Zul-aer /lnzeiger
jeden Werktag. Wochenbeilage: „Der Sonntag". Bezugspreis: monatlich 1,70 RM. Xi Licferungsbehindeiung durch „Höhere Ge- bestehen keine Ansprüche. Verlag Friedrich Ehrenklau, Fulda, Königstraße 42. Rotations- Friedrich Ehrenklau, Lauterbach,H. Haupt- schriftleiter: Friedr. Ehrenklau, Fulda, Königstr. 42.
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Nr. 189
1934
Fulda, Mittwoch, 15. August
11. Jahrgang
Knox schreit nach fremder Polizei.
Schwere Verleumdungen gegen die Deutsche Front in Genf.
Entgegen den Beschlüssen des Dreier-Ausschusses für das Saargebiet versucht der Präsident der Saarregierung, der Engländer Knox, durch eine direkte Eingabe an den Völkerbund, Genf dafür zu gewinnen, daß er außerhalb der Saargrenzen „deutschsprachige" Verstärkungen für die Polizei anwerben kann.
Zur Begründung behauptet er, die Lage im Saar- gebiet habe sich in der letzten Zeit verschärft und überdies hatten die Haussuchungen bei der Deutschen Front das Bestehen von Querverbindungen zu verschiedenen Stellen des Reiches ergeben. (Die Saarregierung hat sich bekanntlich bisher geweigert, die beschlagnahmten Akten trotz des gegHeiligen Gerichtsbeschlusses sreizugeben.j Die tollste Behauptung aber, die sich Herr Knoi erlaubt, besagt, die Saarbevölkerung werde durch die Deutsche Front und durch den deutschen Rundfunk „aufgehetzt". Das Schreiben des Engländers drängt den Völkerbund zu schleunigster Zustimmung für sein Ersuchen.
Es liegt hier somit ein neuer Beweis dafür vor, daß das äußerste Maß an Disziplin, das die Saarbevölkerung trotz ständiger schwerster Herausforderung durch die fremde Regierung und ihre roten Helfershelfer beobachtet, Don eben dieser Regierung absichtlich in verletzender Form mißachtet und die Haltung der Bevölkerung in offizieller Form aufs gröbste verleumdet wird.
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Deutsche Front verläßt die Sitzung des LandesrateS.
Würdiger Protest der Saardeutschen gegen die Regierung K n o r.
Die Landesratsfraktion der Deutschen Front an der -aar hat aus Protest gegen die von der Ncgierungs kömmission geduldeten Angriffe auf den vereinigten
Militärgericht in Oesterreich
ArrTo-rsutteile gegen WienerpolizPen
,3« dem Prozeß gegen die neun Sichcr- >>ei ts wa ch l c u t e der Wiener Polizei, die an dem Sturm auf das Bundeskanzleramt teilgenommen Outten, wurden vom Militärgerichtshof vier Todesurteile gefällt. Zur Hinrichtung durch den Strang wurden verurteilt Josef Hacker, Franz Leeb, Ludwig .W" und Erich Wohlrab. Emil Schrott und Johann ovek erhielten lebenslängliche Kerkcrstrafcn. Das Urteil ^'Leopold Steiner und gegen Franz Fröhlich lautete ui Jahre und gegen Pangcr! auf 15 Jahre Kerker.
Papen Wien abgeflogen.
%" Dienstag hat sich der ^ernannte deutsche Gesandte von Papen, mit ' Familie nach Wien be- ^ um dort seinen neuen . aasutreten. Der Son- ^ sandte hat seine Reise in rrmsgaden unterbrochen und f E dem Herrn Reichs- " ^^e kurze Unterredung 0 1. Unser Bild zeigt Herrn laprn mit seiner Familie 3 001 dem Abflug.
®r.®wWeW eröffnet am 19. SrpiemSer »« Winterhüfswerl 193435.
Wih^ wird der Reichsminister für Volks
19. (V ""d Propaganda Dr. Goebbels am hilfHdas zweite große Deutsche Win ter - •ii'li 1 <934 /3 5 eröffnen und damit den Sinter' H""gcr und Kälte, der im vergangenen utt,g^ Erfolge brachte, von neuem beginnen.
Reichspräsidenten und den Reichskanzler und gegen die trotz der richterlichen Entscheidung aufrcchtcrhaltene Be- schlagnahme der Akten der Deutschen Front die Sitzung vcs Landesrates verlassen.
In der vor dem Landesrat verlesenen Erklärung heißt es n. a.: „Das Verhalten der Regicrungskommission stellt eine derartige
Beleidigung der deutschen Bevölkerung des Saar- gebiets
onr, daß die Fraktion der Deutschen Front zum Zeichen ihres schärfsten Protestes die weitere Teilnahme an den heutigen Verhandlungen ablehnt und den Saal verläßt. Weitere Schritte beim Völkerbund behält sie sich vor." Die deutsch eingestellte Presse schloß sich dem Protestschritt an.
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Sasrdeutschk im Reich, ausgepaßt!
Beachtet den 31. August!
Der 3l. Augusts der Endtermin für die Einsich I n a h m e in die A b st i m m u n g s l i st e n, die bei den saarländischen Gemeindebehörden aufliegen, rückt immer näher. Das Verantwortungsbewußtsein an der deutschen Saar-Sache fordert gebieterisch, daß auch der letzte Saarländer an die Wahlurne geht. Wir richten deshalb an alle im Reiche ansässigen Saardeutschen den ein- dringlichen Appell, nicht lässig zu sein und sich rechtzeitig um die Sicherung ihres Wahlrechts z u k üm mein
Aller Patriotismus ist unnütz, wenn sich die Saarländer nicht voll und ganz für ihre Belange einsetzen.
So ist es an der Zeit und dringend geboten, durch einen Bekannten im Saargebiet zu erfahren, ob der Eintrag in die Wahlliste dort auch wirklich erfolgt ist. Es empfiehlt sich, eine schriftliche Bestätigung darüber besorgen zu lassen.
Keine Mühe darf zu viel sein, wenn es gilt, eine Stimme zu sichern. - S.rmmelsonunlare genügen in keinem Falle: jeder Stimmberechtigte muß vielmehr seine Unterschrift gesondert abgeben.
Mester vier Mm-chhWi« in Wien.
Die Gnadengesuche der am Montag vom Militärgericht zum Tode verurteilten vier Polizerbeamten wurden z u r ü ck g c w i e s c n. Der Gerichtshof ordnete an, daß das Urteil zunächst an Wohlrab, dann an Hackl, Leeb und schließlich an Maitzen vollstreckt werde. In den späten Nachtstunden des Montag sind die Todesurteile gegen die vier Polizcibeanitcn Wohlrab, Hackl, Leeb und Maitzen vollstreckt worden.
Wem du am Sonntag so viel Zeit hast, van» kannst du wohl die wenigen Minuten erübrige», um zwischen 8 Uhr morgens und 6 Uhr nachmittags den Heinen Gang zum Abstimmungs lokal zn machen, und dem Führer drin Ja zu geben.
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Dies ist der Lebensweg Deines Führers!
1889. Ein unbekannter Zollbeamter, der sich bom Bauernjungen durch eisernen Fleiß emporgearbeitet hat, dessen Frau ebenfalls aus einer deutschen Bauernfamilie entstammt, erhält einen Sohn: Adolf Hitler. Mit 13 Jahren verliert Adolf Hitler den Vater, mit 17 Jahren die Mutter. Das unerbittliche Schicksal zwingt ihn in jungen Jahren, sich sein tägliches Brot mühselig durch seiner Hände Arbeit selbst zu verdienen. Er will Architekt werden, wird Bauarbeiter, Zicgelträgei und Betonmischer. Nationalist von Geburt, lehrt ihn das Elend der Großstadlmassen die Bedeutung der sozialen Frage erkennen. Aus dem Grübeln einsamer Nächte entsteht bei ihm der Gedanke der Svnthese des natio - nalistischen Gedankens mit den sozialen Aufgaben. Mit 21 Jahren stellt er sich als Zeichner und Kunstmaler für Architekturen auf eigene Füße, in München lernt er weiter.
1914. Weltenbrand! Adolf Hitler wird Kriegsfreiwilliger in einem baverischen Regiment. Am 27. Oktober 1914 steht er zum ersten Male in der Schlacht. Am 2. Dezember 1914 erhält der 25jährige das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Am 7. Oktober 1916 wird er durch Granatsplitter verwundet. Er rückt wieder aus und erhält weitere Auszeichnungen, darunter das Eiserne Kreuz 1. Klasse. Am 14. Oktober 1918 erblindet e r zeitweilig. Nach Teilnahme an 47 Gefechten, Schlachten und Großkämpfen, erlebte er den schwärzesten Tag seines Lebens und seines Volkes, den 9. November 1918, und beschließt, Politiker zu werden.
Frühjahr 1919 beginnt er den Kampf gegen die Nove mb er-Verbrecher. Im Sommer tritt er einem kleinen unbekannten Verein bei und macht aus ihm die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei. September 1919 spricht Adolf Hitler vor sieben Mann, 14 Tage später vor elf Mann, dann vor 25, vor 47, im Dezember 1919 vor 111, im Januar 1920 vor 270. am 24. April 1920 in seiner ersten wirklichen Manenversammlung vor 1700 Menschen.
Ende 1920 zählt seine Gefolgschaft 3000 Menschen. Ohne Geld, verlacht und verspottet, spricht er > c d e Woche dreimal in Massenversammlungen, außerdem noch in Sprech und Schulungsabenden und prophezeit, daß diese kleine Partei einmal Deutschlands Schicksal sein wird.
1921 trägt er den Kampf in das flache Land und gründet die ersten Stützpunkte, sprengt unter Einsatz der eigenen Person Vie Versammlungen landcs- verräterischer Separatisten und spricht im Sommer 1921 zum erstenmal im Zirkus Krone vor 5000 Menschen. Nach der ersten von Sozialdemokraten angezettelten inneren Parteirevolte erhält er die diktatorische Vollmacht, schweißt seine Gefolgschaft immer enger zusammen unb setzt sich mit seinen neugegründeten Sturmabteilungen gegen den roten Terror durch.
1922. Die Bewegung breitet sich immer weiter aus. Im Sommer marschiert er nach Brechung des Siraßen- terrors auf dem Königsplatz in München auf. Im Oktober schlägt er mit 800 Mann in Koburg den blutigen Terror der vereinigten Marxisten nieder. Zum erstenmal wird er verhaftet.
1923. Unaufhaltsamer Vormarsch! Eine rote Hochburg nach der andern wird gebrochen! Immer mehr aufwärts führt der Weg. Am 8. November 1923 schlägt er gegen das Weimarer Svstem los, um separatistische Maßnahmen zu durchkreuzen. Durch Verrat verliert er alles, die Erhebung mißlingt. Adolf Hitler wird verhaftet. Sein W i l l e a b e r i st u n e r s ch ü t t e r t.
1924. Die Partei verboten, das Eigentum beschlagnahmt, die Gefolgschaft ohne Führer, ein Teil der Unterführer tot, andere verletzt oder auf der Flucht, viele in den Gefängnissen, darunter Adolf Hitler selbst, der am 9. November einen Gelenk- und Schlüsselbeinbruch davongetragen hat. Im März wird er abgeurteilt, der Angeklagte wird dabei zum Kläger gegen das Svstem Adolf Hitler erhält fünf Jahre Festungshaft. Die Partei vergeht im ohnmächtigen Bruderkampf. Am 20. Dezember öffnen sich für Adolf Hitler die Festungs- tore. Ohne Mittel beginnt er den Kampf von neue m.
1925. Am 27. Februar vollzieht Adolf Hitler die Neu- grilHbung der Partei. 4000 Menschen sind seinem Ruf gefolgt. Ohne Mittel, verlacht und verhöhnt, geht er an den Neuaufbau der Partei und stellt die innere Disziplin und Ordnung wieder her. Dezember 1925 zählt bte Partei wieder 2 7 000 Mitglieder. Der Führer erhalt Redeverbot. _ .
1926. ^er Kampf geht unermüdlich weiter. Im Juni findet der erste P a r t e i t a g nach der Ncugründung der Partei statt. Eine Versammlung folgt der andern. Dummheit, Bosheit, Gemeinheit, Niedertracht und blutigster Terror verbinden sich gegen die wiederaufstrebende Bewegung. Unter Einsatz seines ScbenS kämpft Adolf Hitler an der Spitze seiner Gefolgschaft und durchquert unermüdlich die deutschen Gaue. Im Dezember 1926 zählt die Partei 59 000 Mitglieder, im Dezember 1927 72 000 Mitglieder, int Dezember 1928 1 0 8 0 0 0 Mitglieder.
1929. Der Kampf gegen das Svstem von Weimar spitzt sich immer mehr zu. Immer neue Scharen bester deutscher Volksgenossen folgen dem Hakenkreuzbanner des Führers. Immer fester wird die Organisation, SA. und SS. werden verstärkt, die Propaganda wird vertieft, die Vergeistigung der nationalsozialistischen Lehre macht Fortschritte. Am ' 4. Anglist findet d c r 2. P a r t e i t a g in Nürnberg statt. Überwältigend ist der Eindruck. Trotz Krankheit ist