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Zulöaer Anzeiger Ä,« SSM K Tageblatt für Rhön unö Vogelsberg* 'äü « «T ßieferungMinbeiung durchHöhere Ee- Teitteil (W mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung

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hrud' Friedrich Ehrenklau, Lauterbach/H. Haupt- V Z V auf Nachlaß.DA. 1000. Verantwortl. zur den

ichriftleiter: Friedr. Ehrenklau, Fulda, Königstr. 42. Redaktion UN- Gefchäftsstellr: Königstraße 42 Zernfprech-flKfHluß Nr. 4989 Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauierbach.H.

Nr. 184 - 1934

Fulda, Donnerstag, 9. August

11. Jahrgang

Entlarvte Verleumder

Sie landfremde Saanegierung Storniert.

§i/e Aktenbeschlagnahme als ungerecht- fertigt aufgehoben.

Der Untersuchungsrichter des Saargebietes hat auf bie Beschwerde der Landesleitung der Deutschen Front und derSaarkorrespondenz" hin eine Verfügung erlassen, ach der die von der Regierungskommission veranlaßte Beschlagnahme der Akten am 24. Juli zu Unrecht erfolgt und sofort aufzuheben fei.

Zum allgemeinen Befremden der Saarbevolkernng hatte sich die Regierungskommission bekanntlich am 24. Juli veranläßt gesehen, mit schärfsten Maßnahmen gegen die Landesleiinna der Dentschen Front und die beiden hiesigen Nachrichtenbüros, DNB. undSaar­korrespondenz", vorzugehen. An diesen Stellen fanden unter Heranziehung eines beträchtlichen Polizeiaufgebots am 24. Juli ausgiebige Haussuchungen statt. Sämt­liche Akten wurden beschlagnahmt. Diesem Vorgehen war der ungeheuerliche, völlig unbegründete Verdacht der An­stiftung zum Morde und die Vermutung einer Mittäter­schaft an dem Attentat auf den Emigrantenkommissar Machts zugrunde gelegt. Die drei Bürohäuser der Deutschen Front wurden sogar für sechs Tage versiegelt, so daß die gesamten Arbeiten der Landesleitung lahm- gelegt waren. Selbstverständlich hatten die betroffenen Stellen sofort Beschwerde eingelegt.

DieBegründung" der Regierungskommission, die in ganz allgemeinen Ausdrücken von einerGefährdung der Regierungsautorität" gesprochen hatte, enthielt auf­sallenderweise nichts von jenen Mordvcrdächtigungen im Zusammenhang mit Machts, konnten diese also natürlich nichi aufrcchterhalten.

Unterdessen waren dem DNB. sämtliche Akter z u r ü ck e r st a t t c t worden. Jetzt hat also der Unter­suchungsrichter seine Entscheidung mitgdteilt. In bei sehr ausführlichen

Begründung heißt es u. a.:Eine so umfassende und schwere Maß­nahme, wie die bei der Deutschen Front vorgenommenc Beschlagnahme, erheischte zum mindesten, daß irgend­welche Anhaltspunkte für die Beziehungen des Attentäters Baumgärtner zur Deutschen Front vorhanden feien.

Ganz abgesehen von den allgemein Dagegen sprechenden Erwägungen hat die bisher gerade auch in dieser Richtung geführte Voruntersuchung nicht v a è geringste für Beziehungen zwischen dem Machts- Attentäter und der Deittschen Front ergeben. Die Beschlag «ahme ist daher ungerechtfertigt nnd sofort aufzuheben/

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Offener MchMmch der Saarregkrimg. Durchführung richterlicher Entscheidung v c r w e i g e r t.

Die landfremde Regierungskommission des Saar- gebietes hat jetzt eine Verfügung erlassen, in der sie sich weigert, der Entscheidung des Untersuchungs- uchtcrs entsprechend, die beschlagnahmten Akten der Landesleitung der Deutschen Front und derSaar- ^rrcspondenz" f r e i z u g c b e n. Sicbegründet" ihre Ablehnung mit der Berufung auf das allgemeine Land- ^cht alsPräventivmaßnahme".

Wenn irgendwo noch ein Zweifel daran möglich war, M die Regierungskommission des Saargebieies bic ® e = landfremder Elemente besorgt und ßegen bic saardeutsche Bevölkerung parteiisch eingestellt fl'' s v i st d i e s e r Z w c l s e l nunmehr beseitigt, ihrer von Emigranten einseitig bestimmten Ein- "3 gegen das nationalbcwußte Deutschtum hat sic sich un schon 31t einer offenen N i ch t a ch i n n g r i ch t c r- t^cr Autoritär hinreißen lassen. Mit dieser Ent- Mwung hat sic sich in bewußten Gegensatz zu den im vaargebiet geltenden Rechtsgrundsätzen gestellt. Die Lage u^nrit eindeutig geklärt.

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Schamlose Greuelmärchen und Schmähungen.

WnhnsiiinßausbrÜche der saarländischen Scparatistcnprcsse.

d" S c p a r a 1 i st c i: p r c s s c in S a a r - mf n findet sich ein angeblicher Bericht der Wiener e l ch s p 0 ft" überSpionagczentrale im SaargebieE, r or^c Mordliste",Terror Organisationen" nnd ähn- clu^c'nf^6enbc Einrichtungen.

^ch diesem Grenelbcricht soll der Emigranten- MachtS bei seinen Haussuchungen nicht nur Flugblätter gefunden haben, sondern auch einer bir ^cn "Hb verzweigten Spionageorganisation aus gekommen sein. Das aufgefundene Material hätte V on ? bewiesen, daß sich gewisse Stellen mit dem Chuuk 'n der allernächsten Zeit in das Saarland starte» "ud hier eine Art Straferpedition zu voran« daâ b-?" Freiwillige Arbeitsdienst im Saargebiet sei und die Werbestelle für die saarländische daß ^^ ^bc sich im übrigen Herausgestellt,

8 amtliche Deutsche Nachrichtenbüro das getarnte

Hauptquartier der deutschen Terroristen gewesen sei, und daß auch Dokumente, die sich auf die aufgedeckte Spionage­affäre bezogen, dort versteckt worden seien.

Dieser blühende Wahnsinn ist zu grotesk, als daß er der Öffentlichkeit voreuthalten werden dürfte. Durch diesen Bericht scheint man jedoch eine Erklärung da­für gefunden zu haben, aus welchen Gründen sich die Rcgierungskonrmission ausgerechnet so stark für den FAD. interessiert hat. Es dürste hier ein zwar nicht sehr schlauer, aber erfindungsreicher Denunziant am Wert gewesen sein, der wieder einmal versuchte, den Saarbrücker Behörden etwas über illegale Tätigkeit der Deutschen Front weißzumachen.

Eine ernste Frage stellt sich immer dringender an Herrn Knox: Ist man gewillt, derartige Greuel­phantasien und Schmähungen weiterhin zu dul­den? Ist es mit den sonst so strengen Ansichten über die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung verein­bar, wenn man Darstellungen nnd Beleidigungen unge­schoren läßt, die offensichtlich die Auspeitschung und Beunruhigung der Bevölkerung bezwecken?

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Unter Litauischer Knute.

ZahlreicheGerichtsverfahren" gegen Memcldeutschc.

Außer dem memelländischen Landtagspräsidenten Dreßler werden jetzt noch drei weitere führende Per­sönlichkeiten im Memelgebiet durch den Untersuchungs­richter von Säulen verhört und bis zum Ablauf des Verfahrens unter Polizeiaufsicht gestellt. Der

Sm Geiste des verewigten Marschalls

Erklärung Papens über seine Wiener Mission an die Auslandspresse.

Vizekanzler a. D. von Papen hat Reuter und Associated-Prcß auf deren Wunsch folgende Erklärung übermittelt:

Nachdem die österreichische Negierung das Agrement ju meiner Ernennung zum Gesandten und bevollmächtigten Minister erteilt hat, entspreche ich gern Ihrem Wunsche nach einer kurzen E r k l ä r u n a :

So wurde Reichspräsident und Eeneralselsmarschall von Hindenburg zur ewigen Ruhe gebracht.

Der Sarg wird zur ewigen Ruhestätte geleitet.

Nach der Rede des Führers erklang das Lied vom Guten Kame­raden Ihm folgten die Nationalhymnen, während draußen die Batterien den Iraucrfalut non 101 Schüssen abgaben. Acht Offiziere haben den Sarg empor und trugen ihn scierlich in den Feldherrnturm hinein. Ihm folgte der Führer (links), um durch die Riederlegung eines riesigen Kranzes dem Toten die letzte Ehre zu erweisen. Ganz links steht man den letzten Gene« rèldmarschall des Weltkrieges. Mackensen, mit dem MarjchaÜstab in der Hanv.

litauische Justizminister erklärte in einer Unterredung zur Frage des Verfahrens, daß bisher 1 237 Personen verhört worden sind. Von diesen wurden 142 als beschuldigt zur Verantwortung gezogen. 15 von ihnen sind geflüchtet, einer ist ermordet worden. 86 befinden sich in G e f ä n g n i s s e n , 40 unter Polizeiaufsicht oder gegen Kaution bis zum Prozeß auf freiem Fuß.

Der Führer tritt vor das Volk!

Große Rundfunkrede des Führes am 17.8.

Am Freitag, den 17. August, wird abends um 8 Uhr der Führer über alle deutschen Sender zum deut­schen Volke sprechen. Die Rede soll an allen Orten auf die öffentlichen Plätze übertragen werden, ferner ist die Rundfunkorganisation der NSDAP, mit der Organisierung eines grossen Eemeinschaftsempsanges beauftragt, damit jeder einzelne Volksgenosse die Möglichkeit hat, die Rede des Führers zu hören. Besitzer von Rundfunkgeräten sol­len Hausbewohner, die keinen Rundfunkapparat haben, zum Abhören der Rede des Führers in ihre Wohnung eiu- laden.

Am Montag, den 13. August, wird um 8.30 Uhr abends Reichsminister Dr. Goebbels über die Reichssender Berlin und Deutschlandsender ebenfalls zum deutschen Volke sprechen. Auch für diese Veranstaltung ist ein Eemeinschafts« empfang vorbereitet.

Die mir von dem Führer und Reichskanzler erteilte Aufgabe ist in seinem Schreiben vom 26. Juli 1934 an mich eindeutig und klar Umrissen. Ich habe mich dieser Mission zur Verfügung gestellt, um sie dem Sinne und dem Geiste nach zu "erfüllen, weil ich weiß, wieviel für die Entspannung der europäischen Lage von ihrer Verwirk­lichung abhängt und weil ich damit meinem Lande auch in dieser neuen Stellung dienen kann.

Die letzte Unterschrift des verewigten Feldmarschalls von Hindenburg ist unter ein Schreiben an mich gesetzt, in dem es heißt:

Wenn ich Sic nunmehr als diplomatischen Vertreter des Reiches nach Wien entsende, so geschieht cs in der aus- richtigen Hoffnung, daß es Ihnen gelingen möge, normale und herzliche Beziehungen mit dem stammverwandten österreichischen Volke herzustcüen. Meine besten Wünsche begleiten Sic bei der Durchführung dieser verantwortungsvollen Aufgabe."

Dieser Befehl ist zugleich ein Vermächtnis, dem nichts hinzuzufügen ist.

Papen als Gesandter in Men bestätigt.

Die österreichische Regierung hielt Dienstag abend einen Miuistcrrat ab, der beschloß, das von der dcutichcn Reichsregierung für den Vizekanzler v. Papen nachgcsuchtc Agrement als Gesandter für Österreich zu genehmigen.

Hierzu verlautet von gutunterrichteter Leite daß dre österreichische Regierung aus dem Standpunkt stehe, dag eine Verweigerung des Agrements allen diplomatischen Gepflogenheiten wider­sprochen hätte; die Regierung werde jedoch abwarten, in welcher Weise der neue deutsche Gesandte zur B e - friedung des Verhältnisses zwischen Deutschland und Österreich beitragen werde und werde »M Ede weitere Stellungnahme in dieser Richtnng vorbchalren.

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Papen erhält die Ernennungsurkunde.

Nachdem die österreichische Regierung das Agrément für die Ernennung des Gesandten von Papen erteilt bot. sind diesem durch den Führer und Reichskanzler die noch vom verstorbenen Herrn Reichspräsidenten vollzogenen Urkunden der Enthebung vom Amt als Reichsminister nnd Stellvertreter des Reichskanzlers sowie der Ernennung zum anßrrordentlichcn Gesandten und bevollmächtigten Minister in besonderer Mission in Wien ausgchan- digt worden.

Eisenbahnunglück in Bulgarien.

5 Tote, 11 Verletzte.

Sofia, 8. August. Infolge falscher Weichcnstellung ereignete sich am Mittwochvormittag auf der Strecke Sofia Küftendil ein schweres Eisenbahnunglück. Ein Wagen eines Pcrsoncnzugcs entgleiste in der Nähe des Bahnhofs Radomir und stürzte um. Fünf Reifende wurden getötet, während 11 weitere verletzt wurden. Von den Verletzten hatten 8 schwere Verletzungen erlitten, so daß sic ins Krankenhaus gebracht werden mutzten. Die übrigen 3 konnten nach Anlegung von Verbänden in ihre Wohnungen entlasten werden.

Der Verkabrsmivsster und dar Direktor der B.GackriiG'w Lrjenblchne« haben sich safvrt an die Unglvcksstattc begeben.