Zul-aer /lnzeiger
Tageblatt für Rhön und Vogelsberg
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Re-aktlon und Geschäftsstelle: Königstraste 42 ♦ §rrnfprech»Rnschluß Nr. 244- Anzeigenteil Ferdinand EhrenNau, Lauterbach-H.
Nr. 198 — 1934
Fulda, Samstag, 25. August
11. Jahrgang
Pulversatz Nordchina.
Mmeichen im Fernen Osten.
Hochspannung Rußland — Japan.
Der Konflikt zwischen Rußland und Japan um die strategisch für beide Teile außerordentlich wichtige chinesische Ostbahn nimmt immer schärfere Formen an. Die Zuspitzung findet ihren stärksten Ausdruck in einer scharfen Note, die die Moskauer Regierung in Tokio über« reichen ließ.
Die Bahn ist schon seit längerer Zeit Gegenstand von Überfällen und Attentaten, durch die Züge zur Entgleisung gebracht, Brücken gesprengt werden und so auf jede Weise der Verkehr unterbunden werden soll. Rußland behauptet nun, daß Japan hinter den Attentaten als Anstifter und Drahtzieher steht, während Japan das gleiche von Rußland behauptet.
Schießereien und wechselseitige Verhaftungen
sind die Folge. Jetzt hat die S o w j e t r e g i e r u n g bei dem japanischen Außenminister einen scharfen Protest eingelegt. In der Note heißt es u. a.: Auf der östlichen Strecke der Ostchinabahn wurden 19 Bahnbeamte, russische Staatsangehörige, verhaftet. Hauptsächlich handelt es sich hierbei um führende Beamte. Um diese gesetzwidrigen und grundlosen Verhaftungen zu rechtfertigen, werden die verhafteten Beamten beschuldigt, Überfälle auf japanische Militärmissioneu und Eisenbahnzüge, Eisenbahnkatastrophen und Beraubungen sowie
Mordanschläge und Entführungen von Beamten und deren Familienmitgliedern organisiert zu haben.
Abgesehen von den Verhaftungen und von der sinnlosen Beschuldigung der Verhafteten haben die japanisch
Tragisches Ende eines Seefestes.
Kürchtbarer Orkan über dem Chiemsee.
ans
3alilrclchc Boote gekentert. Mehrere Todesopfer.
der Herreninsel im Chiemsee fand eine Ver- statt, die „Jagd nach dem Sec- hAA e u e r". Eine große Menschenmenge war ans Sorten zur Insel gekommen, die meisten mit den Ampfern, viele Hunderte aber auch in Holz- und A Ootcn. Nachdem die Veranstaltung einen sehr gi... vollen Verlauf genommen hatte, ruderten die aus obüAf Prien Gekommenen wieder in den See hinaus, Io. "Ur Himmel bereits eine drohende Wolken- AMtb.
f^ gegen 11 Uhr, brach ein Orkan von
" A Stärke los und trieb ein unbarmherziges hurt Menschen und Booten. Die meisten Ruderer 4A>'A der Nähe des Schloßkanals zwischen Stock und " überrascht.
bot fsA1 dem Orkan, der nur wenige Minuten dauerte, daru X furchtbares Bild. Zahlreiche Boote, fahuun AF c Faltboote, trieben kieloben und ohne Be- AfA "'M üem nachtschwarzen Wasser. Soweit bisher "u Lehrcrchcpaar und die Frau eines Zahn
Von V 1 c u
nichts O?«" Schicksal der anderen Gekenterten war noch toiigë "d"t geworden, obwohl noch in der Nacht Ber ivaren S. Rettungsversuche ausgenommen worden wit @icA eiteren Todesopfern ist daher fast ~ rechnen.
Orla,, turmnächt ivird weiter mitgeteilt» daß der Stärke »mA 11 " g e h e u r e r S ch n e l l i g k e i 1 und c- "iS sich etwa 50 Personen ans dem Wasser
mandschurischen Behörden Beschuldigungen ausgesprochen gegen offizielle Behörden und Vertretungen der
Sowjetunion in der Mandschurei.
Die Sowjetregierung betont, daß das japanische K r i e g s m i n i st e r i u m in einem offiziellen Kommu- nique vom 17. August sich erlaubt hat, zu behaupten, daß die Befehle zur Organisation der Bahnkatastrophen und Bahnüberfälle von dem Stab der Fernöstlichen Armee ausgehen, dem das japanische Kriegsminillerium
die Leitung der Banditenbanden
an der Ostchinabahn zuschreibt.
Diese Behauptungen des japanischen Kriegsministeriums werden begleitet mit aggressiven Aus- fällen gegen die Sowjetunion.
Die japanische Regierung wird zugeben, daß die letzten Ausschreitungen auf der Ostchinabahn, die sich immer mehr verstärken, von den aggressiven B e st r e b u n- gen bestimmter japanischer Kreise zeugen. Die Sowjetregierung ist überzeugt, daß die oben erwähnten Maßnahmen den mandschurischen Behörden und der mandschurischen Regierung zuzuschreiben sind.
Die Sowjetregierung betont zum Schluß, daß sie an- nimmt, die japanische Regierung werde die „ent- sprechenden Schlüsse" aus der Protestnote ziehen. Das hat Japan anscheinend schon getan, denn nach Berichten aus Schanghai wird Japan dreißig Kriegsschiffe nach Dairen und stebenzig Bombenflugzeuge nach Charbin entsenden. Ein weiterer Bericht besagt, daß das amerikanische Flaggschiff „Augusta" mit zwei Zerstörern auf einen plötzlichen Befehl hin von Tsingtau nach Dairen in See gegangen sei.
Karte mit der russischen
Truppenverteilung an der
mandschurischen Grenze.
Unsere Karte zeigt den Aufmarsch der sowjetrussischen Truppen an der mandschurischen Grenze. Obwohl genaue Angaben darüber natürlich nicht vorliegen, dürften die gezeigten Hauptaufmarschzentren doch der Wirklichkeit nahekommen.
zwischen der Herreninsel und Stock befanden. 14 Boote, die von der Herreninsel nach Stock fuhren, wurden durch den Sturm sämtlich wieder nach der Insel zurückgetrieben. Ihre Fahrgäste kamen mit dem Schrecken davom Die Leichen der drei ertrunkenen Personen konnten noch nicht aufgefunden werden, obwohl sich auch Privatmotorboote an der Suche beteiligten. Weitere Personen werden nicht mehr vermißt. Es hat sich herausgestellt, daß die auf dem See herrenlos aufgefundenen Boote zum Teil auch vom Ufer abgetrieben worden^ waren. Der Gewittersturm hat auch sonst schweren Schade na n- g e r i ch t c t. Leitungsmaste wurden Hingerissen, Licht- iind Telephonleitnngen unterbrochen nnd Obstgärten vcr- wüstet.
Schweres Llnweiier in Baden-Baden.
über B a d c n - B a d e n und dem Oostal entlud sich ein furchtbares Gewitter., das auch ein t o d c s Opfer forderte. Vier Holzarbeiter aus Lichten- thal suchten in einer Hütte Schutz vor dem Unwetter. Der Blitz schlug in die Hütte ein und tötete den 29jährigen Heinrich M a i c r aus Lichtenthal und lähmte den 39jöb= thun verheirateten Johann Ihle aus Lichtenthal. Die beiden anderen Holzarbeiter wurden nur b e t ä n b t.
Aus Gernsbach und aus dem Murgtal, wo die g a n z e O b st ernt e v e r n i ch t e t wurde, sowie dem Bnehlerhöhgebiet werden große Sturmschäden gemeldet.
DaS zweite Todesopfer deS Überfalls auf die St. Pöltener Hütte.
Wien. Der schwerverletzte Obmann der Sektion St. Pöl ten des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins, Karl Fürst, der, wie gemeldet, ein Opfer des Gangsteriiberfalls auf die St. Pöltener Hütte geworden ist, ist im Spital von Schwar zach seinen Verletzungen erlegen. Somit hat der Überfall zwei Todesopfer aeforbeU
Maudsreisende aus dem Saargebiet!
Die Saarländer, welche zur Zeit auf Reisen sind und deren jetziger Wohnsitz im Saargebiet sich nicht mehr in der gleichen Stadt oder derselben Bürgermeisterei befindet wie am 28. 6. 1919, dürfen nicht vergessen, zweckmäßigerweise für die Volksabstimmung im Saargebiet einen schriftlicheuAntrag auf Eintragung in die Liste der Abstimmungsberechtigten beim Gemeindeausschutz des Bezirks im Saargebiet zu stellen, an welchem sie am 28. 6. 1919 ihren Wohnsitz hatten. Der Antrag muß vordem 1. 9. 1934 bei dem Gemeindeausschutz eingegangen sein. Formulare zur Antragstellung sind bei den Einwohnermeldeämtern der Polizei- verwaltung und den Saarvereinen zu erhalten.
Saarländer, meldet euch!
Zur Eintragung in die Stimmlisten.
Die Regierungskommission des Saargebietes hat am 8. Juli 1934 die Vorschriften über die Aufstellung der Stimmlisten für die Volksabstimmung im Saargcbict am 13. Januar 1935 erlassen. Weiterhin hat die Volks- abstimmungskommission des Völkerbundes am 20. Juli 1934 eine Bekanntmachung veröffentlicht, die nähere Vorschriften über die Abstimmungsberechtigung und über die Anmeldung der Stimmberechtigten zur Aufnahme in die Stimmlisten enthält.
Hiernach müssen Stimmberechtigte, die außerhalb des Taargcbietes wohnen, einen besonderen Antrag auf Eintragung in die Stimmlisten stellen. Wer nicht in die Stimmlisten eingetragen ist, kann sein Stimmrecht nicht ausüben. Es liegt daher im eigensten Jnterepe aller im Reich wohnenden Stimmberechtigten, diesen Antrag mit tunlichster Beschleunigung einzureichen. Die Autragsfrist läuft mit dem 31. August 1934 ab.
Der Antrag, der an den „Gemeindeausschutz" des Bezirks gerichtet ist, in dem der Abstimmungsberechtigre am 28. Juni 1919 die Einwohnereigcnschaft hatte,
muß folgende Angaben enthalten:
1. Namen, Vornamen, das Geburtsdatum, den Geburtsort und den Beruf des Antragstellers (im Falle einer Berufsänderung denjenigen, den er am 28. Juni'19!9 ausübte), sowie die Vornamen seines Vaters und ferner, falls es sich um eine verheiratete Frau bandelt, die Namen und Vornamen ihres Ehemannes (im Falle einer Veränderung des Familienstandes nach dem 28. Juni 1919 den Familiennamen, den sie an diesem Zeitpunkt trug):
2. die Gemeinde, in der er die Einwohner- eigenschaft am 28. Jnni 1919 hatte;
3. den gewöhnlichen Aufenthalt zur Zeit des Antrags;
4. die Anschrift im Saargebiet, an die Mitteilungen zu richte» sind.
Die vorhandenen Beweisstücke für die Einwohnereigenschast im Saargebiet sind dem Antrag bèizufügèn; befinden sich solche Beweisstücke nicht in den Händen der Antragsteller, so ist in dem Antrag anzugeben, bei welcher Stelle des Saargebiets diese Unterlagen erhältlich sind.
Sämtliche Abstimmungsberechtigten im Reich werden hiermit aufgefordert, ihren Antrag auf Eintragung in die Stimmliste
bis spätestens zum 31. August 1934 an den zuständigen Gemeindcausschuß im Saargebiet gelangen zu lassen. Zur Aufklärung über alle, bei der Anmeldung zu berücksichtigenden Gesichtspunkte stehen den Stimmberechtigten die S a a r m e l d e st e l l e n ihres jetzigen Wohnorts (das Einwohnermeldeamt, in den Städten die zuständigen Polizeireviere) sowie die Geschäftsstellen des Bundes der Saarvercine — in Berlin befindet sich diese SW 11, Stresemannstr. 42 — zur Verfügung.
Es wird jedem Abstimmungsberechtigten dringend empfohlen, vor Absendung feiner Anmeldung die vorgenannten Stellen zunr Zwecke der Beratung in Anspruch zu nehmen.
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Gegen Saboteur« der Arbeitsfront.
Eine Anordnung Dr. Lev§.
Der Stabsleiter der Obersten Leitung der PO.» Dr. Ley, veröffentlicht folgende Anordnung:
„Ich habe fcstgcstcllt, daß mit dem Fortschretten des Aufbaues der Deutschen Arbeitsfront einige wenige Kräfte versuchen, diese Arbeit zu sabotreren. (A sind dies Kräfte der alten Gewerkschaften und der alten Arbeitgeberverbände, die in letzter Minute verznchen, den Aufbau su verhindern, da sie wissen, dap hiermit ein für allemal ihre Zersetzungsarbeit in den schaffenden Kreisen lahmgelegt ist. Einige Amtswalter der Dent,wen Arbeit^ front haben lieft diesen Kräften dienstbar gemacht. ^ch sehe mich deshalb aenötigl, die Parteigenossen Brucker, K r ü g e r und H a u e n ft e i n ihrer Ämter in der NSBO- und der Deutschen Arbeitsfront zu enthoben, weil sie meine Anordnungen nicht befolgten Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen, und ich bin gewillt, rücksichtslos gegen jeden in und außerhalb der Partei vor- zugehen, der es versucht, den mir vom Führer gegebenen Auftrag zu sabotieren Wer sich zum Büttel unserer Gegner macht, hat auch die Folgen zu tragen Jcb bitte, diese Anordnung allen Dienststellen der NSDAP, und der Deutschen Arbeitsfront bekanntzuaeben."