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Nr. 179 — 1934
Fulda, Freitag, 3. August
11. Jahrgang
An das deutsche Volk!
Aufruf der Reichsregierung.
Die Reichsregierung erläßt folgenden Aufruf:
Reichspräsident Generalfeldmarschall von Hindenburg ist am 2. August 1934 früh 9 Uhr in die Ewigkeit iftnge- gangen.
20 Jahre nach Ausbruch des Weltkrieges hat sich der groze Soldat zur großen Armee begeben.
Das ganze deutsche Volk vernimmt die Trauerbotschaft res Heimganges unseres toten Eeneralfeldmarschalls mit tiefer Ehrfrucht und schmerzerfüllter Cr- gkiffenhett. Tagelang richteten sich die Herzen von 67 Millionen Deutschen ein letztesmal auf in der bangen Hoffnung, daß es der unverwüstlich erscheinenden greisen Kraft des Reichspräsidenten noch einmal gelingen werde, der unerbittlichen Natur, die sich anschickte, ihr Recht geltend zu machen, Widerstand zu leisten. Die Hoffnung war vergebens. Hindenburg ist tot.
Damit hat das deutsche Volk seinen ehrwürdigsten Repräsentanten verloren. In tiefer Ehrfurcht und D a n k -
Hindenburg.
So sahen wir dein Bild in edier Reinheit,
So warst du unser: wahr und echt und schlichè. Der Kleinheit Feind, ein Paladin der Einheit, Der Mann der Tat, der Held der Bürgerpflicht;
Du dientest deinem Volk in schwersten Tagen, Du wurdest Sinnbild ihm des harten Mutz, Du hast des Krieges Leid mit ihm getragen, Du bliebst ihm treu ergeben bis zum Schluß.
Aus laufend Wunden blutend, ward's bezwungen. Du bliebst ihm treu im Unglück wie im Glück, Das Schwert, mit dem du Sieg um Sieg errungen, Du gabst es still in seine Hand zurück.
Doch als es rief, dich rief zu höchster Würde, Du schwanktest nicht, und eisern und gestrafft Standst du am Platz und nahmst die neue Bürde And schufst am neuen Reich mit Zugendkraft.
Du halfst es, m die Zukunft schauend, bauen. Du halfst es stützen, fest und willensstark, Du schenktest seinem Führer dein Vertrauen, Deutsch bis ins herz, deutsch bis ins tiefste Mark.
So bist du unser, mag, was will, geschehen,
So wirst du unser bleiben alle Zeit,
So werden dich die späten Enkel sehen, So deutsch und treu in alle Ewigkeit!
n t! e i t gedenkt es in dieser Stunde der fast unabmeß- ss" Verdienste, die der Generalfeldmarfchall und Reichs- sich um den Frieden, die Ehre und das Glück der 1 Wn Nation erworben hat.
üfii "" monumentales Denkmal aus ferner Vergangen- hincin^" deutscher Traditlon ragte er in unsere Zeit
Jpi^V^m verkörperten sich noch die Erinnerungen an die kein» und blutigen Kämpfe, die das deutsche Volk um ( ’ staatspolitische Einigung durchfechten mußte. Er
1 no^ als junger Vertreter seines Regimentes
im Spiegelsaal von Versailles, E?"? Kaiserreich proklamiert wurde. Er hat diesem . . langen Friedensjahrzehnten als pflichtgetreuer ^eben und seine Kraft zur Verfügung gestellt, fei/ , schien es, als ob dieses arbeitsreiche menschliche Da- LJ einem gesegneten Lebensabend seinen Abschluß fin- cil '""/de, da brach über Deutschland der Weltkrieg her- aeriifi s Hindenburg, in schwerster Stunde der Ration k » das Kommando über die Ostarmcen übernahm, , lutsche Volk in ba'^er Sorge nach dem uralten ^rdensland. Durch die
Rettung Ostpreußens
^u^nvasion und Ueberflutung durch fremde Truppen Vier ->el Äum erstenmale zum Vater des Vaterlandes. — Wh v^wlaiig war er dann für unser Volk und die tun - Berkörp e.r u n g deutschen Soldaten- nem " d tre u e r P s l i ch t e r f ü l I u n g. Mit sei- die die ?"^" ^verknüpfen sich die unvergänglichen Siege, Kriegs deutschen Armeen an allen Fronten des Großen "-eges an ihre Fahnen heften konnten. - Jm
November 1918, beicht Verrat, Chaos und Verzweiflung
er der ruhende Pol in der Erscheinun- snsiun " einer herben und männlichen Pflichtauf- klarunn ^».. W 1)0111 Schimmer einer fast mythischen Ver- .) umgeben war, stellte er sich in schwersten Schicksals
stunden dem deutschen Volke wiederum zur Verfügung und führte die Armeen in die Heimat zurück. In diesen Wochen und Monaten wuchs er zum Symbol deutscher Pflichterfüllung empor. — Wiederum vergönnte das Schicksal es ihm nicht, in Ruhe und wohlverdienter Abgeschiedenheit vom öffentlichen Leben seine Jahre zu beschließen. Noch einmal erging der Ruf des Volkes an den fast Achtzigjährigen, und der pflichtgewohnte Soldat des Großen Krieges versagte sich auch diesem Rufe nicht. Zweimal wurde er
zum Präsidenten des Deutschen Reiches gewählt.
In all den Wirren der Nachkriegsjahre stand er immerdar über der Parteien Haß und Gunst. Wenn alles wankte, blieb er fest. Wenn jede Ordnung und jeder innere Zusammenhalt zu schwinden oder zu zerbrechen drohten, an ihn klammerten sich dann die letzten Hoffnungen eines verzweifelten Volkes. Er stellte seinen glanzumstrahlten großen Namen zur Verfügung, wenn es galt, die deutsche Nation nach innen oder nach außen würdig zu vertreten und ihre Lebensrechte der Welt gegenüber zu verteidigen. Hindenburg wurde im Frieden das, was er im Kriege gewesen war: der nationale Mythos des deutschen Volkes. — Am
30. Januar 1933
schloß er für die junge nationalsozialistische Bewegung die Tore des Reiches auf. Im gläubigen Vertrauen auf die unbesiegbare Lebenskraft feines Volkes legte er die Verantwortung in die Hand der deutschen Jugend und schlug damit die Brücke vom Gestern zum Morgen. Mit einer Treue ohnegleichen hat er .seitdem zum jungen Deutschland gestanden und gegenüber allen Bedrohungen seine schützende und segnende Hand über dem neuen Reich gehalten. Es war vielleicht das höchste Glück seines betagten Lebensabends, nun zu wissen, daß das Schicksal der Nation in sicherer Hut lag und das Reich so fest gegründet war, daß es allen Stürmen und Anfeindungen trotzen konnte.
In ihm verkörperte sich die tiefe Versöhnung, die am 30. Januar 1933 zwischen dem Deutschland von gestern und dem von morgen stattgefunden hatte. Sein
Volksabstimmung!
Auf Wunsch des Führers.
Der F ü h r e r und R e i ch s k a n z l c r hat an den Reichsinnenminister folgendes Schreiben gerichtet:
„Herr Reichsinnenministcr! Die infolge des nationalen Unglücks, das unser Volk getroffen hat, notwendig gewordene gesetzliche Regelung der Frage des Staatsoberhauptes veranlaßt mich zu folgender Anordnung:
1. Die Größe des Dahingcschiedencn hat dem Titel Reichspräsident eine einmalige Bedeutung gc- gcgcüeu. Gr ist nach unser aller Empfinden in dem, was er uns sagte, unzertrennlich verbunden mit dem Namen des großen Toten. Ich bitte daher, Vorsorge treffen zu wollen, daß ich im amtlichen und außeramtlichen Berühr wie bisher nur als Führer und Reichs-
Die Trauerfeierlichkeiten.
Montag Trauerfeier im Reichstag. — Dienstag National-Tranerfeier am Tannenbergdenkmal.
Unter dem Vorsitz des Reichsministers Dr. Goebbels fand am Donnerstag im Propagandaministerium eine Chefbesprechung über die Durchführung der offiziellen Trauerseierlichleiten zum Hinscheiden des Reichspräsidenten von Hindenburg statt. Es wurde ein Programm festgesetzt, demzufolge am 6. August um 12 Uhr eine Stauer feier im Reichstag abgehalten wird, bei der der Führer und Reichskanzler A d o l f H i t l e r spricht. Am 7. August 11 Uhr wird am T a n n e n b e r g d e n k m a l bei Hohenstein die g r o ß e n a t i o n a l e T r a u e r f e i e r erfolgen, bei der ebenfalls der Führer und Reichskanzler die Trauerrede halten wird. Während der Nationaltranerfeier am Tannenbergdenkmal tritt um 11.45 Uhr in ganz Deutschland eine B e r k s h r s p a u s e von einer Minute ein. Im ganzen Reich werden zur gleichen Zeit Trauerfeiern abgehalten, in denen die Ereingisse von Hohenstein durch Rundfunkübertragungen gehört werden.
*
Berlin. Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler hat den Staatssekretär des verstorbenen Reichspräsidenten von Hindenburg, Dr. Meißner, mit der Weiterführung der bisher vom Büro des Reichspräsidenten geführten 'Geschäfte b e a u f t ragt.
durch die vielen Jahre innerer Zerrissenheit unüberhörbar hindurchdringender Ruf nach Einigkeit ging in wunderbarste Erfüllung: die Klassen und Stände schlossen sich im Zeichen des Nationalsozialismus zusammen und wurden in einer festen, unerschütterlichen Volksgemeinschaft vereint.
Dem deutschen Volke aber schien es so, als sei Hindenburg aus der Reihe der Lebenden nicht mehr herauszudenken. Unfaßbar war uns allen der Gedanke, daß er einmal von uns gehen könnte.
Was unvorstellbar war, ist nun doch bittere Wirklichkeit geworden: Hindenburg lebt nicht mehr. Der getreue Ekkehart des deutschen Volkes ist von uns gegangen. Der Nation aber bleibt die dankbare und gesegnete Erinnerung an eine große, monumentale, über die Zeit weit hinausragende soldatische und staatsmännische Persönlichkeit und das edle und unübertroffene Beispiel einer herben, männlich-heroischen Pflichtauffassung, die sich im Dienste am Vaterland verzehrte.
In Ehrfurcht und Erschütterung beugt die Nation ihr Haupt vor diesem großen Toten. Seine nimmermüde Sorge um das Reich soll von jetzt an unsere Sorge sein. Seinen Kampf um des deutschen Volkes Freiheit, Glück und Frieden aber übernehmen wir als Verpflichtung und Vermächtnis.
Ein reiches, volles, von Arbeit und Segen gekröntes Leben ist damit zu Ende gegangen. Das Größte, was von einem Menschen gesagt werden kann, auf ihn trifft es zu: Er hat durch seinen Heimgang die Welt ärmer gemacht.
Das deutsche Volk wird das hehre Andenken seines Lebens und Wirkens in dem Schrein seines dankerfüllten Herzens verschließen. Der Ruhm seiner Taten in Krieg und Frieden wird von Enkel zu Enkel bis in die fernsten Geschlechter meitergetragen werden. Wir aber wollen uns glücklich preisen, den großen alten Mann noch mitten unter uns gesehen zu haben, der eingegangen ist in unsere Geschichte als „Eeneralfeldmarschall von Hindenburg".
Berlin, den 2. August 1934.
Die Reichsregierung.
l a r zler angesprochen werde. Diese Regelung solle für alle Zukunft gelten.
2. Ich will, daß die vom Kabinett beschlossene und verfassungsrechtliche Betrauung meiner Person und damit des Reichskanzleramtes an sich mit den Funktionen des früheren Reichspräsidenten dieausdrücklicheSanl- tivn dcs deutschen Volles erhält. Fest durchdrungen von der Überzeugung daß jede Staatsgewalt vom Volke ausgehend und von ihm in freier und geheimer Wahl bestätigt sein muß, bitte ich Sic, den Beschluß des Kabinetts mit den etwa noch notwendigen Er iwnzungcu unverzüglich dem deutschen Volke zur freien Volksabstimmung vorlcgcn zu lassen.
Berlin.
Gcz. Adolf Hitler, Deutscher Reichskanzler.
Guatemala ordnet 5tägige Landestrauer an.
Mexiko, 3. Aug. (Funkmeldung.) Wie aus Guatemala gemeldet wird, hat Präsident Ubico anläßlich des Ablebens des Reichspräsidenten von Hindenburg eine »tägige Landestrauer angeordnet, während derer alle Fahnen auf Halbmast zu setzen sind und alle Beamte und Heeresangc- hörigen Trauer zu tragen haden.^ In einer amtlichen Aut- teilung, die in den Vormittagsstunden der deutschen Ge- sandschaft übergeben wurde, heißt cs: „Guatemala schließt sich der berechtigten Trauer der deutschen Regierung uiid des deutschen Volkes, mit denen das Volk und die Regierung von Guatemala herzlichste und engste Verbindung pflegen an. Deswegen hat die Regierung von Guatemala die Pflicht, sich den «chmerz dieser befreundeten Nation zu eigen zu machen." .
Für den Beisetzungstag ist ein Trauergottesdienst in der deutschen Kirche ängesetzt. Der Trauerfeier der deutschen Kolonie wird auch das Diplomatische Corps beiwohnen.
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Berlin. Der bekannte Berliner Bildhauer Prof. Thorak, der Schöpfer der letzten nach dem Leben geschaffenen Büste des Herrn Reichspräsidenten, hat gestern abend die Totenmaske des Verewigten abgenommen.
London. Sir Horace Rumbold, der von 1928—1933 britischer Botschafter in Berlin war, huldigte gestern abend im Rundfunk den verstorbenen Reichspräsidenten. Seine Ansprache schloß mit der deutschen Nationalhymne.