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Erscheint jeden Werktag. Wochenbeilage: Der Sonntag". Bezugspreise monatlich 1,70 RM. Bei Lieferungsbehinderung durch „Höhere Gewalt" bestehen keine Ansprüche. Verlag Friedrich Ehrenklau, Fulda, Königstraße 42. Rotationsdruck: Friedrich Ehrenklau, Lauterbach/H. Hauptschriftleiter: Friedr. Ehrenklau, Fulda, Königstr.-12.
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Redaktion und Geschäftsstelle: Königstraße 42 ❖ Zernsprech-^lnschluß Nr. 2989 Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.
Nr. 136 — 1934
Fulda, Donnerstag, 14. Juni
11. Jahrgang
Polen begrüßt Dr. Goebbels.
Das Tagesgespräch von Europa.
Aeichsmimsier Dr. Goebbels in Warschau
Andrang der Menge vor der deutsche» Botschaft.
Reichsminister für Volksaufklörung und Propaganda Dr. Goebbels ist nach etwa dreistündigem Flug auf dem Warschauer Flughafen mit den Herren seiner Begleitung im Großflugzeug „Gcneralfeldmarschall von Hindenburg" gelandet.
In seiner Begleitung befinden sich u. a. sein persönlicher Referent, Ministerialrat Hanke, Prinz Schaum- b u r g - L i p p e der stellvertretende Pressechef der Reichsregierung, Ministerialrat Dr. Jahncke, Der Führer des Reichsverbandes der Deutschen Presse, Gruppenführer Weiß, mehrere deutsche Journalisten und G r a s Dembinski von der Polnischen Telegraphenagentur.
Der deutsche Gesandte von Moltke mit den Mitgliedern der Gesandtschaft, Vertreter der polnischen Regierung und mehrerer Warschauer Behörden sowie polnische und deutsche Pressevertreter erwarteten das Flugzeug. Unmittelbar nach der Landung wurde Reichsminister Doktor Goebbels von dem deutschen Gesandten von Moltke, Innenminister P i e r a ck i als dem Vertreter der polnischen Regierung und Ministerialdirektor D e m b i ck i, dem Kabinettsches des Außenministers, sowie von dem Woje- woden von Warschau, Jaroszewicz, begrüßt. Weiter waren die Vertreter der polnischen Presse mit dem Chefredakteur der Polnischen Tclegraphenageniur, Obarski, erschienen. Zahlreiche Bildreporter und die Tonwochenschauausnahme der Polnischen Telegraphenagentur hielten die Ankunft des Flugzeuges im Bilde fest.
Dr. Goebbels wohnt in den Räumen der deutschen Gesandtschaft. Die Straße, in der sich die deutsche Gesandtschaft befindet, ist das Ziel zahlreicher Neugieriger, die von den Balkons und anderen günstigen Plätzen aus den deutschen Minister sehen möchten.
— ILej jj e tu. V r begrüßten her Sandesführer der NSDAP, aus Bromberg, Bernat, nrib der Ortsgruppenführer Bürgom den Neichspropa- gandaminister. Unter den Mitgliedern der deutschen Gesandtschaft befanden sich auch der deutsche Militärattache, Generalleutnant Schindler, mit seinem Adjutanten Hauptmann Kinzel.
Reichsminister Goebbels flog nach Warschau.
M i n i st e r Dr. Goebbels u n d s e i n e Gattin mit d e in polnischen Gesandten in Berlin Lipski auf dem Berliner Flughafen.
Auf Einladung der polnischen Jntellektuellen-Union flog Aeichsunnister Dr. Goebbels am Mittwoch nach Warschau, um hier einen Bortrag über die Ideologie des neuen Deutschlands zu halten.
Im Namen der Gastgeber begrüßte Prosessor Zieliuksi, der Präsident der Jntellektuellen-Union, den Gast.
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Beim Abflug von Berlin hatten sich zur Verabschle- dung außer Frau Goebbels der polnische Gesandte in Merlin, Lipski, mit anderen Herren der Gesandtschaft fomie Ministerialdirektor Meyer vom Auswärtigen Amt ein- ücfuildeil.
Der Besuch des Reichsministers Dr. Goebbels in Warschau.
Schon die gerüchtweise Ankündigung des Besuchs von Dr. Goebbels hatte in der polnischen Hauptstadt und im ganzen Lande stärkstes Interesse gefunden. Es ist nicht übertrieben, wenn gesagt wird, daß der Name von Dr. Goebbels zweifellos zu den populärsten in Polen gehört. Man hat ihn dort namentlich in den letzten Monaten immer mehr als einen der hervorragendsten und bedeutendsten Vertreter des neuen Deutschland schätzen gelernt. Nicht zuletzt haben hierzu auch die polnischen Journalisten beigetragen, die in den Berichten über ihre Deutschlandfahrt ausnahmslos ihre
nachhaltigen Eindrücke von der Persönlichkeit des Reichspropagandaministers,
seiner seltenen Rednergabe und seinen großen Verdiensten mit anerkennender Würdigung zum Ausdruck brachten.
Während Dr. Goebbels vor der deutsch-polnischen Verständigung in der Hauptsache eigentlich nur als Nationalsozialist und Vertreter einer revolutionären Bewegung in der polnischen Presse beurteilt wurde, fand er in den letzten Monaten immer mehr als einer der bedeutendsten Männer des Dritten Reiches namentlich in der Regierungspresse aufrichtige Achtung und Anerkennung. Zwar ist die öffentliche Meinung in Polen nicht ganz einheitlich. Aber eins steht unerschütterlich fest- das große Interesse
„Das nationalsozialistische Deutschland als Faktor des europäischen Friedens."
Rede des Reichsministers Dr. Goebbels in Warschau.
In seiner Rede, die Reichsminister Dr. Goebbels vor der Jntellektuellen-Union (Warschau) über das Thema „Das nationalsozialistische Deutschland als Faktor des europäischen Friedens" gehalten hat, führte er zunächst folgendes aus:
Es ist nicht leicht, das politische Phänomen des Nationalsozialismus, dem Deutschland seine neue Gestalt verdankt, vor einem Kreise ausländischer Zuhörer erschöpsend darzulegen. Wenn ich trotzdem den Versuch dazu unternehme, so aus Dem Bewußtsein heraus, daß ohne Kenntnis nationalsozialistischer Anschauungsweise das moderne Deutschland nicht verstanden werden kann. Das Reich ist mit der Idee des Nationalsozialismus eine so enge form- und sinngebundene Verflechtung eingegangen, daß beide nur in einem und das eine ohne das andere nicht mehr denkbar erscheinen. Denn der Nationalsozialismus ist eine typisch deutsche Erscheinung
Nichts wäre irrtümlicher, als anzunehmen, der Nationalsozialismus als geistige Erscheinungsform sei von dem Ehrgeiz besessen, das Feld seiner Tätigkeit über die Grenzen des Reiches hinaus zu verlegen und über den von den politischen Gegebenheiten gezogenen Rahmen eine geistige Expansionspolitik zu betreiben.
Aus den Nationalsozialismus paßt das Wort, das Mussolini einmal vom Faschismus gesagt bat: „E r i st feine Erportwar e" Er bat lediglich innerdeutsche Aufgaben zu erfüllen. Soweit das Reich außenpolitische Beziehungen anzuknüpsen oder Weltinter- ;ssen zu vertreten bat, tut cS das wie jeder andere Staat Us Nation. Die tbr L e b e u s r e ch 1 verficht. Daneben zibt es keine Außenpolitik. Die der Nationalsozialismus As Idee betreibt.
Der Minister setzte sich Dann mit Dem Wesen der nationalsozialistischen Revolution, ihrer Dynamik, ihren Mctboden und ihrem Ergebnis auseinander. Er hob Dabei hervor, daß es in Deutschland niemals eine Regierung gegeben habe, die sich so wie Die nationalsozialistische aus ihre Übereinstimmung mit den breiten Volksmassen berufen konnte, Ivas durch Die Mprozentige Mehrbeit, Die bet Den Wahlen am 12. November 1933 erzielt wurde, unterstrichen werde.
Der Reichsminister fuhr fort: Das muß betont werden, um eine V e r st â n d i g u n g s m ö g lichkeit zwischen dem neuen autoritären Deutschland und seiner vielfach demokratischen Umwelt zu schaffen.
Volk und Regierung in Deutschland sind eins. Der Wille des Volkes ist der Wille der Regierung und umgekehrt.
Der moderne Staatsausbau in Deutschland ist eine Art veredelter Demokratie, in der kraft Mandates des Volkes autoritär regiert wird, ohne daß die Möglichkeit gegeben ist, durch parlamentarische Zwischenschaltungen den Willen des Volkes nach oben hin zu verfälschen und u N f r II ch I b a r zu machen.
Der Sinn der Revolution. Die wir gemacht haben, ist die V olkwerd u ng Der deutschen Nation. Ihr ausgesprochenster Charakterzug liegt im Willensmäßigen. Sie war ein Aufstand Der Entschlossenheit gegen die politische Erschlaffung.
Mit Vertrauen und fester Zuversicht schaut daS deutsche Volk heute in seine Zukunft. An die Stelle
für die Persönlichkeit und den Vortrag von Dr. Goebbels vor der Jntellektuellen-Union über das Thema „Das nationalsozialistische Deutschland als Faktor des europäischen Friedens" ist ungeteilt und behcrrschtfa st ausnahmslos dos Tagesgespräch.
Nach gewissen Berichten in der polnischen Presse zu urteilen, ist der Besuch von Dr. Goebbels in Polen aber auch in Paris, Genf, Moskau und anderen Hauptstädten Hauptgegenstand der öffentlichen Diskussion.
In diesem Zusammenhang scheint man namentlich in Paris und Moskau Anlaß gefunden zu haben, sich mit der polnischen Außenpolitik zuni Teil wenig anerkennend zu befassen. Das wird auf die Entwicklung der deutsch-pol- nifchen Verständigung und auf den Zweck des Aufenthaltes von Dr Goebbels in Warschau keinen Einfluß haben. Diese Meinung scheint vor allen Dingen auch in Warschauer maßgeblick»n politischen Kreisen durchweg vorzuherrschen
Zusammenkunft von Hitler und Mussolini in Venedig.
Nachdem es seit langem der Wunsch des italienischen Regierungschefs und des deutschen Reichskanzlers war, sich persönlich kennenzulernen und sich über die allgemeine politische Lage zu unterhalten, werden sich die beiden Staatsmänner heute, am 14. Juni, in Venedig treffen.
einer zermürbenden Schlaffheit, die vor dem Ernst des Lebens kapitulierte, die ihn nicht wahrhaben wollte oder vor ihm flüchtete, trat jene heroische Lebensanffaffuna, die heute ganz Deutschland durchdringt, die den Bauern begleitet, wenn er die Pflugschar durch die Ackerschollen sieht. die dem Arbeiter Sinn und höheren Zweck seines schweren Daseinskampfes xurückqegeben hat, die den Arbeitslosen nicht verzweifeln läßt und die das grandiose Werk des deutschen Wiederaufbaues mit einem männlich an- mutenden Rhythmus erfüllt
Das wirkt sich auch auf dem Gebiete der W i r t s ch a f t aus. Die Klassengegenfätze, die Deutschland ebebem zerrissen und jede politische Formung seines Lebenswillens unmöglich machten, sind überwunden und haben Dom Begriff einer in sich geeinten schaffenden Volksgemeinschaft Platz machen müssen. Die Nation hat sich in nüchterner Entschlossenheit an ihre Arbeit gemacht. Die Illusion, daß, wo die Not am größten, auch die Hilfe am nächsten sei, ist der Überzeugung gewichen, daß Deutschlands Schicksal nur in seinem eigenenLebens-und Gestaltungswillen liegt.
Dr. Goebbels schilderte daraus in großen Zügen die grandiose Aufbauarbeit der vergangenen 17 Monate und schloß Diesen Teil seiner Ausfübrungen mit Der Frage:
Wenn es richtig ist, daß eine Regierung nur narb ihren Erfolgen gewertet werden darf, und daß die Geschichte ihr Urteil nicht nach Motiven und Absichten, sondern nur nach Taten und Leistungen ausspricht, ist cs dann vermessen, wenn die Regierung der nationalsozialifti schen Revolution den Mut hat, sich heute schon diesem böchftcn Urteilsspruch zu stellen?
Über das
Verhältnis der nationalsozialistischen Revolution zur Kunst
äußerte sich der Minister u. a. wie folgt: Wie tief und ehrlich die Sorge ist, die das neue Deutschland dem geistig Schaffenden entgegenbringt, das beweisen kulturelle Großtaten, wie die Gründung der Reichskulinrkammer, der Bau des Hauses der Deutschen Kunst, das neue Schriftleiter- und Thealergesey, Die tatkräftige Fürsorge, die die nationalsozialistische Regierung dem Film angedeihen läßt, um nur einiges zu nennen. Das alles sind Beweise einer Vergeistigung auch unseres politischen Lebens, die in der deutschen Vergangenheit sowohl vor als auch nach Dem Kriege ihresgleichen suchen. Das bedeutet aber nicht, daß Der Nationalsozialismus Die Absicht hätte, den geistigen Menschen unter seine parteimäßige Bevormundung zu stellen. Wir wissen zu gut. daß wir ihm damit Zwangsgesctzc aufzwingen würden. Die sehr bald Den schöpferischen Genius ersticken und das organische Wachstum künstlerischen Schaffens zum Erliegen bringen müßten. Wie jede große Revolution, so zielt auch die unsere auf eine umwälzende Neugestaltung unseres kulturellen Bestandes und geistigen Schöpfertums bin. Kein Vorwurf hat uns so tief zu treffen vermocht wie Der. daß Der Nationalsozialismus geistige Barbarei sei und am Ende zur Vernichtung des kulturellen Lebens des Deut schen Volkes führen müsse.
Wir haben die schöpferischen Kräfte der Nation wieder frcigclegt. Tic können sich jetzt ungehindert entfallen und reiche Früchte tragen ant Baume eines neu- erstandcncn VolkStums
Im Gegensatz hierzu stellte Dr. Goebbels Die anarchischen und chaotischen Kräfte des Marr i j m u s und des Kommunismus. Wenn man jo, sagte er, die