M-aer Anzeiger
<3B. VA * Käseblatt für Rhön un- Vogelsberg-
«alt" bestehen keine Ansprüche. Verlag Friedrici ffnwnflau, Fulda, Königstraße 42. Rotation^ Friedrich Ehrenklau, Lauterbach/H. Haupt»
Mifileiter: Friedr. Ehrenklau, Fulda, Königstr. 42.
Sonntag' Bei L"
r «es Zulöa- und Haunetal *§ul-arr Kreisblatt
Diedrich Ehrenklau, Lauterbach/H. Haupt» v ZV
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Nr. 226 — 1934
Fulda, Donnerstag, 27. September
11. Jahrgang
Festliche Vorbereitungen in Goslar.
Für den Empfang der Bauern durch den Führer.
Die organisatorischen und künstlerischen Vorbereitungen für den erstmaligen Empfang der Bauernabordnung in Goslar, der Stadt des Reichsnährstandes, nähern sich dem Ende. Hunderte Hände regen sich, um aus Tannenbruch Girlanden zu winden, und Hunderte von zehn Meter hohen Fahnenmasten stehen bereit, um den Weg vom Flugplatz zur Kaiserpfalz und «or der Stadt zu umsäumen, wenn der Führer hier ein- trifft. 800 Erntekränze sind zur Ausschmückung dieses Fahnenspaliers vorbereitet, und an drei Stellen werden sich
riesige Erntekronen von zwei bis fünf Meter Durchmesser aus dem Fahnen- und Girlandenschmuck besonders hervorheben.
Obwohl der Akt in Goslar, der Empfang der Bauernabordnungen, sich nicht in der Öffentlichkeit abspielt, ist doch mit einem Massenandrang zu rechnen. Die Organisationsleitung hat sich deshalb entschlossen, d i e Stadt durch SA. nnd SS. ab sperren und den Zustrom von auswärts durch das NSKK. in die richtigen Bahnen leiten zu lassen. Zur Beförderung der Bauernabordnungen, die Gäste des Führers sind, stehen 50 offene Wagen bereit, die festlich geschmückt in offenem Zuge durch die Stadt in Richtung Bückeberg fahren werden.
Oie Gchaufensterdekmaiionen am Erniedankiag.
Um alle Irrtümer auszuschalten, wird nochmals sol- Wdcs bekanntgegeben: Der Leitgedankefür die Ich a u f e n st e r - Dekorationen anläßlich des Eümranktages Poll die Verbundenheit von Stadt und Land sein. Insbesondere soll an diesem Tage der Dank des Städlers an den landschaffenden Volksgenossen zum Ausdruck gelangen. In geschmackvoller Form sollen die Erzeugnisse oder Symbole des deutschen Bauern ihre Würdigung finden. Erwünscht sind dabei u. a. Hinweise auf die Zusammenarbeit der einzelnen Wirtschaftsgruppen mit der Landwirtschaft im Rahmen des nationalsozialisti- lchcn Wiederaufbaues. Besonderer Wert ist auch auf die uusfchmückuna der Geschäfte zu legen, die in den Anmarschstraßen für die Festzüge liegen.
In den Dekorationen sollen frische Blumen, Kornähren, Erntedankbändcr u. borgt Ver- weitDimq finden. Wo dies aus technischen Gründen W möglich ist, wird die Anwendung von künstlichen Emen zugelassen. Unbedingt a b z u s c h e n ist an der Anbringung von Bildern nnd Büsten der cv ^""sozialistischen Führer und von allen dekorativen iücifci'?ttelN' ^ie das Gebiet des nationalen Kitsches
Eine Anordnung des Chefs des Stabes der SA.
®cr Chef des Stabes der SA., Lutze, hat folgende ■ n9 lassen: Um dem Erntedankfest seinen Eba- Ecs Danksesteszu sichern und eine Beeinträch- der E r n t e d a n k f e st - G o t t e s d i e n st e zu dürfen am Sonntag, dem 30. September 1934, , " Gottesdienstzeit von 9V2 bis IV/2 Uhr andere Eanstaltungen der SA. nicht stattfindcn.
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Hier wird der Führer die Vauernabordnungen empfangen.
’ Blick auf die malerische Kaiserpfalz von Goslar.
^^plcmbcr wird die alte Stadt Goslar ihren großen Tag erleben und zum ersten Male bei hervorragender als Hauptstadt des Reichsnährstandes in Erscheinung treten. Der Führer empfängt an diesem Tage die ^ Dauern in der berühmten Kaiserpfalz, die unser Bild zeigt. Schon jetzt wird die eiabt reich geschmuL, um den Führer festlich zu empfangen.
Die Technik des Bückeberges.
Wesentliche Verbesserungen für den Erntedanktag.
NSK. Bückeberg, im September.
Nachdem schon im Vorjahr der Arbeitsdienst mit 1800 Mann an den Vorarbeiten beteiligt war und in anstrengender Tag- und Nachtarbeit Hervorragendes leistete, ist er auch wieder in diesem Jahr als der Hauptträger der Vorarbeiten zum Staatsakt auf dem Bückeberg am 30. September zu bezeichnen.
Eine der schwierigsten Aufgaben war die Versorgung der Läger und vor allem des Festplatzes mit Trinkwasser. Nach Bohrungen auf dem Berg selbst, die teilweise die Tiefe von 50 Meter erreichten, mußten diese Versuche abgebrochen werden. Eine 1800 Meter lange Wasserleitung vom Brunnen des Vorwerkes zum Lager I, die ebenfalls vom Arbeitsdienst gelegt wurde, brachte eine fühlbare Erleichterung. Die Bohrungen wurden dann am Fuße des Berges fortgesetzt, bis diese an der Bahnstrecke Hameln—Emmerthal den gewünschten Erfolg brachten. Hier wurde ein Brunnen gebaut, der st ü n d - lich zehn Kubikmeter Wasser gibt. Von diesem wurde ferner eine 1650 Meter lange Wasserleitung gelegt. Für die Sicherstellung der Wasserversorgung im Hinblick auf die Massenkundgebung errichtete das Kulturbauamt einen 50 Kubikmeter fassenden Betonhochbehälter und unmittelbar hinter dem Festplatz, an der höchsten Stelle im
Das größte Schiff der Welt.
Sonder beilage heraus von nicht weniger als 24 Seiten.
Die Durchführung des Stapellaufes gab den Ingenieuren eine ganze Reihe schwieriger Probleme auf, von deren einwandfreier Lösung es abhing, ob das gewaltige Schiff mit seinen 75 000 Tonnen sicher zu Wasser gelangte.
Englischer Ozeanriese vom Stapel gelaufen.
Taufe auf den Namen „Queen Mary" durch die Königin.
In Glasgow lief unter riesiger Anteilnahme der ganzen englischen Bevölkerung das größte Schiff der Welt, der neue englische Ozcanriesc vom Stapel. Bis zum letzten Augenblick erfuhr man nicht, auf welchen Namen die englische Königin das Schiff taufen würde. Die meisten hatten den Namen „Brittania" vermutet. Zur größten Überraschung erhielt der Dampfer den Namen „Q u een Mar y". Der Stapellauf ging ohne Zwischenfälle vor sich.
Glasgow war völlig überfüllt. In den Hotels war kein Zimmer mehr zu haben. Der K ö n i g und die K ö n i g i n trafen erst kurz vor dem Stapellauf ein.
Ungefähr 250 000 Zuschauer aus allen Teilen Englands waren berbeigeftrömt, um dem Stapellauf dieses gigantischen Ozeanriesen beizuwohnen. England setzt auf diesen Dampfer, der in seiner Größe die „Bremen" und die „Europa" weit überragt, besonders große Hoffnungen. Man erwartet bestimmt, mit ihm
das „Blaue Band des Ozcans" wieder zu erobern. So wurde dieser Stapellauf ein großes nationales Fest, an dem ganz England mit freudigem Stolz teilnahm.
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Schon seit Wochen füllten Berichte über den Riesen die Spalten der englischen Blätter. Entgegen früheren Gewohnheiten hatte die Reederei nichts darüber verlauten lassen, welchen Namen das Schiff bekommen würde. Der Neubau war nur unter der Werftbezeichnung „N r. 5 3 4" bekannt. Die „Times" brachte eine illustrierte
Walde, einen 300 Kubikmeter fassenden Hochbehälter, dessen einer 150-Kubikmeter-Tank vor der Fertigstellung ist.
Eine Versorgung der Festteilnchmer mit Trinkwasser ist nunmehr einwandfrei geregelt, da 30 0 000 Liter besten Trinkwassers zur Verfüg ring stehen werden. Zur Verteilung auf dem Festplatz dient eine, von oben in Hufeisenform über den Festplatz führende Wasserleitung mit 16 Anzapfstellen und drei Hydranten, die an der inneren Fahnenreihe entlangführt.
Neben Ausbau und Instandhaltung der Anfahrtsstraßen für die beiden Arbeitsdienstlager galt als Hauptaufgabe die Herstellung einer neuen Straße für die Tribüne auf dem Bückeberg. Die rund zwei Kilometer lange Straße ist elf Meter breit und hat eine 4,5 Meter breite Fahrbahn. Durch Rodung von rund 1000 Buchen stubben wurde ein Parkplatz für die Wagen der Ehrentribünengäste geschaffen.
Der Festplatz ist in Ausdehnung und Lage derselbe wie im vorigen Jahr, er mußte aber an einigen Stellen ausplaniert und, wo keine Grasnarbe vorhanden war, mit Schlacke belegt werden. Neu gegenüber dem Vorjahr ist ferner die Einteilung des Festplatzes in einzelne Felder durch S ch r a n k e u, zu denen die entsprechenden Kolonnenwege die Besucher von ihren An- kunftsstationen oder Quartieren direkt führen werden. Desgleichen ist für den Abmarsch der Massen gesorgt, wobei man am Erntedanktag hoffen darf, daß die Gäste die Felder der Bauern schonen und die vorgeschriebenen Kolonnenwege nicht verlassen werden.
' Diese ganzen umfangreichen Vorarbeiten wären ohne den NS.-Ärbeitsdienst nicht möglich gewesen. Tag für Tag war er unermüdlich tätig und ist noch mit fast 1000 Mann an der Arbeit.
Der Welt größtes Schiff läuft vom Stapel.
Dre Helling, aus der „Dir. 534" erbaut wurde, liegt nämlich fast quer zum Ufer des Flusses. Da der Schiffskörper wesentlich länger ist, als die Breite des Flußbettes beträgt, war es notwendig, den Ablauf so zu gestalten, daß der Schiffskörper nach dem Verlassen der Ablauffläche sofort in die Richtung des Flußlaufes umgelenkt wurde. Riesige Ketten und Bremsvorrichtungen sorgten dafür, daß die durch den Stapellaus entfesselten Kräfte in die richtigen Bahnen geleitet nnd rechtzeitig ab gestoppt wurden.
Die „Nr. 534" wird 6000 Passagieren und Mann schaflen Raum bieten. Reben einer lururiösen 1. Klasse soll die Touristenklasse in bisher noch nie dagewesener Weise ausgcstanei werden. Die Turbinen mit einer Leistungsfäbigkeii von 200 000 PS und der übrige, Teil der Antriebsmaschinerie sowie mich die ölbeheizten Kessel sind fertiggestellt. Wahrscheinlich werden nach dem Stapellauf verschiedene bisher noch gcbcuugebalteue Einzelheiten über den Riesen bckanntgemacht werden. Die englische Regierung bat bereits Kredite für den
Bau eines Schwcstcrschiffcs
zur Verfügung gestellt. Sollte ein zweites Schiff gebaut werden so würde der Bau aus Ersparnisgründen wahrscheinlich auch Wieder durch John Brown am Clyde vorgcnommen werden, obwohl die Werft,ndu,irre an der schottischen Qstküstc von Tymc lebhaften Anspruch auf das Schwesterschiff erhebt.
Glückwünsche des Reichsverkehrsministers.
Rrichsverkehrsministcr Freiherr von El tz Rübcnach hat dem Präsidenten des englischen Board öf Trabe, W. Runciman, drahtlich seine besten Wünsche zum Stapelmus des neuen Eunarb Whitc- Star-Schifses ansgesprochen.