Sul-aer Anzeiger
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Nr. 163 — 1934
Fulda, Montag, 16. Juli
11. Jahrgang
Ueberwältigender Eindruck der Führerrede.
Oie Rosen für den Führer.
Nie kam die Verbundenheit des Führers mit seinem »Volk so klar zum Ausdruck, wie nach der großen Abrechnung mit den treulosen Volksverrätern. Schon im Reichs- tagsgebäude selbst wollten die begeisterten Ovationen kein Ende nehmen. Als der Reichstagspräsident seine Dankesansprache beendet hatte, erhoben sich alle Anwesenden wie ein Mann und brachen in jubelnde Kundgebungen für den Kanzler aus. Zwei Hitlermädels hatten sich auf irgendeine Art durch die strengen Absperrungen hindurch- gcschmuggelt und überreichten dem Führer einen großen Rosenstrauß. Zum erstenmal ging da über sein todernstes Gesicht ein kurzer Schimmer der Freude, sichtlich freute ihn dieser kleine Beweis, daß die deutsche Jugend in nie erlahmender Liebe an ihm hängt und immer seine treueste Gefolgschaft bleiben wird.
Zu einem überwältigenden Erlebnis gestaltete sich die Fahrt vom Krollgebäude zur Reichskanzlei, überall waren Die Bürgersteige dichtgedrängt voll von Menschenmassen, die noch einmal wenigstens mit einem kurzen Blick ihren geliebten Führer sehen wollten. Wenn es noch eines Beweises bedurfi hätte, daß die Masse des Volkes dem Führer die Treue hielt und immer halten wird — hier war die Bestätigung. Besonders am Brandenburger Tor und am Pariser Platz nahm das Gedränge lebensgefährliche Formen an. Aber die brave SS., die treue Garde de? Führers, bewältigte auch diese Aufgabe und sorgte dafür, daß alles ohne Zwischensätze abging. Und wie der Führer endlich erschien, da war die Menge nicht mehr zu halten. Heilrufe brachen aus der Masse hervor, wälzten sich fort und steigerten sich zu einem brausenden Orkan. Spontan wurden die alten herrlichen Lieder ans der Kampfzeit augeftimmt, alles sang sie mit, alte Unterschiede schmolzen zusammen zu einem einzigen großartigen Treuebekenntnis zu dem Mann, der wieder èmmall in schwerster Stunde zu seinem Volk stand und dieM Volk vor dem Chaos gerettet hat.
FLM., dieses bedingungslose Vertrauen und diese unbändige Liebe eines ganzen Volkes ist es auch gewesen, die den Führer in schwersten und bittersten Stunden aufrechterhalten und gestärkt hat. Nur dabei ist es zu erklären, daß er nicht einsam und verbittert wurde durch den ungeheuerlichen Treubruch von Männern, für die er sich immer mit seiner ganzen Person eingesetzt hat. Und wen« er über die furchtbaren Ereignisse der letzten Woche« hinweggekommen ist, ohne völlig den Glauben an Treue und Vertrauen zu verlieren, dann war es nur das eine: Ein ganzes Volk steht mit heißem Herzen und ehrfürchtiger Liebe zu seinem Handeln und schenkt ihm sein unbedingtes Vertrauen.
Uad deshalb war der Rosenstrauß jener beiden tapferen Mädels mehr als ein bloßes Geschenk. Es waren Millione. und aber Millionen von treuesten Herzen, dèc in diesen Paar Blumen vereinigt waren. Oft werden noch kleine und größere Stürme über das junge Reich brausen aber alle Stürme werden bezwungen durch ein einiges Volk, das seinem Führer nie die Treue brechen wird. Was auch kommen inöae!
E'KgUschs5 Ge^sral QKiwsrisi Heß.
„Mit feinem Aufruf an d i e Frontsoldaten hat er recht."
Der bekannte englische General Sir Jan Hamilton, dessen kürzlicher Besuch in Berlin noch in Erinnerung ist, antwortete auf einer Versammlung des britischen Front- kämpferbundes auf den Aufruf des Stellvertreters des Führers, Rudolf H e st , an die Frontsoldaten der Welt.
Er wiederholte die Worte von Heß: „Ich wende mich an die Frontsoldaten in anderen Ländern. Sie sind besser dazu geeignet, die Brücke der Verständigung wiederauf- znbauen."' General Hamilton erklärte dann: „Dies ist die ivi^tigftc Versammlung von Frontsoldaten seit der Rede von Heß, und es wäre eine Schande, wenn ich nicht tuein Bestes tun würde, den Aufruf zu beantmorten. Zuerst möchte ich euch erzählen, daß ich Rudolf Heß kenne. Er ist ein sehr „netter Kerl".
Mit seinem Aufruf an die Frontsoldaten hat er r c ch t. Viele von euch sind mit der englischeu Armee am Rhein gewesen und sollten die Herzen des deutschen Volkes viel besser kennen, als cs die große Masse eurer englischen Landsleute tut.
Es gibt Leute in England, die sich nur zu sehr freuen würden, wenn sie unsere früheren Feinde vom Mißgeschick verfolgt sähen. Es i st traurig, daß dem so ist, denn meiner Meinung nad) würde der Zusammenbruch Deutschlands das tödlichste Mißgeschick für Europa sein. Nur S y tu pathie zwischen früheren Feinden kann die Zivilisation retten."
TemNslbraxrd smderL 30 Tèsopssr.
Furchtbares Unglück in Südindien.
In einem Tempel in S ü d i n d i e n kam es mäbrenb des Gottesdienstes zu einer furchtbaren Brandkatastrophe. Ein Teil der gottesdienstlichen Handlung bestand in dem Werfen brennender St off Halle. Hierdurch fing das Tcmpelgebäudc Feuer und brannte so schnell Nieder, daß sich nur wenige der Güttesdienstbesuchcr unversehrt in Sicherheit bringen könnten. 3 () P c r f o n c n bcrb r a n n ten, während 40 schwere Verletzungen er litten.
Llnerschütterücher Glaube der Saar- bevölkerung an den Führer.
Begeisterte Ausnahme der Kanzler-Rede
Die Rede des Führers im Reichstag wurde von der gesamten deutschen Saarbevölkerung mit größtem Interesse verfolgt, überall lauschte man der Rundfunkübertragung mit gespannter Aufmerksamkeit. Gerade hier im ©aargebiet wurde die offene, rückhaltlose Aufklärung des Führers über die Ereignisse des 30. Juni besonders begrüßt und als befreiend empfunden, versuchte doch hier die G r e u e l p r e s s e während der letzten Wochen in den widersprechendsten Verdrehungen der Saarbevölkerung ein Zerrbild der Vorgänge in Deutschland aufzudrängen, was aber an der treudeutschen Gesinnung und dem unerschütterlichen Glaubender Saarbevölkerung an den Führer abprallen mußte. Um so mehr wurde es begrüßt, daß die Reichstagsrede des Führers die hiesigen Greuelfabrikanten Lügen strafte und ihre zahlreichen Kombinationen als reine Erfindungen entlarvte.
Die S c p a r a t i st e n p r e s s e verharrt indessen auch jetzt noch aus ihrer bisher eingenommenen Linie und setzt ihre wüsten Verleumdungen fort. Es bleibt unerfindlich, daß die R e g i c r u n g s k o m m i s f i o n derartige, allen internationalen Gepflogenheiten widersprechenden Schmähungen weiter duldet.
Dre Wett Horie Adolf Hitler.
Die Rede des Führers im Reichstag wurde von folgenden a u s l ä n d i s ch e n R u n d f n n"k g e s e l l s ch a f- ten übernommen: National Broadcasting Co. New B o r k mit über 80 angeschlossenen Sendern, Columbia Broadcasting System New York mit über 70 an- geschlosseuLu Herrderu, Radio -Hscieto ~S.-A- Buenos A i r e s, ferner von den Sendern M o n t e v i d e o , R o m und der Scndcrgrupvc Turin, die sich auf den Deutschlandsender eingeschaltet hatten. Des weiteren übertrugen die Führerrede alle dänischen und schwedischen Sender. Auch die British Broadcasting Corp. London hat Teile der großen Rede des Führers übernommen.
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Das Echo des Auslandes.
Die große Reichstagsrede des Führers mit ihren Enthüllungen über das ungeheure Ausmaß des staats- verräterischen Anschlages haben im Ausland großes Aufsehen und Erschütterung hervorgerufen.
Der Eindruck in London.
In der Londoner Presse nahm die Erklärung des Reichskanzlers den ersten Platz ein und wurde über« 'all in arößter Aufmachung und teilweise im vollen Wort-
Gauletterbesprechung m Anwesenheit des Führers.
In Anwesenheit des Führers, seines Stellvertreters Rudolf Heß, des Reichsbauernführers Darrs sowie zahlreicher anderer Reichsleiter der Partei fand in Berlin eine Besprechung der Gauleiter der NSDAP. statt, Re sich mit agrarpolitischcn und organisatorischen Fragen befaßte.
Die deuWen Kreuzer verließen England.
Begeisterter Abschied in: Hasen von Portsmouth.
Mit klingendem Spiel liefen die beiden deutschen Kreuzer „L c i p z i g" und „Königsberg" nach ihrem viertägigen Besuch int Hafen von Portsmouth wieder zur Rückkehr nach Deutschland ans. 500 Mitglieder der deutschen Kolonie London pilgerten nach Portsmouth, wo sie auf den deutschen Schiffen empfangen und bewirtet wurden. Viele von ihnen wohnten einem deutschen Gottesdienst an Bord der „Leipzig" bei. Deutsche Matrosen und ihre deutschen Landsleute in London nahmen dann miteinander und bei fröhlichem Zusammensein das Mittagessen in den Meßräumen ein. Als die Schiffe den Hafen verließen, wurde ihnen von den vielen Deutschen sowie von Hunderten am Ufer versammelten Engländern ein begeisterter Abschied zuteil.
FaWeuwkihe der Langemarck-Stmmer.
Im Lichthof des Berliner Zeughauses wurde eine Fahne der Ortsgruppe Berlin des ehemaligen 26. Reserve Korps, des sogenannten G r ü n e n Korps, geweiht. K au m 10 0 M a y n ilmfaßt diese Orts gruppe; es sind die letzten Überlebenden jener todesmutigen blutjungen Kämpfer, die am 21. Oktober 1914 zum ersten Sturm auf Lang e m a r ck antraten. Exzellenz Freiherr von Walter, der letzte Kommandierende General des 26. Reserve-Korps, hielt vor den überlebenden Langeinarck Stürmern und Vertretern der Behörden, der Partei unb der nahestehenden Verbünde die W ei b e- r e d c. Er weihte darauf die Fahne mit der Mahnung, eingedenk des S p r u ch e s zu fein: Wer aus .die deutsche Faune kckwört. bat nichts mehr, was ihm selbst gehört!
laut wiedergegeben. Allgemein wird zum Ausdruck gebracht, daß Hitler eine sehr eingehende Darlegung des staatsverräterischen Anschlages und der Strafmaßnahmen gegeben habe. Im Bericht der „Times" heißt es: „Hitler malte ein außerordentliches und schreckliches Bild". — Die übrige Presse berichtet allgemein in großen Schlagzeilen von den „sensationellen Enthüllungen" über den Anschlag. Der „Daily Erpreß" zitiert an der Spitze seiner Meldung die Erklärung Hitlers, daß er die Verantwortung vor der Geschichte übernehme. Tie „Daily Mail" unterstreicht die ungeheure B e g e i st e r u n g, mit der die Erklärung des Führers im Reichstag ausgenommen wurde.
pariser Kommentare.
In der Pariser Presse wurde die Rede Hitlers sehr ausführlich wiedergegeben. Die Berliner Sonderberichterstatter unterstreichen den großen Beifall, durch den die Ausführungen des Reichskanzlers immer wieder unterbrochen wurden, enthalten sich aber im allgemeinen einer eigenen Stellungnahme. Die Blätter stellen jedoch mit einigem Bedauern fest, daß die in der Presse schon seit einigen Tagen angekündigten außenpolitischen Erklärungen ausgeblieben sind. Im übrigen hat es in Frankreich zweifellos Eindruck gemacht, daß Hitler sich in voller körperlicher Gesundheit dem Reichstag vorstellte, da ja in Paris Gerüchte gegenteiliger Art verbreitet waren. „Le Jour" stellt fest: „Die Rede des Herrn Hitler erlaubt die Feststellung, daß er keineswegs der überarbeitete noch der körperlich mitgenommene Mensch ist, wie er von gewissen Kreisen geschildert wurde."
Durchschlagender E nöruck in Polen.
Die auch in Poleu mit großer Spannung erwartete Hiebe des Reichskanzlers bat ihren durchschlagenden Eindruck nicht verfehlt. Die Blätter berichten: stürmischer und langanhaltender Beisall sei die Antwort auf die Ausführungen des Reichskanzlers gewesen. In den Augen bet anwesenden Deusscheu spiegelte sich eine aufrichtige Rührung. Besonders wird die Stelle der Rede hervor« gehoben, wo der Reichskanzler über die Reichswehr sprach und „in klarer Form ihre Rolle auf die rein militärische Aufgabe beschränkte". Es wird erhärt, daß in diplomatischen unb journalistischen Kreisen Berlins die Auffassung überwiege, die Rede Hitlers werde aus die Festigung der Verfassung unb der Regierung positiven Einfluß ausüben und die Stellung des Kanzlers nur noch mehr stärken.
Größtes Interesse in Amerika.
Die New-Aorker Blätter veröffentlichen d c n v o l l c « Wortlaut der Kanzlerrede in großer Aufmachung. In Schlagzeilen werden besonders die stellen der Rede her« vorgeboben, in denen der Führer erklärt, daß Deutschland dem Boykott der Welt Trotz bieten werde, und ferner die Ausführungen des Kanzlers über die gerechtfertigten Er- schießnngen.
Dr. feg auf einer Uißffenfiinhgebung ffii südlvrff-eulschen Grenzland.
Der Führer der Deutschen Arbeitssront, Dr. Ley, sprach in Lörrach auf einer Maffenkundgebuug der Arbeitsfront, zu der wohl mehr als 30 000‘ Menschen aus bem ganzen Grenzland zusammengekommcu waren. Von besonderem Eindruck war die Begrüßung Dr. Leys auf dem Schauplatz der Veranstaltung durch Trachten- abordnungen^ aus den Heimatgauen des Grenzlandes, Rebland, Webland und Schwarzwald sowie durch Vertreter der fünf Hauptberufe.
Dr. Ley ging im Verlaufe seiner Rede auch auf die Ereignisse der letzten Wochen ein. Der Führer Adolf Hitler habe sich durch sein Vorgehen zum größten Staatsmann Der Geschichte erhoben. Er habe einen Teil seiner selbst geopfert, denn er habe sich gegen die Männer gewandt, die jahrelang an seiner Seite mit ihm im Kampfe gestanden hatten; aber er habe es tun müssen, weil das Volk und das Interesse des Staates dies erforderten.
Deuische Mairosen als Lebensretter.
Vier Tchwerverlctzte vor dem Flammentod bewahrt.
An Bord des schwedischen Motorkutters „L a t o n a", der an der Langelinie in K o p e n h a g e n lag, ereignete sich beim Nachfüllen von Benzin eine E r p lost o n. Diese hatte einen Brand zur Folge, durch den der Kntter fast vollständig zerstört wurde. Das beherzte @in« greifen der augenblicklich in Kopenhagen weilenden deutschen Matrosen verhütete jedoch größeres Unglück. Das schwedische Fahrzeug lag nicht weit von der'Stelle, wo die v ier deutschen Torpedoboote geankert hatten. Sofort nach der Explosion wurde die Besatzung des Torpedobootes „M ö w e" alarmiert unb unter Füb rung eines Offiziers die L ö f ch u n g des Brandes in Angriff genommen. Vier deutsche Matrosen sprangen a n B o r d d c S b r c u n ende n F a b r zcnges und retteten die vier schwerverwündeten Insassen des KutterS aus Den Flammen. Als die Feuerwehr an Ort und Stelle erschien, mar der Brand bereits gelöscht. Die beut schon Matrosen hatten für die A b [ p e r r u n g Sorge gt . tragen.