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Nr. 122 — 1934
Fulda, Dienstag, 29. Mai
11. Jahrgang
Sachsen huldigt dem Führer.
Adolf Hèiler in Dresden.
Zehntausende jubeln dem Führer zu.
Als sich der Führer bei seinem Aufenthalt in Dresden zur Eröffnung der Reichstheatcrwochc in die Staatsoper begab, fuhr er am Spalier einer sich Kopf an Kopf drängenden Menschenmenge vorbei.
Er begrüßte auf dieser Fahrt ganz besonders die Kriegsverleyten, die sich in langer Reihe auf dem Adolf-Hitler-Platz eingefunden hatten. Die Menschenmenge hatte, obwohl es langsam anfing zu regnen, standgehalten und begrüßte den Führer enthusiastisch.
In der Staatsoper
wurde der Führer offiziell von Reichsminister Dr. Goebbels empfangen und in die große Mittelloge geleitet. Neben dem Führer nahmen die Reichsminister Dr. G o e b- b e l s, v. Blomberg und Gürtner Platz, ferner Reichsstatthaller Mutschmann und Ministerpräsident v. K i l l i n g e r.
Das Publikum begrüßte den Führer, als er in der Loge erschien, mit Händeklatschen. Reichsminister Dr. Goebbels nahm sodann das Wort zu seiner großen Rede, an deren Schluß er die Neichstheaterfestwoche in Dresden für eröffnet erklärte. Dann begann in dem festlich gestimmten Hause die erste Vorstellung der Theater- festwoche „Tristan und Isolde" von Richard Wagner.
Um den ganzen Adolf-Hitler-Platz herum harrten auch mährend der Porstellniig viele Tausende geduldig aus, um den Führer beim Verlassen des Opernhauses zu scheu.
Ursprünglich war geplant, daß er um 23 Uhr nach dem zweiten Akt von „Tristan und Isolde" sich ins Rathaus zum Empfang der Stadt Dresden begeben sollte. Angesichts des hohen Standes der Aufführung im Opernbaus entschloß sich der Führer jedoch, der Aufführung bis zum Schluß der Vorstellung beizuwohnen. In der Pause nach dem zweiten Akt begab sich der Führer
denHalkog des Opernhäuser. '2llë bic ^len
een Führer erkannte, halfen keinerlei Absperrungen mehr
Ein gewaltiger Mcnschcnstrom überflutete von allen Leiten die Sperrketten, rif; sie weg und spülte sic fort, und nach einigen Minuten mar der ganze Adolf Hitler-Plan vor dem Opernhaus ein brodelndes Mcnschenmcer, <m§ dem immer wieder begeisterte Heilrufe emporstiegen.
Der Führer grüßte immer wieder die Bevölkerung, deren Begeisterung keine Grenzen mehr kannte. Als der Führer sich dann anschickte, den Balkon wieder zu verlassen, stieg aus der Menschenmenge — niemand weiß, wer cs begann — urmächtig das Deutschlandlied emvor und dann das Horst-Wessel-Lied. Erst nachdem der Führer sich längst wieder ins Opernhaus zurück- begeben hatte, gelang es, langsam
die ins Riesenhafte angewachsene Menschenmenge etwas zurückzudrängen und die Absperrungen wieher« derzustellen, damit die ungebinderte Abfahrt der Gäste des Opernhauses ermöglicht werden konnte.
Inzwischen nahm die Oper „Tristan und Isolde" mit dem dritten Akt ihren Fortgang. Am Schluß spendete der Führer, der der ganzen Vorstellung mit sichtlichem Jnter- cise gefolgt war, den Künstlern lebhaften anhaltenden Beifall, dem das gesamte Haus folgte.
Sodann begab sich der Führer trotz der späten Stunde
— es war schon %2 Uhr nachts — noch auf die Bühne
Neue Genfer Gespräche.
Die „Abrüstungs"-Besprechungen haben begonnen. - Eine „unverhohlene" Aussprache zwischen Barthou und Simon. - Deutschland, der Sündenbock.
In Genf sind sämtliche Teilnehmer an den Tagungen, darunter Sir John Simon, Barthou, Norman Davis, Litwinow und Baron Aloisi, eingetrosfcn- Die oerschie- deneu Abordnungen, insbesondere die französische und ^uglischc, zahmen sofort miteinander Fühlung.
Zwischen den Vertretern Deutschlands, J ta« lens und Frankreichs hat bereits unter Bermitt- hing des Barons Aloisi einer Besprechung über die S a a r a b st i m m u u g stattgefunden.
In der ersten Sitzung des Präsidiums der Ab- r ü st ii n g S k o n f e r e n z wurden keine bemerkenswerten Beschlüsse gefaßt. Henderson erstattete Bericht über
seit der letzten Präsidiumssitzung Anfang März ein- Betretene Entwicklung der Abrüstungsverhandlungen. $m Anschluß Daran wurde hinsichtlich des Verfahrens zunächst "ui beschlossen, eine allgemeine Anssprache im Hauptaus- awf? zu eröffnen. Je nach der Gestaltung dieser Aussprache wird zu einem späteren Zeitpunkt das Präsidium etnem zusammentreten, um weitere Maßnahmen zu beraten.
, .Hu der Sitzung des Präsidiums der Abrüstung-» di„ >cni bemerkte Henderso n zum Schluß: „Über
3 it f u n f t der Konferenz sind zahlreiche Er ein, ^" ™ Umlauf gesetzt worden, darunter einige, dic wo» besajtistischen Charakter zu haben scheinen. Ick anä^" hoffen, daß das Präsidium einmütig dem Haupt- ben»- ""belegen wird, daß der Ernst der Lage mehr unser ’m“ "beugsame Entschlossenheit fordert, Bemühungen zur Herbeiführung einer Konvention "km der Konferenz erteiltest Auftrage fortzusetzen.'
des Dresdener Opernhauses, um allen Mitwirkenden herzlich für das Zustandekommen dieser einzigartigen
Vorstellung zu danken.
Unter den Heilrusen des Bühnenpersonals verließ der Führer das Opernhaus, bestieg seinen Wagen und fuhr die dichtgedrängte Menschenmasse entlang, die trotz der vorgerückten Stunde und des unfreundlichen Wetters den Adolf-Hitler-Platz in dichten Reihen um-
Der Reichskanzler auf der Rcichsthcatcrfcstwochc.
Die erste Reichstheaterie st woche wurde in der Dresdener Staalsover mit einem großen Festakt eröffnet, dem auch Reichskanzler Adolf Hitler beiwohnte. Unser Bild zeigt den Führer in der Ebrenloge der Dresdener Staaisoper während dieser Feierlichkeit.
schloffen hielt. Anschließend begab sich der Führer mit den Herren seiner Begleitung unmittelbar ins Hotel zurück.
Nach der Vorstellung im Opernhaus fand im Rathaus, vor dem etwa 3 0 0 0 Amtswalter Aufstellung genommen hatten, ein Empfang statt, zu dem Oberbürgermeister Zörner eingeladen hatte, und an dem mit Ausnahme des Führers und der Reichsminister fast alle Ehrengäste tcilnahmen.
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Der Reichskanzler besucht die Jnsantcricschule Dresden.
Berlin. Reichskanzler Adolf Hitler stattete, begleitet von Reichswebrminkster Generaloberst von Blomberg und dem Chef der Heeresleitung, General der Artillerie Freiherr von Fritsch, der Jniamericschulc Dresden einen Besuch ab. Nach dem der Reichskanzler mit großem Interesse dem Dienst beb gewohnt haue, richtete er eine Ansvrachc an Die Wanenschiiler Anschließend verbrachte er noch längere Zeit im Kreise der Offiziere und Fähnriche der Iniamcrieichnlc.
Die Auseinandersetzung zwischen Barthou und Simon.
Paris, 29. Mai. (Funkmeldung.) Die ersten Verhand- lungen in Genf sind nicht zu Gunsten Frankreichs ausgefallen Die kühle Aufnahme, die der französische Außenminister in den verschiedensten Kreisen gefunden hat, war sogar so deutlich, daß man in der Pariser Preye nicht umhin konnte. diese Tatsache besonders heroorzuheben. Eine allgemeine Mißstimmung, drei sich besonders gegen den englischen Außenminister, dann aber auch gegen den Vorsitzenden der Abrüstungskonferenz, Henderson. richtet, macht sich in der großen Presse bemerkbar wo man versucht, sich mit Händen und Füßen gegen den Vorwurf zu wehren. Frankreich allein trage die Verantwortlichkeit an dem kläglichen Stand der Abrüstungskonferenz. T>ie Erklärungen, die Henderson am Montag abgegeben hat, haben in französischen Kreisen selbstverständlich eine gewisse Erbitterung hervorgerufen, weil er in nicht mitzzu- verstehend« Deutlichkeit darauf hinwies, daß Frankreich durch seine Note vom 17. April seine Politik geändert habe. Barthou habe sich dann veranlaßt gesehen, Henderson zu antworten, um die angebliche Kontinuität der französischen Politik seit Briand zu verteidigen. Auch die Pariser Blätter wehren sich gegen den Vorwurf eines Frontwechsels, obgleich sie gelegentlich der Bekanntgabe, der französischen Note vom 17. April unterstrichen hatten, daß Frankreich unter Barthou eine neue Politik einschlage. Gairz befoiv he« hebt man in her Pariser MÄrgenvä die Unter- sehnn 9 Barthaus mit Simon hervor. Diese
darauf hinwies, daß Frankreich April seine Politik geändert habe.
Unterredung soll zeitweise sehr heftig gewesen sein, und der englische Außenminister soll sich nicht gescheut haben, Barthou an die Verantwortlichkeit zu erinnern, die Frankreich mit seiner Haltung auf sich nehme. Barthou habe Simon erklärt, daß er, falls Simon seine Vorwürfe in der öffentlichen Sitzung wiederholen sollte, ebenfalls dazu Stellung nehmen würde, um zu beweisen, daß nicht Frankreich, sondern Deutschland (!) die Verantwortung für das Mißlingen der bisherigen Bemühungen trage. In französischen Kreisen in Genf aber scheint man sich über die wenig beneidenswerte Lage Frankreichs klar geworden zu sein. Die großen Blätter weisen auf die für Frankreich wenig sympathische Atmosphäre hin, die es in Genf angetroffen habe. Ueber den Ausgang der gegenwärtigen Unstimmigkeiten herrscht allgemeine Ungewißheit. Man hofft jedoch, daß wenigstens heute einiges geklärt werden wird. In diesem Zusammenhänge weift man besonders auf die Erklärung hin, die der russische Außenkommisiar Litwinow abgeben wird. Die beabsichtigten Vorschläge des amerikanischen Vertreters Norman Davis hält man dagegen für zu weitläufig, als daß sie als geeignete Verhandlungs- grundlage betrachtet werden könnten.
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London, 29. Mai. (Funkm.) Wie bei Genfer Reuter- Vertreter meldet, hat bei der gestrigen Zusammenkunft zwischen Simon und Barthou, die auf Ersuchen des französischen Außenministers stattfand, der letztere, der von Marineminister Pietri begleitet war, im Namen des ganzen französischen Kabinetts gesprochen. Es verlautet, daß bei der Unterredung sehr deutliche Worte gesprochen seien. Es habe einen ganz unverhohlenen Meinungsaustausch über die jetzige Lage der Abrüstungskonferenz und die in der letzten Zeit von Großbritannien und Frankreich gespielte Rolle gegeben.
Ueber die gestrige Sitzung des Büros der Abrüstungskonferenz sagt der Genfer Times-Vertreter, Barthous Erklärung, daß Frankreich seit Beginn der Konferenz immer dieselbe Haltung eingenommen habe, solle offenbar eine Antwort auf Hendersons Bemerkung über die Wirkungen der französischen Note vom 17. April darstellen, durch die die unmittelbaren Verhandlungen zum Abschluß gebracht wurden. Die geslrigM mageren Beiträge zu den Beratungen des Büros erregten bei mehreren Abgeordneten Mißfallen. Selbst der britische Vertreter schien nach Schluß der Sitzung über das Ausbleiben jeder bestimmten Aeußerung seitens Frankreichs alles andere als befriedigt zu sein.
Kurze politische Nachrichten.
Der Reichsverweser des Königreichs Ungarn, Admiral von Horthy, bat dem preußischen Ministerpräsidenten und Neichslustfahrtminister Hermann Göring anläßlich dessen Anwesenheit in Budapest das Groß- kreuz des Ungarischen Verdien stkreuzes verliehen. $
Für die Teilnehmer an den Seefahrten der NSG. „Kraft durch F r e u d e" in der Nordsee und in der Ostsee ist ein verbilligter Funkdienst „W ochcnend- s u n k" eingefüüri worden. Wochcnendfunktelcgramme sind während Der ganzen Fahri zugelassen in Richtung von See nach Orten in Deutschland.
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Der deutsche Botschafter in Rom bat int Namen des oeutschen Luftfahrtministers General Göring Dent italienischen Staatssekretär tm Luftsahrt- ministerium General Valle einen Ebrendolch überreicht, um ihm die Svmpathie und die kamcradschasiltcheii Gefühle der deutschen Luftfahrt für Die italienischen Flieger zu bezeugen.
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Der Rat Der Volkskommissare der Sowjet uni o n und der Hauptvollzugsausschuß der Kommunistischen Partei haben durch eine Verordnung die Preise für Brot, das auf Lebensmittelkarten verknust wird, erhöht. Gleichzeitig wurde beschlossen, die Löhne für die gesamte Sowjetunion um 650 Millionen Rubel zu erhöhen. Die Preissteigerung für Getreide wird damit begründet, daß Die Landwirtschaft ihre Kosten decken müsse.
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Wie amtlich mitgeteilt wird, mußte der [t c £1 v e r = tretende Krcislciter D e s N S D F B. iS t a h i beim), Wilhelm Westphal, in Eutin in Schutz ha ft genommen werden. ivcil er über Reichsminister Dol-or Goebbels unwahre Behauptungen aufgestellt hatte, die geeignet sind, das Ansehen des Ministers zu schädigen.
Deulschland erringt den ersten Preis
beim internationalen Plakat- Wettbewerb.
In Dem internationalen Wettbewerb für uns beste Berkehrs Wcrbungs Plakat, der anläßlich der zur Zeit in Paris tagenden Gcncra!vcr,amm lung des Conseil Central du Tourismc International ab gehalten wurde, erhielt Deutschland den ersten Preis.
Der Preis, der aus einem von König ^uad von Ägypten gestifteten wertvollen goldenen Pokal besteht wurde Deutschland zuerkannt für das von dem Münchener Maler J. Wierz entworfene Werbeplakat der Reichsbahn zentrale für den Deutschen Reiseverkehr für die Passiv ns spiele in Oberammergau 1934. An dem Wettbewerb bc- teiligten sich zehn Nationen. Dcit z w e i t e n P r e i s er hielt Holland, den dritten Österreich.