Zulöaer Anzeiger
y&*%» MW L Tageblatt für Rhön und Vogelsberg S'.â»°"' SS. Ä2 Zulöa- UN- Haunetal ^ IulSaer Kre»sblatt
. Friedrich Ehrenklau, Lauteibach/H. Haupt- v
icbriftlttter: Friedr. Ehrentlau, Fulda, Königstr. 42, Re-aktton im- Gefthästsststt«: K-nisstraße 4t ♦ Zernfprech-RnsihluK Nr. r---
^r. 224 — 1934
Fulda, Dienstag, 25. September
Anzrigenpreis: 1 mm Höhe in der 44 am breiten Anzeigenlpalte oder deren Raum 4 Pf., int Textteil (90 mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung wird Rabatt nach Tarif gewährt, bei zwangsweiser Beitreibung oder Konkurs erliicht jeder Anspruch auf Nachlaß. — „TA." 1W6. — Verantwort!, für den Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach«-.
11. Jahrgang
Die Saarkämpfer treten an.
M Saar beginnt benAbstimmungSlampf
überfüllte V e r s a m m l u n g e ».
Der AbstimmuNgskamps im Saargebiet hat begonnen. Aus allen Orten, in denen Versammlungen stattfandcu, laufen die Nachrichten über Massenbesuch ein.
3» Saarbrücken ging Landesleitcr Pirro in seiner ^M davon aus, daß die Deutsche Front stets und zu âii Zeiten stärkste Disziplin gewahrt habe, daß sie stets Ml gekäwvs' habe und auch weiterhin sich durch keine wch so schändliche Provokation, durch keine Rechts- dnigung und durch keinen Neutralitätsbruch in diesen Wen drei Atonalen aus der Fassung bringen lassen Hierin.
Wer es gehört keineswegs zu unseren Legalitätsvcr- MchtMgcn, das; wir uns von hergelaufenem Gesindel, von Emigranten und Verbrechern verhöhnen und mist Wdeln lassen müssen.
Pirro wies dann daraus hin, daß niemand mehr barmt zweifle, daß die Saarbevölkerung zu Deutschland gehöre. Der einzig interessierte Staat sogar, nämlich sliankreich, habe jede Propaganda für den direkten Anschluß an Frankreich aufgegeben und
alle Mittel diesen Verrätern und Emigranten zur
Verfügung gestellt.
Alles das, was in der letzten Zeit an Terror, Ge- iraltm a s; na h in e n, Verdächtigungen, Lügen »nd B e l e i d i g u n g e n von uns ertragen werden nicht, leitet sich von dem unheilvollen Einfluß jener vcr- «Wuungswürdigen Methoden her. Wir aber, so schloß Pmo. werden weiter Disziplin halten.
Karrer Wilhelm führte in seiner Rede u. a. aus: ®Mr stets das Bestreben der französischen Regierung : mè des Völkerbundes, die Saar zu entdeuischen, die MHer zu entnationalisieren mit Verboten, Abschnürung, ' Mietung, Abwürgung. Die Deutsche Front hat allen Mn Manövern ein Ende gemacht.
Mich wir Alten am 13. Januar unsere Pflicht nicht Ak!!, wenn wir ein frivoles Spiel trieben mit unserem Ätcrlande, wenn wir Volk und Vaterland verrieten um iWidivelcher Nühlichkeitsgründc wegen, wenn wir am 13. Januar uns nicht vorbehaltlos und rückhaltlos cin- A-cn für Volk und Vaterland, dann wird diese Jugend, die jetzt noch in die Volksschule geht, unsere Knochen im ^rnb^ verfluchen.
Tosender, brausender Beifall. Die Menge springt von den Stühlen auf.) 800 000 Deutsche an der Saar rufen: hier ist Deutschland!
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Dè§ mustergültige Disziplin
der Deutschen Front.
Warum Polizeiverstärkung im Saargebiet?
Der Verlauf der großen Kundgebung der Deutschen Front im Saargebiet hat, trotz der
Ehrentag des Bauern.
Danernempfang in der Goslarer
Kaiserpfalz.
Durch den Führer am Erutedanktag.
Jiitm Erntedankfest am 30. September wird die alte ^'krjächsische Harzstadl Goslar zum ersten Male im '"len Reich als Hauptstadt des deutschen Rcichsnähr
in Erscheinung treten. Der Führer und Reichs “ i-er wird am 30. September die B au er u a b or d - , ' "st c n aller deutschen Gaue i n der a l t e n K a i s e r
in Goslar empfangen. Nach seiner Landung ans wtigplatz Goslar wirb der Führer durch die ^ladt L Kaiserpfalz fahren, wo ihn der Reichsbauernführer, ^-'Mninjster DaxW, mit den Bauernabordnungen aus Reich in dem würdig ausgestatteten Festsaal
Bauernabordnunaen gc" eit die Landes "ernkubrcr. die jeweils alteiuaeieficn.il Erbhofbauern,
Der Kaiserstuhl zu Goslar.
überall wieder einsetzenden Poltzeischikanen der Negierungskommission, wie Verbote der Versammlungen in einigen Orten unter dem durchsichtigen Vorwande, daß nicht genügend Polizeiträfte zur Überwachung vorhanden seien, gezeigt, daß die D i s z i p l i n der Massen der Deutschen Front jegliches Polizeiaufgebot, das über den normalen Ordnungsdienst hinausgeht, u n n ö t i a macht.
Die Polizeiverwaltung hatte wohl noch die Kundgebungen der Antifaschistischen Front im Gedächtnis, wo die Disziplinlosigkeit nach den Versammlungen so groß war, daß Überfallwagen und Gummiknüppel in Tätigkeit treten mußten
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SaardeutsKe Lokalinhaber sollest sich Separatistenreden gefallen lassen.
Zwei Verordnungsentwürfe der Snarabstimmungskommisfion.
Durch die in Saarbrücken erscheinende „Neue Saarpost" ist der Inhalt zweier wichtiger Verordnungsentwürfe der Saarabstimmungs- r o M M i s s i o N bekanntgeworden. Die erste größere Verordnung enthält Ansführungsbestimmungen über das Verfahren bei Einsprüchen gegen die Eintragung in die Stimmliste. Die neue Verordnung verlangt, daß, wer einen Einspruch einlegt, demjenigen, gegen den er ihn erhebt, durch eingeschriebenen Brief davon Mitteilung macht. Diese Bestimmung soll es unmöglich machen, daß, wer einen Einspruch gegen Eintragung in die Stimmliste erhebt, sich verstecken kann.
Die zweite Verordnung soll allen Abstimmung s P a r t e i e n die Möglichkeit geben, alle Lokale zu benutzen. Wenn eine Partei nachweislich nicht in der Lage ist, Räume für ihre Abstimmungspropaganda zu erhalten, werden ihre solche — gegen angemessene Entschädigung der Inhaber — zur Ver- f ü g u n g gestellt. *
Es ist schwer zu erkennen, inwieweit die z w e i t c Verordnung noch mit der gebotenen Unparteilichkeit vereinbart werden kann, da sie einseitig die Marxisten und Separatisten begünstigt. Die Verordnung ist auch schwer mit der Willens- und Gewissensfreiheit der betreffenden Lokalinhaber zu vereinbaren, die also in Zukunft gezwungen sind, fick in ihren eigenen Räumen Reden gefallen zu lassen, die, wie schon der tägliche Ton der Emigrantenpresse zeigt, ihre nationalen Gefühle verletzen müssen. In, übrigen zeigt aber auch die Verordnung, Wie schlecht cs um die Sache der Separatisten bestellt' sein muß, wenn sie trotz aller^ behördlichen Förderung nicht einmal in der Lage sind, R ä u m e für ihre Abstimmungspropaganda zu erhalten.
die ältesten Parteigenossen unter den Bauern und tue ältesten Parteigenossen unter den Landarbeitern aus bitten Laudesbauernschastcn. Der Führer wirb in Goslar in ihrem Kreise verweilen, sich mit ihnen unterhalten und sich von ihrer Arbeit und ihren Nöten erzählen lassen.
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Kein Brotgetreide als Festschmuck!
Für den Erntedanktag.
Die Erntedank Festleitung auf dem Hückeberg teilt u a. mit: Es entspricht dem Geiste des Erntedankfestes, daß kein 5eil der deutschen Ernte auf irgendeine Weise verschwendet wird oder verlorengehl. Es wird daher als selbstverständlich vorausgesetzt, daß die Festwagen beim Erntedankfest, die für ümsiige in Städten und Dörfern Verwendung nnden und auch die Schaufenster mit a n s gcdr o s che neu Garben geschmücki werden. Lediglich bei Erntewagen, die tu land- iiwcu Orten verbleiben, können unbedenklich unausgedrosckene Garben Verwendung finden, da hier die Getreidepuppen M die landwirtschastlichen Betriebe, die sie lieferten, zurua- wanbern und das Getreide für die menschliche Ernährung also nicht verlorengelu.
Viele Volksgenossen und VoUsgenonlnuen wollen den Führer mit Blumen ehren Es muß jedoch ausdrücklich darans hingen'iejtn werden, daß es strengstens untersagt t|t, in den labrenden Wagen des Führers xOnmeuitrauBe zu werfen, da der Fahrer behindert wirb und Verletzungen ver ursachl werden können.
Oberst von HinKsnburg aus dem , Heeresdienst ausges-ieden.
M i t b c in 0 h a rast e r a l s G e u e r a I tu a i o r.
Oberst v u n A i u d c n b u r g , der ^v .u und lang jährige Erste Adjutant des verewigten Reichspräsidenten und Gciieralseldmarschalls, scheidet mit dem 30. September 1934 aus seinen Antrag aus dem Hceresdicust aus. Ihm ist der Charakter als Eencrallnalor mit der Erlaubnis zum Tragen der Geurralsuniform verliehen.
„Ter Bauer ist das Volk, ist der Kulturträger, ist der Rasseerhalter. Ehe die Stadt war mit ihrem Lack, war der Bauer da Sein Stammbaum reicht in die Zeiten, da noch mit der Stein- hacke der Boden gelockert wurde, da er, der Bauer, als erster Zucht und Sitte dort keimen ließ, wo bisher Horden von halbwilden Jägern und Fischern ein Tajein sühnen, dem des Wolfes und der Otter ähnlich. Ta kam der Weidebauer, zäunte die Hausstatt ein, rammte Balken in den Boden, deckte sie und verband sie mit festen Wänden; indem er mit den heiligen drei Hölzern auf dem Tieinherde die Flammen erglühen ließ, nahm er Besitz von dem Lande im Namen der Kulmr. Tenn erst der Bauer schuf das, was wir so nennen. Fischer, Jäger und Wanderhirten haben keine oder nur geringe Kultur, der Bauer aber hat sie. Und er hatte ursprünglich eine sehr hohe Kultur, er war eben Kulturträger. Wie hoch seine Kultur war, das lehrt uns die Edda, lebri uns Tacims, lehr; uns die reiche Blüte der Baukunst in der Zc 1 der Völkerwanderung, lehrt uns der gut organisierte Widerstand, den die deutschen Bauern dem Anstürme des Welschtums unter Drusus, Tiberius, Germanicus und Varus und unter Charles le Magne entgegensetzen. Tas lehrt uns auch der reiche kostbare Urväterhausrai, der einst das Heim des deutschen Bauern zierte und jetzt in Museen aufgespeicheri ist. Tie Grundlage aller Kultur hat ihre Grundlage im Bauerntum«?.' Hermann Löns
Oskar von Beneckendorff und von Hindenburg, der im 51. Lebensjahr steht, war nach dem Krieg Haupttnanu und Kompagniechef im 16. Infanterieregiment in Hannover. 1923 wurde er als Major in den Generaluab des Gruppcnkommandos I versetz!. Nach der Übernahme des Amtes des Reichspräsidenten durch seinen Vaier wurde er zu dessen persönlichen Adjutanten ernannt. Er rückte am 1. Februar 1929 zum Oberstleutnant und am selben Tage des Jahres 1932 zum Obersten auf. Oskar von Beneckendorff und von Hindenburg ist seit 10. Mai 1921 mit Margarete Freiin von Marenüoltz aus Groß- Schwüper verheiratet. Aus dieser Ebe sind bisher vier Kinder bervoraegangen, darunter ein Sobn.
In Erinnerung aller ist nock die Rundfunkansprache Generalmajors von Hindenburg, in der er nach dem Tode seines Vaters zum Ausdruck brachte, daß die Nachfolgeschaft des Führers dem letzten Willen des Verstorbenen entsprach.
Reue Kassel im Lindbergh-Skandal.
Suche nach einer Frau. — Detektiv sahndcl in Dcurschland nach Spuren.
Im Zusammenhang mit der Aufklärung des Falles L i n d b e r g b sind eine Reibe von weiteren Ermittlungen eingestellt worden. So bat ein Handschriftensachverständiger eine große Anzahl von Schriftproben des Verhafteten Hauptmann geprüft und sie mit den Erpresserbricfen verglichen, die Oberst Lindbergh nach der Entführung feines Kindes erhalten hat.
Ter Sachverständige ist der Ansicht, daß alle Er- prcffcrbricfc von Haupttnaun geschrieben worden sind.
Der seinerzeit für Lindbergh aLs Vermittler tätige Dr. Condon äußerte die Ansicht, daß wenigstens drei Personen an dem Entfübrnngsplan beteiligt gewesen seien und daß eine davon später c r - mordet worden sei.
Amerikanischer Detektiv in Deutschland.
Die View porter Geheimpolizei begann mit ber Suche nach der Frau, die, wie angenommen an ber Emsüb- runa des Lindbergh Kindes beteiligt war Der Leiter des Detektiv Büros. Polizeiinspektor Sullivan, erstarre, daß nach der Entführung des Kindes unter den Fenstern des Llndbcrgh'schcn Hauses in Hopewell > New Fersev wei 0 ticke Fußt a p f e n entdeckt worden seien.
Ein gegenwärtig dienstlich in Wien weilender deunck sprechender‘ New Dörfer D etekt i v ,_ Artünr I o b n - son, wurde telegraphisch angewiesen, sich nach L e i P ; i g zu begeben, um die Erklärung des Verhafteten vwwt mann nach;»prüfen, daß ihm ein Mann namens ^nbor Fiscu die in der Garage gefundenen 13 750 Dollar zur AufbewahrttKg gegeben habe. Johnson hat weiterhin den Auftrag, nach K a m c n z «Sackfen' zu fahren, um Besprechungen mit den Polizeibehörden anfzunebmen. da man annimmt daß ein Teil des Lösegeldes von yanpt mann m ö g l i d) e r w e i f e a n A n g e Höri g e in Kamenz g e s ch i cf t worden ist.
Oie endgültige Zahl der Opfer der Taifmr- Katastrophe.
Das japanische Innenministerium teilt die Liste der Opfer der Taifniikatastrophe mit Danack fanden den Tod 2 0 6 4 Viens dien, 13 335 wurden verlern, 258 werben vermißt.