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Zulöaer Mzeiger

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« % Tageblatt für Ryon uns Vogelsberg ä^ä

ffÄft Fulda- und Kaunetal Fuldaer Kreisblatt LLSL? L äääts druck: Friedrich Ehrenklau, LauterbachH. Haupt- / V auf Nachlaß.DA." 1000. Verantwort!, für den

schriftleiter: drtebr. Ehrenklau, Fulda, Königstr. 42. Redaktion und Geschäftsstelle: Königstraße 42 * Fernfprech-flnsthluß Nr. 2484 Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Laulerbach-H.

Nr. 133 1934

Fulda, Montag, 11. Juni

11. Jahrgang

Dollfutz-Oesterreich

Reue Bahnattentaie in Österreich.

ch w ere Zerstörungen.

Wieder rote

Spreugbrigaden am Werk.

In Österreich sind erneut zwei schwere Bomben­anschläge auf Eisenbahnbrücken der großen interuatio- iialcn Strecken verübt worden. Aus der Westbahnlinic WienSalzburgInnsbruck Zürich wurde bei Vöckla- markt auf die Eiseubahnbrückc ein Bombenattcntat aus- gcführt. Nach polizeilichen Mitteilungen ist die Eisenbahn- brücke derart beschädigt, daß mit einer sechstâgigen Unterbrechung des Verkehrs gerechnet werben muß.

Der Schnellzug Wien Paris, der zehn Minuten nach dem Anschlag die Brücke passieren sollte, konnte gerade noch rechtzeitig angehalten werden.

Ein weiteres Bombcuattentat ist auf der Strecke WienTriest zwischen Senimering und Breitenstein verübt worden. Die Gleise fntti in die Luft gesprengt. Die in der Nähe gelegene Eisenbahnbriicke soll nicht beschädigt worden sein. Der Verkehr wurde lahmgelegt. In dèr ganzen Umgebung sind strenge polizeiliche Absperrungs- maßnahmen getroffen worden. Der Autoverkehr auf der Reichsstraße WienSemmeringGraz, die sich in einiger Entfernung vom Bahngleis befindet, ist teilweise unter­brochen.

Die beiden Eisenbahnanschläge haben in Österreich das größte Aussehen hervorgerufen. Die Anschläge waren diesmal viel gründlicher dnrchgesührl, als die Anschläge zu den Pfingstseieriagen. Der Verkehr wurde auch in viel nachhaltigerer Weise gestört. Aus der Westbahnstrecke müssen die Züge bis zur zerstörten Brücke von Vöckla- markt herangeführt werden. Dort müssen die Reisenden aussteigen und werden über eine rasch errichtete Not­brücke geleitet, worauf sie dann in einen neuen Zug ein­steigen können.

Auf der Südbahustrecke wurde der D-Zug-Fernver- lehr über Bruck LeobenSelztal auf die Westbahnstrecke leitet. Das bedeutet für alle aus dem Süden kom- tge eine Verspätung von vielen

Es steht außer jedem Zweifel, daß es sich auch bei diesen beiden Anschlägen genau wie bei den großen An­schlägen zu den Pfingstfcicrtagcn um die von langer Hand vorbereiteten Anschläge marxistischer Sprengbrigaden handelt, die mit außerordentlicher Sachkenntnis, aber auch mit großer Kühnheit ans Werk gegangen sind. Besonders die Sprcngstellc am Semmering befindet sich an einem ziemlich unzugänglichen Ort

*

Nach einer amtlichen Meldung wurde die Druck­rohrleitung des großen Spuller Seewerkes, das die Arlbergbahn mit Strom versorgt, durch einen Anschlag gesprengt. Der Schaden dürfte 250 000 Schilling be tragen.

Nachts wurde bei Lueg in Österreich eine Schutzkorps- Patrouille überfallen. Ein Schutzkorpsmann wurde getötet, ein anderer schwer verletzt.

Anschlag ans Diplomaienzug?

Ein drittes Attentat.

An der Wachauer Bahn zwischen Spitz und Aggsbach sollen gleichfalls die Gleise gesprengt worden sein. Der Verkehr wurde lahingelcgt.

Dieses neue Bombenattentat wird mit einem D i p ! o- matenausflug in Zusammenhang gebracht, der von der Regierung für das gesamte Diplomatische Korps in die Wachau veranstaltet wird. Zur Feststellung der Attentäter sind umfangreiche polizeiliche Ermittlungen eingeleiiet worden.

Große Sicherheitsmaßnahmen in Wien.

Tränengasbomben in Theatern. Neue

Anschläge in den B u n d e s d e r n.

Infolge der neuen Attentatsmelle im ganzen Bundesgebiet Österreich hat zunächst die Sicherheits­polizei in der Hauptstadt Wien außerordentliche Siche- ruilgsmaßnahnien getroffen. Die öffentlichen Gebäude, Plätze und Straßenkreuzungen werden von größeren Polizei- und Gendarmerieabteilungen bewacht. Beson­ders scharf ist die Bewachung der großen Eisenbahnbrücken und Verkehrsbrücken. Trotz dieser Vorkehrungen ereig­neten sich jedoch neue schwere Anschläge.

, Als in der Wiener Staats oper gerade die Fest- ouffübrung derWalküre" beginnen sollte, crplodiertc im Parkett eine Tränengasbombe. Der Besucher be­mächtigte sich eine große Erregung und die Polizei mutzte Kir Räumung und Lüftung des Zuschauerraums schreiten Die Vorstellung begann schließlich mit einstündiger Ver- Ipcitung. Auch in dem Wiener Schauspielhaus, der «Scala", wurde ein Tränengasanschlag ausgeführt. Die Vorstellung mußte eine Stunde lang unterbrochen werden. HM Elektrizitätswerk Fioridsd orf wurde mne Bombe zur Explosion gebracht.

In Kapfenberg wurde auf das Wohnhaus des ^edizinalrats Mayr, dem Ortsgruppe,Uciter derVater- "ndlschen Front", ein Dynamitanschlag verübt, der ein nefes Loch in ein Zimmer riß. Die Frau des Medizinal- erlitt einen Nervenschock. Es handelt sich um den vier- Zuschlag auf das Haus diese« Ortsgruppenleiters in °^uuwu Wackum.

Auf dem Korridor des Regierungspressedienstes im Bundeskanzleramt in Wien wurde in einem leeren Schreibtisch Sprengstoff aufgefunden, der jedoch noch vor der Erplosion unschädlich gemacht werden konnte. In Marchtrenk verursachte ein Anschlag auf das Anwesen des dortigen Bürgermeisters erheblichen Sachschaden. Als Täter wurde ein illjähriger Angehöriger des Freiwilligen Dienstlagers festgestellt.

Massenverhaftungen von Nationalsozialisten.

Fn Salzburg wurden neue Massenverhaftungen in nationalsozialistischen Kreisen durchgeführt. Die Angaben über die Zahl der Verhaftungen schwanken zwischen 80 und 150. Da die Polizeigefängnisse und die Räume des Landgerichts überfüllt sind, wurden die Verhafteten in völlig unbewohnbaren, dumpfen und finsteren Keller­löchern der Festung Hohensalzburg untergebracht.

Auch aus sämtlichen anderen Bundesländern liegen jetzt Meldungen vor, aus denen hervorgeht, daß die Ver­haftung von Nationalsozialisten und ihre Überführung in das Konzentrationslager Wöllersdorf inhohemMaße zu genommen habe, obwohl nach den bisherigen Er­fahrungen kein Zweifel darüber bestehen kann, daß die Täter der letzten Bombenanschläge Marxisten waren!

Nirgends so sicher wie in Österreich."

Vor kurzem, bald nach den Eisenbabnattematen der Pfingsttage, hatte der Präsident Des österreichischen Verkehrs­wesens, Dr. S I r a s e l l a an die ihm unterstellten Dienst- zweige die Order ausgegeben: Gefährdung des österreichischen Bahnvcrkeürs eristierl nicht! Zugleich veranlaßte er einen Propagandafeldzug, wobei er überall im In- und Auslande versichern ließ, nirgends reise man io sicher w ie gerade in Österreich. Die Verlautbarungen standen in schroffstem Widerspruch zu den zahlreichen Eisenbahnan- schlägen, die in Österreich seit Den Schreckeuslaaen des Bürger-

Das Reich sorgt für die Saar

Die wirtschaftlichen Ausgaben nach Aückgüederung der Saar.

Eine Rede von Kommerzienrat Röchling.

Im Rahmen der 12. Hauptversammlung des Vereins deutscher Ingenieure fand in T r i e r eine S a a r k u n d - g e b u n g statt, bei der Pros. Dr.-Jng. Friedrich und Kommerzienrat Dr. e. h. Röchling sprachen.

Kommerzienrat Dr. e. h. R ö ch l i n g führte u. a. aus: Auf der großen Kundgebung des Saarvolkes am 6. Mai diefes Jahres in Zweibrücken verkündete der Landes­führer Pirro, daß die Deutsche Front in den kaum neun Wochen seit ihrer Gründung bereits auf über 93 Prozent der im Saargebiet wohnenden Abstimmungsberechtigten angewachsen sei. Diese Zahl hat sich inzwischen noch ganz wesentlich gesteigert.

Was die Wirtschaft des Saargebietes an­langt, so befinden sich die Kohlengruben heute in einem Zustande, der demjenigen ähnelt, in dem sie sich nach der französischen Herrschaft im Jabre 1815 befunden hatten. Damals wie heute sind sie in der technischen Entwicklung zurückgeblieben, an den wich­tigsten Stellen sind die notwendigen Ausgaben zur Auf­rechterhaltung der dauernden Lebensfähigkeit der Gruben nicht gemacht wo Geld ausgegeben wurde, ist es meistens infolge mangelnder Jngenieurkunst feül- investiert kurzum ein technischer und wirtschaftlicher Tiefstand. Infolgedessen

schlechte Ware, schlechte Selbstkosten, schlechte Gcschäfts- ergebnisse, Schwierigkeiten auf allen Absatzmärkten, denn die Kundschaft will billig und anständig beliefert werden. Nach der Rückgliederung die Saargruben in Ordnung zu bringen, wird eine wunder­bare Ausgabe für uns Deutsche fein. Daß diese Auf­gabe mit voller Begeisterung angepackt werden wird, dar­an kann nur der zweifeln, der keinen Hauck von dem Geist und der Schaffenskraft unseres Jngenicurstandes verspürt. Unter diesen Umständen brauchen wir uns

um den Absatz der Saarkohle keine Sorge zu machen. Wir haben eine Kohle, die einen außerordent­lich hoben Gasreichtum hat, und aus der man mit moder­nen Mitteln einen hochwertigen Koks macken kann. Wenn also die Franzosen, deren sämtliche östlichen Provinzen naturgemäß auf den Bezug der ihnen so nahegelegenen Saarkohlen angewiesen sind, aus Politik auf unsere Kohle verzichten wollten, so müßten sie sie durch w-stsäckickc- Kohle verdrängen. Aber selbst wenn sie so dumm sein wollten, so

wären die vier Millionen Tonnen Kohlen, die heute jährlich nach Frankreich gehen, leicht auf dem deutschen

Markte unter zubringen.

Das Erz für unsere Hochösen bekommen wir aus Loth­ringen IK Milliarden Tonnen Eisen liegen als Erz dort im Sckoß der Erve und warten darauf, gehoben zu wer­den Auch hier wäre es sinnlos, einen Teil dieses Reich­tums dem nur 80 Kilometer entfernt liegenden Saarkohlen- gxbiet vorzuenthaUcn. Selbst wenn die Sranjoten so vex?

rneges an Der Tagesordnung llnd. Tr. Strafen-, handelt dabei natürlich

im vollen Einvernehmen mit Der Dollfuß-Regierung.

Diese bat es ja auch fertiggebrachi, Den Dr. Sirasella wieder auf einen hohen, einträglichen Posten zu stellen, obwohl er in seinem früheren Amt als Präsiden, der Österreichischen Lredilanstali deren katastrophalen Zusammenbruch veranlaßte, und obwohl ihm dann vom Gericht Unzuverlässigkeil und unsaubere Geschäftsführung" bescheinigt wurde.

Auf gleicher Linie liegt denn auch die amtliche öster­reichische Mitteilung über die schweren Anschläge Sic spricht in wenigen Zeilen lediglich von Anschlägengegen Bahn­objekte", von einemgewissen Sachschaden" und behauptet so­gar, daß dieserin wenigen Stunden wieder behoben" sein werde!

Tas tollste aber ist die Tatsache, daß diese Verbrechen wenige Tage nach dem scharsen Dollsutz-Erlaß gegen Vergehen mit Sprengkörpern verübt wurden; bekanntlich wurde selbst das Werfen bloßer Knallkörper unter schwerste Strafen gestellt, ganz gleich, ob dadurch Schaden entsteht oder nichl Die Austromarristen pfeifen aus die Erlasse des Herrn Dollfuß, der sich inzwischen den Ehrenbürgerbrief der Arbeiter­stadl Ottakring überreichen ließ, die er im Februar mit Artillerie beschoß.

Wenn her Terror unerträglich wird..

In Hermagor in Kärnten wurden zahlreiche National sozial, sten als Geiseln ver­haftet und nach Wöllersdorf gebracht. Als Grund für die Verhaftung wurde von der Behörde angeführt, daß am Tage der Jugend in Weißbriach bei Hermagor statt derVaterländischen" Jugendfeier eine nationalsozia­listische Feier abgehalten worden fet. Aus Grund der voll­ständig gesetzwidrigen Verhaftungen unschuldiger Per­sonen traten am Tage nach der Verhaftung der Geiseln 300 Katholiken aus der Katholischen Kirche aus.

Als Vergeltung für das vollständige Mißlingen des sogenannten Tages der Jugend in Kärnten wurden bis heute in Kärnten 2 7 Lehrpersonen und drei P r osi e s s o r e n fristlos und ohne Pensionsberechtigung rntlassen, 68 Schüler wurden eingesperrt und die Litern mit Gehaltskürzungen bedacht.

rückt sein sollten, so würd' die deutsche Jngenicurkunst durchaus in der Vage sein, diesen Schlag durch die Ank- bereitung und Anreicherung der in Süd­deutschland in gewaltigen Mengen lagernden minder­wertigen Erze zu hochwertigen Produkten abzuwehren.

Treuekundgebung für die Saar am Bötterschlachidenkmal.

Aufmarsch von 1 5 0 0 0 0 Volksgenossen.

150 000 sächsische Volksgenossen marschierten am Sonntag am Völkerschlachtdenkmal bei Leipzig auf, um ihre Treue zum deutschen Volk an der Saar zu bekunden.

Die Treppen und Wallstufcn des Denkmals nahmen die Trachtengruppen der Heimatvereine und die Fahnen­abordnungen der studentischen Korporationen, der Innun­gen, Verbände und Vereine ein. überwältigend war der Anblick, als mehr als 2500 Fahnen der SA., der Parteigliederungen, des Arbeitsdienstes und des Kyffhäuserbundes in das Denkmalsrund einmarschiertcn.

Auf der Riesenkundgebung sprach der Führer des Bundes der Saarvereine, Gauleiter Staatsrat Simon.

Diese historische Stätte, so führte er u. a. aus, eigne sich wie keine zweite in Deutschland, um der deutschen Saar zu gedenken. Es sei damals, vor 120 Jahren, ebenso not­wendig wie heute gewesen, daß sich mit dem Willen des saardeutschen Landes der Wille des gesamtdeutschen Volkes vereinige. Auck heute gelte es, den deutschen Brüdern und Schwestern an der Saar zu zeigen, daß im Reiche Adolf Hitlers das Grenzlanddcutsânum seinen festen Rückhalt in der gesamtdeutschen Nation hat.

Damit habe diese Kundgebung ihre historische

Bedeutung für die gesamte deutsche Nation.

Das deutsche Volk fordere nur das, was deutsch sei und was sich freiwillig zur deutschen Nation bekenne. Daher müsse es aber auch verlangen, daß die französische Nation ihre Hände wegziehe von Volksteilen, die nach Abstam­mung und Geschichte sich zu Deutschland und Adolf Hitler bekennten.

Wir glauben, so erklärte der Redner unter stürmischem Beifall, daß die französische Ration so viel auf eigene Würde hält, daß sic es ablchnt, das Verräter- und Emi- grantcngcsindcl als Franzosen anzusehen.

Der Redner schloß mit einem Sieg Heil auf die saar- deutsche Heimat und Adolf Hitler, das von den Massen als Gelöbnis der Treue begeistert ausgenommen wurde.

Ein tschechischer Schmutzfink.

Niederträchtige Grcuclmcldungcn über die Laar.

Das tscheckisch-nationalistische BlattVecerni Eeskè Slovo" tischt Grcuelmeldungen über angebliche Vorfälle im Saargebiet auf, die bereits von saarländischer amtlicher Seite richtiggestellt und widerlegt worden sind. Dieses Vorgehen des Blattes ist um so bedauerlicher, als es