Einzelbild herunterladen
 

Zul-aer Anzeiger

ta&XS* S"s K Tageblatt für Rhön und Vogelsberg-- W«MiL.j»?uS'L!iZ" L; oceferungsbehinderung durchHöhere Qk» V ^ Textteil (90 mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung

SÄE SS, r-^^L Zulöa- und Haunetal »Zulöaer Kreisblatt SS^SSää

Friedrich Ehrenklau, Lautcrbach/H. Haupt- v / V auf Nachlaß.DA." 1000. I^rantwortl. für den

Schriftleiter: Friedr. Ehrenklau, Fulda, Königstr. 42. Re-aktton UN-Geschäftsstelle: Ksnigstraße 44 * Zernfprsch-R«1Hluß Nr. 44S4 Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.

Nr. 218 1934

Fulda, Dienstag, 18. September

11. Jahrgang

M«»E

Es ist gefährlich, Wasser und Feuer versöhnen zu wollen".

Die Gegner der Ausnahme der Sowjetunion haben das Wort.

Nur selten hat man in Genf eine Spannung erlebt toic am Momag, als die Sitzung des Politischen Aus­schusses durch den Präsidenten Madariaga eröffnet wurde. Auf der Tagesordnung des Ausschusses steht bekanntlich die P r ü f u n g des Eintritts der Sowjet­union in den Völkerbund. Der Andrang war ungeheuer.

Als erster Redner sprach der portugiesische Außenminister Da Mata. Er begründete mit deut­lichen, aber vorsichiigen Worten die a b l e h n e n d e H a l- t u n g seines L a n d e s. Da Mata erklärte, daß der Eintritt Sowjetrußlauds

im Gegensatz zu den Ideen der zivilisierten Welt

und im Gegensatz zur Idee des Völkerbundes stehen würde. Er sei überzeugt, daß die Sowjetunion nach ihrem Eintritt jene Propaganda noch wirksamer ge­stalten könne, deren Ziel es sei, die Grundlagen der Staaten zu zerstören.

Noch stärkere Beachtung als die Erklärung des por­tugiesischen Delegierten fand die große Rede des schweize- riicbcu ersten Delegierten, Bundes r a t Motta. Die Schweiz sei stets eine grundsätzliche Anhängerin der il »i v e r s a l i i ä t des Völkerbundes gewesen. Tie Schweiz habe aber bei aller Freundschaft zum nisfischen Volk niemals das gegenwärtige R e - giment anerkennen wolle n. Sie sei entschlossen, ms dieser Haltung der Ablehnung und des Abwartens A beharren. Im Jahre 1918 hätten sowjetrussische Renten in der Schweiz sich an einem Versuch des Ge- «alstreiks beteiligt und hätten' ausgewiesen werden müssen.

Die Schweiz habe sich schon deshalb entschließen müssen, den Eintritt Rußlands ihrerseits abzulehnen, als mu Jastimme gleichbedeutend mit der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen sein müßte.

. ®lotta stellte dann die Frage, ob eine Regierung, »nm Wese- der expansive und kämpferische Kommnuis !?"? H die notwendigen Bedingungen erfülle, um in den Wt^ ber Völkerbundsmächte ausgenommen zu werden

-t« russische KomHmnimuS so stellt? Motta fest, bc- 4 auf dem Gebiete der Religion, der Moral, der der Politik und der Wirtschaft die gründ- -^Meinung aller Ideen, auf denen unser Wesen und unser Leben beruht.

Die meisten Staaten verbieten ja vorweg die kommu- 'snsche Propaganda. Alle aber betrachten sie als ^.verbrechen, sobald sie ihre Theorie in die Tat um- ' ichen versuche. Motta entwarf dann ein Bild von der !v-ât^seindschaft des Sowjetregimes. Der wichtigste ' ^chwpunkt für die Schweiz sei Rußlands An- ' - n ^ N u f Durch f e tz u N a s e i n e r Z i e l e i N d e r

Wüster Terror im Saargebiet.

ter polizeislandal im Saargebiet. Teutscher Bergmann vomÜberfallkommando" verschleppt und schwer mißhandelt.

~ Im Saargebict wurde der Bergmann A n t o n 1113, Mitglied der Deutschen Front, ans dem Heim- ^1$ Zwei unbekannte, in schwarze Umhänge ge- Männer zum Stehenbleiben aufgefordert. Auf die von Schulz, ob die Männer Zollbeamte seien, wurde »a ^antwortet:Kommen Sie nur mit!" In diesem kamen zwei unbeleuchtete Autos. Schulz uwe hinterrücks gepackt, und man versuchte, ihn in einen " zu bringen.

L.. " wiederum keine Antwort erhielt auf die Frage, " vor sich habe, und an eine Verschleppung glaubte, mit s'ch zur Wehr, wurde aber niedergeschlagen, delt 11 und Schlagwerkzeugen erheblich mißhan- >uir ^vtv geworfen mit den Worten:Jetzt haben Schulz aber konnte sich noch einmal befreien, n" der Flucht durch sieben bis acht Männer schluarn erneut aufs unmenschlichste auf ihn ein ^crtiie u "" legte ihm darans eine Handfessel an nnd nebelt >ütt"d^ch ^oukenholt, wo er dem Landjäger über

die Männer, die blaue Polizeiuniform drücken 'lc 3u einem Überfallkommando ans Saar so lcinar "uv forderten den Landjäger auf, Schulz Morgen, uzuhalten, bis sie zurückkämen. Am anderen . frei gelassen.

«ne der stark an Wildwest erinnert, erfordert Schul- Aufklärung. Nach der Aussage von s ü a r l 8 n ? ^ Täter o f f e n b a r A n g e st c l l t e de r Lautlich I ' chcn Polizeiverwaltung, die be dor Leitung berüchtigter Emigranten stellt, der Negierungskommission bat also hier BC1C ""d die Pflicht, durch rasche und einwand- "' bet '^ dieses Terrorfalles zu beweisen, daß ^ Seh! « er Saarbevölkerung vor Übergriffen, von ""gst betaun f tUlc*) kommen mögen, höher steht als seine «i privaten Sympathien.

ganzen Welt. Gewiß, sagte Bundesrat Motta weiter, kann man einwenden, die Kommunistische Partei kann nicht mit dem holschewistischen Staat verwechselt werden. Aber dieser Einwand hat keine Kraft. Kommunistische Partei und Dritte Internationale sind eine moralische Einheit.

Der Einwand, daß die Sowietunion mit seinen 160 Millionen Einwohnern nicht einfach beiseite aelassen werden könne, klinge zwar einleuchtend. Die Schweiz aber könne auf die Idee nicht verzichten, daß wenigstens ein Minimum von moralischer und poli­tischer Verwandtschaft zwischen den Völkcrbnndfiantcn bestehen sollte zugunsten des Grundsatzes der Univer­salität. Bei allen patriotischen und nationalen Schwei .ern bestehe heute der gemeinsame Eindruck, daß der Völker­bund etwas Gefährliches unternimmt, wenn er

Master und Feuer vereinigen will.

Vertrauen könne die Schweiz der Sowjetunion nicht, und sie könne sich auch nicht an einem Akt beteiligen, der S o w j e t ru ß!a nd ein bisher n i e b e s e s s e n e s Ansehen verschaffen werde. Wir zählen darauf, daß alle anderen Staaten uns helfen werden zu ver­hindern, daß Genf ein Herd zersetzender Propaganda wird. Wir werden wachsam sein.

Der französische Außenminister B a r t h o u versuchte die französische Haltung im Hinblick auf den Eintritt der Sowjetunion ju verteidigen. Es war bezeichnend, daß der französische Außenminister gezwungen war, wieder­holt aus die Erklärung Sowjetrußlauds in dessen Antwort auf die Einladung der Völkerbundsmächte zurück­zukommen, in welcher die Russen sich verpflichten, sich den Bestimmungen des Völkerbundspaktes zu unter­werfen. Wenn man Rußland zurückstoße, so werde die bolschewistische Propaganda erst recht gefährlich werden und sich gegen Eurova richten.

Zum Schluß erklärte Barthau, daß England, Frank­reich und Italien zusammen mit Polen die Verant­wortung für die Aufnahme Rußlands auf sich nehmen. Dieser letzte Satz fand starke Beachtung.

Nach Barthon sprach Eden als Vertreter Groß­britanniens ganz kurz. Er brachte die Zustimmung seiner Negierung zur Aufnahme Sowjetrußlands zum Ausdruck. England trete für die Universalität des Völkerbundes ein, und es sei daher auch der Meinung, daß ein so großes Land mit einer so zahlreichen Bevölke­rung nicht außerhalb des Völkerbundes bleiben solle. Aloisi gab für Italien eine ganz kurze Erklärung ab, in der er seststellte, daß sein Land den Standpunkt Frank­reichs und Englands teile.

Es erweckte keine Überraschung, als der polnische Außenminister Beck für sein Land ebenfalls dem Eintritt Sowjetrußlands z n st i m m t e, ohne bei dieser Gelegenheit besondere Kritik zu üben.

Drohungen gegen die Saarbeamlen.

Verleumdungen ohne jeden Beweis.

Die landfremde Negiernngskommission des Saar­gebietes veröffentlicht eine Bekanntmachung der Volks- äbstimmungskommission, in der zwar mit Dank anerkannt wird, daß die örtlichen Behörden des Saargebiets bei der Aufstellung der vorläufigen Listen der Stimmberechtigten einevom technischen Standpunkt" wertvolle Arbeit ge­leistet haben bzw. noch leisten: dagegen habe dio Abstim- mungskommission wiederholt feststellen müssen, daß

Verbindungen zwischen örtlichen Behörden und einer politischen Organisation"

bestünden, welche diejenige Zurückhaltung verletzte, die man von den öffentlichen Beamten des Saargebiets in Sachen der Volk-abstimmungskommission zu erwarten be­rechtigt sei. Die Pekauntmackmug ersucht sämtliche Be­hörden, jede Zusammenarbeit mit politischen Organi­sationen sofort einzustell-.-.

Die Regiernngskomm.>,.^" muß schon klarer werden. Bei' derartig schwerwiegenden Vorwürfen, die sich offen­bar ans Veiwinndiürgcn der separatistischen Presse grün­den, hätte sie die Pflicht, konkrete Tatsachen unter B e weis zu stellen. In der saarländischen Öffentlichkeit sind jedenfalls lediglich jene Fülle bekannt, lindenen An- regumKn ans Kreisen der Einigranten und Separatisten bei den vB-aniwort Uchen Stellen nur allzu geneigtes Ge­hör fanden.

*

Der Zweck der ftsKzösifchen Gsärdentschrist.

Aktive französische Propaganda gefordert.

In Straßburg bat der Kongreß der in der sogenann­tenSeMaitte dii Eombattcinl" znsammengeschlossenen Frontkämpfer eine Entschließung angenommen, in der eine

energischere Vertretung der französischen Interessen im Saargebiet und eine aktivere Propaganda ge­fordert wurde. In einer Schlußansprache feierte der fran­zösische Penstonsminister Rivollet die französische Außen­politik.

Ein schwacher Punkt sei jedoch festzustellen, das sei die Saarfrage, die gegen­wärtig den Weltfrieden bedinge. DerSemaine du Eom baltant" gereiche es zur Ehre, die Aufmerksamkeit der ver­schiedenen Frontkämpfervereinigungen nnd des ganzen Landes auf diese Frage gelenkt zu haben.

*

Damit dürfte auch der letzte Zweifel über Zweck und Eharakter der französischen Denkschrift beseitigt sein, die bereits jetzt durch den Völkerbund den Status q u o als geeignetste Lösung propagiert wissen möchte.

Darre über Markiregslung und Erhhofgesstz.

Vor 50 000 westdeutschen Bauern.

Im Rahmen der Rheinischen Grenzlandschau für Bauernkultur und Bauernrecht in Bad Kreuznach hielt der Reichsbaucrnführer und Reichsernährungsministcr D a r r é vor etwa 50 000 Bauern eine Rede, in der er ans zwei Grundproblcme der nationalsozialistischen Agrar­politik, die Marktregelung und das Reichserb­hofgesetz, einging. Früher habe sich zwischen den schaffenden Banern und die arbeitenden Volksschichten in der Stadt die von volksfremden Elementen beherrschte Börse eingeschoben. Er, Darre, habe dafür gesorgt, daß das Produkt des Bauern zum Verbraucher in die Stadt gelangen könne, ohne daß die Börse in der Lage sei, den Zwischenhandel zu regieren.

Es ist der einfachste Beweis für die Richtigkeit unserer nationalsozialistischen Agrarpolitik, daß das deutsche Bauerntum wirtschaftlich so gesichert worden ist wie kein Baucnünm Europas. Wir haben das nur da­mit geschasst, daß wir

den Zwischenhandel auf das ihm zukommende Maß beschränkt haben. Wir haben aber durch diese Marktordnung auch erreicht, daß wir nicht mehr wie früher mit den Bauern des übrigen Europa einen hemmungslosen Zollkrieg zu führen brauchen.

Es ist oft genug gesagt worden, wir hätten mit dem Reichserbhofgesetz Zwangsverhältnisse geschaffen. Wir aber haben erstmalig die alte Sehnsucht des Bauern ver­wirklicht, daß d er B a u e r selbst wieder in den Gerichten mitredet, die über sein Schicksal be­stimmen. Das Bauerntum konnte nur gerettet werden durch den Nationalsozialismus Adolf Hitlers." Darro schloß mit der Aufforderung, dem Führer Adolf Hitler unerschütterlich die Treue zu halten.

Jm letzien Augenblick vertrieben.

Einbrecher wollten die Ehrenpreise des Europa-Rundfluget in Warschau stehlen.

Wie aus Warschau gemeldet wird, wurde dort i$ einer der letzten Nächte versucht, die Ehrenpreis« des Europa - R u n d f l u g c s z u st e b l c n, nutet denen sich auch Stiftungen des Marschalls Pilsudski, bei Staatspräsidenten, des Ministerpräsidenten und andere: Regierungsniitglieder befinden. Die E i n b r echer Wäret mit einem Nachschlüssel in das Autogeschäft neben dem Europäischen Hof" eingedrungen, in dem die Preise aus­gestellt waren. Sie wurden aber durch den Wächter iw letzten Augenblick gestört und vertrieben.

TLicder war Flottenschan in Twinemünde, nd wieder waren unzähliac Volksgenoffen aus allen Teilen des Reiches an die Ostsee gekommen, um unsere kleine, aber schmucke Marine zu bewundern. Wie man hier sieht, herrschte vor dem LinienschiffHessen" Masten andrang der Schaulustigen.