Zulöaer Anzeiger
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M. 208 — 1934
Fulda, Donnerstag, 6. September
11. Jahrgang
Das poliüsche Konzil von Nürnberg.
Mols Seh eröffnet den PoNeikongreh.
Am Mittwoch. um 11 Uhr vormittags, wurde in der Luitpoidhalle in Nürnberg der Parteikongreh der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei mit einer Ansprache des Stellvertreters des Führers, Rudolf Heß, eierlich eröffnet. Heß begrüßte den Gauleiter von Miètel- sranken, Julius Streicher, und die Gäste Nürnbergs. Danach verlas der Sprecher der NSDAP., Gauleiter Adolf Dagner, eine große richtunggebende grundsätzliche Iroklümation des Rührers MM fitster.
Der Führer kommt!
Kurz nach 11 Uhr schmettern Fanfaren: Der Silin er kommt. Der Musikzug Franken intoniert den Badenweiler Marsch. 30 000 Menschen erheben sich von den Plätzen und recken die Arme zum deutschen Gruß. Am Eingang der Halle ist der Führer von allen Reichs- und Gauleitern, den Ober- und Gruppenführern, der SA. und TL und den Obergebietsführern der Hitler-Jugend empfangen und zum Podium geleitet worden.
Und wieder erhebt sich der Kongreß, als der Stell- eertreter des Führers, Rudolf Heß, den 6. Parteitag mit einem ehrfurchtsvollem Gedenken an den General- jkldmarschall und Reichspräsidenten von Hinden - hrg eröffnet.
Unter gedämpftem Trommelwirbel verliest danach Jti Chef des Stabes, Lutze, die Rainen der 400 für die Kutsche Freiheit gefallenen Kämpfer, während sich hinter ihm die Blutfahne neigt.
Dann hat der Stellvertreter des Führers, Rudolf M, wieder das Wort, der zunächst die Hinterbliebenen du gefallenen Freiheitskämpfer, dann die Gäste des Fn- m> Auslandes, die Mitglieder der Reichsregiernng und Sa.PLUcistellen und der Wehrmacht begrüßt, die zum ersten Male an dem Parteitag der Bewegung teil- nehmen.
Rudolf Heß führte dann u. a. aus: Dieser Parteitag ist der crste unter der unumschränkten Herrschaft des Nationalsozialismus. Er steht im Zeichen Adolf Hitlers als oberstem und alleinigem Führer der Deutschen - im Zeichen des „Führers" als staatsrechtlich verankerter Begriff. Das politische Konzil von Nürnberg ist ein kraftvoller Beweis für die Macht, die Die politische. Vertretung des deutschen Volkes dar- Mt. Das Volk nimmt an diesen Tagen von Nürnberg nicht nur in den Hunderttausenden, die als Zuschauer die Straßen bevölkern, es nimmt in seiner Gesamtheit feil Dieses Bekenntnis z u m Narionalsozialis- m ii § ist
zuerst das Bekenntnis zu Adolf Hitler.
Das oberste Prinzip seiner als einziges Kampfmittel für ^Aschlands Wiederaufstieg eingesetzten Bewegung ist das Msetz der Totalität, welches alle Maßnahmen der nationalsozialistischen Führung des Reiches diktiert.
. Der Stellvertreter des Führers schilderte dann im Witten die Gebiete des politischen, wirtschaftlichen und «urellen Neubaues des Reiches, über die führende -ianner der Bewegung berichten würden. Er fuhr fort: „Stein Führer! Sie gaben Millionen Menschen die ZN«! wieder, Sie gaben Deutschland den inneren Mieden wieder. Sie stellten die verlorene Ehre der «wn wieder her. Sie haben den Deutschen wieder den Silben an sich selbst gegeben. Sie gaben den Deutschen ^ Grundlage für ihre Zukunft.
-ie sind Deutschland: Wenn Sie handeln, handelt die Ration, wenn Sie richten, richtet das Volk!
A $ ans ist das Gelöbnis, in guten Tagen und U^cn T"cw" zu Ihnen zu stehen! Zu Ihnen zu stehen, was da wolle!
Ihrer Führung wird Deutschland sein Ziel «ulk» « Heimat zu sein für ein freies Volk der natio- Selbstbehauptung und der sozialen Gerechtigkeit, allen" $u c‘" lür alle Deutschen der Welt! Unter den kn," "Ud neuen Fahnen marschieren wir diesem Ziel
»ach Ihrem Willen - Ihr Wille ist uns Befehl! ft».. "een uns der Garant des Sieges, Sie sind uns der tQ»> des Friedens.
nm Führer - Sieg Heil!
unm^ .^de des Stellvertreters des Führers wurde stürmn-* äer "ou begeisterten Beifallskundgebungen und Mn Heilrufen unterbrochen.
. wandte sich Gauleiter Streicher an die Mlung:
haben m > wir an der Seite des Führers gekämpft äiel)Cn’ ^™™ die Nachkommen der Jugend dazu er bleibt,' ty®^ 'w nie vergißt, daß Großes nur erhalten Die ^^'chigrfühl und stetige Kampfbereitschaft
19. A„ ^. halten. Das deutsche Herz war es, das am •Seit befi.L1934 in einem feierlichen Ja einer ganzen sinn. hat, daß Führer und Volk eines Willens das $J “h” Beifall) Und dieses deutsche Herz ist es, durch sein wird einer geheiligten Tradition, die °en iftanS^111^ her Stadt der Reichsparieitage in mn Ao,,,., »wii gekommen ist. Es lebe der Führer und Mnkenke,,.^ Stürtnische Heil-Rufe folgten der Rede des ^uieij^ Daun verles der Sprecher der NSDAP.,
. a Ö11 e r, die Proklantalion des Führers.
Die Proklamation des Führers.
„Die nationalsozialistische Idee hat Deutschland erobert."
Parteigenossen und Parteigenossinnen! Nationalsozialisten!
Seit sich aus den Generalmitgliederversammlungen der Nationalsozialistischen Partei der erste Parteitag in München entwickelte, sind nur etwas über elf Jahre vergangen. Welch eine kurze Spanne Zeit und welch gewaltige Wandlung! Der sechste Parteitag der Bewegung, der vierte in Nürnberg, ist eine Heerschau, die selbst den uns nicht Nahestehenden einen Eindruck vermitteln wird von der Macht der Bewegung und der besonderen Art ihres Wesens sowohl als ihrer Organisation, die beide in der deutschen Geschichte kein Vorbild besitzen, sondern einzig sind. Wir haben wahrlich ein Recht, auf fünfzig Wochen zurückzublicken, in denen mehr und Größeres geschah als manchesmal in 50 Jahren früherer deutscher Geschichte.
Zwei Erkenntnisse als geschichtliche Tatsachen?
1. Das Jahr vom September 1933 bis zum September 1934 brachte die endgültige Festigung der nationalsozialistischen Macht in Deutschland. Der Kongreß des Sieges war der Beginn eines Vcrfolgungs- kampfes, in dessen Verlauf von uns eine feindliche Stellung nach der anderen anfgebrochcn und eingenommen wurde.
2. Dieser selbe Zeitraum war aber für die nationalsozialistische Staatsführung zugleich ein Jahr g e - wattiger konstruktiver utib produktiver Arbeit.
Daraus ergibt sich eine notwendige und unzweifelhafte Feststellung:
Die nationalsozialistische Revolution ist als revolutionärer, machtmüßiger Vorgang abgeschlossen! Sie hat als Revolution restlos erfüllt, was von ihr erhofft werden konnte. Diese Feststellung ist wichtig, weil bei jeder Revolution nur zu leicht von Phantasten oder Interessenten die Grenzen des Möglichen verkannt oder bewußt übersehen werden. Es gibt keine Nevo- httion als Dauererscheinung, die nicht zur vollkommenen Anarchie führen müßte.
Der Sinn einer Revolution kann nur fein, Widerstände, die von der allgemeinen Trägheit einer Zeit, von traditionsgebundenen Interessen ober vom bösen Willen gegen eine zweckmäßige und damit natürliche und notwendige Eulwicklling aufgerichtet werden, durch einen Akt volklicher Selbsthilfe und damit Notwehr zu beseitigen. Dort, wo sich solche Vorgänge aber im einigen Wechsel wiederholen, erscheinen nicht beherrschende Ideen ober zwingende Lebensnotwendigkciten als Auftraggeber der revolutionären Erhebungen, sondern der verbrecherische Ehrgeiz einzelner, nach Macht strebender Usurpatoren.
Revolutionen beseitigen nur Machtzuständc! Die Evolution allein verändert Sachzuständc!
Denn das Entscheidende ist nicht die Überwindung, Beseitigung ober gar Vernichtung bestimmter Lebensauffassungen, Einrichtungen, Funktionen usw. als vielmehr ihr Ersatz durch bessere.
Eine Revolution, die in der Niederwerfung eines
Der Nationalsozialismus ist eine Weltanschauung. Ihre Verwirklichung steht meilenweit über jedem Akt einer reinen Inbesitznahme der Staatsgewalt.
Lue meqtcruugsgcwalt in einem Volk von 68 Millionen Menschen zu stürzen und zu übernehmen, ist schwer. Allein, aus diesen 68 Millionen Einzelwesen einer zerfahrenen Welt Seelenkämpser einer neuen Idee zu machen, ist taufenbmal schwerer. Ich zweifle nicht, daß sich für jedes ausgeschriebene Amt stets Hunderte von Bewerbern melden. Allein, es gilt auch hier die sterncnweise Erkenntnis: „Viele sind berufen, doch wenige auscrwäW"
Das Herz und die Tugenden wogen immer schwerer als das bloße, äußere Wissen. Das war in der Zeit des Kampfes unser großes und stolzes Glück. Heute muß es alle bic warnen, die das Recht zur Kritik ableiten wollen aus dem Mißverhältnis, das scheinbar zwischen ber Macht der Bewegung unb ihrer ziffernmäßigen Verankerung unb Beteiligung an den tausend und zehntausend einzelnen Stellen der Staatssübrung unseres Volkes besteht ober zu bestehen scheint. Denn was bisher nicht sein konnte, wird in ber Zukunft werden. Die Kraft unserer Idee ist mit bem 30. Januar nicht erloschen.
Es gibt seinen Zweijel: Augcfangen vou der höchsten Staatöfilhrunä bis hinunter in die breite Masse aller Ämter haben sich tausende und zchntausende von früher nicht zu uns gehörenden Mitarbeitern innerlich mehr und mehr ber nationalsozialistischen Idee zugewandl, und viele von ihnen sind — innerlich vielleicht sogar unbewußt
politischen Gegners oder in der Vernichtung früherer Leistungen, der Beseitigung vorhandener Zustände ihre einzige Aufgabe sieht, führt zu nichts Besserem als einem Weltkrieg, der in einem wahnsinnigen Diktat seine grauenhafte Erfüllung, d. h. Fortsetzung, findet.
Wenn daher der Revolution nur ein sekundärer Charakter beigemessen werden kann, so liegt die primäre Bedeutung in bet Idee und dem programmatisch niedergelegten Wollen, die als Auftraggeber eines solchen Vorganges anzusehen sind. Die Kämpfer einer solchen Erhebung sind nicht gefallen, damit bann Wahnsinnige ober Nichtskönner einen an sich schlechten Zustand der Vergangenheit in ein noch schlechteres Chaos der Gegenwart verwandeln, sondern damit nach einem kurzen, wenn auch chaotischem Übergang eine neue dauernde und bessere Ordnung entsteht.
Und diese Führung des Volkes hat heute in Deutschland die Macht zu allem! Wer will bestreiten, daß die nationalsozialistische Bewegung nicht unumschränkter und unbeschränkter Herr des Deutschen Reiches geworden ist? Wer aber will weiter behaupten, daß etwa die Repräsentanz dieser Bewegung, die heute die Staatsführung innebat, nicht das Beste dieser Bewegung sei, sondern daß sich das Bessere in jenem Teil befindet, der zumindest in der Zeit des Kampfes um die Macht nicht der sichtbare Willens- und Kampsträger der Bewegung war?
Diese Fübrung der Nation, die Elite unserer Partei, hat alle Möglichkeiten des Handelns durch die nationalsozialistische Revolution erhalten. Ihr Wille, das Programm der nationalsozialistischen Bewegung zu verwirklichen, kann von niemandem bestritten werden.
Wehe, wenn sich eine Staatsführung in der Befolgung des ihr gegebenen Auftrages von Besserwissern oder Kritikastern beirren läßt, jene Wege zu suchen und zu gehen, die nach menschlichem Ermeffen bei geringsten Opfern iinb mit der größten Wahrscheinlichkeit am Ende doch das gesehene Ziel erreichen lassen. Denn jener Besserwisser, die durch die Kritik der Taktik die Notwendigkeit ihrer eigenen Berufung beweisen möchten, sind zu allen Zeiten so zahlreiche gewesen, daß die Völker selbst bei schnellstem Regierungsverbrauch sie nie hätten verdauen können. Es ist daher nötig, daß man solchen Versuchen gegenüber hart und entschlossen bleibt
— schon heute treue Diener und Verfechter unserer Be- wegung geworden.
Allein grundsätzlich muh dennoch im Auge behalten werden, daß alles irdische Glück nur im Menschen selbst liegt, unb daß es daher falsch ist, von dieser Welt mehr zu erwarten als wir selbst zu geben bereit sind. Die letzte Venvirklichüng des nationalsozialistischen Staates i>t daher leider abhängig von ber Durchführung der natio- n a I f o 5 i a 1 i ft i sch c n Erziehung n n f e r e 3 V olke s. Dies aber ist nicht eine Angelegenheit des Augenblicks, sondern die Aufgabe einer fangen
Wir kommen damit zum dritten Moment der Be- cin^IiifiuHti bcS Ä?nnbcln5 bei ?yübriin<x, bn^ nn ^citfidjcn an sich Iknt Revolutionen sind Vorgänge, die nur ent- scheiden: wer pflanzt, was gepflanzt wird und bedingt noch iv i c eS gepflanzt wird. Säen und Reifen aber überlassen sie stets der Evolution, b. h. der Zeit. Daher ist hierüber zusammenfassend.folgendes zu sagen: Der Wille der nationalsozialistischen Staatsfübrnng ist ein un- heirrbarer und ein unerschütterlicher. Sie weiß, was sic will, und will, was sie weiß. Sie hat zu dieser Selbsten: schätzung ein Recht, beim sie hat hinter sich das Zeugnis einer Bewährung, das geschichtlich nur selten ausgestellt wird.