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Kul-aer Anzeiger

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K. 207 1934

Fulda, Mittwoch, 5. September

11. Jahrgang

Thing statte des deutschen Volkes.

Wrllkommensgrutz der alten Reichsstadt an den Führer.

Bmg tmö Giadi grüßen.

Als aus leichtem Nebel in den frühen Morgenstunden die stolze Kaiserburg Nürnbergs ihre Türme reckte, da lag das bunte Band der Fahnen und Tücher, der Wimpel und Standarten, der golddurchwirkten, smaragdenen Gir­landen über der Stadt.

Alles, was fremd und ausdringlich die wundervolle Geschlossenheit der alten Stadt zu stören vermochte, was Unkultur und mangelndes Verständnis der Nachfahren der unvergänglichen Schönheit diesen Bauten von Meisterhand, diesen Straßen und Plätzen angetan hat, ist ohne Gnade beseitigt. Mit einem Male ist aus der Kaiser­burg, die sich unter den Zutaten fast verstecken wollte, wieder die herrliche alte, st o ! z e F e st e ge­worden. Ganze Stratzenzüge wurden verändert und ver­breitert. Der alte Befestigungswall ist in seiner ganzen Ichönhcil wiedererstanden. Aus der zauberhaft schönen Innenstadt sind alle diemodernen" Zutaten, die ameri- lmisch-anrcißerischen Reklamen verschwunden. Brunnen und Denkmäler haben ihre Plätze wechseln müssen, wenn sie nicht zum Bild des alten und doch ewig jungen Nürn- tag passen wollten.

Und nun erst erkennt man an den gesäuberten Häuser- honten die unvergängliche Anmut, aber auch die u n - hrbliche Kunst der alten Bau in ei st er, hilft l e r und Handwerker wieder.

*

Die Ksngreßstgdt MrnHerg , im Festschmuck.

Sie Straßen Nürnbergs, der Kongretzstadt des nationalsozialistischen Reiches, sind nun wieder flammend wie Wege. Links und rechts steht Fahnenmast an «ahnen in ast. Wieder ziehen .sich die grünen mrlanden von Haus zu Haus. Der Adolf-Hitler- Mtz zeigt ein malerisches Bild, wie er es vielleicht wäh­lend eines Turnierspieles im Mittelalter geboten tobest â"te. Aus allen Fenstern hängen Fahnen mit dem en âr, alte Städtefahnen, Teppiche mit Wappen. Auf Wm historischen Platz wird der Führer den Vorbci- larsch des Arbeitsdienstes und den der SA abnehmen. M dem Bahnhof hat man eine große Stehtribüne Achtet, da hier an dem Führer 150 000 Politische Leiter Mbeimarschieren werden.

Ganz besonders prächtig geschmückt ist das Hotel »«utschcr Hof", wo der Führer und die Rcichs!citung kr NSDAP. Wohnung nehmen werden.

Die festlich geschmückte Stadt.

1 ^mtes Fahnenmeer begrüßt die ersten Gäste am Franentorgrabcn zum Reichsparteitag.

®«Mm des Führers in Aürnberg ordentl ich b c g e i st e r t e Begrüßung % " * ch b i e Bevölkcr n n g.

aufd^ Iilhrer traf am Dienstag gegen 17.15 Uhr teiltet »'"llhafcn Nürnberg im Flugzeug ein. In Dr. GnZ,^'^tung befanden sich Reichsminister ^rig,^ ...Obels und die Adjutanten des Führers, , 3itt '^ r ü ckncr und Oberführer Schaub, ^bntc Verl" ^^^"'g des Führers hatten sich zahlreiche bc- wütnoefa n>«e»tcn der NSDAP. auf dem Flughafen olugefunden. Man sah u. a. Reichsminister

Darrs, den Chef des Stabes der C~. Lutze, den Reichsführer der SS., Himmler, den Stabsleiter der PO., Dr. Ley, Reichsleiter Bormann, Oberführer Schreck, den Gauleiter Streicher und den Nürnberger Oberbürgermeister Liebel.

Auf der Fahrt vom Flughafen zum HotelDeutscher Hof" wurde der Führer von einer begeisterten Menschen­menge, die auf dem ganzen viele Kilometer langen Weg Spalier bildete, mit außerordentlichem Jubel begrüßt.

Vor dem HotelDeutscher Hof" hatte sich schon seit dem Vormittag die Menschenmenge in einer bald be­ängstigenden Weise angestaut. Eine Ehrenkompagnie der SS. war vor dem Hotel aufmarschiert. Als gegen 17.45 Uhr die Wagen des Führers erschienen, schwoll das Jubelbrausen an wie das Donnern der Brand wn a. Der Führer beaab sich sofort auf

Sie WiM durch Den Lberbürgermeister.

Bet der Begrüßung der Spitzen der Partei und des Staates im großen Rathaussaal zu Nürnberg hielt der Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg, Liebel, fol­gende Ansprache:

Mein Führer! Zum zweiten Male darf Ihnen die altehrwürdige Stadt Nürnberg, deren Glanz und Ruhm im neuen Deutschland durch die Erhebung zur Stadt der Reichsparteitage^ befestigt und gemehrt wurde, in diesem denkwürdigen Saar ehrerbietigen Willlomwensgruß enr- bieten. Im vergangenen Jahre durften wir Sie zu Beginn jenes unvergeßlichenParteitages des Sieges" als Retter Deutschlands und Kanzler des erwachten deutschen Volkes grüßen.

Heute gilt unser Willkommensgruß und unser heißer Dank dem Führer und Kanzler der geeinten deutschen Nation, dem von dem unbändigen Vertrauen des gesamten deutschen Volkes getragenen Staatsober-

Die Rede des Führers beim Empfang im Mnberger Rathaus

Der Führer hielt beim Empfang im Nürnberger Rat­haus nach der Begrüßungsansprache des Obcrbürger- meisters Liebel folgende Ansprache:

Herr Oberbürgermeister! Lassen Sie mich Ihnen meinen aufrichtigen Dank sagen für den mir soeben be­reiteten herzlichen Empfang. Als Führer der Bewegung genüge ich dem Wunsche vieler Hunderttauscndcr, die hier zu Gaste sind, wenn ich deren Gefühle mit den meinen verbinde und damit zum Ausdruck bringe.

Schöner als je zuvor strahlt die alte deutsche Reichs­stadt im Glanze der Fahnen und Standarten des neuen Reiches. Doch der schönste Schmuck sind die leuchtenden Augen von Nürnbergs Frauen und Männern.

Vor wenigen Wochen erst hat die Stadt ein so ein­zigartiges Bekenntnis zum Nationalsozialismus ab­gelegt, daß uns ihre Wahl zum Ort des Rcichspartci- tages erst recht mit neuer Freude erfüllte, und deshalb haben wir alle auch gar nicht die Empfm- dung, in einer fremden Stadt Fremde zu sein, sondern fühlen uns hier heimisch und glücklich wie im eigenen Hause. r

Das fränkische Volk kann mit <-to!z von lief) sagen, daß es dem schon so frühzeitig in seinem Lande ge­pflanzten neuen Banner stets in vorbildlicher Treue an- hing und darin auch in schlimmen Tagen niemals wan­kend wurde. .. ..

Das wissen wir, und um so mehr ist daher Die Zeit der Reichsparteitage für uns in dieser Stadt nicht nur ein großes geistiges und seelisches Erlebnis, sondern darüber hinaus ein wahrhaft glückliches Gedenken. Eine allen un­vergeßliche Woche in einer wunderschönen Stadt.

Den b e st e n Dank aber für das, was Nürnberg in diesen Tagen uns wieder gibt, wird die Bewegung ab­statten, indem sie in Hundertlaufenden von Zungen im ganzen Deutschen Reich und weit darüber hinaus erzählen und reden wird vom Ruhme dieser ^tadt, von Nürnbergs einziger deutscher Städteherrlichkeit.

Haupt, dem Manne, der als Schöpfer und Führer der nationalsozialistischen Bewegung die uuermeplich- Schar seiner getreuen Kämpfer abermals zu einem Ncichspartcitag in Nürnberg versammelt.

Jahrhuddertalte Überlieferung und feierlich verbriefte Rechte ließen schon vor Zeiten die neugcwahlten Herrscher des versunkenen Heiligen Römischen Reiches Deutscher Ration ihren ersten Reichstag stets in der Freien Reichs­

sein Zimmer. Als er sich bald daraus am Fen st er zeigte, begann das, was wir schon so oft erlebten und was für die Ausländer fast wie ein Geheimnis an- mutet:

Der ungeheure Jubel der Massen, die viele Stunden stehen, um den Führer einmal zu sehen und beglückt und begeistert sind, wenn sie ihm einmal die Hand entgegen strecken dürfen.

Die Absperrmannschaften waren außerordentlich ent­gegenkommend, mußten aber natürlich dafür sorgen, daß nicht das Hotel geradezu von den Menschenmassen g e st ü r m t wurde. Feierlich klang dann das Lied der Deutschen aus und anschließend der revolutionäre Rhythmus des Horst-Wcssel-Liedes. So gab die Menschen­menge ihrer inneren Bewegung und Begeiste­rung Ausdruck.

stadt Nürnberg halten. Die äußeren Zeichen ihrer Macht und damit deutscher Größe, Pracht und Herrlichkeit die Reichskleinodien wurden vor mehr als einem halben Jahrtausend der Stadt auf ewige Zeiten urkundlick ver­macht. Das alte Reich zerfiel, die Zeichen seiner Größe wurden um sie vor frechem Raub zu schützen ver­steckt und heimlich aus der Stadt geführt.

Dies geschah in jener Zeit, da man auch in Nürn­berg des deutschen Vaterlandes tiefe Erniedrigung bitter und schmerzlich empfand. Damals wagte cs ein auf­rechter deutscher Mann, der Nürnberger Buchhändler Johann Philipp Pa l m, als Mahner und Künder deutschen Freiheitssehnens eine Schrift zu verbreiten: Deutschland in seiner tiefen Erniedrigung". In Braunau am Inn, an der Grenze zweier deutscher Staaten, mußte dieser wackere Mann dafür als Märtyrer sein Leben lassen. Er fielals ein verstockter Nationalist für sein auch im Unglück heißgeliebtes Vaterland".

Schicksalhaft baut sich auf Vergangenem und Gegen­wärtigem die deutsche Zukunft auf: von dort, wo jener starb, kam uns der Retter, und wir grüßen ihn aus heißem übervollen Herzen in der Heimatstadt des für Deutsch­lands Freiheit als Blutzeuge vor 130 Jahren gestorbenen Johann Philipp Palm.

Als äußere Zeichen der Verbundenheit, unwandelbarer Treue und einer Dankbarkeit, die nicht in Worte faß­bar ist, lege ich im Namen der Stadt Nürnberg eine der wenigen, durch Not, Verfolgung und Gefahr ge­retteten vergilbten Stücke, jenes schlichte Bricflcin, um dcfscntwillen Palm einst sein Leben lassen mußte, in Ihre Hände, mein Führer.

Daß es in dieser Stunde und in dieser Stadt geschieht, soll ein Beweis sein dafür, daß wir nie vergessen, wem wir zu danken haben, daß in diesen Tagen in Nürnberg wieder ein anderes neues Deutschland marschiert.

Mit dem ganzen deutschen Volk dankt Ihnen, mein Führer, dies erneut und zugleich mit ihrem freudig-stolzen, heißen Willkommensgrutz durch mich auch ihre alte treue deutsche Stadt Nürnberg."

Deutsche Diplomaten als Ehrengäste.

Auf Einladung des Führers und Reichskanzlers nehmen neben dem Reichsminister des Auswärtigen, Freiherrn von Neurath, und dem Staatssekretär von Bülow an dem Reichsparreitag in Siürnberg als Ehrengäste teil: die deutschen Botschafter in London, Paris, Rom und Moskau, die deutschen Gesandten im lèmag, Sofia Warschau, Bern, Brüssel, Budapest und Stockholm sowie die deutschen Generalkonsuln in Zürich. Danna und Mailand.

Schulfeiern am Resormationsfest.

Zum 400. JahrcStag der Vollendung der Bibelübersetzung.

Reichsminister Rust hat zur 400- Wiederkehr des Jahres de? Bibelübersetzung durch Dr. Martin Luther folgenden E r l a ß herausgegebcu:

' Vor 400 Jahren hat Martin L u t h e r feilte Bibel­übersetzung vollendet. Angesichts der großen Bedeutung, die diese Tat für die religiöse und sprachliche Entwick­lung des deutschen Volkes gehabt hat, ordne ich an, daß für alle evangelischen Schüler des Reiches anläßlich des diesjährigen R e f o r m a t i o n s s e st e s dicie Tauackc in Feierstunden oder in den betreffenden Unterrichts­fächern gebührend gewürdigt wird.