S E-ZSMS «N«** für RN» und v-g-I-b-v $&BS6ète£B M» und §uunetot.$uldMt Krtisbln« Hauptschristleiters: Fr. Ehrenklau, Lauterbach H. Reüaktion und Geschäftsstelle: Konigstraße 42 ❖ Zernfprech-^nschluß Nr. 2989
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Nr. 125 — 1934
Fulda, Freitag, 1. Juni
11. Jahrgang
Deutschlands 18.
„Heiß Flagge!"
Die alte Glocke der „M oltke" am Berliner Skagerrak-Tag.
Der Slägerrak-Tag wurde besonders in der Neichs- yauptstadt und in den Marinestandorten zu einem feierlichen Gedenken an die ruhmreichste Leistung der deutschen Flotte im Kriege gegen einen an Zahl und Kampfkraft weit überlegenen Gegner In den genannten Orten waren Teile der Reichsmarine zu den Feiern erschienen. In Berlin gestaltete sich der traditionelle Aufmarsch der Llagerrak Wache zu einer herzlichen Kundgebung der Bevölkerung für die Reichsmarine
Zuw ersten Male sand bei dieser Gelegenheit in der Reichshauptstadi eine feierliche Flaggenparade ans dem Llagerrak - Play statt, an der außer zahlreichen LrgontfanoMn auch die zur Zeit in Berlin weilende 4 M a r i n e - A r t i ü e rs e a b t e i l u n g teilnahm. Unter den besäumen . Persönlichkeiten sah man auch den Berliner Polizcipräsidenicn. Konteradmiral a. D. u. Leoetzow. sei bekanntlich in der Schlacht im Stade des siegreichen Admirale Scheer leilnahm. ferner die Tochter Lchecre Frau Brandenburg.
Konteradmiral a D L ü 0 o w betonte in seiner Ansprache. daß diese Flaggem arade, die -fh derselben feierlichen Form wie alltäglich aus jeden, Schiff der Reichs- marine erfolge, ansdrücken solle, daß Seefahrt und SeegeUung ein Lebensbedürfnis des ganzen deutschen
Volkes
darstellen. Das wichtigste Tor zur Welt sei die See; das dürfe uns nicht zugeschlagen werden. Unsere Volkswirtschaft müsse, um leben zu können, die nötigen Rohstoffe in eigenen Unternehmungen auf eigenen Schiffen heran- sübren.
Dann wurde durch vier Doppelschlägc
ander alten Schiffsglocle des Schlachtkreuzers „Moltke".
ier 19,19 mit anderen Schiffen der Flotte in Scapa Flow versenkt wurde, „Acht Glasen!" geschlagen, ilnd auf das
Flaggenparade am Skagerrak-Tag in Berlin.
Am Wiederkehr des Tages der Seeschlacht vor dem Skagerrak wurde am Skagerrak-Platz in Berlin eine Ge- deukieier veranstaltet, von der wir hier einen Ausschnitt wiedergeben: Die alte Akarmeslagge steigt unter den Klängen des Präsentiermarsches am Mast empor Neben dem Fahnenmast sieln man die Schifisglocke des Panzer- "cuzers ..Moltke", der 1919 in Scapa Flow versenkt wurde.
Kommando „Heiß Flagge!" ging die Reichskriegsflagge bp ^fr »och Die Kapelle spielte den Präs.enticrmarsch i meichsmarinc. dann das Deutschland- und das Horst "N'el-vied Eine vieltausendköpfige Pkenscheumenge >v°lwte der Feier bei.
^vsond Veranstaltungen in Kiel gedachte man ins- 0 tn der Schlacht gefallenen 2551 deutschen Seeleute,
Gräber aus dem Kieler Ehrenfriedhos Kränze ehrenden Ansprachen Hiebergelegt wurden Ähnliche »in" ^'dgen II a auch in Hamburg, Altona, Harburg l.jlânl«t»urg vor sich. Überall nahmen noch zahl- kcil ^ .Mitkämpser aus der Seeschlacht -'e. anders die Kameraden von den Großkampi
Skagerrak - Tag. schiffen des damaligen dritten Geschwaders waren aus allen Teilen des Reiches an ihrem Ehrentag zusammen- gelommen. Immer wieder gab es freudige und herzliche Begrüßungen, zumal auch viele der alten Kommandanten und Offiziere aus der Schlacht erschienen waren.
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Am Ehrenmal der losen Seehelden.
Die Feier aus dem Kieler Ehrenfriedhos.
Auch auf dem Kieler Ehrenfriedhos fand aus Anlaß der Wiederkehr des Skagerrak-Tages eine stille Gedenkstunde für d t e gefallenen Helden der Skagerrakschlacht statt.
Die Stadt Kiel prangte in reichem Flaggenschmuck. Der riesige Ouaderblock des Gefallenen-Ehrenmals, auf dem Anker mit Kette ruhen, war von der alten und der neuen Reichsmarineflagge flankiert. Die Ehrenkcmpagnie stellte die Reichsmarine. Zu der Feier waren die noch lebenden
Führer aus der Schlacht sowie zahlreiche Mitkämpfer
— es gibt in und bet Kiel noch etwa 600 — erschienen. Von bekannten Persönlichkeiten bemerkte man neben dem Chef bei Marinestatton der Ostsee. Vizeadmiral Albrecht, u a die Admirale a D Frbr von Gagern, Behncke, Hartog, Hansen, Meurer, Barlels und Klüpfel. Nach dem Niederländischen Dankgebei sprachen der evangelische und der stellvertretende fatboliicbe StationSliiarrer.
Die Wahrheit über die Saar.
Vizekanzler von Papen vor der Berliner ausländischen Presse.
Im Rahmen eines Pressefrühstücks des Vereins der ausländischen Presse in Berlin hielt Vizekanzler von Papen eine Rede über außenpolitische Fragen, in deren Mittelpunkt vor allem Ausführungen über die Saarfrage standen. Er kennzeichnete einleitend die Zumutung, daß sechzehn Jahre nach Beendigung des Weltkrieges eine große Nation gezwungen werden soll, durch Abstimmung festzustellen, zu welchem Vaterlande sich ein Teil seiner Mitbürger bekennt, als den Ausfluß imperialistischen Geistes. Das ist der Geist, gegen den das neue Deutschland kämpft.
Wir haben nie verzichtet und werden nie darauf verzichten, der ganzen Welt durch die Abstimmung zu beweisen, wie deutsch das Volkstum in der deutschen West- mark ist.
Die Hoffnung auf einen Anschluß an Frankreich ist ja nun wohl endgültig geschwunden, nachdem mit der Lüge von 130 000 Saarfranzosen endgültig aufgeräumt worden ist. Bleibt die Hoffnung aus die Abstimmung zugunsten des Status quo. Das würde die Fortdauer einer fremd staatlichen Regierung bedeuten, die nach der eigenen Meinung des jetzigen Präsidenten Knox
ausschließlich auf dem Wege der Diktatur regieren könnte, wie sie es in der Tat auch heute und seit fünfzehn Jahren tut. Diktatorisch regieren kann man nur eine begrenzte Weile, zumal wenn die Diktatoren nur die Agenten fremdländischer Regi e = r u n g e n sind. Wirtschaftlich gesehen, müßte sich dieses so regierte Gebiet einem der beiden Nachbarländer anschließen. Dafür käme in diesem Falle als Beherrscher der Saargruben und Inhaber der Zollhoheit sowie^mit der Francwährung nur Frankreich in Betracht. Fortschreitende Überfremdung, Entrechtung und wirtschaftliche Einverleibung müßten das natürliche Ende dieses Prozesses sein.
Von Deutschland wurden jährlich größere Summen für die Saar aufgebracht, als die Saarregierung in der gleichen Zeit an Steuern cinnahm. Es sind dies die Znsabrcnten der Sozialversicherung, Invaliden- und Um fallreuten, Beamten-, Offiziers- und Kriegsopferrentcn.
Bei einer Fortdauer des Status quo würden diese deutschen Leistungen selbstverständlich fortfallen müssen.
Die Verminderung des Saarkohlcuabfatzes nach Deutschland beruht int wesentlichen auf der Absatzpolitik der französischen Grubcnvcrwaltung. Von einer gesicherten Absatzmöglichkeit für das wichtigste Erzeugnis der Saarwirtschast, die Stöhle, in Frankreich kann nicht gesprochen werden. Die Entwicklung der Wirtschaft»- kriseln Frankreich beweist auf das deutlichste, daß man die Auswirkungen der Krise möglichst von der trau- zösischen Volkswirtschaft fernzuhaltcn und dem Saargebiet aufutbaUcn bemüht ist.
Im Gegensau dazu biete die ansteigende Konjunktur in Deutschland eine wachsende Aufnahmemöglichkeit auch für die Saarfohle, die ja früher ihren vorwiegenden Ab sah in Süddentschland fand Dazu kommt, daß mir unter dem nationalsozialistischen Rcgicrungsshstem über eine ausreichende Autorität der Regierung und genügende Orgaulsationsmöglichleitcn verfügen.
' Vizekanzler von Papen erläuterte die unbedingte Abhängigkeit der saarländischen Wirtschaft vom deutschen Markt beweiskräftig aus der Eutwicklung der Ausfuhr der schwcrindustriellen Erzeugnisse. Die französische Auf tragserteilung wird merklich geringer, es wird Versuch: die Saarfirmen von französischen Subventionen aiis-
Bei präsentiertem Gewehr der Ehrenkompagnie legte Vizeadmiral Albrecht einen Kranz nieder. Mit den Worten
„Treue um Treue" überbrachte Admiral a D. Frbr. von Gagern einen Kranz der überlebenden Kameraden des dritten Geschwaders. Weitere Kränze legten Konteradmiral a. D. Klüpfel für den Bund Deutscher Marinevcreine und Bürgermeister Menzel für die Marinestadt Kiel am Ehrenmal nieder.
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Bkagerrakiag in Hamburg-Aliona.
Aus Anlaß des Flolicnbesuches in Hamburg - Altona tauschten die Behörden und die Marinevertrcter Besuche aus. Die Landungsabteilung der im Altonaer Hafen liegenden 4. Torpedobootshalbflottille marschierte vor dem Rathaus aus, wo sich auch zahlreiche Vertreter der Partei, der SA., der Behörden usw. eingefunden hatten. Oberbürgermeister Brix erschien in Begleitung sämtlicher Stabträte und brachte die Freude der Ältonaci Bevölkerung über den Flottenbcsuch zum Ausdruck Er schloß mit einem dreifachen Sieg Heil auf die Reichsmarine.
Der Halbslottillenches, Korvettenkapitän Heve, dankte für die herzlichen Begrüßungsworte. Wenn die Marine gerade hier an der Wasserkante das
Skagerrak-Gedenken veranstalte, so tue sie es im Gedächtnis an die vielen Achlachlen, in denen deutsche Seeleute ihr Leben für das Vaterland geopfert hätten. Der Redner schloß mit einem dreifachen Hnrra auf die Altonaer Bevölkerung.
z ii s ch l i e ß e n , die Koblenerteugnisse zugunsten her französischen Produktion zu drosseln.
Der französische Geldgeber zieht rücksichtslos sein Geld zurück
und bringt einen großen Teil der Bergleute, Handwerker und kleinen Kaufleute in unerhörte materielle und seelische Schwierigkeiten. Ohne eine tatkräftige Selbsthilfe der Saarbevölkerung würden hier Tausende von Hans und Hof vertrieben worden sein, da es die Regierungs- kommission unterlassen hat, einen Zwangsvollstreckungsschutz durchzuführen, so wie wir ihn im Reiche haben.
Der Vizekanzler widerlegte dann die französischen Behauptungen, daß die saarländische Eisenindustrie aus lothringische Roherzlicfernngen angewiesen sei.
Überblich man den Gesamtbcrcich der Wirtschaftsbeziehungen zwischen dem Saargebiet und Frankreich, so entdeckt man nirgendwo eine unbedingte unabänderliche Abhängigkeit, sondern nur einen Bereich von Wirtschaftsbeziehungen, wie er zwischen verschiedenen Wirtschaftsgebieten überhaupt besteht und angängig ist. Bei einer Rückgliederung des SaargebieteS an Deutsch- tanb würde diese naturgemäß Frankreich gegenüber heute stärker betonte Wirtschaftsverflechtung gegenüber der aufstrebenden deulfchen Wirtschaft an Umfang und Be- deutuni) verlieren
Damit ist keineswegs gesagt, daß das Saargebiet auf einen Wirtschaftsaustausch mit Frankreich verzichten soll. Er soll aber nach dem Grundsatz wirtschaftlicher wechselseitiger Ergänzung und nicht nach dem Grundfan politischer Erpressung Smets) oben vor sich gehen.
Die französische Propaganda setzt nun ihre Hoffnung daraus, daß die Übernahme der Regierung durch Adolf Hitler und den Nationalsozialismus vielen Bewohnern des SaargebietS nicht paßt. Sie hofft auf Kommunisten, Sozialdemokraten und ehemalige Zen- trumsangehörige. Zur Deutschen Fro^iii stießen aber fast überall ehemalige Mitglieder der SPD. und KPD., Männer,
denen die Liebe zum Vaterlande mehr galt als eigenes Ich.
Nun zur Hoffnung auf den katholischen Teil der Bevölkerung. Auch hier wird Frankreich eine große Enttäuschung erleben. Es ist ganz klar, daß in diesen Kreisen große Sorge herrscht in der Frage der kirchlichen Entwicklung in Deutschland. Die katholische Bevölkerung des Saargebietes würde es aber als eine Beleidigung schwerster A r t ansehen, würde man den Schluß daraus ziehen, daß sie auf Grund dieser Sorgen nicht für Deutschland stimmen würde.
Der Vizekanzler kennzeichnete dann die Gefolgschaft der Leute Matz Braun und die Emigranten, die im Saar- gebiet die Träger der französischen Propaganda sind. _
Die Regicrungskommission, die ja bestimmungsgemäß als Treuhänderin das Saargebiet verwaltet, hat es fertig gebracht, in die Polizei Emigranten, teilweise sogar an führender Stelle, einzusctzen.
Eine derartige Maßnahme ist meines Erachtens nickn tragbar. Diese Maßnahme hat in der Bevölkerung größte Erbitterung hervorgcrufen und nicht dazu beigetragen daß Rube und Ordnung gewährleistet sind.
Die französische Propaganda behauptet, daß im Saarland ein „unerträglicher Terror" ausgeübt werde. Die Saarregicruna nimmt das zum Anlaß, die Ent sendung internationaler Polizeitruppen zu fordern. Meine Herren, die Deutsche Front hat es wirklich nicht nötig, einen Truck aus die Bevölkerung auS- zuüben. Sie umfaßt bereits 93 Prozent der Bevölke- ruug, ohne daß auch nur eine Wcrbevcrsammlung ah. gehalten wurde.