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Ehrenklau, Fulda Komgstratze 42. Rotations- XmI^*»*' 18I»V ♦jdOIi^JWl * *>C5»5vlQl4 Beitreibung oder Konkurs erlischt jeder Anspruch drucki Friedrich Ehrenklau Lauterbach/H. Haupt. v V auf Nachlaß. — „DA." 1000. — Verantwort!, für den
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Nr. 214 — 1934
Fulda, Donnerstag, 13. September
11. Jahrgang
Diplomaten beim Reichsoberhaupt
Erster Empfang des Wsmaiischen Korps beim Wrer.
Große A u f f a h r t a m Reichspräsidenten- Palais.
Im Rcichsprästdentenpaèais sand der erste große Empfang der Missionschefs aller in Berlin akkreditierten Länder statt. Die Berliner Bevölkerung brachte im Anschluß daran dem Führer begeisterte Ovationen dar.
Zu Tausenden hatten sich die Berliner vor der Reichs- kanzlei und dem Neichspräsidentenpalais eingefunden, um dem Führer aus seiner Fahrt durch die Wilhelmstraße zu huldigen und der An- und Abfahrt der Diplomaten bei» zuwohnen, die in großer Gala im Palais zum Empfang erschienen.
Vom Allan des Palais grüßte eine riesige Hakenkreuzfahne, während auf dem Dach die Reichsdicnstflaage, das Schwarz-Weiß-Rot mit dem Adler, flatterte. Inzwischen war im Vorgarten ein
verstärktes Wachkommando der Reichswehr einmarschiert, um den Diplomaten die Ehrenbezeugungen zu erweisen. Gegen 12 Uhr rollte ein Wagen nach dem anderen in den Vorhof ein. Das starke Wachkommando präsentierte jedesmal beim Eintreffen der Diplomaten das Gewehr und bei den Botschaftern sowie dem Doyen des Diplomatischen Korps, Nuntius Orsenigo ertönte Trommelwirbel. Kurz vor 1.2.30 Uhr war die Auffahrt des Diplomatischen Korps beendet.
feierte Zeremonie im Andienzsaal.
D e r F ü h r e r n i in m t die G l ü ck w ü n s ch e entgegen.
Kurz vor 12Vä Uhr hatte sich dgs Diplomatische Korps im festlich geschmückten großen Empfangssaal des Palais versammelt und in einem großen offenen Halbkreis Aufstellung genommen. Annähernd 50 Diplomaten waren biet versammelt, um dem Führer durch den Mund des Doyen ihre Glückwünsche aussprechcn zu lassen. Punkt 'M Uhr meldete der Chef des Protokolls, Graf von Basse- lvitz, dem Führer, daß das Diplomatische Korps versammelt sei. Gleich darauf erschien der Führer im Empfangssaal und schritt nach der Mitte des Saales hin.
Ihm folgten der Reichsminister des Auswärtigen, h.mhcrr von N e u r a i h , der Staatssekretär der Präsidialkanzlei, Dr. Meißner, der Staatssekretär des Aus- ivärligen Amtes, v o n B ü l o w , der Staatssekretär der Reichskanzlei, Lammers, der Referent für innere An- Megenheiten der Präsidialkanzlei, Ministerialdirigent Dr. D o e h l e, der Referent für auswärtige Angelegen- yeuen der Präsidialkanzlei, Legationsrat Baron von Glessen, der militärische Adjutant, Major Hoßbach, lolvie der persönliche Adjutant des Führers, Gruppen- suhrer Brückner.
„ Nuntius Orsenigo verlas die Botschaft, in der die Glückwünsche des Diplomatischen Korps an den Führer «»seinem Amtsantritt als Führer des Deutschen Reiches ""^gesprochen werden, worauf der Führer mit einer Wen Ansprache dankte. Gleich daraus begrüßte der
MM
Aniz^. 5er Führer und Reichskanzler empfing das Diplomatische Korps im Neichspräsidentenpalais.
Mnix J Mitch das Gesetz beschlossenen und durch die große Bolksabstiminung einmütig sanktionierten Ueber» 'Met $to[n„ des Reichspräsidenten auf das Kanzleramt fand am Dienstagmittag ein großer Empfang de« Ser» W ber ‘W11 Korps beim Führer und Reichskanzler Adolf Hitler im Neichspräsidentenpalais statt. Dabei rich- Wer im N Ms Diplomatischen Korps, der Apostolische Nuntius Monsignore Cesare Orsenigo, an den Reichs- ^’W^ «men aller in Berlin beglaubigten Staaten seine Gratulation. Diese einzige während des Empfangs “Wbme zeigt, link- Monfig'wre Orsenigo und rechts den Reichskanzler und hinter diesem Reichsaußen- brrmster von Neurath. Im Kreise steht man die zum Empfang erschienenen Diplomaten.
Führer die Diplomaten mit Handschlag. Der erste große Empfang des Diplomatischen Korps war damit beendet.
Als die Wagen mit den Diplomaten aus dem Vorgarten des Neichspräsidentenpalais heraussahren, bricht die Begeisterung der bisher geduldig wartenden Menschenmenge durch. Mit den bekannten Sprüchen fordert sie immer wieder das Erscheinen des Führers. Endloses Händeklatschen bringt der harrenden Menschenmenge endlich den gewünschten Erfolg.
Auf dem Balkon des rechten Palaisflügcls erscheint der Führer
in Begleitung des Ministers des Auswärtigen. Freiherrn von Neurath, und des Staatssekretärs Meißner. Ein Sturm der Begeisterung bricht los. der erst ein Ende findet, nachdem der immer wieder dankende Führer
Frieden und Gleichberechtigung!
Die Antwort des Führers an das Diplomatische Korps
Der Doyen des Diplomatischen Korps, der Apostolische Nuntius Monsignore Cesare Orsenigo, richtete bei dem Empfang an den Führer eine französische Ansprache, in der er u. a. erklärte:
„Herr Deutscher Reichskanzler! Das Diplomatische . Korps freut sich, vor Ihrer Person zu erscheinen, um dem unmittelbaren Nachfolger des hochverehrten Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg, dessen Andenken unauslöschlich in unseren Herzen eingeprägt ist, seine aufrichtige Gratulation und die b e st e n Wünsche darzubringen.
Durch unser heutiges Erscheinen möchten wir Eurer Exzellenz zum Ausdruck bringen, daß ein jeder von uns dem neuen Oberhaupt des Deutschen Reiches gegenüber dieselbe Bezeugung der Ehrerbietung und die gleiche Versicherung der gegenseitigen Zusammenarbeit, die er bereits anläßlich der Überreichung seines Beglaubigungsschreibens ausgesprochen hat, heute erneuert.
Wir sind der Überzeugung, daß Eure Erzellenz alle unsere Bemühungen bei Erfüllung der edlen Mission, die unsere Staatsoberhäupter uns anvertraut haben, angelegentlichst unterstützen werden, um die guten Beziehungen zwischen Deutschland und unseren Ländern aufrechtzuerhalten und zu festigen, und so zur Erhaltung des Friedens in der Welt bcizntragen. Wir sind glücklich darüber, daß Eure Eizeücnz zu wiederholten Malen die Erklärung abgegeben haben, daß Deutschland, im Herzen Europas gelegen, fest entschlossen ist, ein wirksamer Faktor des Friedens zu sein.
Wir können bereits feststellen, mit welcher hingehenden Sorge Eure Exzellenz in Ihrem neuen Amte daran arbeiten, Ihrem Batcrlande über die schmerzlichen Folgen der Arbeitslosigkeit hinwegzuhrlfcn und die Wohlfahrt des deutschen Volkes berbcirufülircn.
wieder in das Zimmer zurückgetreten ist. Bald daraus erscheint, von der jubelnden Menschenmenge begeistert begrüßt. der Kanzler im Portal des Reichspräsidenten- palais. Die Wachttruppe steht unter präsentiertem Gewehr. Nach allen Seiten grüßend geht der Führer zur Wachttruppe und begrüßt persönlich den Offizier, um dann die Front abzuschreiten.
*
Dank der Diplomaten für Nürnberg.
Der japanische Botschafter Nagai hat anläßlich des Abschlusses des Reichsparteitages nachstehendes Telegramm an den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler gesandt: „Im Augenblick, wo wir Nürnberg verlassen, bitte ich im Namen der Vertreter der Staaten, die die Ehre gehabt haben, Gäste Eurer Erzellenz gewesen iu sein, den Ausdruck des verbindlichsten Dankes für die Aufnahme entgegenzunehmen, die uns in so überaus freundlicher Weise zuteil geworden ist*
So geben wir dem Wunsche Ausdruck, es möge Ihrem Vaterlande unter der nunmehr in Ihren Händen vereinigten obersten Regierungsgewalt gegönnt sein, eine Wohlfahrt zu erreichen, die die innere Ruhe Ihres Landes gewährleisten kann. Möge die göttliche Vorsehung diesen Wünschen und Hoffnungen Verwirklichung verleihen für die Größe Ihres teuren Vaterlandes."
Der Führer und Reichskanzler
antwortete hierauf mit folgenden Worten:
„Herr Nuntius! Euerer Erzellenz danke ich aufs herzlichste für die Glückwünsche, die Sie mir im Namen des Diplomatischen Korvs aus Anlaß der Übernahme des bis- berigen Amtes des Reichspräsidenten ausgesvrochen haben. Mit besonderem Danke erfüllt es mich, daß Sie dabei noch einmal des verewigten Herrn Reichspräsidenten General feldmarschall von Hindenburg gedachten. Die Erinnerung an ibn wird unauslöschlich int Herzen aller Deutschen weiterleben.
" Sie haben. Herr Nuntius, der Überzeugung Ausdruck gegeben, daß ich Sie in Ihrer Aufgabe, die guten Beziehungen wischen Ihren Ländern und Deutschland am» rechtzuèrhaltcn und zu festigen, unterstützen werde.
Es ist mein Wille, enge und aufrichtige Verbindungen zwischen Deutschland und den fremden Mächten zu erhalten und dadurch ein gegenseitiges Verstehen und Kennen lernen zu fördern, das zur Zeit noch vielfach fehlt und das Die Grundlage wechselseitiger Achtung und Anerkennung ist. Die großen Ausgaben, die wir uns gestellt und — wie Sie, Herr Nuntius, selbst sagen — mit Erfolg in Angriff genommen haben, können wir nur lösen, wenn uns und der Welt der Friede erhalten bleibt.
Auch heute und vor Ihnen, meine Herren Vertreter der fremden Staaten, erkläre ich, daß cs das u n - verrückbare Ziel meiner Politik ist, Deutschland zu einem festen Hort des Friedens zu machen. Nicht Macht und Gewalt sollen die Beziehungen unter den Völkern bestimmen, sondern der Geist der Gleichberechtigung sowie die Achtung vor der Arbeit und Leistung eines jeden anderen Volkes.
Unter dem Schutze dieses Friedens werden ich und mit mir die Reichsregierung alle Kräfte der seelischen Wiederaufrichtung unseres unter den Nöten des Krieges und der Nachkriegszeit fast zusammengebrochenen Volkes, her inneren Neuordnung unseres Reiches und der Überwindung seiner wirtschaftlichen und sozialen Not widmen. Wenn wir diese Aufgaben zu lösen vermögen — und wir werden sie lösen —, so bient Deutschland nicht nur sich selbst, sondern der ganzen Welt, und es trägt Damit zu seinem Teil bei zum Wohle und zum Fortschritt der Menschheit. Zu diesem Werke, das hoffen wir Zuversicht lich, wird uns der Segen der göttlichen Vorsehung, den Die. Herr Nuntius, in so warmen Worten für uns an rufen, nicht versagt sein!
Ich bitte Sie, meine Herren, zugleich für Ihre Staatsoberhäupter, Regierungen und Länder meine aufrichtigsten Wünsche für eine glückliche Zukunft unser aller Völker cutgegenznncbmen."
Keine Beteiligung Polens am Ostpakt?
London, 13. Sept. (Funkmeldung.) Wie „Daily Telegraph" mitteilt, hat der polnische Außenminister Oberst Beck der britischen Regierung durch den Lordsicgelbewahrcr Eden mitgeteilt, daß Polen endgültig bcfchlos- s c n habe, sich nicht an dem Ostpakt zu beteiligen.
25 planmäßige Lufthansa - Postflüge über den Ozean.
Die deutsche Handelsluftfahrt darf mit besonderer Freude auf ihre Erfolge in den letzten Jahren zurückblicken. Unter der sicheren Führung des Reichsluftfahrt- ministeriums nahm der Luftverkehr eine stetige Aufwärts cutwicklung und konnte auf rein verkehrsmäßigem Gebiet Spitzenleistungen erreichen, die einzigartig in der Welt da stehen. So wurde am Mittwoch, dem 1 2. Septe mbe r, von der Deutschen Lufthansa der 2 5. F l u g i ni regelmäßigen Po st dien st über den Atlantischen Ozean durchgesübrt.