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M-aer Anzeiger

Ä,äsÄ SS® $ Tageblatt für Rhön und Vogelsberg ?»ä^

SMta* J»sas Zulba- UN- Haunetal♦ Zul-aer Kreisbla« äs arSlÄâ hrnf' Friedrich Ehrenklau, Lauterbach/H. Haupt» v ZV auf Nachlaß.TA." 1000. SSerantaortL rar Den

lckriftlett-r: Friedr. Ehrenklau, Fulda, Königstr. 4L. Re-aktion und HepitMsfttllr: L-ntgfdkaK« 44 Z»ms»«ch-Hntzhlt»ß Nr. 4^44 Anzeigenteil Ferdinand Ehrenkl-u, LaulerbsH-H.

Nr. 223 1934

Fulda, Montag, 24. September

11. Jahrgang

260 Tote in England

200 Bergleute im

brennenden Schacht.

F u r ch t b a r e K a l a st r o p h e i n M i t l e l e n g l a n d.

Heldenmütige N e t 1 u n g s a r b e i t e n

InE n gland ereignet! sich ein furchtbares Berg- werksunglück. In der Nähe von Wrexham im mittclenglifchen Industriegebiet fand in den frühen Morgenstunden in der großen Grasford-Kohlengrube eine gewaltige Explosion statt, durch die die Schachtanlagen in Brand gefetzt wurden. Die Flammen griffen mit rasender Geschwindigkeit um sich. Zur Zeit der Katastrophe befan­den sich über 1000 Mann auf den verschiedensten Sohlen unter Tage. Bisaufetwa 19 N Mann gelang es der Belegschaft auszusahren. Die 190 Höner und Steiger, die gerade in dem Teil der Grube weilten, wo die Explo­sion sich ereignete, wurden durch eingestürzte Gesteins- masscu, Balken, Verschalungen und vor allem durch ein gewaltiges F lammcnmeer von der Außenwelt ab geschnitten.

Aus die Kunde von der Schreckensnachricht hin ivur- den sofort Rettungskolonnen unter Leitung von Berg- werksingenieuren zum Schacht entsandt. Unter Verwen­dung von Sand, Erde und allen nur erdenklichen Mitteln ocisiichte man der Flammen Herr zu werden. Viele Mit­glieder der Rettungsmannschaften, die heldenmütig in unerträglicher Hitze kämpften,

brachen trotz ihrer Saucrstoffmaslcn zusammen und mußten ans dem von Schlagwettern erfüllten Berg­werk nach oben gebracht werden. Sie wurden aber in jedem Fall sofort von Freiwilligen ersetzt. Schließlich konnte man bis aus die Schachtsohle vorstoßen, auf der die EMosion statifand. Man schaffte

als erste Opfer 16 verstümmelte und verkohlte Arbeiter heraus. Dann aber wurde die Hilfsaktion erneut durch den su r ch t b a r e n Brand gehemmt und der vollkom­men verschüttete Gang zu der Kmastr-- -u'telle machte ein weiteres Vordringen nahezu unmöglich, so daß man befürchten muß, die eingeschlossenen 190 Bergleute nichlmchr lebend zu bergen.

Vor dem Zechciitor spielten sich erschütternde Szene« ab. Taufende von Männern und Frauen warteten in stummer Verzweiflung auf Nachrichten von ihren ein= kicschlvffencii Angehörigen und Freunden.

Als die Kunde von dem gewaltigen Umfang des Un= OUicfs bekannt wurde, alarmierte man alle verfüg­baren Polizeibeamten, Ärzte, Krankenschwestern und Apotheker des Bezirks, die an Ort und Stelle aekandt wurden.

Die Reichstagung der Deutschen Christen.

der Reichsbischos auf der Tagung der Deutschen Christen.

Die Vertreter der Gaue überbringen Grütze.

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« Auf der Reichstagung der Deutschen Christen Elm hielt Reichsbischof Müller eine Ansprache, « u. a. ausführte:

, will mit der Würde dieses Amtes nichts anderes, 's der Kirche und unserem Volke mit ganzer und voller Mgabe dienen. (Lebhafter Beifall.) Niemals hätten wir Stunde erlebt, hätten wir nicht den National- a 1 i ë in n £ erlebt, und wäret ihr nicht so treu ge« Men als Deutsche Christen. Ich betone au dieser Stelle, ich immer Deutscher Christ gewesen bin und immer Macher Christ sein werde. (Anhaltender Beifall, Heil« in s Händeklatschen.> Wenn ich eines gelernt habe M"" ^efe» inneren Ringen um das eigene Freiwerden, 11 w cs die Wahrheit des Heilandwortes:

Wer nicht für mich ist, der ist wider mich!

JA bauten aus innerstem Herzen allen, die in Deutsch- Sabre lang zäh gekämpft haben für Deutschlands ^ung, und wir danken besonders herzlich dem Mann, aus Gottes Hand nehmen durften, unserem ' ? ° lfHitler. Wir danken der natioualsozia« Bewegung, daß wir wieder ein einiges, großes Volk geworden sind, daß wir unsere innerste mbemicti mit deutschem Blut und Boden von neuem N wid in uns verankern.

u'W Deutschen Christen haben es oft genug gesagt, m '"'s das schärfste ablehneu, uns mit unseren Herb m 1 ^ e 11 deutschen Glaubensbrüdern auch nur im Wi i i ^llcndeiner Form auseinanderzusetzen. Wir tit " "'nen unsere Volksgenossen und möchten am bcmtJ "Ui ihnen Schulte r an Schulter den neuen sau V Menschen schaffen. (Anhaltender, lebhafter Bei« die '"luchsten und boshaftesten ist

Verleumdung, wir wollten Christus vom Thron

Das i,. stoßen. ^"Ude ", kl e und i m m er wieder L ü g c. Ich (Hiobtlv le Gelegenheit, um in diesem Zusammenhang zu »Hr^z' will mit allem, was ich bin und habe, nichts ils daß ich >nr Erfüllung bringe, was ick dem

Die Stollen der brennenden Grube zugemauert.

London, 24. Sept. (Funkmeldung.) Aus Wrexham wird berichtet, daß nur 10 Leichen geborgen worden sind, darunter die von zwei Mitgliedern der Rettungsabteilun­gen. Zn der Nacht zum Montag wurden die überlebenden Grubenponies an die Oberfläche gebracht. Zur gleichen Zeit war in 800 m Tiefe eine Abteilung von Bergleuten damit beschäftigt, den brennenden Teil der Grube durch Querwände aus Ziegelsteinen und Zement luftdicht abzu­sperren. Da jetzt endgültig mit einer Verlustliste

von 2 6 0 Tote gerechnet werden muß, ist die Kata­strophe von Wrexham die drittschwcrste, die das Land in diesem Jahrhundert betroffen hat. Die Zahl der Opfer war nur in zwei Fällen größer, nämlich im Zahre 1910, wo in Landcashire 344 Bergleute den Tod fanden, und im Zahre 1913, wo in Glamorgan 439 Bergleute starben. Eeldsamm- lungen für die Hinterbliebenen des Wrexhamer Unglücks sind bereits in vollem Gange. Am Sonntagabend waren über 7000 Pfund Sterling gezeichnet.

alten Generalfeldmarschall m die Hand versprochen habe, daß Christus in Deutschland wirklich gepredigt wird. i Neuer stürmischer Beifall.) Ich will aber auch, daß dieser Christus in deutschen Landen

deutsch gepredigt

wird, und ich mutz dafür sorgen, daß er in der Sprache verkündet wird, die mein brauner Kamerad, der Mann im Arbeitsrock, genau so gut versteht wie der gelehrteste Professor. Unsere Losung und unser Kampfruf soll sein: Alles was wir tun können zum Aufbau unserer Kirche, fort geschehen zur Core Gottes, zum Heil seiner Kirche, zum Wobt unseres deutschen Volkes und Vaterlandes.

Unter großen Kundgebungen verließ der Reichsbischof die Versammlung. Im Anscbluü Daran sprachen ver­schiedene Gauvcrtreier. Der Vertreter der L a a r, Pg. Müller, übermittelte die Grüße ans der Saar. Wenn irgendwo mit dem schein Christentum der Kampf unlösbar verbunden sei, dann an der Südwestgrenze des Reiches, an der Saar. Für die Saarländer.stehe eines fest: Zurück zu Deutschland! (Stürmischer Beifall.) Gleichfalls mit lebhaftem Beifall begrüßt wurde Landesbischof Beer­mann D a il z i g , der die Grüße des vom Reich abaetrenn len aber ewig deutschen Danzig überbrachte. Weitere Grüße wurden von Vertretern der Gaue Nordmark, Schleswig-Holstein, Württemberg und Westfalen über­bracht. Der Berliner Gauleiter Pfarre^ Tausch sprach das Schlußlvort. Mit einem dreifachen Sieg Heil auf den Führer wurde die gewaltige Kuudgcbuug geschlofien.

Der D e u t f ch e P f a r r c r t a g hat von Frankfurt am Main aus au ben Reicl'sbischof ein Begrüßungs telegramm gesandt auf das dieser mit einer Darstellung der Ziele seiner Amtstätigkeit antwortete.

Die grohe Kundgebung in der Krolloper.

Die R c i ch s h a u p t st a d 1 stand im Zeichen de ReichSlagung der Dcutschen Christen. Z, vielen Zehmansenden waren sie aus allen Teilen bei Reiches nach Berlin gekommen. Am Sonnabend fand i n KeichstagssitzunaSsaal der Krollopc.r et»

sestliche Kundgebung statt, die unter dem Zeichei der Einführung des Reichsbischoss stand. Bizepräüden Dr. Kinder hielt die einleitende grundsätzliche Red über Ziele und Ausgaben Der Bewegung Teutsch Christen.

Jieichsieüer Kinder: Was wir woiien.

Dr. Kinder führte u. o. aus: Allen Widerständen zün Trotz ist das kirchengeschichtliche Ereignis der Einsüh rung des Reichsbischofs aus dem Willen der Deutscher Christen heraus Wirklichkeit geworden. Wir woller eine evangelische Kirche, in Der jeder protestantische Volks­genosse wahrhaft und echt seine Heimat findet. Tabe lehnen wir jedes Schwärmertum und jedl G e w a l t a b.

In der uneingeschränkten Bejahung des National sozialismus wächst eine kirchliche Männerhaltung, in bei alte Worte neuen Sinn haben, in der Buße nicht mehl redet von wehleidigem Kopfhängertum, sondern vor Kämpfen und Streiten.

Wir wollen heraus aus dem unfruchtbaren Streit der theologischen Meinungen. Jeder schlicht! deutsche Mensch soll die schlichte Wahrheit ces Evangeliums verstehen können. Es ergibt fick als unmittelbare Aufgabe unserer Bewegung, daß nah die Auswirkungen einer materialistischen, marriftiiclter Geistesverfassung überwinden. Weiter ist not die Über­windung jener Auffassung, die das kleine eigene Ich mit seinem Urteil und seiner Meinung in Den Mittcwnnt- stellt und allein davon aus die Welt und das Volk be­urteilt. Wir wollen kein Mittelalterin unserei heutigen Zeit erneuern, aber wir wolle: ebensowenig Die krampfhaften Verzerrungen religiöser Individualismen als deutsches Volksgut verkündigen Im Gegensatz zu Bestrebungen kleiner unbedeutender Gruppen, die Die alten Götter germanischer Vorzei: er die Stelle von Christus setzen, wollen wir das Evangelium unserm Volk erhalten.

Nechtswalter Jäger: Was geleistet wurde und was zu leisten bleibt.

Der RechtSwalter Der Scutfujen Evangelischen Sirene Ministerialdirektor Jäger, sprach Dann über die Be­deutung der Einführung des Reichsbischofs und über kirchliche Organjsationsfragen. Er rührte u. a. aus: Tic Einführung des Reichsbischofs bedeutet Den sichtbarer vorläufigen Abschluß einer kirchenyeschichtlichor Entwicklung, wie sie in größtem Ausmaße im Jabre 1933 anfing und bis heute durchgefübri wurde. Ter Na­tionalsozialismus ist nichts anderes als die Zusammen­fassung aller lebendigen Kräfte im Volke in einer lebens­vollen Einheit. Das will besagen, daß alle Bezirke Des Volkes in diesen gemeinsamen Einbcitswillcn einbezogen werden. Zu Diesen Bezirken gehört auch Die Organisation Der Kirchc.

Das lebendige Gefüge des ganzen Volkes kann es nicht dulden, daß hier ausserhalb seines Lebens raumes etwas vollkommen Undcrührbarcs bestehen solle, das vielleicht sogar zu Den Lebensintcressen des Volkes in einen ©egensan treten könnte. _

Zusammensassend darf ich sagen, daß Der Str e t t i n Der evangelischen Kirche seine letzte Ursache in Der verschiedenen Einstellung der Verantwortlichen Der Kirche zum nationalsozialistischen Staat hat. Aus Der Gesamtheit aller Vorgänge ist Die Reichskirche mit ihrer Führung herausgewachsen. Durch das Zuständekommen solcher Führung ist die Welle, Die vom Nationeno; lalrs - mus her in das Volk und in die Ordnung Der Kirche hin= eingeidtlagen ist, zu einer gewissen Ruhe gekommen. Ta­mil haben die Deutschen Christen ihre Bedeutung ruckn verloren.

Sie sind nnd bleiben im Raume Der S Ä Der mittelbare Ausdruck nationalsozialistischen Fühlens und Denkens.

Haben die zurückliegenden Monate und Wochen Kran und Zeit geradezu vergeuden lassen, so soll nun eine Zeit kommen, in der eine einheitliche deutsche evangelische Kirche alle Kraft daran setzt, ihre hohe und verantwor tungsvolle Aufgabe am deutschen Volke zu erfüllen.

Oie Ansprache des Reichsbischofs

Rack Ministerialrat Jäger hielt Reicksbis ck o? Müller eine Rede. Er sagte u. a.: Mit Dem national sozialistischen Aufbruch sind die trennenden Landergrenien gefallen und im neuen Deutschen Reick ist ein einheitliches deutsches Volk neu geworden. Mit den Grenzen her Van Der sind im Laufe des letzten Sommers Die G r e ns e n Der Landeskirchen gefallen. Im einigen : ent sehen Reick gibt es jetzt eine geeinte deutsche eDangcUnve Kirche. Eine lange Sehnsucht des evangelischen Kunden Volkes geht damit in Erfüllung. In solcher Enirvicklung von geschichtlichem Ausmaß tritt die Einze-per'on zu ruck vor der Erfüllung, Die eine grosse voIMn< v erlee;. Das Fübreram! in einer solchen Kirche kann dcxaa b nickt anders verstanden werben als Dienst und Hingabe. <m Den eigenen Grundsätzen unserer Strebe hegt es be arünbet daß wir danach streben munen. Die neu ge wonnene äußere Einheit durch die innere Gewmuuuo Der evangelischen Volks, renonen wirksam zu macken Darum bitte ich meine Bruder im Amt immer wieher von neuem Darum, daß sie mit mir gemeinsam solchen Dienn tun Aus eigener innerer Überzeugung wollen wir an der Einheit der Deutschen evangelischen Kirche arbeiten

Ich betone noch einmal, daß Die Arbeit für die Einig seit in der evangelischen Kirche meine allcnvicktigtzc Sorge ist und ich habe die frohe Zuversicht, daß wir zu btekt Einigung kommen.

Wenn wir weiter den Mick richten aus Die Ausgaben- tsM- Die in Der praktischen kirchlichen Arbeit der Ertuüu^z