Einzelbild herunterladen
 

M-aer Mzeiger

Erscheint jeden Werktag. Wochenbeilage:Der Sonntag". Bezugspreis: monatlich 1,70 RM. Bei Lieferungsbehinderung durchHöhere Ge­walt" bestehen keine Ansprüche. Verlag Friedrich Ehrenklau, Fulda, Königstraße 42. Rotations­druck' Friedrich Ehrenklau, Lauterbach/H. Haupt­schriftleiter: Friedr. Ehrenklau, Fulda, Königstr. 42.

Tageblatt für Rhön un- Vogelsberg ZulSa- un- Haunetal >Zul-aer Kreisblatt

Redaktion und Gefthästsstelle: Königstraße 42 Zernfprech-flnfthluß Nr. 2989

Anzeigenpreis: 1 mm Höhe in der 46 mm breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Ps. Bei Wiederholung wird Rabatt nach Taris gewährt, bei zwangsweiser Beitreibung oder Konkurs erlischt jeder Anspruch auf Nachlaß.DA." 1008. Verantwortl. für den Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.

Nr. 161 1934

Fulda, Freitag, 13. Juli

11. Jahrgang

Friedliche Eroberung.

Unsere Hanen Zmgs in England. Übereinstimmendes Lob für die deutschen Seeleute.

Die englische Stoffe widmet dem ersten Besuch deutscher .Kriegsschiffe seit dem Weltkriege in England große und durchweg freundliche Aufmerksamkeit. Alle Zeitungen veröffentlichen Bilder der deutschen Kriegs­schiffe und Besatzungen. Überall wird hervorgehoben, daß die deutschen Matrosen einen hervorragenden Eindruck sowohl Kei ihren englischen Kameraden, als auch bei der Bevölkerung von Portsmouths gemacht haben.

News Chronicle" schreibt: Die deutschen Matrosen h^a b e n Portsmouth erobert. Vor wenigen Jahren noch hätte die Nachricht die Welt in Bestürzung versetzt. Aber heute begrüßt die englische Flotte

den früheren Feind mit Salutschüssen, mit offenen Armen und einem Lächeln der Freundschaft. Überall sah man englische und deutsche Offiziere sich freundschaftlich unterhalten, während die Mannschaften beider Nationen Arm in Arm durch die Straßen spazierten, kleine Schietzkonkurrenzen auf der Vergnügungsmesse ver­anstalteten lind zusammen um die Militärkapelle herum­tanzten. überall ließen die englischen und die deutschen Matrosen das Vergangene vergangen sein wir hoffen für immer. Britische Matrosen sprechen selten ihre An­erkennung für andere Flotten aus. Aber gestern er­klärten sie, daß

die deutschen Matrosen die schneidigsten seien, die sie jemals gesehen haben. Der Bericht endet mit den Worten: In Portsmouth ist die Flagge der Freundschaft aufgezogen worden, und jedermann wrrd hoffen, daß sie lange gehißt bleiben wird.

*

Der deutsche Botschafter Herr von Hoesch gab in der Botschaft in London ein Frühstück zu Ehren verifiziere der KreuzerKönigsberg" undLeipzig". Daran nahmen die höchsten britischen Flotten- offiziere und der Erste Seelord, Sir Bolton Eyres Monsell, teil.

Von deutscher Seite waren anwesend Konter­admiral Kolbe, der Kommandant derKönigsberg", Kapitän zur See von Schröder, der Kommandant der Leipzig", Kapitän zur See Hormel, Korvettenkapitän Litzmann und Kapitänleutnant Mettig. Unter den britischen Offizieren befanden sich Admiral Lord Beatty, der Befehlshaber der englischen Flotte, Admiral «ir Ernle Chatfield, Konteradmiral Dickens, Vizeadmiral Little, alle mit ihren Damen. Außerdem waren aeladcn

Zur Rundfunküheriraguug

der Kanzlerrede.

Das Presse- und Propagandaamt der Deutschen Arbeitsfront hat folgende Anordnung erlassen:

Sämtliche Propaganda Walter der Deut­schen Arbeitsfront und der NSG.Kraft durch Freude" haben sich sofort im Sinne der Anordnung des Leiters der Abteilung Rundfunk 51t bemühen. In den Häusern der Arbeit und in anderen der Deutschen Arbeits­front zur Verfügung stehenden Räumen sind Laut­sprecher a u f z u st c l l e n. Von den Möglichkeiten, die am 10. November 1933 bei der Führerrede aus den Siemenswerken geschaffen worden sind, ist weitestgehend Gebrauch zu machen.

Der Führer empfängt den Arichsbischof.

Anläßlich der Eingliederung der ersten süddeutschen Landeskirche in die evangelische Neichskirche wird der Reichskanzler Adolf Hitler den Reichsbischof L u d ' w i g Müller und den Rechtswalter der evangelischen Kirche, A u g u st Jäger, empfangen. Der Reichskanzler verfolgt mit Interesse das stetige Vorwärtsschreiten des großen e v a n g c l i s ch c u E i u i g u n g s w e r k e s unb her damit verbundenen Befriedung des kirchlichen -ebens. Der Einpfang des Reichsbischofs und des Rechts- Walters ist auf den kommenden Montag angcsetzt.

Der Volksgerichtshof tritt Mammen.

Der Reichskanzler hat auf Vorschlag des Rcichsjustiz- ministers die Mitglieder des Volksgerichtshofes ernannt. Der feierliche Zusammentritt des Volksgerichts­hofes erfolgt am Sonnabcwd, dem 14. Juli, im Großen Sitzungssaal des Prcußenhauscs. Reichsjustizministcr Dr. G ü r t n c r wird die Einführungsrede halten und die feierliche Verpflichtung der Mitglieder des Volksgerichts­hofes vornehmen.

Einrichtung von Erntekindergärten.

Aus der Arbeit des HilfswerkcSMutter und Kind".

NSK. Im Rahmen des HilfswerksMutter und Kind" sollen zur Entlastung der Landfrauen Ernte­kindergärten eingerichtet werden, da die vielfach übliche Betreuung der Landkinder durch die ältesten, oft __Danken Dorfbewohner völlig unzulänglich ist. Vor der Errichtung von Erntekindergärten ist jedoch die Not­wendigkeit zu prüfen und die Genehmigung des Kreis-

der L a n d e s g r u p p e n l e i t e r der NSDAP, für Großbritannien und Irland, Pg. Bene, und vom Stab der deutschen Botschaft Fürst und Fürstin Bismarck sowie oer deutsche Marineattache in London, Kapitän zur See Watzner und Gattin.

Der deutsche Flottenbesuch in England.

Der Hafenkonnnandant von Portsmouth, Sir John Kelly, macht einen Empsangsbesuch auf dem KreuzerKönigs­berg".

*

Besuch der Blaujacken in London.

Die deutschen Matrosen herzlich begrüßt.

Ofsiziere und Mannschaften der in Portsmouth liegenden deutschen Kreuzer zogen am Donnerstag durch die Straßen Londons, um die Sehenswürdigkeiten der englischen Hauptstadt zu besichtigen. Sie besuchten unter anderem das Parlament und das englische Krieger­denkmal ig._ Das Anstauchen der in voller Gala befindlichen und mit dem Eisernen Kreuz geschmückten deutschen Marineoffiziere im Lon­doner Straßenbild rief beträchtliches Aufsehen und Bewunderung hervor. Viele der blauen Jungen hatten Einladungen von englischen Freunden erhalten und wurden in Kraftwagen durch die Straßen Londons geführt.

Die englische Presse bringt dem Besuch weiterhin großes In t e r e f s e entgegen.Evening Standard" überschreibt seine Meldung:Heil der deutschen Flotte!" und schreibt:Die deutsche Flotte marschiert heute im Londoner Westend ein."

jugendamtes einzuzichen. Mür die Errichtung der Ernte­kindergärten hat das Amt für V 0 l k s w 0 h l; a h r t bei der Obersten Leitung der PD. Richtlinien heraus­gegeben. Träger der Erntekindergärten ist zuerst das Amt für Bolkswohlfahrt, das die dt S. -Frauen- schaft zur Mitarbeit heranzieht. Es besteht auch die Möglichkeit, in Anlehnung an ein weibliches rl r b e i t s - d i e n st l â g e r Erntekindergärten einzurichten. _

Als Mithelferinnen können die älteren -schul- »t ä d ch c n und Mädchen aus dem BDM. Herangezögen werden, soweit sich dies mit der Erntearbeit vereinbaren läßt. Die Betreuung einer kleinen Anzahl von Kindern (bis zu 10 Jahren) können gegebenenfalls auch junge Mädchen aus dem Dorf übernehmen, die sich kinder- pflegerische und pädagogische Kenntnis) e ungeeignet haben. Diese jungen Mädchen sind aber durw eine sozialpädagogisch geschulte Kraft des Amtes für ->olD-- Wohlfahrt zu überwachen. . . , _. .,

$te einzelnen @âuc bähen bereit mit bei tung der Erntekindergärten begonnen.

^ für die Arbeiisdiensipfiichi vorbereitet.

Ei» neuer Führertyp entsteht.

Staatssekretär Hierl, der zur Zeit auf einer Be­sichtigungsfahrt der Arbeitsdienstlager in Dgipreußen weilt, gewährte einem Vertreter derPreußischen Zeitung" eine Unterredung, in der er über die Zukunft des deutschen Arbeitsdienstes sprach. Staatssekretär Hierl erklärte u. a.: .. . .... .

ALxs ist für die Einführung der Arbcrtsdienstpflicht vorbereitet. An der Organisation des heutigen Frci- williacn Arbeitsdienstes wird sich dabei nichts andern. Ein pflichtmäßiger Jahrgang wird 300 000 Mann kaum übersteigen, während zur Zeit 230 000 Arbeitsmanurr in Dienst stehen.

Die Führer- und Unterfuhr erfrage ist nach anfänglichen Schwierigkeiten jetzt restlos geklärt. Eine Ergänzung des Führerkorps von außen ist mdjt 10 notwendig da der Arbeitsdienst seinen Führerstand organisch aus den eigenen Reihen auffüllen kann. In ihm entsteht ein neuer Führertyp, der die Eigenschaften eines

Arbeiters, eines Ingenieurs und eines Soldaten

in sich vereinigt. In der Frage des weiblichen A r b e i t ö d i c u st c s steht der Reichsarbeitsdienstfuhrcr auf dein Standpunkt, daß auch der Frauenarbeilsdienst, wenn auch in anderen Formen weniger in großen Lagern als in kleinen Heimgememschaften durchaus notwendig ist

Der Weg des Blutes.

Von Landsbauernführer Dr. Wagner.

Der Kampf des nationalsozialistischen Staates hat dem deut­schen Bauern seine Freiheit wiedergegeben, das stolzeste und höchste Gut seiner Väter. Sein Recht, dieses urdeuische Recht, ist ihm wieder eigen geworden. Diese Freiheit bedeutet aber nicht das Anrecht auf ein egoistisches Ausleben des Daseins ohne Rücksicht auf den Nebenmenschen, sie stellt im Nationalsozialis­mus eine ungeheuere Verpflichtung gegenüber Volk, Sippe und Familie dar. Durch dieses Verantwortungs­bewußtsein des Einzelnen gegenüber der Gesamtheit wird die Freiheit des Bauerntums und damit des ganzen Volkes erreicht. Wer den Nationalsozialismus nur mit dem Verstand zerglie­dern will, und ihn nicht mit dem Herz und einer heißen Liebe zu Deutschland ersassen kann, wird niemals die gewaltige Größe dieser Gedanken begreifen lernen, diesen heroischen Willen zur Opferbereitschaft, der selbst bis zum Einsatz des Lebens führt. Der deutsche Bauer hat in der Geschichte bewiesen, daß er für seine Freiheit jedes Opfer zu bringen bereit ist. Aus einem blutsmüßigen Instinkt heraus erkannten unsere Väter, daß ihr Kampf der Erhaltung ihrer Eigenart und der Reinhaltung ihrer Rasse in geistiger und körperlicher Hinsicht galt. Und sie führten diesen Kampf getreu und tapfer.

Der germanische Bauer wußte nichts von Vererbungsgesetzen, wie sie die Wissenschaft unserer Tage erforschte, aber er glaubte an das Blut als den Träger der seelischen und körperlichen Eigenschaften der Vorfahren. Nicht das Leben erst gestaltet den Einzelnen, seinen Charakter und sein Wesen, sein ganzes Tun, sondern er bringt diese Eigenschaften in schicksalhafter Ueber- tragung aus der Kette der Ahnen mit. Das war der instinkt- sichere, blutsmäßige Glauben unserer germanischen Vorfahren, für den erst nach vielen Jahrhunderten exakteste Forschung den wissenschaftlichen Beweis erbrachte. Und deshalb finden wir bei ihnen diese hehre Ahnenoerehrung, deshalb die strenge Ge­setzgebung- im Eheleben, aber auch deshalb die unlösliche Ver­bindung der Sippe, des Blutes mit dem Boden durch das O d a l. Wie die Freiheit des Volkes, der Sippe und der Familie in der Beschränkung des Einzelnen lag, so war auch das Oval wcht üKseiHm bis Einzelnen sondern es wär Das Eigentum der ganzen Sippe. , . " -

Dieses Wort Odal kommt von ob Eigentum und dem Be­griff Les All. Ein Wort voll innerer Größe, ein Geschenk des Alls, ein Geschenk Gottes, der Sonne und des Lichts an die Sippe. Das Odal war frei, unbelastbar und unveräußerlich. Und der Anerbe als Führer des Geschlechts war nur der Ver­walter des Odals. Wer von einem Odalshofe stammte, war ein freier Mann, er warodalig" oderadelig". Blut und Boden wird hier zu einer Einheit, die in der Rein­haltung des Blutes ihre Verehrung der Ahnen zum Ausdruck brachte. Das Odalsrecht ist der Garant für die Erhalrung eines blühenden und gefunden Volkes. Nicht nur die Sicherung der Ernährungsgrundlage wird hierdurch gewährleistet, sondern auch die Hochhaltung der Ehe und damit der Raffe.

Wir hatten ein gesundes Baucriirecht, bis das artfremde römische Recht den Boden zur Handelsware, zum frei verfügbaren Privatbesitz machte. Jahrhundertelang ertrug das deutsche Bauerntum das Joch dieser Knechtschaft, Ströme deut­schen Blutes flossen im Kampf der Bauern um ihre Freiheit, bis Adolf Hitler im Reichserbhosgesetz die Grundsätze des Odal zu neuem Leben erweckte.

Der Geist eines freien, aufrechten Mann<stums durchpulste nun wieder den Staat. Nur ein solcher wird erkennen können, daß nicht der Gedanke der Rentabilität der einzelnen Wirtschaf­ten das Geschick eines Standes oder des gesamten Volkes be­stimmt, wie es der Liberalismus lehrte, sondern ihre Einord­nung in die Gesamtheit. Nur diese verschaffte gerechte Preise und das Einkommen, das jedem auf Grundisciner Arbeitsleistung zu- kommt. Nicht der Landwirt, Ler der geriffenste Kaufmann ist. soll eine hohe Rentabilität seines landwirtschaftlichen Betriebes haben, sondern jeder Bauer und Landwirt soll, verwurzelt mit seinem Grund und Boden, in sich die ungeheuere Verpflichtung gegenüber seinem Volk fühlen und danach handeln.

Politik bestimmt die Wirtschaft und nicht umgekehrt. Des­halb mußte, weil die Politik der tragende Teil ist, auf a g r a r politischem Gebiet die Wandlung kommen, die den Weg des deutschen Bauerntums grundsätzlich änderte: das Reichs­erbhofgesetz. Erst in zweiter Linie konnte das a g r a r = wirtschaftliche Gebiet in Angriff genommen werden. Aber auch hier mußte der Geist des Nationalsozialismus'gestalten. Auf dem Markt der lebensnotwendigen Erzeugnisse entstand bis­her stets imfreien Spiel der Kräfte" eine steigende oder fal­lende, oft auch ins Uferlose fallende Preislage. Und in dieser ungebundenen, sich selbst überlassenen Wirtschaft wurzelte wie­derum die Weltwirtschaftskrise mit all ihren ungeheuer! icken Erscheinungen. Das Reichsnährstandsgefeiz un? dis zusätzlichen Gesetze über den Zusammenschluß der Mühlen, über den Verkehr mit Milcherzeugniffen, Eiern und jetzt auch mit Schlachtvieh, brechen grundsätzlich mit dem Auf und Ab Der Preise als Ergebnis, des freien Spiels Der Kräne auf dem tibs- ralistischen Markt. Es sollen hierbei keine festen Kartellvreiie zur Sicherung von Gewinnen geichaffen werden, sondern hiev Maßnahmen wurden getroffen aus dem Willen heraus. Der gatt zen Nation zu helfen. Der Nationalsozialismus denkt an Die Kaufkraft des ganzen Volkes und verlangt den Volkswirt s ch a f t l i ch gerechten Preis. Einen Preis. Der sich aus Dem notwendigen Erzeugerpreis Der Be- und Verarbeitung- quote und der'Spanne des Handels zufammenfetzt und dennoch für die Verbraucher tragbar ist. Da es sich um lebensnotwen­dige Verbrauchsgüter der Nation handelt, die nur im Rahmen dieser gesetzlichen Regelung verteilt werden müffen, kommt das Risiko des Handels selbstverständlich in Fortfall.

Die Spanne wird so verringert und der Lrzeu§rr?preis hân, ohne daß Der Verbraucher damit belastet werden muß.