Kul-aer Anzeiger
â'"N-v^ LMM & Tageblatt für Rbön unö Voselsbew KiÄ’ÄaÄst Sfs
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Tageblatt für Rhön und Vogelsberg ^!äs& 'ää «
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M.201 — 1934
Fulda, Mittwoch, 29. August
11. Jahrgang
Letzte Rätsel der Erde
Zeppelin erforscht Ärwaldgeheimnisse.
Brasilien ermöglicht große Expedition ins unbekannte Innere.
Auf dem weiten Gelände der Friedrichshafener qe'pp e l i n w e r f 1 geht in der schier himmelhohen Mc I das Gerüst des neuen Luftschiffes feiner Vollendung entgegen. Der Luftriese wird seinen Bruder, den allen Deutschen bekannten „Graf Zeppelin", dcr sich nun schon fast aus zweihundert großen Reisen bewährt hat, an Größe noch um ein beträchtliches übertreffen. Anders als auf den großen Schiffswerften der Waterkant geht es dort zu; nichts von dem ohren- zemißenden Dröhnen der Preßlufthämmer, die die Nieten iuTtahlplatten treiben — hier herrscht fast eine Stille wie in einem Dom. Freilich ist diese riesige Halle ein Dom der Mit. In dem bläulich gestrichenen Gerippe, das dem Beschauer im Verhältnis zu seiner enormen Größe in seinen Einzelteilen geradezu sadendünn erscheint, steigen die Monteure geschäftig herum, fügen Strebe an Strebe, fast ohne Lärm, den der Laie beim Ausbau eines solchen Lustriesen eigentlich erwartet.
Während an dem Gerippe noch gearbeitet wird und in einer anderen Stadt die Motoren des Luftschiffes an= gefertigt werden, hat der Riese schon eine Aufgabe be- tommen, deren Ausführung mit den bisherigen Mitteln nicht zu erreichen war, selbst nicht mit dem Flugzeug. Im Sommer 1935 soll er die ungeheuren Landstrecken im Innern Brasiliens der Forschung erschließen, deren undurchdringliche Urwaldwildnis bisher alle Versuche kühner Kulturpionicre erfolgreich abwehrtc.
Waldläufer, Abenteurer, Goldsucher, Farmer, auch Forscher aus den verschiedensten Gebieten der Wissetischaft haben im Laufe der Zeit Gut und Leben aufs Spiel gesetzt, um den endlosen Urwäldern, die ein Vielfaches der Größe Deutschlands ausmachen, ihre Geheimnisse zu ent- «iéiau-Sie kamen entweder nie wieder, von Fiebern oder den Giftpfeilen der indianischen Urbevölkeruna dahin- Wasst, oder sie mußten schon in der äußeren Gürtelzone der Waldwildnis wieder umkèhren.
Der letzte Forscher,
der ein Opfer der grünen, geheimnisvollen Wildnis wurde, war der englische Oberst Fawcett, der vor neun Jahren mit nur drei Begleitern in das Gewirr der Waldriesen und Lianen eindrang. Man hat nie wieder von ihm gehört. Gerüchte gehen über ihn um, er werde von den Eingeborenen, die die Waldes- t vl ent e verlassen, gesangengehalten, oder er sei aus die sagenhaften „weißen Indianer" gestoßen' und W bei ihnen geblieben u. a. m.
Natürlich wollen die Gerüchte auch von dem Landes- Meren selbst allerlei Geheimnisse angeben können. Die Sv ßtenStadtrninen der Erde. Tausende von *» alt, sollen dort zu finden sein, längst überwuchert dem alles verschlingenden Urwald, Städte aus der "Wil der Aneken, von deren hoher Kultur die mäch-
*
Arbeit für Leute zu beenden.
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^'° Forschungsfahrten des neuen Zeppelins den südamtrikanischen Urwäldern. Unsere Hatte zeigt die Flugrouten, die das Lust- v jchifs durchfliegen wird.
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gefügten Ruinen in
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""'»schätze an Edelmetallen. Edelsteinen und
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"»?«ed>! ^' Erschließung warum, vor allem in dem bert '«1 1 ,n,n> Gebiet der Onellslüssc dec Amazonas und ‘ ; “ Grosso
8^. r Irc* Fahrten von insgesamt 2G 000 Kilometer ^Mien^ drr neue Zeppelin die Geheimnisse Inner Riern» erforschen versuchen Die brasilianische Re- ^hnieu ü *” s^'Ü das größte Interesse an dem Hüter »° an der Erschließung des Landesrunern hat,
wird dieser einzigartigen Expedition sehe Unterstützung zuteil werden lassen.
Mehrere Staatsbeamte, Geographen, Geologen, Ethnologen, Botaniker, Zoologen und nicht zuletzt Filmleute sollen an den Fahrten teilnehmen. Die wissenschaftliche Leitung wird in den Händen Professor Vogels liegen, der die vorbereitende Organisation bereits seit dem September vergangenen Jahres betreibt. Wie er selbst mitteilt, ist das Unternehmen
ein alter Plan Dr. Eckeners,
der diesen Gedanken schon 1927 einmal mit Vertretern der brasilianischen Regierung durchgesprochen hat. Dr. Eckener hat sich auch bereiterkläri, das neue Luftschiff für die Erpedition zur Verfügung zu stellen und es s e l b st zu führen, unter der selbstverständlichen Voraussetzung^ daß die finanziellen Fragen mit der erforderlichen Sicherheit gelöst werden. Das wird naturgemäß vor allem von Brasilien abhängen.
Eine weitere Bedingung für die Durchführung der Expedition ist der Bau einer genügend großen, mit allen technischen Anlagen ausgerüsteten L u s t s ch i f f h a l l e in Rio de Janeiro, für die erst die Erdarbeiten be- aonnen sind. Nach Eckeners Ansicht kann die Halle erst im August des kommenden Jahres fertig werden Die Wetter- verhältnisse im Innern Brasiliens aber gestatten die Durchführung einer solchen Erpedition
nur in den Monaten März bis Juni.
Falls der Hallenbau also nicht außergewöhnlich beschleunigt wird, könnte das Unternehmen dann erst im Frühjahr 1937 starten.
Bis dahin wären auch noch mancherlei technische Einzelheiten für die Expedition an dem Luftschiff selbst zu
Ganz Nürnberg rüstet.
Aufmarschstab der SS. bereitet den Aufmarsch
von 12000 SS.-Männern vor.
NSK. Das Nürnberger Leben gerät in diesen Wochen immer mehr unter den suggestiven Einfluß des Reichs Parteitages. Die Plakate in den Geschäften, die Inserate in den Zeitungen, die vielen Aufträge für die Handwerker zeugen vor allem von dem wirtschaftlichen Auftrieb, den Nürnberg dem Parteitag zu verdanken hat.
Aller Voraussicht nach wird in diesem Jahr diese Kundgebung nationalsozialistischen Wollens und volks- kameradschaftlicher Macht und Disziplin noch großzügiger, noch gewaltiger werdeu als im Vorjahr. In der Organisationsleitung laufen all die Fäden zusammen, die den glatten, störungslosen Verlaus des gewaltigen Massentreffens garantieren. Aus dem ganzen Reich, von den sämtlichen Befehlsstellen der Parteiorganisationen, der PO., der SA. und der Unter- gliederungen kommen hier die Meldungen zusammen.
Im zweiten Stockwerk der Fraucntorschule, dem Sitz der Organisationsleitung des Reichsparteitages, ist auch der A u f m a r s ch st a b S S. unlergebracht. Obersturmführer K erste n ist mit seinen Kameraden seit gestern an der Arbeit, alles Notwendige zum Aufmarsch der 12 000 SS.-Männer vorzubrcitcn. Pg. Kersten schildert uns in kurzen Zügen, aber außerordentlich plastisch, was alles zu bewältigen ist in der verhältnismäßig kurzen Zeit bis zum Anrollen der ersten Einheiten.
Aber Obersturmführer Kersten hat auch tüchtige Helfer um sich, von denen jeder sein bestimmtes Aufgabengebiet bearbeitet. Hier ist die Abteilung Transport. Dort sitzt der O u a r t i c r m e i st c r , der für die Unterbringung der SS. zu sorgen hat. Und dort Sturmhaupt- führer Spacil. der wohl eine der schwierigsten Anacleacu-
regeln. Es ist ja imstande, an beliebiger Stelle und tu beliebiger Höhe über dem Erdbocen in der Luft still- zustehen.
Die Lrgauisationsleitung des Forschungsfluges will nun an dem Luftschiff eine Einrichtung anbringen laffen, die bei stillstehendem Schiff ein Vonbordgehen der Forscher und ihre Rückkehr in jedem gewünschten Augenblick möglich macht; u. a. soll ein Flaschenzug vorgesehen werden, der über den Seen und Flüssen das Aussehen eines kleinen Bootes mit Besatzung gestattet. Dr. Eckener selbst hält die Anbringung solcher Vorrichtungen für durchaus möglich; ihre konstruktiven Einzelheiten stehen natürlich noch nicht fest.
Der Plan der Organisatoren des Forschungsfluges sieht drei Stecken vor: die erste führt am Amazonas flußaufwärts, dann von Manaos ab
über die weiten Dschungelgcbicte zwischen Guayana, Venezuela und Kolumbien, dann längs der peruanischen Grenze über den Mato Grosso zurück; die zweite führt in mehreren konzentrischen Kreisen über dem Mato Grosso selbst dahin, in dem Oberst Fawcett wahrscheinlich verschollen ist; die dritte geht über die südvrastlianischen Staaten Sao Paolo, Parana, Santa 6alberina und Rio Grande do Sul.
An der Erpedition, die u. a. auch mit Unterstützung einer Reihe interessierter wissenschaftlicher Organisationen, Filmgesellschaften unb anderer Unternehmungen Durchgeführt wird, soll auf Wunsch des brasilianischen Kriegsministers auch ein brasilianischer Generalstäbler teilnehmen. Auch Staatspräsident Getulio D. V a r g a s hat sich für die Erpedition eingesetzt und die Genehmigung der Regierung erteilt. Diese besondere Erlaubnis zur Durchfübrung der Erpedition ist deshalb erforderlich, weil die brasilianische Regierung im vergangenen Jahre ein generelles Verbot eigenmächtiger Vorstöße in die „grüne Hölle" erließ, die schon so viele Menschenleben gefordert hat.
Heiten zu bearbeiten hat. Ihm liegt die Beschaffung und Einteilung der Verpflegung ob, er ist sozusagen dafür verantwortlich, daß keinem von den 12000 der Magen knurrt.
Aber, wie schon gesagt, alles ist mit Liebe bei der Sache, und schon nach dem ersten Besuch in dieser Abteilung hat man das Gefühl: Es wird klappen!
Und eines noch stellen wir fest. Eine herzliche Kameradschaft ist in diesen Räumen zu Hause, und alle sind bemüht, in herzlicher Zusammenarbeit ihre Aufgaben gemeinschaftlich zu meistern. PO., SA. und SS., sic sind hier ein Herz und eine Seele, und alle haben nur einen Willen, alles daranzusetzen, daß das Werk gelinge.
In kurzer Zeit wird man in Nürnberg wieder sämtliche Spiegelfarben der SA. sehen können und die Dialekte aller deutschen Gaue auf den Straßen und in den Lokalen hören. Das ist dem Nürnberger übrigens gerade recht. Er ist durch den zahllosen Ausländerbesuch — in diesem Sommer sind es vor allem Engländer — so an „Betrieb gewöhnt", daß er diese neue Flut der Gäste, die über Nürnberg Anfang September bereinbrechen wird, heute schon mit herzlicher Freude begrüßt.
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Die Lmtpo!darena vor der Vollendung
Steingewordene Tradition der Kampfzeit.
NSK. Wenn die Stadt Nürnberg besonders in baulicher Beziehung ein wahrer Schatzkasten unter den deutschen Städten ist, wenn sich hier widerspiegelt traditionsreiche deutsche Vergangenheit in Meisterwerken echt deutscher Bailkunst, so darf sie sich nun glücklich schätzen, diesen Zeugen verflossener Zeit
ein Baudenkmal aus lebendigster Gegenwart zuzählen zu können. Wir meinen hier jenen geradezu gigantischen Aufmarfchplatz, der draußen im Luitpoldhain nunmehr seiner Vollendung entgegengeht.
Es ist Abend geworden, und wir sind eben dabei, die Wir wollen binaus in die
Nürnbergs Vorbereitungen für den Reichsparteitag
Mit großen! Eifer werden jetzt die letzten Vorbereitungen für den Reichsparteitag in Nürnberg. der vom 4.—10. Gcptbr. stattfindet, getroffen. Unser Bild zeigt die Ehrentribüne in der Aufmarscharena im Luitpold - haut, auf der die Ehrengäste Aufstellung nehmen werden. Davor wird noch ein Rednerpult errichtet, von dem aus der Führer zu den Massen sprechen wird.