter Ritter von Epp und Murr, bk ^.W^ntnifter Kerrl, Esser, Wagner, die Staatssekretäre h » von Bülow Königs, Funk. Milch Dr Ohne- x.B- Körner. Grauert. Feder, der Generalinspekteur für Straßenbauwesen, Dr. Todt, der Führer bei Arbeitsfront Dr Lev, der Reichsjugendsübrei der «ir.}1on Schirach, die Oberpräsidenten Lutze und Kube. " ^'chspressechef der NSDAP., Dr. Dietrich, Gruppen

Rechtsempfinden der großen europäischen Völker an dieser Frage nichts Beängstigendes finden, und zwar deshalb, weil das Saargebiet deutsch ist und deutsch bleiben wird, wie es immer war.

Ich möchte erklären", so betonte Reichsjustiz- kommissar Dr. Frank abschließend.daß die deutschen Juristen gerade jetzt mit immer mehr Nachdruck dem Führer treu zur Seite stehen in seinem schweren, aber aussichtsvollem Ringen um die deutsche Freiheit. Das deutsche Recht bildet die Grundlage der deutschen Politik!"

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Reichsbauernführer und Reichsminister für Ernäh­rung und Landwirtschaft R. Walther Darrè hat der Akademie für Deutsches Recht zu ihrer Arbeitstagung folgendes Geleitwort gcwidniet:Die Wiedererweckung und Neuschaffung eines wahrhaft deutschen Rechts ist eine der vornehmsten Aufgaben tm national­sozialistischen Staat. Im Dienste dieses hohen Zieles wird die Akademie für Deutsches Recht das deutsche Bauerntum, dessen jahrhundertelange Sehnsucht damit in Erfüllung geht, stets an ihrer Seite finden."

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Jm Verlauf der zweiten Arbeitstagung der Akademie für deutsches Recht gab u. a. Professor Dr. Bruhns einen Bericht über die Arbeiten des Ausschusses für Völkerrecht. Er führte den Nachweis, daß durch den Vorfriedensvertrag von 1918 das Recht Deutschlands auf das Saargebiet ausdrücklich anerkannt worden sei. Präsident Wilson habe erklärt, daß Frankreichs An­spruch auf das Saargebiet in Widerspruch stehe mit den zum Vertragsgegenstand erklärten 14 Punkten. Jede Entscheidung des Völkerbundsrates, die nicht die un­eingeschränkte Souveränität des Deutschen Reiches über das rein deutsche Saargebiet wieder­herstelle, sei ein R e ch 1 s b r u ch.

Tuorer Weiß, der Führer des deutschen Kraftfahrsports, Hübnlein, Reichssportführer von Tschammer und Osten, zahlreiche Vertreter des Diplomatischen Korps und andere

Mercedes-Benz nicht beim Rennen?

Noch vor Beginn des ersten Rennens löste eine Sensation großes Bedauern bei allen Besuchern des Rennens aus. Mercedes-Benz, die im zweiten Rennen drei Wagen mit Fahrern von Klasse gemeldet hatten, zogen ihre Wagen aus dem Rennen zurück.

Bei den Vorbesprechungen anläßlich der Durchführung des Avusrennens batte die Daimler-Benz A.-G. bereits darauf hingewiesen, daß es s r a g l i ch sei, ob ihre Wagen zum festgesetzten Termin r e n n s e r t i a sein würden. Die

Die Konkurrenten: Beuron (links) und Burggaller.

Versuchsfahrten ergaben gute Resultate. ES wurden G 1 - schwindigkeiten bis zu 300 Stnndenkilo - m e t e r in der Geraden und Rundendurchschnitte unter fünf Minuten erzielt. Am letzten Tage traten Schwierig­keiten in der Benzinförderputupe aus, welche trotz größter Anstrengungen nicht mehr rechtzeitig behoben werden konnten Die Leitung der Daimler-Benz A.-G mußte daher den bedauerlichen Entschluß fassen, sich am Avusrennen nicht zu beteiligen.

Frankreich siegt im ersten Rennen

Dann begann das erste Rennen, in dem 16 Fahrer starteten, die die Nationen Deutschland, Frankreich, Italien und die Tschechoslowakei vertraten.

In dem Rennen fuhren die Wagen bis 1500 Kubik Zentimeter: sic hatten zehn Runden = 196,561 Kilometer zurückzulegen. Sämtliche Runden führte der F ranz o f e V eyron aus Bugatti. Ilim folgten in den ersten Run den der Deutsche Burggaller auf Bugatti und der Tschechoslowake Soika, der jedoch nach der sechsten

Runde ausfiel. Schon in der ersten Runde beim 5,5 Kilo­meterstein gab der erste Wagen auf. Ihm folgten bald weitere Kampfgenossen, so daß schließlich in der letzten Runde nur noch sechs Wagen übrigblieben.

Beuron brauchte für die 196 Kilometer lange Strecke

1 Stunde 4 Minuten und 36 Sekunden, er fuhr also 182,7 Stundenkilometer Durchschnittsgewindigkeit.

Ihm folgte nach 33 Sekunden der Deutsche Burg- a a l l e r auf Bugatti mit 1 Stunde 5 Minuten 9 Sekunden und als Dritter der Italiener Graf Castelbaroc auf Maserati mit 173,6.

Eine kleine Sensation gab es noch in der letzten Runde in der Nordkurve.

Zwischen den Deutschen Simons auf Bugatti und 3 o r k auf M.G. entwickelte sich in der Nordkurve bei der

Das Phantom der Schnelligkeit.

Einer der neuen deutschen Rennwagen bei seiner rasenden Fahrt auf der Avus, dem Schauplatz des großen inter­nationalen Automobilrennens.

letzten Runde ein erbitterter Kampf. Fork ließ seinen Landsmann an der Kurve nicht vorbei, konnte aber nicht verhindern, daß in der Geraden bis zum Ziel, also in ungefähr 800 Meter, Simons ihn überholte und mit knapp fünf Metern vor ihm durchs Ziel raste. Der Führer des Deutschen Kraft­fahrsports überreichte dem Sieger einen Lorbeerkranz.

Unter den Klängen der Marseillaise ging am Sicgcs- mast die Trikolore hoch.

*

Momberger fährt im zweiten Rennen die schüeliste Runde mit über 225 Giundenkiiometer.

Kurz vor Beginn des zweiten Rennens der schweren Wagen über 1500 Kubikzentimeter, das über 15 Runden mit insgesamt 294,426 Kilometer führte, ging ein starker Platzregen mit Hagelschauern nieder, der die Bahn un­angenehm glatt machte. Pünktlich um 4 Uhr wurde das Rennen von Obergruppenführer Hühnlein gestartet, und elf Fahrer nahmen den Kampf auf.

Haus Stuck auf Auto-Union setzte sich sofort an die Spitze, unb es gelang ihm trotz des Regens, schon in der ersten Runde einen Durchschnitt von 206 Kilometer zu erreichen. Ihm folgten die drei Scu- deria-Ferrari-Fahrer Chiron, Varzi und Moll auf Alfa Romeo, erst dann kam Nuvolari auf Mase­rati. Stuck hielt bis zur zehnten Runde seine Position, während Chiron in der sechsten Runde von Moll über­holt wurde.

Das Rennen spitzte sich nunmehr zu einem Zweikampf zwischen Auto Union und Alfa Romeo zu.

Als erster gab der Italiener Siena auf Maserati aus, dann mußte auch Prinz L e i n i n g e n in der sechsten Runde auf Auto-Union wegen Kühlwasserverlust die Bahn verlassen. Der Amerikaner Peter b c Paolo auf Miller gab kurz danach ans, und auch Chiron kam wegen Defekts aus dem Rennen.

In der zehnten Runde fiel die Entscheidung. Stuck und Momberger (Auto-Union) als Erster bzw. Dritter mußten Reifenwechsel vornehmen und tanken. Stuck hatte dann gleich daraus in der elften Runde Kupp lungsdefekt, und auch Momberger mußte noch zweimal am Ersatzteillager halten. Inzwischen hatte M o 11 die Spitze übernommen und raste mit gesteigerter Geschwin digkeit um die Bahn.

Nachdem Stuck die zehnte Runde mit 210,3 Stunden tilometer zurückgelegt hatte und Momberger in der neunten Runde die beste Rundenzeit des Tages mit 225,843 Stundenkilometer erzielt hatte, wurde keine dieser Geschwindigkeiten jemals wieder erreicht.

Moll war aber nicht mehr zu schlagen. Auch V a r z i hatte seine zweite Position vor Momberger behauptet, während Stuck in der zwölsten Runde die Weiterfahrt einstellte.

August Mombergers Leistung muß hoch cingcschätzt werde», denn fein knapper dritter Platz ist höchst ehrenvoll für Deutschland.

Sie Zeiten der drei Sieger waren: 1. M o 1 1 auf Alfa Romeo 1 :26 :03 (205,3 Stundenkilometer); 2. Achille Varzi auf Alfa Romeo 1:27:30 (201,8 Stundcnkilo meter); 3 August Momberger- Berlin auf Auw- Union 1 27: : 48,6 (201,1 Stundenkilometer) Nack, ^ailus des Rennens nahm Obergruppenführer H ü h n 1 c i n der Führer des deutschen Motorsports, die Preis verteiluna vor. Unter den Klängen der i t a I i e n i s ch e n Nationalhymne überreichte er den beiden Erst placierten Moll und Varzi, wertvolle Ehrenpreise, und als M o m b e r g e r die Glückwünsche seines Führers ent geaennehmen tonnte, erscholl von allen Seiten st ü r Mischer Beifall.