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»Ä VL « Tageblatt für «» un» v°,-lsd°v SSKSSre hm $**«. SU» HM schriftleiter: Friedr. Ehrenklau, Fulda, Königstr. 42. Redaktion unâ Geschäftsstelle: Königstraße 42 Jernsprech-^nschlllß Nr. 2989

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Nr. 140 1934

Fulda, Dienstag, 19. Juni

11. Jahrgang

Thüringen feiert den Bolkskanzler.

Adolf Hitler spricht in Gera.

Nach Beendigung des gewaltigen Appells in Gera zogen die Formationen durch die Feststadt hin zur Fürsteustratze, wo der Führer inzwischen, von einer vieltausendköpfigen Menge überaus herzlich begrützt, ein- traf. Immer wieder jubelte ihm die begeisterte Bevölke­rung zu, immer wieder ertönten Heilrufe. Immer von neuem grüßte Thüringen unseren Kanzler.

Von Reichsstatthalter Gauleiter S a u ck e l geführt, geht Vann am Führer der schier endlose Zug in Neuner-Reihen vorbei: SA., SS., HI., Jungvolk, Arbeits­dienst, PO., Motor-SA. Leuchtenden Auges und stolz grüßen sie, den Arm emporgereckt, ihren Führer, und stets von neuem jubeln ihm die 20 000, die sich vor der Tribüne eingefunden haben, entgegen.

Erhobenen Armes grüßt der Führer.

Ihm zur Seite stehen Reichsminister Dr. Goebbels, Reichs­statthalter Sauckel, Ministerpräsident Marschier, Stabs- leiter Dr. Lep, SA.-Gruppensührer Lasch, Gebieisführer Günther Blum. Freude zeigt sich in den Zügen des Kanzlers. Die Freude über die Disziplin seiner Kampf­genossen in Thüringen.

Fast vier Stunden dauert der Vorbeimarsch.

Als die letzten Reihen Adolf Hitler begrüßt hatten, ver­ließ der Führer die Tribüne, von der Bevölkerung auf

Die Zeit der Diktate ist vorbei!"

Des Führers Appell an die Welt.

Auf dem Gauparteitag in Gera.

Auf dem TWringischen GaupuWitag in Gera, Hipli "ber Führer eine Rede, in der u. a. ausführte:

Zum ersten Male nach dem Siege der Bewegung spreche ich wieder hier in dieser mir bekannten Stadt, und ich darf wohl sagen: welch eine Wende!Vor kaum zwei Jahren tobte auch in Gera noch der Schrei des Klassenhasses, R o t f r o n t b e h e r r s ch t e d i e S t r a ß e, tinb heute nach kaum 1 % Jahren nationalsozialistischer Regierung, ist diese Stadt wie verwandelt. Und diesen Wandel sehen wir im ganzen deutschen Volk. Es ist nicht nur eine äußere Umwandlung, nein,, der bessere innere Kern unseres Volkes hat sich nach außen gewendet und das Schlechte nach innen zurückgetrieben.

Eine Weltanschauung hat gesiegt.

Und was wir früher so oft als wesentlich für den Sieg einer Weltanschauung voraussagten, ist eingetroffen. Wie oft erklärten wir früher, daß ein Parteisieg bloß ein Re­giment verändert, der Sieg einer Weltanschauung aber ein Volk u m g e st a l t e t, das ganze Leben mit einem neuen Geiste und Sinn erfüllt. Eine Stadt haben nur erobert, und jeder sieht cs.

Genau so ist Deutschland erobert worden, und jeder muß es'sehen. Nicht nur äußerlich in den mar­schierenden Kolonnen? Nein, auch innerlich haben wir cs erobert.

Was hat cs zu sagen, wenn bei 42 Millionen noch ein lächerliches Grüppchen glaubt, gegen ein Naturgesetz anlämpfen zu können! Was hat es zu sagen, wenn Menschen, die früher, da wir einsam und klein ge­wesen sind, uns nicht zwingen konnten, jetzt sich ein­bilden, unsere Bewegung hemmen zu können, da sic sich siegreich über Deutschland erhoben hat? Der Srcg der nationalsozialistischen Bewegung dokumentiert sich nicht in äußeren Zahlen, nicht darin, daß wir Mil­lionen Menschen heute mit ihren Stimmen für uns buchen können, sondern er dokumentiert sich darin, daß wir diese Millionen Menschen auch tatsächlich innerlich ersaßt haben. Deutschland, das fünf­zehn Jahre lang nur das Beispiel einer grauenhaften Zerrissenheit bot, ist heute wieder ein Volk, das ein­heitlich organisiert ist. Ur» nicht äußerlich allein. Nein: Es wächst in den Geist dieser Organisation innerlich hinein und ist zu großen Teilen bereits bincingewachsen.

Es ist ein w änderbares Zeichen, wenn in einem Volk so wie beim heutigen Vorbeimarsch stunden­lang Zehntausende von Männern freiwillig diese Disziplin und die Last aus sich nehmen, freiwillig tätig sind.

An Geld sind wir arm, am Volk aber sind wir heute reich! (Stürmische Heilrufe.)

Es gab eine Zeit, da waren wir vermögend, ein reiches Volk und doch innerlich arm, zerrissen und uneinig, ein Volk, das mit seinem materiellen Reichtum nichts mehr anzufangen wußte. Heute, da wir arm sind, sind Mil- lioncn Menschen glücklicher, denn sie sehen wieder ein großes gemeinschaftliches Lebensziel, lind für dieses Gemcinschastszicl erziehen wir diese Millionen in allen unseren Organisationen. Unseren Gegnern sichen heute nicht Zahlen gegenüber, sondern von einem Sinn und eine m Geist erfüllte Menschen. Sie sollen uns nicht als Partei werten, sondern sie sollen in uns

die Fanatiker einer neuen Überzeugung sehen. Sie sollen sich nicht einbilden, daß die Gewalt dieser Überzeugung etwa heute oder morgen oder über- luorgcn geringer sein wird als in der Vergangenheit.

seiner Fahrt durch die Stadt immer und immer wieder nmiubelt

Höhepunkt des Gauparteitages 1934 wurde die Riesenkundgebung am Sonntag nachmittag auf dem Geraer Schützenplatz, auf dem Reichskanzler Adolf Hitler nach der Rückkehr von seiner Jtalicnreise sprach. Über 70 000 Menschen hatten sich versammelt, um den Kanzler zu hören: SA., SS., Arbeitsdienst, PO., Hitler-Jugend marschiert auf.

Böllerschüsse verkündeten das Kommen des Führers. Der Badenweiler Marsch erklingt und 70 000 grüßen wiederum stürmisch den Kanzler. Innerlich tief bewegt nimmt dann Reichsstattballer Sauckel das Wort:Wir haben das unverdiente Glück. Hier im Herzen Deutschlands den Führer nach seiner Rückkehr aus dem faschistischen Italien begrüßen zu können. Wir geloben ihm an unserem Gauparteitag Gehorsam und unerschütter­liche Disziplin, unter seiner Führung am Aufbau und Neubau des Reiches zu arbeiten ohne Rast und Ruh bis zum letzten Atemzug."

Und dann sprach der Führer.

Nachdem der Kanzler seine Rede beendet hatte, brachte Reichsstatthalter Sauckel ein dreifaches Sieg Heil auf Adolf Hitler und das Vaterland aus. Dann bekunden die 70 000 erneut ihre Treue mit dem Gesang des Deutsch­land- und des Horst-Wessel-Liedes. Der Gauparteitag 1934 hatte damit sein Ende aeiunhen

Im Gegenteil, all denen, die glauben, gegen den Staat angehen.i könne i, sage ich: Dieser Staat steht erst in seiner ersten Jugend. In Jahrhunderten soll er sein Mannerotter erreichen, und Sie können jtbeMcugt fein,. daß ihn ty noch .nicht acbroche»! haben wird cSni scher, langanhalten- der

Ein Volk ist zum Bewußtsein seiner Kraft erwacht. Wenn nun die andere Welt daran die Frage knüpft: Was wollt ihr damit?, dann können wir sagen:

Nach innen alles, nach außen nur, daß ihr uns in Ruhe laßt. «Brausender, immer neu au-flammender

Beifall?

Wenn mir die Frage vorbei egt wird: Was wollen Sic ; u r Befriedung der Welt tun? So sage ich: Wir haben das Höchste getan, indem wir ein Siebzig-Mil- lioncn Volk nicht nur im Geiste der Selbstachtung, son­dern auch zum Geiste der ?! ch 1 u n g der Rechte der anderen erzogen haben.

Mögen auch die anderen Staatsmänner und Volks- führungen den gleichen Geist vertreten, nämlich nicht nur ihr eigenes Recht wnhrnehmrn, sondern auch das Lebens recht der anderen achten lernen. «Starker Beifall.)

Wir haben ein großes Ziel im Innern vor uns: Eine gewaltige Reformarbeil an uns selbst, an unserem Leben, an unserem Zusammenleben, an unserer Wirtschaft, an

Reichskanzler Adolf Hitler auf dem Gauparteitag in Gera.

Unser Bild von der Kundgebung zeigt den Kanzler während seiner bedeutsamen Rede.

unserer Kultur. Wir haben ein großes Werk vor Augen. Dieses Werk stört nicht die andere Welt (Bravo!). Genau so, wie wir nicht das stören, was andere Völker bei sich tun.

Wir haben in unserem Haus genug zu schaffen und möchten meinen, daß auch die anderen Völker genug im eigenen Hause zu tun haben sollten. Ich glaube, wenn andere Staatsmänner einen Teil der Ütufmcrffamfcit, die sie den Vorgängen außerhalb ihrer Völker schenken, dem inneren Leben ihrer eigenen Völker widmen wollten, dann würde manches aus dieser Welt besser sein.

Wir wollen uns jedenfalls frei halten von diesen alten MenschheitLMlern. die Splitter im Auge der an­

deren zu sehen und die Balken im eigenen Auge dabei zu vergessen. Wir möchten wünschen, daß die anderen sich ebenfalls n m d i e eigenen Balken flimmer n und das Herauszichen unserer Splitter unsere Sache sein lassen. (Beifall.)

Wir Nationalsozialisten haben ein gigantisches Pro­gramm im Innern. Das verpflichtet uns, Friede und Freundschaft mit der anderen Welt zu suchen. Das ver­pflichtet uns aber auch, genau so dafür zu sorgen, daß Die andere Welt uns in Frieden und Ruhe läßt. Denn so wenig wir die Absicht haben, jemanden auf dieser Welt in Unrecht tuzufügen,

so wenig lassen mir uns in Deutschland vergewaltigen. Wenn jemand an uns die Frage richtet: Was wollt ihr beitragen zur Befriedung der Welt? Dann sagen wir: Wir sind ein Volk, das den Frieden liebt und den Frieden wünscht, und das vor allem sich nicht um die Angelegenheiten anderer Völker kümmert. Wir haben nur den Wunsch, daß die anderen denselben Weg zur Befriedung der Welt gehen.

Wir sind der Meinung, daß vor allem auch die Prcste aller Länder diesen Beitrag zur Befriedung der Wett liefern sollte und sich nicht Elementen zur Verfügung stellt, die ganz andere Ziele haben. 29t r Nationalsozia­listen kennen diese internationalen Elemente ganz genau, wir wissen, wer heute keinen Frieden will, wer fort­gesetzt wühlt und fortgesetzt hetzt und die Völker ver­giftet. Was soll cs heißen, wenn wir mit einem Volk den Frieden und die Verständigung wollen und dann in dieser Presse lesen müssen, man dürfe sich mit der deutschen Regierung nicht verständigen, weil das ein Er folg für diese Regierung wäre! (Pfuirufe.) So also gibt man zu, daß das deutsche Volk glücklich wäre, wenn wir eine Verständigung bekämen, und bann wagt man trotz­dem, dieses Volk vor der Welt zu verdächtigen. (Stür­mische empörte Pfuirufe.)

Wir haben nur den einen Wunsch, daß sich bei den anderen Nationen immer mehr diejenigen durchsetzen, die in Erinnerung an die Greuel des vergangenen Krieges ebenfalls eine aufrichtige Völkerversöhnung wollen, denn das wissen wir: Wenn diese

internationale Clique von Hetzern ihre Ziele erreichen würde, dann würde man wieder die Völker, Millionen braver und anständiger LNcnschcn, aber vermutlich keinen dieser internationalen Hetzer auf dem Schlachtfeld finden.

Wir Nationalsozialisten können nichts anderes tun, als unser Volk gegen diese Gefahr vorzubcreiten. Wir sind entschlossen, uns hierbei von niemanden dasRechtdcr Selb st erhaltung streitig machen zu lassen.

Wenn uns jemand sagt: Wenn ihr National­sozialisten die Gleichberechtigung wünscht für Deutsch­land, dann müssen wir mehr aufrüften", so können wir nur sagen:Unferetmegen könnt ihr das tun. denn wir haben ja nicht die Absicht, euch anzugreifen. Allein wir wollen so stark sein, daß auch jedem andere« die Absicht vergeht, uns anzu- greifen." (Langanhaltendc minutenlange Hcilrufc.)

Je mehr die Welt von Blockbildungen redet, um so klarer wird uns, daß man besorgt sein muß um die Erhaltung der eigenen Kraft. Wir haben feine Komplotte mit anderen Völkern geschmiedet, haben aber besorgt zu sein dafür, daß nicht Komplotte anderer eines Tages das deutsche Volk vernichten und cs um den Segen seiner inneren Arbeit bringen.

Da kann ich der ganzen Welt nur das eine versichern: So bedingungslos unsere Friedensliebe ist, so wenig Deutschland einen Krieg will, so fanatisch werden mit für die deutsche Freiheit und die Ehre unseres Volkes cintrcten. Tic Wclt muh wissen: Die Zeit der Diktate ist vorbei. (Stürmische Zustimmung.)

So wenig wir die Lkbsicht haben einem anderen Volke einen Zwang aufzuerlegen, so sehr mehren ro i r uns gegen jeden Versuch, das deutsche Volk auch weiterbin unter einen dauernden Zwang zu legen. Wir haben nicht das Gefühl, daß wir eine minderwertige Raffe sind, ein ivcrtloses Pack auf dieser Welt, das von jebem getreten werden darf oder kann, sondern wir haben das Gcmb!. daß mir ein großes Volk sind, das nur einmal sich selbst vergessen hat, das, verführt von wahnsinnigen Nar­ren, sich selbst um feine Kraft brachte und das aus diesem Wahnsinnstraum jetzt wieder erwackt ist. (Bravoü Nie­mand soll denken, dieses Volk in den nächsten tausend Jahren wieder in einen solchen Traumzustand versenken zu können, diese Lehre, die mir an uns in einer so grauen­haften Weise erfahren haben, wird uns

eine geschichtliche Mahnung für Jahrtausende sein. Was einmal uns durch eigene Schuld geschah, wird sich kein zweites Mal am deutschen Volke wiederholen!

Ich will Sie, meine Volksgenossen, immer nur bitten und ermahnen, sehen Sie die Stärke unseres Volkes in unserer inneren Willensein hcil, in unserer einheitlichen Geistesauffassung und unserem gemeinsamen Denken. Seien Sie überzeugt, daß die Stärke sich nicht so sehr ausdrückt in Divisionen, in Kanonen und Tanks, sondern daß sie sich letzten Endes ausdrückt in der Gemeinsamkeit eines Volkswillens. Und seien Sie weiter durchdrungen von der Überzeugung, daß man diese Gemeinsamkeit den Menschen gnerziehen muß und daß man dafür Sicherungen schaffen muß.

Sehen Sie in unserer nationalsozialistischen Be­wegung eine solche grobe Sicherung gegen best Geist des KlctffcnkamvfcS. des Klasienbasics und der Kiasiensval