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Zulöaer Mzeiger

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sftE'Sa. häS Zulöa- unö Haunetal >§ulöaer krersblatt sää^^^ t Friedrich Ehrenklau, Lauterbach/H. Haupt- / v auf Nachlaß.DA." 1000. Verantwort!. für den

Schriftleiter: Friedr. Ehrenklau, Fulda, Königstr. 12. Redaktion UN- Hejchästsstsite: Könis^raße 42 4- Irrnsprtch-Fnschluß Nr. 4-8- Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.

Nr. 213

1934

Fulda, Mittwoch, 12. September

11. Jahrgang

Abschied von Nürnberg

Oie LrnLe von Nürnberg.

Wieder werden die Menschen kommen und gehen und stets aufs neue ergriffen, beglückt und begeistert sein; denn die nationalsozialistische Idee und Bewegung sind Lebensausdruck unseres Volkes und damit Tymbol des Ewigen." So endet- des Führers und Reichskanzlers Schlutzansprache, mit diesen Worten endete der Nürnberger Neichsparteitag. In diesen Satz aber mündete auch alles aus, was in seiner Proklamation zu Beginn dieses Parteitages des Deutschen Reiches Ober­haupt dargelegt hatte, und was zum Inhalt der Veran- sialtungen und der Arbeiten dieser Tage geworden war. Revolutionen sind Vorgänge, die nur entscheiden: wer pflanzt, was gepflanzt wird und bedingt noch, w i e c« gepflanzt wird; das Säen und Reifen aber überlassen sie stets der Evolution, das heißt der Zeit."

Vielleicht liegt auch in diesen Sätzen das alles in­begriffen, was bis zum Schlußappell des Führers an Volk und Partei in Nürnberg gedacht und getan wurde. Jene Revolution ist abgeschlossen, und was jetzt das zweite Nürnberg gezeigt hat, war der Beweis für den Willen und für die Zielsicherheit, mit der die Aufgaben nicht bloß des inneren Aufbaus, sondern nicht minder der Ge- ivinming der Seelen angepackt wurden und zu vollem Erfolge durchgeführt werden sollen.

Denn in einem gewaltigen Rahmen umspannte dieser Neichsparteitag das große Bekenntnis all der Kräfte zu dem äußeren und inneren Aufbau, die an diesem Schaffen in erster Linie mitzuwirken haben: die Partei, die SA. und die SS., die .Hitler-Jugend und den Arbeits­dienst,die Kämpfer in den verschiedenen Komman­do der NSDAP.", wie Hitler in seiner Schlußansprache Hte. Sie alle haben sich in jenem Rahmen selbst wieder lie die Glieder eines großen, organisch erwachsenen und -mit auch wirklich zusammengewachsenen Ganzen gesehen M empfunden. In einer äußeren und inneren Dis j i« kiin, der auch das zuschauende Ausland die meist tviderwillig gespendete Anerkennung nicht ganz zu Ver­ben vermochte.

Einige Worte seien auch zu der Wirkung gesagt, den dieser Reichsparteitag auf das Ausland ausgeübt < soweit dies überhaupt an der Entwicklung des Mionalsozialistisch gewordenen Deutschland politisch interessiert ist. Es ist ja noch gar nicht so lange her, daß Mn draußen mitSchwierigkeiten" innerhalb der Monalsozialistischen Partei selbst und mit schwersten Mißerfolgen bis zum völligen Zusammenbruch ganz.offen Beregnet hat. Der Wunsch war der Pater dieses heute liiin schon ausgegebenen Gedankens, und derTemps" tnN durchaus recht, wenn selbst er jetzt bekannte, was ihm Ms deutschem Munde immer wieder gesagt worden war: â^Welt weiß nunmehr genau, mit welchem neuen Eil and Europa zu diskutieren und zu verhandeln M Die Welt hat, so meinen wir Deutsche, ein bißchen 'W dazu gebraucht, um das zu erkennen und endlich zu wissen! Und um der Welt dieses Erkennen 111 Wen zu vermitteln hätte es bei einigermaßen

Ain $01, Die Reichswehr huldigte dem Führer in Nürnberg.

H ^'" letzten Tag des Reichsparteitages, zeigte die Reichswehr auf der Zeppclinwieje in Nürnberg vor Wieben^ "' interessanten Vorführungen ihre Kriegstechnik. Im Anschluß daran fand ein Vorbeimarsch der Nthto Formationen vor dem Führer, dem Reichswehrminister, den Chefs von Heer und Marine, General 0 Ostreichen anderen (Listen statt. Dieses Bild gibt einen llkbevblick Wèr den 4<orbetmar|d). Im Vor­dergrund die Tribüne, auf der der Führer stand.

neutraler und unbefangener Einstellung Deutschland gegenüber auch kaum noch des Nürnberger Parteitages bedurft! Nun aber mußte er einen Anschauungsunterricht beenden, dem man vielsach bisher nur mit innerer Ab­lehnung oder gar nicht, jedenfalls aber mit nicht gerade besten Erfolgen beigewohnt hatte! Und so hat man sich jetzt in der ausländischen Presse im großen und ganzen bemüht, verhältnismäßig sachlich über den Parteitag zu berichten, ihn nicht mehr als eine nur äußerliche Demon­stration des Nationalsozialismus zu behandeln, sondern als wirklichen Ausdruck einer neuen Form, die sich die völlig neue, aber nunmehr tatsächliche politische Gestalt Deutschlands geschaffen hat. Man hat im Aus­land vielleicht auch etwas von dem begriffen, was des deutschen Polkes Führer über den gewaltigen Unterschied sagte, der innerlich und äußerlich zwischen den Tagungen der früheren deutschen Parteien und den Generalappellen des Nationalsozialismus vor und noch mehr nach seinem Siege besteht: Dort erschien eine mehr oder minder große, wie Adolf Hitler in seiner Schlußansprache ironisch sagte,Masse Mensch", die keinen Willen und im übrigen auch nichts zu sagen hatte; hier aber kamen die Kämpfer für eine Partei zusammen, die ihr angehörten auf der Grundlage einer wahrhaften Weltanschauung

Der Große Zapfenstreich der Wehrmacht

Vor dem Quartier des Führers.

Ms Abschluß des Ncichspartritagcs 1934 war vor dem Hotel Deutscher Hof, dem Quartier des Führers, ein großer Zapfenstreich der Wehrmacht vorgesehen. An dem Zapfenstreich waren beteiligt die Musikkorps und Spiel- mannszügc II. Bataillon des J.-R. 19, des J.-R. 20 und des J.-R. 21, HI. Bataillon des J.-R. 21, Ausbildungs­bataillon des J.-R. 21, 4. Pionierbataillons, der Marine schule Friedrichsort, ferner die Trompeterkorps des 17. und 18. Reiterregiments und der 3. Abteilung des 7. Artillerieregimcnts. Vor dem Deutschen Hof waren am Montag, dem Tage der Wehrmacht, die Posten der SS. ab- gelost worden von solchen des Reichsheeres. Am Hotel war eine große Reichskriegsflagge ausgezogen.

Im Hotel Deutscher Hof hatten sich zahlreiche Reichs­und Länderminister, eine Fülle von Offizieren des Reichs- Heeres und der Reichsmarine, zahlreiche Reichs- und Gau­leiter der NSDAP, und viele Obergruppen- und Gruppen­führer der SA. und SS. eingefunden.

9tun ist der Zapfenstreich heran. Den Beginn und den Beschluß bilden mit Fackeln Ehrenkompagnien. Kurze Kommandos. Dann reitet der Führer des Großen Zapfen­streiches, Hauptmann Feuchtinger, vor das Hotel, salutiert mit dem Degen und meldet:

.Mein Führer, Großer Zapfenstreich der deutschen Wehrmacht zur Stelle!"

Der Heeresmusikinspizient Professor Schmidt be­

und die daher willens waren, kompromißlos die alleinige Macht in Deutschland zu erringen.

Die Zeit jenerMassenparteien" und auch der Massen­bewegungen ist vorbei; sie ist durch den Nationalsozialis­mus revolutionär ersetzt worden, also durch die Gliede­rung und die Disziplinierung der Massen, die dann eben nicht nurMassen" sind, sondern organisch zusammen- gefaßt und mit dem bewußten Wollen erfüllt wurden, dem Führer zu folgen durch dick und dünn. Und dieser Führer konnte auf diesem Neichsparteitag auch dem Ausland unter dem dröhnenden Beifall und der inneren Zustim­mung der Hunderttausende sagen:Tas deutsche Volk ist glücklich, daß sich über alle Interessenten-, Berufs- und früheren Weltanschauungsgruppen eine Autorität auf­gerichtet hat, die keinem einzelnen untertan ist, sondern sich allein dem Dasein des g a n z e n deutschen Volkes ver­pflichtet und verantwortlich fühlt."

Mit jenem früheren zerklüfteten Deutschland ist es vorbei, und zwar so endgültig vorbei, daß dies nun auch das Ausland im Blick aus den jetzt zeitlich hinter uns liegenden Reichsparteitag eingesehen haben dürfte. Ein anderes, ein neues Deutschland steht da. Seine festen Säulen, auf denen es errichtet wurde, sind die Partei und die R e i ch s w e h r, und das kam in Nürnberg darum nach außen hin zum sichtbaren Ausdruck. Und weil diese Grundlage unerschütterlich dasteht, konnte der Führer auf ihnen die Bausteine für das neue Deutschland zusammen­fügen. Weiß er doch, daß das ganze deutsche Volk ihm bei diesem Werke zu helfen und daran mitzuarbeiten ent­schlossen ist ' Dr. Pr.

steigt das mit der Reichskriegsflagge drapierte Podium unter dem Fenster des Führers. Und nun erleben wir, was das deutsche Herz von jeher begeisterte und in Bann schlug: Mitreißende Märsche, deutsche Militärmusik, dann drei Lieder aus deu Befreiungskriegen:Vater, ich rufe dich!",Lützow wilde verwegene Jagd" undDer Gott, der Eisen wachsen ließ".Deutsch ist die Saar" spielen die Musikzüge: ein Gedenken an jene Brü - derimWestcn,die noch unter fremder Herrschaft leben müssen. An das Saarlied reiht sich nun die berühmte Folge historischer Märsche in der Bearbeitung des hoch­verdienten verstorbenen Hecresmusikènspizienten Professor Hackenberger.

Nun locken die Flöten und dröhnen die Trommeln.

Der Große Zapfenstreich klingt an. Er wird in der baye­rischen Fassung gespielt. Zum Gebet klingt das Kom­mando. In den grauen Blöcken der fackelumringten Ehren­kompagnien fliegen die Hände salutierend an die Stahl­helme. Von ferne her Fanfarenstöße. Plötzlich sieht man im Dunkel der Nacht: Drüben hinterm Frauentorgraben stehen auf einem Dach die Fanfarenbläser der Reichswehr. Erneuter Trommelwirbel.Präsentiert das Gewehr!" hallt ein Kommando. Und nun recken sich die Arme, und das Deutschland- und Horst-Wessel-Lied brausen zum Nachthimmel empor. Im gleichen Augenblick flammen am Frauentorgraben rote Feuer auf und werfen einen flammenden Schein über die langen grauen Kolonnen des Reichshceres.

Wieder Kommandos: Die grauen Kolonnen formieren sich neu, und unter Marschklängen Hallen nun wieder die Stiefel über das Pflaster wie ein Schlag. Noch einmal grüßt der Führer dankend hinab. Dann schließen sich wieder die Fenster. Die Stimmung der Menge ist auf das höchste gestiegen. Sie durchbricht an vielen Stellen die Sperren, und die Menschenwoge wälzt sich zum Hotel heran. Da hört man von fern her aufs neue Marschmusik, und die Begeisterung steigt auf das höchste, als unter den Klängen des Badenweiler Marsches die Leibst an« darte Adolf Hitlers auf dem Wege zum Bahnhof am Hotel vorbeimarschiert.

Nun ist der Neichsparteitag 1934 vorbei. Überall auf den Bahnhöfen geht es ans

Abschiednehmen.

Transportzug um Transportzug rollt nach den Tagen fest­licher Freude und nach den Tagen der Sammlung und Be- finnung zurück, überall hin in die deutschen Lande. Die aber, die das Glück hatten, an ihm teilnehmen zu können, die Zeuge dieser großen historischen Tage waren, bringen von dieser Freude so manches mit in ihre Heimat und ver­mitteln auch jenen das große Erlebnis, die in diesem Jahre nicht dabei sein konnten. .

Die Ausschmückung des Reichsparteitages wird nocheinigeTage im jetzigen Zustande bleiben, damit auch diejenigen, die jetzt nach Nürnberg kommen, wenig­stens dieses wundervolle Straßenbild genießen können

*

Zweckvolls Bewunderung.

Paris und London zu den Nürnberger Tagungen.

^ie Berichte und Artikel in der ausländischen Presse be­schäftigen sich besonders eingehend mit den Vorführungen der R e i ch S w e h r in Nürnberg vor ihrem Oberbefehlshaber. Kein Blatt kann ihnen Anerkennung und Bewunderung der sagen- freilich versucht man teilweise auch wieder nach altem Muster, auS eben dieser Reichswehr einen Kindcrschrcrk zu machen! obwohl man in mich im Auslande genau weiß, daß ihr alle schweren Waffen und vor allem die Fliegerwaffe fehlen, ganz zu schweigen von ihrer geringen Bestondzahl. Neben diesen militärischen Dingen hat besonders dir aus­gezeichnete Durchführung der Organisation deS ganzen Nürnberger Parteitages im Anölande stärksten Eindruck gemacht.

Am ausführlichsten befassen sich du Pariser und die Londoner Blätter mit dem letzten Nürnberger Tag. Die