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Möaer Anzeiger

* ö'X.» LUNIK Ä Tagebia« für Rhön un- Vogelsberg £«äää^

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Ä Friedrich Ehrenklau, Lauterbach/H. Haupt- ZV auf Nachlag.DA. 1000. Berantwortl. für den

gleitet: Friedr. Ehrenklau, Fulda, Königstr. 42. NeLaktion UN- HefthästsstelLr: KSnisstraße 44 ^ Zrrnfprech-Rnl<hl«K Kr. 448- Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.

Nr. 215 1934

Fulda, Freitag, 14. September

11. Jahrgang

Ein ernster Schritt Polens.

: psisn kündigt seine mismaiisneZen ; MmdäsiienschuhverpfiLchiungsn.

Der polnische Außenminister B e ck hat in einer auf- : -.c,.,.erregenden Rede vor der Vollversammlung des G'ttchrmdes die praktische Mitwirkung Poleys an der ^l'kchMmng seiner internationalen Minder- b c i ie nschuhverpflichtungen gekündigt.

! Heck erklärte folgendes:In Erwartung der Jnkraft- ;,Mg eines allgemeinen und gleichartigen rystcnis des Minderheitenschutzes sieht sich meine Regie- M!lg veranlaßt, von heute ab jede Zusammenarbeit mit d'n internationalen Organisationen abzulehnen, soweit sic ; djx Kontrolle der Durchführung des Minderheitenschutzes i dmch Polen betrifft.

Beck fügte hinzu, daß diese Entscheidung der polnischen Lzicrimg nicht gegen die Interessen der Minderheiten ge­richtet sei. Diese Interessen blieben weiter durch die P tu ndlegenden Gesetze Polens geschützt, , durch Gesetze, die den Minderheiten der Sprache, der Rasse i und der Religion freie Entwicklung und gleichberechtigte , Behandlung zusicherten. So würde sich auch nichts an der wirklichen Lage der Minderheiten ändern.

Vorher hatte Beck auseinandergesetzt, daß Polen den Zur einigen Staaten einseitig auferleglen Minder- icitmschütz als eine Ungerechtigkeit und Diskriminierung ^trachte, im übrigen habe sich die Anwendung der bis- tzrigen Minderheitenschutzgesetze als völlig enttäuschend gezeigt. Sie habe den Minderheiten selbst nichts genützt. ^5 handele sich jetzt darum, und nach dieser Richtung lichte er einen Appell an die Versammlung eine dauer- W, klare und gleichförmige Grundlage zu schaffen, auf in das System des internationalen Minderheitenschutzes in einer endgültigen und. haltbaren Art errichtet werden Tee.

MHEWmsm und MeEkW.

Kürzlich stieg in Genf laut guakend eine Z e i t u n g s - tute auf. So etwas geschieht dort zwar des öfteren und zu den jüngsten ihrer Art gehörte diese Ente auch nicht mehr, denk sie batte schon einmal einen solchen, allerdings sehr kurzen Flug in die Luft der Öffentlichkeit hinaus getan.Gerüchtweise" verlautete nämlich, der Völkerbund "erde seinen Sitz von Genf wegverlegen. Nebenbei bemerkt: fwe Ente stieg von der französischen Seite des Genfer - Sees aus empor. und selbst der politische Säugling in der Wiege merkte, daß man von jener Seeseite her voller Soni im Stufen d i e Schweiz mit dieserdrohenden" "'crlègung des Völkerbundssitzcs unter Druck nehmen bellte. Dieweilen dieser Staat das Verhalten anderer kleinerer Länder nicht mitmachte, in der Frage der Auf- Ahme Sowjetrntzlands ans Befehl Frankreichs Muschwènkèk wie die Unteroffiziere. Vielmehr opponierte me Schweiz, die ja mit dem Kommunismus in verschieden­er Gestalt recht ausgiebige, allerdings theoretisch mübeude Erfahrungen gemacht hat. Und die daher Wider- Nuch dagegen erhob, daß sich eine russische Delegation in Mn> beim Völkerbund als k o m m u n i st i s ch e P r o p a- dllndaz en t r a l e aufbaul, die obendrein völkerrechtlich "tmun ist, also den schweizerischen Gesetzen nicht untersteht. dafür, so hieß es, werde man die Schweiz am Geld- strafen.

. Wieder aber hielt sich jene Zeitungsente nur kurze in der Lust. Denn was soll mit dem funkelnagei­

Sos RM Md die Jeiitscheil M Ausland.

Me des Reichsauhenmimsters in Stuttgart.

Sulfid) der Laguna des Deutschen Aus- ^.'"stiiuts in Stuttgart hielt Reichs- MtmniiiUr v o n Neurath eine Rede, in der er

Deutschen im Reich haben es gegenüber unseren ""^ Schwestern im Ausland verhältnismäßig Inh. M Wir sind mit dem großen Umbruch des vorigen einbeim^" ""'"'lich geschlossenes, fest gefügtes, von einem Ä Willen beseeltes Volk, das unter der starken steht H^!'"? Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler WJ* ist dem deutschen Volk und Reich seine Be- U>cgg ^mitten fremder Völker und Staaten kcines- ^itii&e,. gemacht. Aber wir können die großen außcn- sicherep Rllabeu, die uns bevorstehen, wagen, in dein Gi9c,ian daß die Erhaltung unserer völkischen Rinnen > bedroht ist und daß sie uns niemand 'm A Ganz anders unsere Volksgenossen r^tyttn n ^: Sie müssen täglich schwer um die Er

"'"llen, was uns im Reich ohne iveiteres etetbtcU "äuilich die Wahrung der von den Vätern .Religion,' Sitte und Kultur. Wir yoeé^, h, wieder die Erfahrung machen, daß die Wii, wir in dem Volkstmusgedanken verkörpert

Milben Völkern vielfach nicht nur nicht ver- absichtlich mißverstanden und falsch ausgelegt werden.

neuen, ebenso prachtvollen, wie kostspieligen, aber noch ntajt bezahlten V ö l k e r b u n d s p a l a st in Genf geschehen, wenn diese nicht minder prachtvolle und kostspieligeGesell­schaft der Nationen" ihren Sitz an die schöne blaue Donau verlegte! Nach Wien mitnehmen kann man ihn nicht und ihn in Genf leerstehen lassen . . .? Das Ding kostet un­gefähr 25 Millionen Mark und wenn der französische Generalsekretär des Völkerbundes sein Kassenbuch auf­schlägt, dann findet er auf der Haben-Seite eine lange Reihe von Staaten verzeichnet, die ihre Beiträge n o ch nicht bezahlt haben. Einige Staaten sind seit Grün­dung des Völkerbundes überhaupt noch nicht dazu gekommen, etwas zu zahlen. Und daher wurde jene Ente schleunigst abgeschlossen wegen der dubiosen Konten.

Beim Ban des Völkerbuudspalastes hat man hoffent­lich dafür gesorgt entsprechend den Erfahrungen aus der Genfer Geschichte und den Genfer Geschichten, daß in dem neuen Bau recht vieleHintertüren" vor­handen sind. Damit man durch sie Leute in den Völker­bund hinein läßt, denen nian aus bestimmten Gründen die großen Vordertüren ungern öffnet. Wie cs zur Zeit mit der Sowjetregierung geschieht! Darüber hat vor der illustren Versammlung der irische Regierungschef de-Valera allerhand Indiskretionen zum Ausdruck ge­bracht, so daß sich den Regisseuren des Genfer Schau­spiels die Haare sträubten, spricht doch dieser Ire ganz unbekümmert um Diplomatie und um die ortsübliche Leisetretereiwasch' mir den Pelz, aber mach' mich nicht naß!" einfach einen Protest dagegen aus, daß man die ganze Frage der Einladung an Rußlandt in Hotelzimmer" austrage; mit diesenH o t e l Ver­einbarungen" zwischen den Abordnungen der größeren Mächte setze man sich über die Rechte der kleineren Staaten hinweg! Und dagegen erhebe der Redner scharfen Einspruch, ebenso, daß man Rußland gegenüber die Prüfung der Ausnahmeeignung nicht in der bisher gewohnten, also normalen Weise, vollziehe. Sonderbar! Ist denn 1919 nicht gerade der Völkerbund an- und die G e h e i m d i p l o in a t i e abgeschafft worden? Und nun beklagt man sich über dieHotel­vereinbarungen" der Großen! Nun, so etwas ist in Genf auch schon seit Beginn ein Gewohnheitsrecht geworden, und sonderbar ist höchstens, daß de Valera den Mut zu der Andeutung aufbringt: Diese noch viel sonderbarere Versammlung " sei doch eigentlich nur die Fassade vor jenenHotelzimmern"!

Man kann cs den kleineren Staaten auch nicht ver­denken, daß sie in Genf ein bißchen rebellieren; denn jene Großen halten es durchaus nicht einmal für notwendig, die Hotelzimmer geschlossen zu halten, sondern sie rufen den anderen die Befehle sozusagen durch die geöffneten Türen zu. Da ist dem polnischen Vertreter in einem der Völkerbundsausschüsse die Galle hochgcsticgen und er sprach von Staaten, die in den Völkerbund einzutreten beab­sichtigen, aberdie elementarsten Gesetze der Umsichtigkeit ausser acht ließen". Da ist der Ausschutzvorsitzende dem Redner ins Wort gefallen, aber der hat mit einer Ver­beugung erklärt, er habe das schon gesagt, was er babc sagen wollen. Aber auch diese Proteste und dieses Auf- begehren im großen Versammlungssaal sind nur noch Lufterschütterungen, denn in den Hotelzimmern ist die Entscheidung schon gefallen. Und dort wird auch be­schlossen, ob man die Sowjetregiernng in den Völkerbund durch eine Hintertür hereinbringt oder sie vorn über die Paradetreppe auf einem dicken Läufer von Versprechungen bercintommen läßt.

Die Erhaltung und Förderung des deutschen Volks- tiims, Ivie sie der Nationalsozialismus will, hat nichts in i l I m p c r i a l i s m u s zu tun. Sie verträgt sich vielmehr durchaus mit den Rechten und Interessen anderer Völker. Wenn einmal auch bei anderen Völkern das Eintreten für das eigene Volkstum eine glückliche Er- gänzüng finden sollte durch die Achtung vor der kultu­rellen Eigenart fremden Volkstums, wie sie unser Führer als Grundsatz nationalsozialistischer Weltanschauung so deutlich bekundet hat, dann dürfen wir davon glückliche Rücktvirknngen auf das friedliche Zusammenleben der Völker erhoffen.

Das deutsche Volk will jedenfalls nichts anderes als dies: mit fremden Staaten in Frieden leben und mit fremden Völkern friedliche und frenndnachbarlichc Be­ziehungen unterhalten. ~

Die besonderen Methoden der F r t cd e ns - sichern ng, wie sie gerade jetzt von gewissen Regie­rungen empfohlen und versucht werden, können wir frei­lich nicht gut heißen. Gerade weil wir den Frie­den wollen, können mir nicht komplizierten und bedenk­lichen Vertragssystemen zustimmen, die aus niachtpoli- tischen Tendenzen geboren. Nur den Krieg gegen den Krieg vorbereiten wollen, und nach unserer Ansicht nicht zur Entspannung der Lage beitragen.

Pins wir wünschen unb anstreben, ist tue aufrichtige Verständigung von Staat zu Staat, ohne Bündnisse und Bündnisgruppen, die offene Aussprache über entgegen» stehende Interessen und den Vergleich solcher Intcrepen auf der Grundlage gegenseitiger Achtung und der Gle.ch' bercchtigunu.

Wenn wir heute die große Idee des deutschen Volks­tums feiern, richten sich unsere Gedanken von selbst aus die Frage, die jetzt in besonderen, Matze das ganze deutsche Volk bewegt und in naher Zeit zur Entscheidung kommen wird: die Saarsrage. Ter bevorstehenden Neuordnung sehen wir mit ruhiger Zuversicht entgegen, ist doch die Entscheidung in die Hände der Be­völkerung selbst gelegt, die am 13. Januar die einfache Tatsache bekunden wird, dah sie deutsch ist. Aus Grund der Abstimmung unserer treudeuischen Saarbevölkerung und in Ausführung der vertraglichen Bestimmungen wird zu Beginn des nächsten Jahres das Saargebiel ohne Beschränkung der deutschen Souveräni­tät, für die der Vertrag keine Handhabe bietet, mit dem Vaterlande endlich wieder vereinigt werden.

*

Adolf Hitler trägt denDeutschen Aing"

Aus Bitte des Deutschen Auslandsinstituts.

Bei der Eröffnung der Jahreshauptversammlung des Deutschen Auslandsinstituts in Stuttgart entbot der Vorsitzende, Oberbürgermeister S t r ö l i n , besonderen Grutz den Vertretern der Reichs- und Landesbehörden.

Dr. Strölin teilte mit, er habe an den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler die Bitte gerichtet, die höchste Auszeichnung des Deutschen Auslandsinstituts, den Deutschen Ring", der einst dem verewigten Reichspräsi­denten verliehen war, entgegenzunehmen und fortan selbst zu tragen. Unter dem Beifall der Versammlung gab er bekannt, daß der Führer und Reichskanzler, der in seinem Lcbensgang selbst aufs stärkste mit dem Aus­landsdeutschtum verbunden ist, sich bereit erklärt habe, den Deutschen Ring" des Instituts anzunehmen.

Er verlas daraus das an den Führer und Reichs­kanzler gerichtete Telegramm.

Die Reihe der Begrützungs- und Glückwunschan- sprachcn eröffnete im Namen der Reichsregierung und im Auftrag des. Neichsinnenminifters Dr Frick Staats­sekretär Dr. P f n n d t n e r. Darauf nahm der ivürttcm» bergische Ministerpräsident und Kultusminister M er« gen tbalet das Wort zu einer Ansprache, in der er auf die beim diesjährigen Reichsparteitag in Nürnberg mit unerhörter Wucht manifestierte Einheit der national­sozialistischen Bewegung und des deutschen Volkes hin« wies. Im Auftrage des Stellvertreters des Führers überbrachte der Präsident der Deutschen Akademie in München, Professor Haushofer, herzliche Glück­wünsche.

Zwangsverwattung bei pfeß endgüttèg beschlossen.

Wie soeben bekannt wird, hat das zivile Bezirks­gericht in Kat t o w i tz den Einspruch des Prin­ze n von Pletz gegen die Einsetzung der Zwangsver­waltung über seine sämtlichen Betriebe a b g e w i c s e n. Gleichzeitig hat das Gericht zum Zwangsverwalter Ingenieur Heinrich Kowalski, einen bekannten Indu­striellen, der bis vor kurzem in der Interessengemeinschaft tätig war, bestellt. Die Entscheidung des Gerichts ist end­gültig. Dem Prinzen von Plèß steht in der Beschwcrde- angelegenHeit kein weiteres Rechtsmittel zur Verfügung.

Bon den englischen Herbstmanövcrn, die iebt in der Nähe von Aldershot durchgekübrt werden: englische Soldaten in der neuen Feldnnisorm am schweren iS a sch inen a ew e b r bei der Abwehr cuies Fliegerangriffs.