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ä »s L Tageblatt für Rhön UN- Vogelsberg"

£ LiefcrunIsbehinderung durchHöhere Ee- ^ 1 s

SSVL' «'S^ §ul-a- und Haunetal Zulöaer Kreisblatt

Friedrich Ehrenklau, Lauterbach/H. Haupt- v

Mistletter: Friedr. Ehrenklau, Fulda, Königstr. 4L. Reöaktion unö GefthLstsstrttr: KönlsKraKe 44 Zernfprech-BkljHluß Nr. 4-S»

Anzeigenpreis: 1 mm Höhe in der 46 mm breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung wird Rabatt nach Tarif gewährt, bei zwangsweiser Beitreibung oder Konkurs erlischt jeder Anspruch auf Nachlaß.DA." 1000. Verantwort!. für den Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach»-.

U. 211 1934

Fulda, Montag, 10. September

11. Jahrgang =***

Höhepunkt in Nürnberg.

Der große SA.- und SS.-Aufmarsch.

Feierliches Gedenken für die Toten.

Die Lnitpoldarena in ihrer neuen Gestalt war der Schauplatz des Appells der SA. und SS. Auf Ser Terrasse standen die 201 Feldzeichen, die vom Führer geweiht werden. Die Ehrentribüne war ebenfalls lange vor dem angekündigten Beginn dicht gefüllt. Wieder waren die Spitzen des Reiches und der Staaten und aller Parteigliederungen, die Vertreter der Marine, die Gene­ralität der Reichswehr, die Generäle der Laudespolizei, die ältesten Parteigenossen, die Angehörigen der im Frei- hcitskamps gefallenen Nationalsozialisten usw. vertreten.

Auf dem Felde aber stehen in unabsehbaren Reihen nach Gruppen geordnet, die Freiheitskämpfer Adolf Hitlers, hinter ihren Stäben und Stan­darten, ein unabsehbares Feld in Braun und Schwarz und Blau und Grau.

Um o29 Uhr ertönt das KommandoStillgestanden!". Der Chef des Stabes, Lutze, meldet dem Führer. 97 000 M.-Künner mit 7000 SA.-Führern, der Reichsführer der SS., Himmler, ll 000 SS.-Mann er. 115 000 Soldaten Adolf Hitlers stehen wie die Bildsäulen, schnurgerade aus- gerichtet. Der F ü h r c r im Braunhemd grüßt seine SA.: Heil SA.!", undHeil, mein Führer!" binnen ihm die Antwort entgegen. Die Feuer in den Schalen lodern empor, die F ahne n ziehen bei gedämpftem Trommel­wirbel durch schmale Gassen neben das Ehrenmal.

Feierliche Musik ertönt langsam schreitet der Führer.

Der Vorbeimarsch auf dem Adolf -Hitler -Watz.

Gegen K12 Uhr trifft die Spitze der Biesenkolonnen, die feit den allerersten Morgenstunden auf der Luitpold- nnna gestanden haben, in Bahnhofsnähe ein. Kurz vor >2 Uhr kommt der Führer von der Kaiserburg zurück und begrüßt die Gauleiter, die aus der rechten Seite des Platzes stehen. Wenige Minuten vor 12 Uhr kündet Musik das Nahen der braunen Scharen an.

Eine Gruppe Feldjäger marschiert im Stechschritt vorüber. Ihr folgt der Musikzug der Reichsführerschule, dcr schneidig einschwenkt. Dann eröffnet der Chef des Stabes, L u tz e , den Vorbeimarsch. Ihm folgt

die Blutfahnè.

dst während des ganzen Vorbeimarsches ihren Platz onter dem Führer hat, und die gesamte Oberste SA.-Füh­rung. Der Führer nimmt die Meldung Lutzes entgegen. Oi Zwölserreihe marschieren mit erhobener Rechten nun 115 600 SA.- und SS -Männer

2 ihrem Führer vorbei. Berlin-Brandenburg mit dem «Mkzug Fuhsel erhält einen Sonderapplaus. Die Stan- 1 der Gruppe Berlin-Brandenburg führt der preu- ;iw Ministerpräsident, SA.-Obergruppenfüher H er» lüy Göring, der Ehrenführer dieser Standarte, GÄrcr vorüber. Den Abschluß jeder Gruppe bilden V otorstürme mit ihren schwarzen glänzenden Rappen. Es schließen sich die Gruppe Mitte und ^vvie kurzbchost in weißen Stutzen die Gruppe cm, die Reichsstatthalter SA.-Obergruppen General Ritter von Epp anführt.

Unter fünfstündigem Jubel.

w.^" zehn, zwölf und noch mehr Reihen stehen die hinter der Absperrung, schieben und drängen, °en, rufen und jubeln. Balköne und Fenster, Dächer

Brandkatastrophe auf hoher See

Hunderte von Menschen

_ ans Ozeandampfer verbrannt.

'lncrikanis ch er i i o0 0 - T o n n e n - D a m p f er 11 Td) Blitzschlag in Brand g e f e tz t.

amerikanische 11 Rist-Tonnen DampferMorr» ««ict 20 Meilen südlich vom Leuchtturn, von An R'^"and, offenbar durch Blitzschlag, in Flammen. 31s ^sand fid) eine Besatzung von 240 Mann und mV« Änf Grund der Berichte von überlebenden nrjfBestimmtheit damit gerechnet werden, daß der Wmâstotife* 1 ^" ^"hrgästc und der Mannschaft,

° Ewa 3stst Menschen, auf dem brcn- sind "c" b c n Schiff u m e k o m m c it.

von CA Dampfer sandle zunächst SOS« R u f e, die ^'wnun.» Z"stvnwachschisfen von Nord-Jersey auf Rennens', ^.'^cn. Dann brach die Verbindung auf dem ^«bcorab. DieMorro Castle" konnte vom 'vcrbcn T,n Park in hellen Flammen stehend gesehen ^vnncndc â, DampferLuckenbach" erreichte das 'wnuu^, ^Riff und hat die Überlebenden an Bord ge

den Chef des Stabes zur Linken, den SS.-Reichsführer zur Rechten, über den steinernen Weg die Stufe zum Ehrenmal empor, wo er mit erhobener Rechten den Toten des Krieges und der deutschen Freiheitsbewegung den deutschen Gruß entbietet. In stummem Schweigen ver­harrt der Führer vor dem Ehrenmal, während das Lied vom guten Kameraden getragen über den Platz klingt.

Die SA. entblößt die Häupter. Dem auf die Tribüne zurückkehrenden Führer folgen die B l u t s a h n e des 0. November 1923, dann 263 Standarten und endlich die blutgetränkten Sturmfahnen der SA. und Sturmbann« sahnen der SS Den Beschluß bilden die mit frischem Eichenlaub geschmückten Reichskriegsflaggen des Stahl­helm. Der Führer tritt aus den erhöhten Vorbau. Jubel rauscht ihm entgegen. Nun nimmt er das Wort. Minutenlange Heilrufe schwellen zu einer Huldi­gung an, die nicht zu beschreiben ist.

Unter dem Dröhnen der Salutbatterien weiht der Führer dann 126 Standarten der SA. und 75 Standarten der SS. durch Berühren mit der Blutfahne vom G November 1923. Der Chef des Stabes gelobt in kurzen markigen Worten dem Führer auch weiterhin die un­wandelbare Treue seiner SA. Unter erneutem Jubel durchfährt dann der Führer die menschenbesäten Straßen mit einem Teil der Vertreter der Reichsregierung und des Diplomatischen Korps zur Kaiserburg. Die. und SS. aber ziehen zum 'Vorbeimarsch ab

und Altane sind überfüllt mit Menschen. Und hinter und über den Menschen nichts als Fahnen und Flaggen und Wimpel, als Girlanden und Tannengrün, so dicht, daß die Häuserfronten förmlich dahinter verschwinden. Die Sonne sengt von dem seidenblauen Himmel nieder. Von Zeit zu Zeit benetzten die Zuschauer, die um Hydranten stehen, die Marschierenden mit Wasser. -Blumen, Erfrischungen aller Art fliegen von den Fenstern vvitf die braune Kolonne. Sooft die Gruppen mit den Standarten und Fahnen vorbeiziehen, fliegen die Arme zum Gruß empor. Länger als fünf Stunden dauert der Vorbeimarsch. Aber cs gibt kein Nachlassen der Begeiste­rung. Nürnberg und damit ganz Deutschland hat die nationalsozialistische Bewegung, und mit ihr das neue Deutschland begrüßt

Einigen Mädchen gelingt es, mit Blumen bis zum Führer durchzukommen. Der Führer läßt die Blumen an die Kriegsverletzten unter den SA.-Leuten verteilen. Den Beschluß der Braunhemden macht die Gruppe Niederrhein. Ein Feldjügerkorps leitet zu der von Bruno Loerzer geführten Fliegergruppe über.

Reichsminister S e l d t e marschiert an der Spitze des Nationalsozialistischen F r o n t k ä m p f c r bu n d e s (Stahlhelm), der die alten Reichskriegsflaggen mit Blumen geschmückt hat.

Mit stürmischen Hcilrufcn überschüttet, führt dann der Reichsführer Himmler die Prachtgestalten seiner SS. heran. Den Feldzeichen schließt sich die Reichsführung mit Obergruppenführer Daluege und dem Stab der SS. vor den Sturmbannfahnen des Obcrabschnittes Rhein an. Nun wiederholt sich das Schauspiel in Schwarz, das man mehr als vier Stunden in Braun erlebt hatte. Die L e i b st a n d a r t c wird mit Händeklatschen begrüßt.

Das Feuer ist in der Nacht offenbar durch B l i tz - sch 1 it g in einen mittschiffs befindliche n '- 11 a n t entstanden und hat sich so rasch ausgebreitet, vag es u n- m öglich war, wirksame G e g c n m a ß n a h m e n zu treffen und alle Fahrgäste zu wecken. Die Matrosen halfen sich, soweit es ging, durch Einschlagen der Fenster der Fahrgastkabinen. Nach den Mitteilungen der Ge­retteten sind mindestens sechs Rettungsboote in aller vite herabgelassen worden. In Seagirt (New Jersey) wurden in Rettungsbooten derAiorro Castle" über 100 Personen gelandet. , _

Unter den Fahrgästen, hauptsächlich ^ ourtiien, befanden sich auch etwa 100 Mitglieder des New Yorker GesangvereinsKonkordia". Der K n p i > ä n aer.Aorro Castle" soll kurz vor dem Blitzschlag einem Herzschlag er legen fein. Bei Tagesanbruch sammelte sich an der Küste eine große Menschenmenge, doch war dieMorro Castle" bei dem nebligen und regnerischen Wetter ntdu auszu machen. Es sind auch an anderen Kustenplätzen über lebende gelandet worden. Da größere Dampfer die der Unglücfftene am nächsten gelegene Kuslc ntwt an laufen konnten, mußten sie südwärts in Jnchtnng New o11 weitersahren.

(Fortsetzung auf Seite 2.)

Der Führer weiht mit der Blutfahne neue Standarten bei dem großen SA.-Appell in der Luitpoldarena.

Nun schlägt das Meer des Jubels wieder über den Führer zusammen, der nach allen Seiten Hinaufgrützen m.utz, ehe sich sein Wagen in langsamem Tempo einen Weg bahnen kann.

Unwetter verursacht Zugentgleisung.

Luzern, 10. Sept. (^untmeibung.) Infolge heftiger Gewitterregen wurden am Sonntagabend die Zufahrts­strecken zur Eotthardbahn zwischen LuzernZürich und Goldau an verschiedenen Stellen durch Eeröllmayen ver­schüttet. Ein Lokalzug LuzernGoldau fuhr auf nieder- gehendee^Geröll auf, wobei die Lokomotive, der Packwagen und ein Personenwagen entgleisten. Einige Personen er­litten leichtere Verletzungen.

SeuttoeSerbafoote an ditSaarregienW Richtigstellung der wahrheitswidrigen Behauptungen über den Arbeitsdienst.

Bekanntlich hat die Regierungskoinmission des Saar- gebietes in einem Schreiben an den Generalsekretär des Völkerbundes den Eindruck zu erwecken gesucht, als ob die Arbeitsfreiwilligen aus dem Saargebiet in deutschen Arbeitslagern militärisch ausge­bildet würden und daher die Ordnung im Saargebict bedrohten.

In einer Verbalnote an die Regierungskommission stellt das deutsche Auswärtige Amt nun fest, daß die Rcgicrungskommission tatsächlich keine Beweise für ihre Behauptung erbringt, sondern sich auf eine, in keiner Weise berechtigte Schluß­folgerung aus einem Schreiben der Reichsleitung des Freiwilligen Arbeitsdienstes stützt. Die Rote stellt aus­drücklich fest, daß tatsächlich, cnlchrcchcnd dem völlig un­militärischen Charakter des Arbeitsdienstes

niemals ein Rrbcitsfrciwilligcr aus dem Saargebiet militärisch ausgebildet worden ist,

und daß niemals Pläne für eine solche Ausbildung be­standen haben. Man erwog im Oktober 1933, die Saar­deutschen östlich der entmilitarisierten Zone unterzubrin gen, weil die Lager in dieser überfüllt waren und außer­dem die Saardeutschen gern unbekannte Gegenden des Vaterlandes kennenlernen wollten. R u s de in P l a n ist niemals etwas g e w o r d c n.

Die Verbalnote nimmt dann auf ein werteres von der Regierungskoinmission herangczogencS Schreiben der Reichsleitung des Arbeitsdienstes Be'M, m dem von Sondèr in ittelu in Höhe von 12.9 A wionen Reichs­mark für die Unterbringung von caarbcutfmcn tu arbeit* Untern die Rede ist. Die Gewährung solcher Mittel wäre nicht zu beäuffanden gewesen. Tatsächlich sind sie aber nicht gewährt worden, sondern die Reichs Zeitung hat sich nur um die Bewilligung dieser Mittel bemüht.

Die Note schließt mit einer förmlichen Verwahrung bet Auswärtigen Amtes gegen hie Methoden her Regierungskommission,

put Hilfe unrichtiger Schlußfolgerungen ein völlig falsches Bild vom Arbeitsdienst zu entwerfen, und mit der Ein kadung an die Regrerungskommissian, Arvertstager im ganzen Deutschen Reich nach freier Wahl und in beliebiger Zahl zu besichtigen.