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Zul-aer Mzeiger

ÄÄ S A Tageblatt für Rhön UN- Vogelsberg é|S^^ ^ulSa- un- haumtal-Zul-aer Kreisbla« ^iföett«; 3riebt. Ehrsnkla«, Fulda, iönigftr. 42. Ke-sktton UN- Ge^hMsKâr KSnt-KksKe 48 §«rnfpr«ch»Bnfthiuß Nr. MM

Anzeigenpreis: 1 mm Höhe in der 46 mm breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im Tertteil (90 mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung wird Rabatt nach Tarif gewährt, bei zwangsweiser Beitreibung ober Konkurs erlischt jeder Anspruch auf Nachlaß.DA." 1000. Verantwort!, für den Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach»-.

Nr. 230 1934

Fulda, Dienstag, 2. Oktober

11. Jahrgang

Der Bückeberg

Der Mann des Erfolges und feine Mider.

Nachklänge und Widerhall bc8 BUckeberger Tages.

Wenn ein Mensch er mag Kaufmann, Feldherr, Reiter, Politiker oder sonst etwas sein einen bedeut» «>eii Erfolg im Leben erringt, dann wäre es ungerecht, Me und Wirkung des Erfolges lediglich zu messen an MTatsache des Gelungenen selbst. Vielmehr ist in allen Wichliche« Leistungen die Bedeutung einer Tat erst dann M, wenn alle Widerstände und vor dem End- Wg eingetretenen Fehlschläge bei der Betrachtung mit teiück s i ch 1 i g t werden. Mit vollem Recht hat daher «dolf fritier in seiner Bückeberger Rede gerade die- M Schwierigkeiten, die sich seinem geschichtlichen Aufbau- ml cntgegengestellt haben und teilweise noch entgegen- [ieiten, einmal mehr Raum gegönnt als bisher. Wer einen iSjährigen politischen Befreiungskampf für sein Volk führt Md sich niemals durch Rückschläge hat entmutigen (affen, Der darf für sich so viel Gerechtigkeit beanspruchen, ööè zur Bewertung des entscheidenden Enderfolges auch alle Schwierigkeiten mit herangezogen werden

Mit nicht geringerem Recht verwies der Kanzler in diesem Zusammenhang mit besonders eindringlichen Worten darauf, daß gerade die frühere Verzagtheit, die Verzweiflung und Gleichgültigkeit die s ch w e r st e Not gewesen sei, gegen die die nationalsozialistische Bewegung Hobe ankämpfen müssen. Denn diese Verzagtheit war es so, die letzten Endes

zu der langjährigen Unterwerfungs- und Erfüllungs-

Politik der früheren Reichsregierungen geführt

hol. Und wenn der Führer als einen Grundsatz seines Andelns den Satz aussprach:Man muß sich wieder zu Entschlüssen durchringen, muß den Kamps um das Men ausnehmen", dann kennzeichnete er damit gleich- Mig die Entschlußlosigkeit der früher in Deutschland htrtidwnbën Richtungen, deren wichtigste und _ für Temschland verhängnisvollsten Entschlüsse darin bestan­den, Die Diktate unserer früheren Kriegsgegner durch ihre Unterfdjrifi als zu Recht bestehend anzuerkennen, ange- fougen von Versailles bis zum zweiten Haager Tnbutplan. ^

Begreiflich, wenn sich unter dieser Politikdas Laster der Gleichgültigkeit, Verzagtheit und Lethargie". wie es Adolf Hitler nannte, in immer weiteren Schichten des Polkes ausbreitete begreiflich aber auch, daß angesichts dieser Tatsache ein langjähriges Ringen um die innere Befreiung des deutschen Menschen dazu gehörte, daß er jenen entscheidenden außenpolitischen Grundsatz des Nationalsozialismus zunächst einmal verstandesmäßig er- jdbte, den Adolf fritier aus dem Bückeverg in die Worte fidele:Wir Nationalsozialisten werden

Ehre und Leben als etwas Unzertrennliches

Eschen, und, indem wir für die eine eintreten, das andere liiern." Und wenn der Führer erklärte, daß am Ende "der zähe Wille und der harte Schädel" den Erfolg haben werden, dann haben ihm die vergangenen 1 % Jabre be- W recht gegeben Ja, er konnte, als er den Ablauf der M des ersten Bückeberger Tages bis heute vor unserem Miqen Auge vorüberzicben ließ, unter dein stürmischen Ao der 700 000 ausrufen:Deutschland ist in diesen A Monaten nicht schwächer, sondern stärker ge-

N. . Ein hübscher Schnappschuß von dem Empfang des Führers in Goslar.

Ankunft vor der Kaiserpfalz in Goslar wurde der Führer von der Menschenmenge begeistert begrüßt.

Hatte sich ein kleines Pfädchen von der Hand der Mutier losgerißen, war zum <sWer gelaufen, um ihn zu putzen. Unser Bild zeigt den Augenblick, wo der Führer das kleine Mädchen der Mutter wieder zufuhrt.

und sein Echo.

Ein altes niederdeutsches Sprichwort sagt:Wat dem inen sin Uhl, is dem andern sin Nachtigall." In diesem Fall liegen die Dinge so, daß Adolf Hitlers Feststellungen von ber Niederringung der deutschen Mutlosigkeit früherer Jahre gleichzeitig eine Bilanz ziehen, durch die die stei­genden Mißerfolge der ehemaligen Diktatmächte in Deutschland gekennzeichnet werden. So ist man sich denn heute nicht zuletzt in Paris vollkommen darüber klar, daß die Zeit der Diktate gegenüber Deutschland vorbei ist, wie es der Reichswehrminister im vergangenen Jahr ein­mal auSbrüefte. Dementsprechend hat in Paris auch die Äußerung des Kanzlers, daß der Nationalsozialismus niemals kapitulieren wird, ihren Eindruck nicht verfehlt. Was tut man in solchem Fall in Paris? Die Presse be- fommt einen entsprechenden Wink unb schon lieft man etwa imFigaro" in dem Bericht über den Tag vom Bückeberg den albernen Satz, daß

mit der Bauernschaft die Militarisierung des Dritten Reiches vollendet werden solle".

Und das Sprachrohr der französischen Rüstungsindustrie und der Generalität, dasEcho de Paris", reiht sich jenem Unsinn würdig an mit der Bemerkung: dasKriegsspiel" als Eröffnung des Erntedankfestes beleuchte die Landwirt­schaftspolitik des nationalsozialistischen Regimes, so wie Darrs sie mit der Erklärung gekennzeichnet habe, daß eine Welt von feindlichen Mächten heute Deutschland durch den Hunger nicht mehr in die Knie zwingen könne. Es ist kein Wunder, wenn notorische Hetzblätter dieser Sorte die er­neute Bekundung des Friedenswillens Deutsch­lands in der Führerrede nur kurz a n d e u t e n. Nur dasJournal" kann sich gegenüber der Bemerkung Adolf Hitlers von der zunehmenden Stärkung Deutschlands zu dem Eingeständnis aufraffen:

Bian kann Adolf Hitler aufs Wort glauben. Unbe­streitbar ist Deutfchland seit dem Tage, an dem es den Völkerbund verlassen hat. stärker geworden

Auch der englischen Presse hat der genugtuungs­volle Rückblick, bett Deutschlands Oberhaupt mit so viel Berechtigung auf die seit dem ersten Bückeberger Tag ver­flossene Zeit werfen konnte, sehr wenig in den Kram gepaßt. Selbstverständlich kann es sich die altkonservative ^,Morningpost" auch bei dieser Gelegenheit nicht verkneifen, ihren Lesern als das Wichtigste jenes Bauernaufmarsches in Niedersachsen die militärischen Vorführungen hinzu­stellen, die ja bekanntlich auch schon 1933 einen Teil des Programms bildeten. Der gleiche Mangel an Gerechtig­keitsgefühl kennzeichnet die Kommentare anderer englischer Blätter. Eine auffallende Ausnahme macht diesmal die sonst wirklich nicht deutschfreundlicheTimes". Sie schreibt u. a.:

Die Bauern hatten auf dem Bückeberg vielfache Gründe zu festlicher Stimmung. Das neue Regime hat ihnen angemessene Preise für ihre Erzeugnisse, Sicherheit in der Erhaltung ihrer Höfe und ein Erbsystem gebracht, das viele Schwierigkeiten beseitigte, die sich in der Ver- gangenheit aus Verpfändung und Verschuldung ergaben. Die deutschen Bauern sind vom ersten Taae des national- svzmusnschcn Regimes zu ü)iu iievutowetie, ihren Überlieferungen, ihrer Gesundheit und ihrer Gesinnung beglückwünscht worden. Sie sind der Mittelpunkt der An­schauung von Blut und Boden gewesen, in der die Rassen­lehre des Nationalsozialismus ihren Ausdruck findet. Zu den Bauern wird die Jugend der Nation geschickt, um Gesundheit, Kraft, eine ursprüngliche Lebensauffassung und Geringschätzung für die städtische Zivilisation zu er» werben."

Der Führer spricht auf der Kundgebung aus demBückeberg.

DieTimes" ist, wie gesagt, ein weißer Rabe unter den englischen Kommentatoren des Tages vom Bückeberg. Ohne es in ihrem Artikel direkt auszusprechen, deutet sie doch zwischen den Zeilen die Summe von Widerständen an, hie sich be: nationalsozialistischen Revolution in Deutschland entgegenstellten. Wenn aber ein Staatsmann trotz aller dieser Widerstände ein solches Lebenswerk auf­stellen konnte, wie es Adols Hitler gelang, bann sollte man im Ausland wenigstens den greifbaren Erfolgen die Achtung nicht verweigern. Uns Deutschen kann es schließ­lich gleichgültig fein, wie sich das Ausland dazu stellt; wir wissen seit dem 30. Januar 1933, daß Adolf Hitler auch diesmal wieder recht behalten wird, wenn er dort vom Bückeberz aus in bu Welt hinausrief:

Sie werden uns niemals nicdcrzwingcn!"

*

Die Rückreise des Führers vom Sâckeberg

überall herzlich begrüßt.

Nach Beendigung der Bückeberg-Feier begab sich der F ü h r e r im Kraftwagen über Hameln und Springe nach Hannover. An der ganzen Strecke hatten wiederum, nachdem sie Dunkelheit längst eingetreten war, viele Tausende Aufstellung genommen. Der Führer fuhr durch die Ortschaften ganz langsam, siebend, um jedem Gelegen­heit zu geben, ihn zu sehen, und oft genug griff er aus dem Wagen nach den ihm entgegengeftreckten Händen. In Hannover übernachtete Adolf Hitler und verließ am andern Morgen unter den Heilrufen der Menge die Stadt.

Auch Schlageters Vater war in Goslar.

Vom Führer als erster begrüßt.

Zu dem Empfang der Bauernabordnungen im Kaiser­haus zu Goslar wird noch ergänzend gemeldet: Als erster Vertreter der Bauernabordnungen begrüßte der Führer den badischen Bauern Josef Schlagcter aus Schönau im Schwarzwald, den Vater Albert Leo Schlageters, der in Begleitung seiner Pflegerin so­wie des ehemaligen Regimentskameraden seines Sohnes, Hauptmann Pordom, erschienen war. Der 80 jährige Vater Schlagcter überreichte dem Führer das Buch Organisation Heinz", das das Schicksal Albert Leo Schlageters schildert, und sein Bild zum Andenken an bett Tag. Er trug ihm die Bitte vor, daß das S ch l a g e t e r K r c l! z a u s d e m I a k o b s b e r g an der Porta West­falica zum Andenken an seinen Sohn errichtet werden möge. Auch Reichsminister Dr. Goebbels verweilte einige Minuten mit Vater Schlagcter im Gespräch.

Kurze politische Nachrichten.

Der Reichsverkehrsminifter hat folgenden Erlaß hcrausgegcbcu: Die R e i ch s st r a ß e n v e r k e h re o r d n it n g tritt in Kraft. Die Pusführnngsauwetsung ist erlassen. Die Verkehrspolizei ist anzuweisen, die Verkehrs­regelung unverändert ausznüben.

*

Reichsminister Dr. Frick bat ans Anlaß, des 15jährigen Bestehens der T e ch n l s ch e n N o t h l l f e an die' Reichsführung ber Technischen Nothilze ent an- erkennendes Dankschreiben gerichtet.

3n Budape st traten die Führer der ungarischen Landwirtschaft mit Vertretern des deutschen Reichsnähr standes zusammen, um bic Möglichkeiten eines weiteren vorteilhaften Ausbaus der sich ergänzenden landwirt­schaftlichen Interessen Deutschlands und Ungarns zu erörtern. Es wurde beschlossen, einen ständigen deutsch-ungarischen Ausschuß von Bauern und Laudwirten zu errichten, um alle Fragen tu erörtern, die sich aus landwirtschaftlichem Gebiete ergeben.