Zul-aer Anzeiger
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fchristleüer: Friedr. Ehrenklau, Fulda, Konrgstr.42. Reüaktton und Gefchäftsstellr: Könisstraße 42 -s Zervspttch-^nschluß Nr. 2SS- Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.
c)èr. 194 — 1934
Fulda, Dienstag, 21. August
11. Jahrgang
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„Der Lohn für eine unermeßliche Arbeit".
Des Führers Dank.
An das deutsche Volk!
Die NSK. veröffentlicht folgende Aufrufe des Führers Mi das deutsche Volk und die NSDAP.:
„Nationalsozialisten, Nationalsozialistinnen, deutsche Volksgenossen!
Ein löjähriger Kampf unserer Bewegung um die Macht in Deutschland hat mit dem gestrigen Tage seinen Abschluß gefunden. Angefangen von der obersten Spitze desReiches über die gesamte Verwaltung bis zur Führung des letzten Ortes befindet sich das Deutsche Reich heute in der Hand der Nationalsozialistischen Partei. Dies ist d e r Lohn, für eine unermeßliche Arbeit, für zahllose Opfer. Ich danke all denen, die gestern durch ihre Stimme mit beigetragen haben, die Einheit von Staat und Bewegung vor der ganzen Welt zu dokumentieren.
Meine und unser aller Aufgabe wird es sein, diese Einheit zu vertiefen und in einem ebenso genialen wie entschlossenen und beharrlichen Kampfe auch den letzten Rest unseres Volkes für die nationalsozialistische Idee und Lehre zu gewinnen.
Noch heute nacht sind die Entschlüsse für die Durchführung dieser Aktion gefaßt worden, sie selbst wird mit nationalsozialistischer Schnelligkeit und Gründlichkeit ablaufen. Der Kampf um die Staatsgewalt ist mit dem heutigen Tage beendet. Der Kampf um unser teures Volk aber nimmt seinen Fortgang. Das Ziel steht unverrückbar fest: Es muß und es wird der Tag kommen, an dem auch der letzte Deutsche das Symbol des Reiches als Bekenntnis in seinem Herzen trägt.
Berlin, 20. August 1934.
gez. Adolf HitIe r."
An die NSDAP.
„Parteigenossen! Partcigenossinncn!
Der gestrige herrliche Sieg unserer Nationalsozialistischen Partei ist in erster Linie eurer Treue, eurer Opfer- willigkeit und eurem Fleiß zu verdanken. Ihr habt als politische Kämpfer der Bewegung, als SA.- und SS.- Männcr, als Mitglieder unserer Arbeiter-, Jugend- und Frauenorganisationen Einzigartiges geleistet. Erfüllt vom grenzenlosen Vertrauen zu euch, bin ich entschlossen, den Kampf um die Seele und für die Einheit des deutschen Volkes erneut auszunchmen und weiter unsichren. Ihr werdet in diesem neuen Ringen um unser Volk neben mir stehen wie in den 15 Jahren, die hinter uns liegen, und so, wie es uns möglich war, 90 Prozent
des deutschen Volkes dem Nationalsozialismus zu erobern, muß und wird es uns möglich sein, auch die letzten 10 Prozent zu gewinnen. Dies wird die letzte Krönung unseres Sieges sein.
Berlin, 20. August 1934.
gez. Adolf Hitlcr.«
*
9er Oberbefehlshaber an die Wehrmacht.
Dank und Gelöbnis.
Der Führer hat an den Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg das folgende Schreiben gerichtet:
„Berlin, den 20. August 1934.
An den Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg. Berlin.
Herr Generaloberst! Heute nach der erfolgten Bestätigung des Gesetzes vom 3. August durch das deutsche Volk will ich Ihnen und durch Sie der Wehrmacht Dank sagen für den mir als ihren Führer und Oberbefehlshaber geleisteten Treueid. So, wie die Offiziere und Soldaten der Wehrmacht sich dem neuen Staat in meiner Person verpflichteten, werde ich cs jederzeit als meine höchste Pflicht arischen, für den Bestand und die Unantastbarkeit der Wehrmacht einzutreten in Erfüllung des Testamentes des verewigten Gencraifeldmarschalls und getreu meinem eigenen Willen, die Armee als einzigen Waffenträger in er Nation zu verankern.
gez. Adolf Hitler, Führer und Reichskanzler."
*
„Herr, mach uns frei!"
Ergreifender Schluß eines großen Tages.
Am Sonntagabend blieben auch nach beendetem Fackelzug die Menschen wie angewurzelt vor dem Reichstanzler- palais stehen. sie sangen und riefen unentwegt, und selbst der Hinweis vieler Einsichtiger. daß die letzten Tage und gerade der Wahltag selbst an den Führer außerordentliche Anforderungen gestellt, und daß ihm schließlich auch in dieser Nacht noch lange keine Rühe vergönnt sei, halfen da nicht viel. Schließlich aber schienen sie doch ein Einsehen zu haben, denn die Sprechchöre riefen:
„Lieber Führer, sei so nett, komm' doch mal ans Fensterbrett,
Laß dich nur noch einmal sehen, dann woll'n wir auch nach Hause gehen."
Der Führer nahm die ersten Wahlresultate in seinem Garten entgegen
Der Führer mit seinem Adjutanten Brückner (links im Hintergrund) und Justizminister Kerri (rechts) läßt sich von Doktor Goebbels die ersten Wahlresultate mitteilen.
Kurz nach IVa Uhr erschien der Führer dann wirklich noch einmal für einige Minuten. Lächelnd dankte er, beugte sich noch einmal weit hinaus und winkte ihnen schließlich Lebewohl. Noch einmal sangen die Menschen das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied und zum guten Schluß entblößten Hauptes das Niederländische Dankgebet.
Wie ein einziger Schrei stieg jene Bitte an den Schöpfer aller Dinge in den nächtlichen Himmel, die ja auch den Inbegriff dieses Tages und des Lebenskampfes des von Adolf Hitler geschaffenen neuen Deutschland ist:
„Herr, mach' uns frei!"
*
In der jubelnden Menschenmenge vor der Reichskanzlei waren viele Menschen vor Erschöpfung oder infolge des Gedränges ohnmächtig geworden. Schnell wurde in den unteren Räumen der Reichskanzlei eine Art Laz aj£t t eingerichtet und ein Standartenarzt der SS sowie Rote-Kreuz-Schwestern nahmen sich in liebevollster Weise der Ohnmächtigen an, die sich unter ihrer Pflege bald erholten. Der Führer ließ es sich nicht nehmen, persönlich Den Rote- Kreuz-Schwestern seinen Dank für ihre Hilfe auszu sprechen.
Das 3a der Zedingungsiosigkeii.
Der Führer hat alle Vollmacht.
Der 20. August hatte noch nicht begonnen, da wußten wir schon: die Schlacht vom 19. August hat das Ergebnis, das wir alle für selbstverständlich gehalten haben. Und um das eine hier gleich vorwegzunehmen und es etwaigen Wahlarithmetikern und Zahlenkabbalisten mit aller Deutlichkeit zu sagen: die Auswertung dieser Volksabstimmung gab das deutsche Volk schon lange, bevor das vorläufige amtliche Gesamtergebnis überhaupt bekannt war. Denn schon in den späten Abendstunden des Sonntags zog die flammende Heerschlange des SA.-Fackelzuges in der Reichshauptstadl vom Tempelhofer Feld her ins Regierungsvicrtel, bog in die Wilhelmstraße ein und hatte dort Mühe, sich durch die unübersehbaren Menschenmasscn Hindurchzuschieben, die dort vom frühen Morgen an in unbeschreiblicher Begeisterung ausgeharri hatten und im Laufe des Abends den Führer immer wieder zwangen, sich seinem dankbaren Volk zu zeigen. Dies also ist entscheidend für die Bewertung des Abstimmungsergebnisses, die Tatsache nämlich, daß das Volk selbst sich um diese oder jene Verschiebung in Dezimalstellen, um diesen oder jenen Unterschied etwa gegen den 12. November 1933 den Teufel kümmert und eben nur das eine instinktmäßig richtig erfühlt und als maßgebend jubelnd herausstellt, daß nämlich auch diesmal wiederum Deutschland mit einer schlechterdings erdrückenden Mehrheit die vom Führer gestellte Frage mit I a beantwortet hat.
Es ist fast amüsant, zu lesen, was das meistgelesene Pariser Abendblatt, der „Paris-Soir", sich von seinem Berliner Korrespondenten telephonieren ließ, zu einer Zeit, als die deutschen Wähler noch zu den Abstimmungs- lokalcn drängten: „Deutschland wählt in einem Taumel der Begeisterung Hitler. Die Wäbler- schaft hat sich in die Abstimmungslokalc buchstäblich gestürzt." Und der französische Korrespondent betont in seinem Bericht ausdrücklich, daß die begeisterte Stimmung der Deutschen an diesem Tage in allen Schichten der Bevölkerung die gleiche sei und den Wahltag zu einem wahren Volksfest gemacht hat. Auch in diesem französischen Bericht, der indirekt das tatsächliche Ergebnis der Abstimmung schon vorwegnahm, ist also inhaltlich bereits als entscheidend betont, daß das deutsche Volk bis auf eine verschwindende Minderheit seinem Führer freudig die Zustimmung zu der Frage vom 2. August gegeben hat.
Dabei sei gleich auf einen für die Bewertung des Ergebnisses außerordentlich wesentlichen Unterschied gegenüber dem 12. November 1933 verwiesen. Damals nämlich drehte sich die vom Volk zu beantwortende Frage lediglich um ein E i n z e l Problem der deutschen Politik (Austritt aus dem Völkerbund und aus der Abrüstungskonferenz). Diesmal dagegen handelte es sich um eine Frage, die für die G e s am t Haltung der Politik des Reiches von grundsätzlicher Bedeutung sein wird. Dementsprechend trug also diesmal die vom Führer gestellte Frage logischerweise in sich das Merkmal der Bedingungslosigkeit. Die Antwort, die das deutsche Volk am 19. August gab, stellt denn auch tatsächlich ein bedingungsloses . Ja dar, an dem das Häuflein von Querköpfen praktisch genau sowenig ändert wie damals am 12. November.
Und ein Letztes gebt aus den Einzelzahlen dieser Abstimmung mit unanzweifelbarer Klarheit hervor. Wie im November, so bat es auch diesmal in gewissen Teilen des Auslandes nicht an Stimmen gefehlt, die behaupteten, daß von einer freien und unbeeinflußten Wahl natürlich keine Rede mehr sein könne, ja diesmal weniger noch als im November. Die Zahlen des Abstimmungsergebnisses widerlegen diesen böswilligen Unsinn mit derselben Deutlichkeit wie im November. Wer sich nach eineinhalb ■ Jahren nationalsozialistischer Regierung noch nicht zur Einsicht bat bekehren können oder wollen, hat volle Frei heit gehabt, das zum Ausdruck zu bringen. Das deutsche Volk. DaS soeben wieder den Beweis erbracht bat, daß es beute e i n e i n z i g e r B l 0 ck ist, auf dem der Führer so sicher steht wie aus einem Felsgebirge, ein solches Volk