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Fuldaer Anzeiger

VL T Tageblatt Mr Rhön und Vogelsberg-- sHSS Zulöa. un- Haunetal »Zul-aer Kreisblatt jchnstlnter: Friedr. Ehrenilau, Fulda, Königstr. 42. Redaktion UN- GefthästssteUe: könisM-cche 42 §renfprech.flnphlvß Nr. 2HS4

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Nr. 192 1934

Fulda, Samstag, 18. August

11. Jahrgang

Der Führer an sein Bott!

Die große Rede Adolf Hitlers im Hamburger Rathaus.

Kiste dsuifHen VsWgensssen und -MsssiMen!

Als unser greiser Generalfeldmarschall und Reichs­präsident von Hindenburg nach einem gesegneten Leben die Augen schloß, gab es nicht wenige Menschen außerhalb des Reiches, die in seinem Tode den Beginn schwerer innerer Kämpfe in Deutschland sehen wollten. Elemente, die wir nie versöhnen können, zitterten auf einmal förm­lich in erwartungsvoller Besorgnis, bei der wie so oft der Wunsch als Vater des Gedankens Pate stand.Schwere Unruhen in Deutschland",drohender Zerfall der national­sozialistischen Bewegung",Kampf zwischen Partei und Reichswehr",Streit der einzelnen Führer untereinander um die Rachfolgerfrage", dies war der Inhalt der Schlag­zeilen einer bestimmten Presse, deren aufrichtiges Mit­empfinden mit dem Tchicssal unseres Volkes und Reiches aller Welt bekannt ist. Man lebte in diesen Kreisen wohl in der angenehmen Hoffnung, daß eine wochenlange füh­rerlose Zeit des Reiches die Möglichkeiten bieten würde, ourch ein endloses Spiel von Kombinationen die Öffent­lichkeit in und außer Deutschland zu verwirren, um solcherart zur an sich schon vorhandenen internationalen Unsicherheit noch ein weiteres beizutragen.

Im Interesse des deutschen Volkes und des Reiches ist dieses Spiel gestört worden!

Sie dürfen mir, meine Volksgenossen, glauben, daß wir sonst natürlich den Weg gewählt hätten, erst der Appell an das Volk zu richten und dann seine Entscheidung onszuführen. Das Ergebnis wäre in diesem Fall nick: anders gewesen als so.

Alldem die Reichsregierung, legal berechtigt, die Zu­sammenlegung der beiden Aemter verkündete, hat sie getan, was nach den vorhandenen Umständen das

Volk selbst gefordert haben wurde.

Meine persönliche Auffassung zu diesem Problem ist in dem Brief an den Herrn Reichsinnen - m in ist er eindeutig und klar zum Ausdruck gebracht.

Der Herr Reichspräsident Generalfeldmarschall von Hindenburg war vom Schicksal auserseben, der große Mittler zu sein zwischen dem Deutschland der Ver- fonaenheit und dem der Zukunst. In seinem ehrwürdigen Alter, entrückt jedem eigensüchtigen Wunsche, war er für uns alle der überpersönliche Repräsentant unseres Volkes.

Ich habe in den letzten anderthalb Jahren oft und oft der Vorsehung gedankt, daß nach ihrer Fügung die nationalsozialistische Bewegung durch meine Person noch den Treueid in die Hände dieses wahren Vaters der Nation oblegen durfte.

Daß sie mir nach so schweren Kämpfen endlich doch noch gütige Freundschaft des allen Herrn schenkte und somit'ein Verhältnis begründete, das mich beglückte, liir die Ration aber von hohem Nutzen war.

.. Der Herr Generalfeldmarschall und Reichsprändent eine einmalige Erscheinung gewesen und 'UNN nicht ersetzt werden. Seine Mission als Reichspräsi­

3 Wehrmacht und Reichsmarine ehren ihren Führer.

marii^'1^Ung des Führers in Hamburg waren auf dem Flughafengelände u. a. auch Ehrenkompanien der Reichv- k" Reichswehr angetreten. Die Reichsmarine empfing den Führer mit den Klängen des Badenweiler |n,es- während er ihre Front abschritt. (Bild rechts). Links sieht man, wie die Ehrenkompanie der Reichswehr ihre Fahnen vor dem Führsr senkt.

dent wurde durch ihn selbst erfüllt. Niemand soll künftig mehr diesen Titel weiterführen. So logisch aber die Ver­bindung der beiden Funktionen ist und so verfassungs­rechtlich einwandfrei das Gesetz der Reichsregierung diese Frage löst, so sehr muß ich es ablehnen, das Recht zu diesem gewaltigsten Schritt der Neuformung des deutschen Reiches aus einer früher erteilten Vollmacht abzuleiten.

Min! Das Vsik seâbsi soll darüber entscheiden!

Indem ich damit der einstigen endgültigen Gestaltung der Verfassung des Deutschen Reiches nichts vorlvegnehme, glaube ich, daß es mir gelingen wird, dem Titel des deutschen Reichskanzlers für die Zukunft neue Ehre znzusügen! (Stürmischer, anhaltender Beifall.)

Das Recht, eine so kühne Auffassung aussprechen zu dürfen, entnehme ich einer nunmehr bald löjährigen Arbeit, die ob freiwillig oder unfreiwillig einmal als eine Wandlung und Entwicklung von g e - s ch i ch t! i ch e m Ausmaß festgestellt werden wird!

Als ich vor bald 16 Jahren als kriegsverletzter Soldat in die deutsche Heimat zurückkehrte, traf ich-vort eine Lage an, die jeden Mann zwang, seine eigene Stellung hierzu zu suchen und einzunehmen. Ich war für sie aber so wenig verantwortlich wie die Millionen meiner Kameraden. Ich habe mit der werdenden Reife schon in den Jahren des Friedens begonnen, mein eigenes Weltbild zu gestalten. Ich habe aber niemals für diese meine Auf­fassungen Propaganda gemacht, niemals ver­sucht, sie anderen aufzuzwingen, genau wie ich mich aber auch selbst keinem solchen Zwange unterwerfen ließ.

Als der Krieg begann, zog ich in ihn als deutscher Soldat wie die Millionen anderen, von dem einzigen Entschluß l reit, getreu und wenn notwendig bis in den Tod meine Pflicht zu erfüllen.

In dieser Auffassung und in diesem Willen bin ich in keiner Sekunde des großen Ringens wankend geworden. Ebenso wie ich gleich meinen Mitkämpfern zutiefst über­zeugt war, einem schuldlos angegriffenen V elfe zu dienen. Ich habe daher im Kriege auch keine volitische Propaganda getrieben und war deshalb eben­so unschuldig am Kriegsende wie am K r i e g s b e g i n n. Einer unter den vielen Millionen anderen, den das Schicksal bestimmt hatte, namenlos und u u b e k a n n t im gleichen Tritt der anderen Namen­losen zu marschieren! (Stürmischer Beifall.)

Als aber der Kampf an der äußeren Front sein Ende gefunden hatte, waren Heimat und Volk aufgerigen und in innere Fronten zerlegt.

Die deutsche Nation erschien von den wildesten Leiden­schaften ergriffen, aufgelöst in sich fanatisch und blutig bekämpfende Klassen, Parteien und Stände. Was Mil­lionen andere taten, habe ich ebenfalls getan.

Der unpolitische Kämpfer des Weltkrieges wurde nun kämpfender Politiker.

Oie Zeit des Verfalls.

Unser Volk war wie so oft in der deutschen Ge­schichte wieder einmal von einer revolutionären geistig- weltanschaulichen Auseinandersetzung ergriffen worden, deren Folgen für Deutschland schon damals furchtbare waren, aber in der Zukunft noch schrecklichere werden mutzten. Wieder war die Kraft der Nation zu einem Bruderkrieg a n g e s e tz t und verbrauch! worden, der deutsche Menschen gegen Deutsche führte. Die inneren Bande unseres Volkskörpers begannen sich damit schnell zu lockern und zu lösen und an die stelle eines Volkes traten klassenmäßig bestimmte Er­scheinungen, die statt einer kraftvollen nationalen ^oli- oarität zu dienen, internationalen Gedanken und P h a n t i s i e n nachliefen.

Diese Entwicklung wurde begünstigt durch die Kon­struktion unseres Perfassungslebens , die in einer falsch verstandenen Auslegung der Lebens- interessen und Volksrechte die Nation einer verderoten parlamentarischen Demokratie auslieferte. Nicht der tat­sächliche Volkswille wurde durch sie zum Ausdruck gebracht, sondern nur die Mängel dieses Volles.

Unzulänglichkeit, Halbheit, Schwäche, Feigheit, Un- wissenheit begannen sich unter dem Mantel der parla­mentarischen Institution dem Volke als Regiment zu präsentieren.

Die F o l g e n sind k a t a st r o p h a l e gewesen. Selbst zu den natürlichsten und wichtigsten Fragen des Gei amt­lebens- der Ration war es nicht mehr mögliw. eine em- heitliche Stellungnahme zu erzielen. Ja, als die ;,ab! der Weltanschauünaspartcien mangels vorhandener oder hierzu brauchbarer Ideen nicht mehr weiter gespatten und damit vermehrt werden konnte, gab das wirtschaftliche Leben die parteibèldcnden Motive in einem um so reich­licherem Umfange ab. Bis zu 4 6 Part eie n hat sich dieser Wahnsinn allmählich ausgewachsen. Was aber bedeutet eine Ration, was bedeutet ein Volk auf dieser Welt des harten Daseinskampfes, das den wichtigsten Fragen seines Lebens in einer solchen Zersplitterung gegenübertritt!

Kann man annehmen, daß auch nur das kleinste Ge­schäft gedeihen könnte, wenn seine Führung in 20 oder 30 Auffassungen auscinandcrficlc? Wird ein Bauern­hof lebensfähig sein, der von 7 oder 10 verschiedenen Meinungen regiert wird? Ja, ist überhaupt eine cr-- folgreiche Arbeit denkbar, wenn ein Dutzend Absichten sich ihrer bemächtigen?

Man sage aber nicht, daß diese Parteien ja wenig­stens in den großen Fragen ohnehin zu einer einher^ lichcn Auffassung gekommen wären, denn man müßte doch wohl die Frage aufwerfen, weshalb man sie dann über­haupt erst ins Leben rief? Nein!

Diese parlamentarische Verfallsdemokratic hat noch zu allen Zeiten Völker und Staaten zugrunde gerichtet.

Sie drückt nicht den Willen des Volkes aus, sondern dient nur dem Ehrgeiz und den Interessen kleiner und großer gewissenloser Volksverfübrer.

Die Wirkung dieser Art von Staatsführung in Deutschland war verhängnisvoll.

Seit sich diese parlamentarische Demokratie der Nation endgültig und restlos bemächtigt hatte, trat ein Verfall auf allen Lebensgebieten ein. Nicht nur poli­tisch, kulturell und moralisch wurde Deutschland zersetzt und geschwächt, nein, auch wirtschaftlich gingen die Vor­aussetzungen verloren, unter denen am Ende allein ein so unermeßlich komplizierter und empfindlicher Organismus gedeihen kann. . r u

Dieser wirtschaftliche Verfall trifft aber mcht den Unternehmer, den Bürger oder überhaupt einen bevor­rechteten Stand, sondern er trifft alle. Ob Geistes- oder Handarbeiter, ob Stadt- oder Landbewohner, der Zu­sammenbruch der nationalen Wirtschaft eines Volkes ist ein Vorgang, der niemanden übersieht, ausschlrext oder ausläßt. Und wenn auch auf einen Unternehmer hundert Arbeiter kommen, dann geht beim Zusammenbruch lucics Geschäfts wohl nur ein Unternehmer zugrunde, aber mit ihm auch hundert Arbeiter. So nue uck ihre wirtfchasi liche Existenz aufgebaut hat, reißt diese sie auch mit in den Abgrund. Daß die Menschen dies nicht setzen wollen, hängt nickt selten damit zusammen, daß die Katastrophe nicht alle im selben Augenblick und in der gleichen scharfe trifft. Doch am Ende spielt weder die Zeit, noch die Reihenfolge hier eine Rolle. Es ist auch cm Trug­schluß in glauben, daß man auf die Dauer die Wirt­schaft in Binnen- und Erportwirtschaft teilen konnte. Das wirtschaftliche Leben ist eine Funktion deS gesamten Volkskörpers. Im großen gesehen, wird diese Funktion entweder einen gesunden und normalen Verlauf nehmen und dann allen zugute kommen, oder sic wird versagen und dann ebenso alle in Mitleidenschaft ziehen.

Treue um Treue! Am 19.

alles mit Ja!