Zul-aer Anzeiger
SBS! Tageblatt für RHSn und Vogelsberg LS^KSSi- ^LKr §ul-a- und Haunetal »Zulöaer Kreisblatt Reiter: Friedr. Ehrenklau, Fulda, Königstr. 42. Reüaktlon unâ Geschäftsstelle: König strafe 42 ♦ Zernfprech-Nnschluß Nr. 2984
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gir, 199 — 1934
Fulda, Montag, 27. August
11. Jahrgang
Der Schwur von Ehrenbreitstein.
Llnerschütterliches Bekenntnis zu Volk und Vaterland.
Die Saarkundgebu n g der Hundert- l.ni! sende auf dem Oberehrenbreitstein.
Hundertlausende lauschten am Sonntag bei der Laarlundgebung aus dem Ehrenbreit» stein bei Koblenz dem Führer, der unter dem Jubel der Deutschen aus dem Reich und von der Saar sprach. Zum Schluß der Rede des Führers Adolf Hitler klang brausend das Deutschlandlied aus. Es klang als Schwur, daß Deutschland ein c i n i g B o l k sein wolle, „von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt". Die Deutschen von der Saar werden erkannt haben, daß sie nicht aus verlorenem Posten stehen, sondern, daß das stanze deutsche Volk seelisch und materiell hinter dem Saardeutschiuni steht, ebenso wie es jeder Saarländer als Beleidigung auf fass eit würde, wollte man seine Treue zu Adolf Hitler und dem deutschen Volke in Zweifel ziehen.
der AnmsrW der Kunderttausende.
In ununterbrochener Folge rollten während der Nacht zum Sonntag und am Sonntagvormittag die Sonder- ziiae von der Saar und aus allen Gauen des deutschen Vaterlandes und brachten Taufende und euer Tausende von Volksgenossen nach Koblenz und seinen Vororten Die fahrplanmäßigen Züge, die zum Teil verstärk! und doppelt gefahren werden mußten, brachten weitere, zum Teil unvorhergesehene Menschenmassen. Die fünf Bahnhöfe von Koblenz und seiner engeren Umgebung boten ein Bild, wie es verkehrsberühmte Grotz- jladwalmhöfe nicht oft aufzuweisen vermögen Aus- yezeichnet klare Lautsprecher vermittelten die Anweisungen md Ratschläge der V-rkehrsordnung; Bahnpolizei nnb SS unterstützten die Ankommenden in jeder Hinsicht. Die Sondetziigteilnehmer, die am Sonntagvormittag in Koblenz eintrafen, wurden gleick zum Kundgebungsplatz geleite,. wo ausreichende Verpflegung sichergestellt war.
Di- Saarländer standen überall im Mittelpunkt der allgemeinen Freude.
Ernst wurden die Mienen der Zuhörer nur dann, wenn die Gäste von ihren Leiden und Bedrückungen erzählten, wenn sic davon sprachen, was sich die art- und landfremden Peiniger des Saarlandes Tag für Tag zuschulden kommen taffen
an Quälereien, Denunziationen, heimtückischen Angriffen aus alles, was im Saarland deutsch fühlt und deutsch ist. Über die Freude, endlich einmal — und sei es auch nur Nir einen oder zwei Tage — aus all dem Kummer und "erd herausgenommen worden zu sein, überklang immer wieder alle schweren und ernsten Gedanken. Man freute unter den deutschen Brüdern und Schwestern zu sein, ohne Angst und Sorge das sagen zu dürfen, was einen knickt und so lange schon gepeinigt hat
200 000 kamen von der Saar.
D-e Zugänge zur Feste Ehrenbreitstein und zum Fest- pwtz selbst waren schon in d-r Nacht fast verstopft End- Wse Kolonnen von Saarländern marschierten di- kurven- W)e Bergstraße empor, sich Plätze zu sichern und das erhabene Bild des im Glanze der Uferlichter dahingehenden deutschen Stroms tief do unten zu erleben. ?'5t Dichte Frühnebel am Sonntag verschwand bald vor Gewalt der Sommersonne, Die sieghaft zur Kund- °"ng durchbrach. Zehntausende waren schon oben, und ii ^r neue Massen strömten hinzu Gegen 10 Uhr vor- ( ‘ schien der Kundgebungsplatz schon bis auf das Ak Plätzchen rusgefülltz aber ohne Unterbrechung hielt Z Zustrom an. Alle diese Massen sanden noch Platz, ft Volksgenossen aus dem Saarland, Männer und '„ lll’u, Deren Zahl mit nahezu 200 000 wohl nicht U5U M gegriffen ist
Hebere für Führer und Vaterland.
um 10.30 Uhr sammelten sich die Kund- g „, ^ü'ilnehmer dann zum katholischen Feld- ftf. c 3 b i e n st , den Dechant und Ehrendomherr 5? o m- Koblenz, zelebrierte. Mit ruhiger, weithin- Eix ?. et Stimme sprach Der Priester zu den Gläubigen. Umm " ,u eiucT kân nationalen Kundgebung hier zu- d^n'eng,kommen. Deutsche Brüder und Schwestern borg's"o'.^ b*cr geloben, einander die Treue zu halten in Geil Menschen eines Stammes und eines Volkes sammln ^eli sagen, daß sie in heiliger Treue zu- Sodann sprach Dechant und Domherr und on> zu Herzen gehendes Gebet für den Führer K deutsche Vaterland
evgii , Wolfrum, Koblenz, hielt dann einen ©orte â; e n F e l d g o t t e s d t c n st ab. Seine Und An, Tn glühendes Bekenntnis zum deutschen Volk ^u dem die saardeutschen Brüder endlich Saar se > " "wllen. Aus dem schönen Heimatland an der bot Dem i?’0 deutschen Menschen hierhergekommen, um Vaterln s *rcncn Herrgott einen Schwur zum deutschen legen w ""b einen Schwur vor unserem Führer abzu- dcren Mn ^ obcu "us der stolzen Feste Ehrenbreitstein, bauch einten umrauscht und umweh, seien von dem Männer rV. ^^0^" Vergangenheit, in der so viele deutsche uutpsend gestorben seien für Deutschlands Ehre
und Freiheit, werde ein Schwur zum Himmel erklingen: Wir wollen deutsch sein wie die Väter waren, wir wollen heim zu unserem Mutterland Deutschland!
Fahyeneinmürsch und Fsnsaren.
Ein überwältigendes Bild bot in den Nachmittagsstunden des Sonntag der Festplatz für die Saartreuekundgebung aus dem Oberehrenbreitstein von Den Tribünen aus. Kops an Kops harrten seit vielen Stunden die festlich gestimmten Menschen. Schilder mit den Namen der anwesenden Saarortsgruppen ragten aus Den Scharen ihrer Gefolgsleute. Unzählige Fahnenmasten trugen Die stolzen Fahnen des neuen Deutschland. In der Mitte Der nach Dem Rhein zu liegenden Längsfront des weiten Geländes erhob sich,
mit Tannengrün und Wimpeln verkleidet. das hohe Gerüst, von dem aus der Führer der Saardcutschcn, Gauleiter Simon, der bevollmächtigte Saarkommissar, Gauleiter Bürckel, und der Führer selbst zu den Hun- Derttaufenben sprechen.
SA., ST. und FAD. sorgten mustergültig für Absperrung und Ordnung auf dem Riesenplan.
Heiirnse brausten aus und kündeten den Einmarsch Der Fahnen. 300 Mann trugen Die Fahnen Der SA., ST., PO., FAT.. NT. Frontkämpferbund, des DLV., Der HJ., des BDM und des Jungvolks, flankier, von weiteren 240 Mann Begleitung. Hoch reckten sich Die Hände, während Die Fahnen auf Der erhöhten Tribüne hinter dem für Den Führer bestimmten Platz Aufstellung nahmen Fanfaren schmetterten dann über das weite Feld Die Kundgebung war eröffnet. Brausend klang die Melodie des Chors „Freiheit, die ich meine“ über die Memebenmanern hin
Gauleiter Sèmon eröffnet die Kundgebung.
Der Präsident des Bundes Der Saarvereine im Reich, Gauleiter Staatsrat Simon, begrüßte dann die vielen Hunderttausende aus Saar und Reich, wies auf Die politische Bedeutung dieser gewaltigen Kundgebung an Deutschlands Schicksalsstrom hin, verglich sie mit de, Kundgebung in Sulzbach, wo sich zur gleichen Zeit 7000 Franzosen versammelt hätten, unter Denen sich auch einige Saarländer befinden sollen. Unter dem Beisall der Massen führte er aus:
Volk und Volkstum sind deutsch im Saarland. Die Väter und Söhne des Saarlandes sind im Kriege n-cht gefallen für fremde Willkür und Unterdrückung. Sie sind gefallen für Deutschlands Ruhm und Auferstehung. sind gefallen für ihr deutsches Vaterland.
Schmeling schlägt Neusel.
Neusel gibt nach der 8. Runde auf.
Der Boxkampf «Schmeling gegen Neusel in Hamburg endete mit einem überraschenden Siege Max Schmelings, der seinen Gegner derart z u s a m m c n sch lug, das; dieser nach der 8. Runde, völlig erschöpft, auf - geben mußte.
In den Rahmcnlümpfcn konnte der alte deutsche Kämpe Hans S ch ö n r a t h gegen den Spanier G a st a -
Max Schmeling Walter Neuselk7. ^
n a g a . der im Frühjahr den deutschen Meister Hower ko. geschlagen hatte, ein Unentschieden hcrausholcn. Im Kampf um die deutsche Halbschwergewichts- m c i st e r s ch a f t zwischen dem Titelverteidiger Adolf Witt und dem Amrrikafahrcr Adolf Heuser gab es nach mildbewcgtem Gefecht erneut ein Unentschieden, so daß der Titel bei Witt bleibt
Es gehe am 13. Januar nicht nur um Die Entscheidung deutsch oder undeutsch, denn Die Völker trennten sich nicht nach Parteien, sondern nach Volkstum, Geschichte und Kultur. An der Saar gebe es nur ein Volkstum, und das sei deutsch.
Vegeifferter Jubel bei der Aukunst des Führers
Hunderttausendfach scholl das Ja zurück aus Den Kehlen der Saardeutschen und als Gelöbnis und Verpflichtung klang das 2 a a r l i e D auf. Inbrünstig gesungen von 200 000 Saarländern tönte es weit über die Lande in alle Welt. Dazwischen.
kündeten Böllerschüffe vom nahen Rhein die Ankunft des Führers und Volkskanzlers mit den Mitgliedern der Reichsregierung sowie den Herren seiner Begleitung.
Von fern her Heilrufe. Bewegung kam in das Menschen- meer. Brausend pflanzien sich Die Rufe weiter, immer stürmischer und stürmischer werdend Der Badenweiler Marsch wurde gespielt. Das Saarvolk begrüßte Den Führer stürmischer, wie er je in Deutschland begrüßt wurde. Langsam schritt Hitler durch die ihm zujubelnden Volksmassen. Nur mit Mühe konnten die Ab- fperrungsmannschaften die Masten zurückhalten.
Kurze Sendbotschaften wurden dem Führer überreicht.
Aus Norden und Westen und Süden und Osten kamen die Beweise der Treue und Verbundenheit, der ergreifendste aber wohl der einer 84jährigen Frau aus dem Saargebiei, Die stolz und glücklich ihrem Führer Die Hand drücken durfte und Den schönsten Tag ihres langen Lebens erlebte.
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Maubsreisende aus dem ©aargebiet!
Die Saarländer, welche zur Zeit auf Reisen sind und deren jetziger Wohnsitz im Saargebiet sich nicht mehr in der gleichen Stadt oder derselben Bürgermeisterei befindet wie am 28. 6. 1919, Dürfen nicht vergessen, zweckmäßigerweise für die Volksabstimmung im Saargebiet einen schriftlichen Antrag auf Eintragung in die Liste Der Abstimmungsberechtigten beim Gemeindeausschuß des Bezirks im Taargebiet zu stellen, an welchem sie am 28. 6. 1919 ihren Wohnsitz hatten. Der Antrag muß vordem 1. 9. 1934 bei dem Gemeindeausschuß eingegangen sein. Formulare zur Antrag- stellung sind bei den Einwohnermeldeämtern der Polizeiverwaltung und den Saarvereinen zu erhalten.
Europas gröber Boxkampf.
Ungeheure Massen auf der Dirt-Track-Arena in Hamburg. (Von unserem nach Hamburg entsandten
C h r. - B e r i ch t e r st a t t e r.
Eine Stadt hat ihr Gesicht verändert. Zwei Männer, deren Namen jeder kennt, Mar Schmeling, „der schwarze Ulan", unD Walter Neusel, „der blonde Tiger", haben am Sonntag der Hafenstadt H a mb u r g ihr Gepräge gegeben. In ganz Hamburg gab es nur einen Gesprächsstoff in den Lokalen, in den Bahnen, auf den Straßen, überall hörte man beide Namen. Aus allen deutschen Gauen waren unzählige S o n d e r z ü g e eingetroffen. In den Hamburger Hotels war kaum noch ein Zimmer zu erhalten. Die Gaststätten waren bereits am Vorabend überfüllt. An allen Tischen saßen diskutierende Gruppen, die die Chancen der beiden Gegner' mehr oder weniger temperamentvoll besprachen. Eine ganze Stadt war in fieberhafter Erwartung.
Bereits in den frühen Morgenstunden pilgerten ungezählte Menschen raus nach L o ck st e d t, wo in wenigen Wochen die Riesenarena, die 100000 Menschen faßt, buchstäblich ans der Erde gestampft wurde. Alle möglichen Verkehrsmittel lvaren aufgeboten, um den Andrang zu bewältigen. Schon um 3 Uhr nachmittags schien c?, als ob die Arena voll besetzt war. Aber i in m e r u e n c M asse n strömten heran. Es wird ein g a n z g r o ß e r Erfolg für den Veranstalter. Aus den Pregeplatzen hörte man sämtliche Sprachen der Erde. Neben mir zan ein alter grauhaariger Amerikaner, i er et 4 am vor abend des Kampftages mit einem sonderdampfer eilige troffen war Er schüttelte ein über das andere Mal fern weißes Haupt über die wunderbare Organi satiou. Er sagte, selbst in Amerika kennt man das nicht. , , .
über die A usstchten der beiden Gegner war man sich durchaus nicht einig. Ich hatte Gelegenheit, mit etnU gen Leuten zu sprechen, die seit Jahren in der Boxbewe gunq sieben. Seit N c u s e l s Ankunft in Hamburg, bei der 'er sehr zuversichtlich war, ist Schmelings Favo ritenstellung erschüttert.
(Bericht über den Kampfverlauf: Seite 2.)