Zul-aer Anzeiger
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jeden Werktag. Wochenbeilage: Der Bezugspreis: monatlich 1,70 RM. aieferimgsbehinderung durch „Höhere Ee- «nit“~fieiteben keine Ansprüche. Verlag Friedrich Mientlau, Fulda, Königstraße 42. Rotations- Friedrich Ehrenklau, Lauterbach/H. Haupt- Ichristleiter: Friedr. Ehrenklau, Fulda, Königstr. 42.
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Nr. 232 — 1934
Fulda, Donnerstag, 4. Oktober
11. Jahrgang
Dicke Lust" für Japan
„50 VombeüSufischiffe, um Japan auzugreifeu."
Ifta interessante Erklärung vor dem amerikanischen Luftfahrt- ausschuß.
Der frühere Chef des amerikanischen Militärflugäs, Brigadegeneral a. D. William Mitchell, machte lir bem Luftfahrtausschuß, den Roosevelt eingesetzt hat, pressante Ausführungen.
Er erklärte, Japan fei der gefährlichste Feind der ^reinigten Staaten Die Bereinigten Staaten sollten llugzcug e bauen mit einer Reichweite von 10000 bis 13000 Kilometer, mit denen man Japan angreifen könnte.
Mitchell stellt den Mitgliedern des Ausschusses vor, man dürfe nicht vergessen, daß das japanische Weltreich eine beständige Drohung für die Vereinigten Staaten dar- Me, politisch im pazifischen Raum, wirtschaftlich in China. Er führte weiter aus: „Denken Sie immer daran:
Japan ist unser gefährlichster Gegner.
Wenn wir Flugzeuge und Luftschiffe bauen, darin müssen mir sie so konstruieren, daß sie imstande sind, Japan nnzugreifen und es
innerhalb weniger Stunden mit Bomben zu belegen, um die militärischen Kräfte des Landes vernichten zn können, bevor es selbst an den Angriff zu deuken vermag. Genau wie die englischen Inseln müssen wir eine Lnft- flotte besitzen, die von unseren Stützpunkten im Pazifik gegen unsere Feinde so vorgeschickl werden kann, wie England mit seiner Luftflotte Europa angreifen taun? Mitchell schloß seine Rede, die auf die Mitglieder des Ausschusses einen starken Eindruck machte, mit den Worten:
„Wir brauchen 50 große B o m b e n l u f t s ch i f f e, um Japan angreifen zu sönnen. Weniger als 50 dürfen es nicht sein, sie müssen von Ihnen bewilligt werden; denn mindestens 50 gutausgerüstete Militärluftschiffe sind erforderlich, um die Hauptstadt Japans und alle wichtigen (Miete des Juselreiches anzugreifen "
Die Vereinigten Staaten könnten sich keinesfalls mit einer Riesenflotte von Bombengeschwadern des Gro ß- Hu gzcugtyps begnügen, sondern müßten
Bombenlustschiffe
noch dem Prinzip „Leichter als die Lnft" bauen, die einen Wirkungskreis von 6000 bis 8000 Meilen besitzen. Mitchell wies dann die seinerzeit von den Militär behörden geäußerten Ansichten, daß Luftschiffe i m Kriege vollkommen unverwendbar seien, wtüiMen zurück.
Vor einem japanischen Schritt.
Sie Erklärungen des Generals Mitchell haben in iapo irischen politischen Kreisen größtes Aufsehen er- M Sie Behauptung Mitchells, Japan sei als der größte izeind der Vereinigten Staaten anzusehen, werden als ein Mud) ausgelegt, sich wegen der Verstärkung der Amerikanischen Luftflotte zn rechtfertigen, "e japanische Regierung werde deshalb durch ihren Wjäftäträger in Washington Schritte unter- h m e n.
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Auch der japanische Kriegsminister fordert stärkere Liistfiolte.
In Tokio hat das Kriegsministerinm 16 000 Ercm- Wte einer Flugschrift verbreitet, deren Inhalt, wie das M „Nitschi-Nitschi" versichert, die persönlichen "'sichtendes K r i e g s m i n i st e r s , des Generals Eiichi, wiedergibt. In der Flugschrift wird eine mirb ^Amche Reorganisation des Landes gefordert und , ein starkes Heer,
der Lage im Fernen Osten entspreche, Japan müsse ü h militärische Macht besonders i n der Luft stärken. T V ö^ 6000 Flugzeuge seien in der Lage, Japan auzu-
>cn, während Japan nur 1000 Flugzeuge besitze.
Eine Streitmacht von 3000 Flugzeugen
»ötnienbig, um Japan davor zu bewahren, in der Luft St« ""er Anzahl fremder Mächte geschlagen zu werden.
Mugschrifi kommt auch beiläufig auf die Frage der C>Ui-""$t zu sprechen und sagt, das gegenwärtige für ^^ Stärkeverhältnisses zu anderen Mächten sei "'en selbständigen Staai unerträglich.
sch., "'n die F,ottentonferc u z von 1935 fehl- ’uii V sEk, dann werde cö eine Krise geben, die nicht law^Matische Verhandlungen, sondern ein Zu
"Insassen her ganz e n N ativn erfordere.
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E>prengstvffhi«bAahl in Amerika.
A Eroße Aufregung in der Bevölkerung.
US?11.^ Mi Munitionslager Remington Arms Co. in tobten ’vV^en >0 Zwei Pfnnd Päckchen Polnol ge das als Zünder für Granaten findet, ist ein außerordentlich hochbrisanter hulver M Men Wirkung im Vergleich zu Schwarz $iceM ......hum so starb ist-
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des Polnol ist so groß, daß der Transport dieses Sprengstoffes niemals in Wagen, sondern stets durch Boten mit besonderen Traggürteln erfolgt.
Die Entdeckung des Drebstahls hat eine beträchtliche Aufregung verursacht. Die Behörden tun alles, um die Diebe auf die Gefährlichkeit ihres Diebesgutes hinzuweisen. Wiederholt ist durch Funkspruch gewarnt worden, die Päckchen nicht etwa in den Hasen zu werfen, da allein schon der Wasseraufschlag genügt, um eine Explosion herbeizusührcn, sondern sie vorsichtig ins Wasser gleiten zu lassen. Die gesamte Polizei ist auf- geboten, um den Verbleib des Sprengstoffes festzustellen.
„Bomber."
Nur ein Dichter konnte sich die Seltsamkeit ersinnen: „Die Welt wird schöner mit jedem $ag!" Wenn man es ironisch meint und ausspricht, ja, dann wird die Welt mit jedem Tage schöner' Es wird wie toll ausgerüstet, die Luftkriegsgeschwader wachsen rasch ins Unendliche, und jede bessere Macht legt besonderes Gewicht aus die Schaffung immer größerer und tragfähigerer „Bombe r", die in ihren riesigsten Exemplaren nun schon eine Last von 15 Tonnen durch die Luft schleppen können. Und diese wenig sympathische Last ist im Ernstfall wirklich nicht dazu bestimmt, über dem eigenen Lande „abgeladen" zu werden.
Ein Amerikaner, der früher Direktor der dortigen Militärluftfahrt war, ist sogar noch ein ganzes Stück großzügiger gewesen. Er verlangt vom Bundesluftfahrtaus- schüß den Bau gleich von 5 0 g r o 6 e n “B o m b e n l u ft« schiffen. Jawohl, Bomben-Zeppelinc sozusagen! Die können natürlich im Ernstfall noch eine viel größere Last jener wenig sympathischen Art schleppen. Herr Mitchell also, der warme Verteidiger der Bombenlustschiffe. will von den Bombenflugzeugen nicht recht etwas missen. Sie wären zu der Verteidigung der amerikanischen Interessen nutzlos: Denn diese Bomber großen und größten Kalibers sind zwar eben ganz typische Angriffswaffen, aber — bis Japan ist es ein bißchen weit. Selbst von den Militär- stationen aus, die Amerika recht intensiv in seinen pazifischen Kolonien ausbaut.
Ob der amerikanische Präsident Roosevelt wohl sehr angenehm davon berührt war, zu hören, daß dieser frühere Militärluftfahrtdirektor und auch noch vor diesem
Wegen Litauens Willkür
«nierfnchvng der «tauigen G-wattaNe Die Vorbereitungen znmMchsbauerntag
im Kemstzebiet eingeleitsi.
Schritt der Signatarmächte in K o w n o.
Bon den Signatarmächten des Memel-Abkommens, England, Frankreich und Italien, ist eine offizielle Untersuchung über die Maßnahmen der litauischen Regierung im M c m c l g e b i e t cingeleitct morden, die von fetten des memelländischen Deutschtums als Vertragsverletzungen bezeichnet wurden. Ban dieser Untersuchung, die durch Rcchtsfachverständigc her Unterzeichner Mächte durchgeführt wird, ist das 1 si auischc Außenministerium in Kowno in Kenntnis gesetzt worden. Bor Abschluß der Arbeiten des juristischen Ausschusses, der mit der Prüfung der Beschwerden beauftragt ist, soll über das Ergeb nis nichts bekanntgcgebcn werden. Wie verlautet, ist die Untersuchung nicht von Deutschland formell beantragt worden.
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Eine englische Stimme.
„N e w s C h r o n i c.l e" z u m S ch r i t t d e r S i g n a t a r- machte in Sowno.
London, 4. Okt. (Funkmeldung.) Der diplomati,che Berichterstatter des „News Chronicle" schreibt: Großbritannien, Frankreich und in geringein Grade auch Italien haben auf Deutschlands Ersucheir zu einem Streit wegen der Verwaltung des Memelgebietes Stellung genommen. _ Zum mindesten haben sie ihre rechtskundigen' Berater aufgefordert, die rechtliche Lage der Seite zu prüfen und die litauische Regierung auf diese Tatsache hingewiesen. M e in e l i st fast völlig von Deutschen bewohnt. Als es Litauen übergeben wurde, garantierten die Hauptmächte, daß es seine eigene Regierung und sein eigenes Parlament haben tolle. Natürlich waren beinahe alle von den *>9 Parkamentsmitgliedern Deutsche. Anfang dieses Jahres bat die litauische Regierung die meisten von ihnen verhaften lassen unter dem Vorwand, sie seien Nationalsozialisten geworden. Sie hat die deutschen politischen Parteien unterdrückt und hat den Präsidenten von Memel ^r Schreiber, entlassen. Auch in vielen anderen Beziehungen soll Litauen das Memelstatut verletzt haben und im Juli hat die deutsche Regierung die Machte zum Eingreifen aufqcsordert. Großbritannien und Frankreich werden vielleicht energische Bor st e l l u n g e n bei Litauen erheben, wenn ihre Rechtssachverstandigen finden,
Ausschuß nun sozusagen den Rock anszog und gegen Japan aus- und loslègte? Und mit einer fast brutalen Offenheit Japan als den Gegner Amerikas bezeichnete, auf politischem wie auf wirtschaftlichem Gebiet! Gewiß, der vor zwei Jahren erfolgte Stoß Japans auf die Mandschurei hat Den dortigen starken Wirtschafts- interessen Amerikas enormen Eintrag getan; denn wirtschaftlich standen vor jenem Stoß die Amerikaner weitaus an erster Stelle in jenem Teil des Fernen Ostens Aber sie halten es „leidend" milansehen dürfen, daß ihnen Japan dort die Tür vor der Nase zuschlug, und darauf mit einer politischen Offensive ernsterer Ari zu antworten, hatte doch so schwere militärische Bedenken, daß man sich in Washington doch lieber auf einen sanften Papierkrieg beschränkte. Der hatte natürlich nicht den geringsten Erfolg.
Hatten Die Japaner schon längst jede Sympathie bei den Amerikanern verloren, so kümmerten sich die siegreichen Japaner erstens nichi Darum und zweitens nutzten sie den großen Tertilarbeiterstreik in den Vereinigten Staaten möglichst schnell und gründlich dafür aus. Den in Lieferungsschwierigkeiten festsitzenden Amerikanern die Kunden in Südamerika wegzufischen. Aber nicht bloß Dort stößt Der Amerikaner aus Den verhaßten gelben Konkurrenten, sondern er finde, ihn auch überall Dort, wo ein dumpfer oder offener Nassengegensatz gegen Die bisherigen weißen Herren empfunden wird.
Also Herr Mitchell bat nicht Unrecht, wenn er vor dem Bundeslustfahrtausschuß meinte, Der Ferne Osten sei mit Konfliktstoff überladen und daß Japan Amerikas gefährlichster Gegner sei, — aber daß er dies alles mit größter Drastik auch aussprach, ist doch so etwas wie eine politische Sensation! An solchen Sensationen ist in den letzten Jahren Der Ferne Osten überreich gewesen. Und wenn sich jetzt auch durch den Verkauf der ostchiiiesischen Bahn Dort eine ganz besonders empfindliche Druckstelle zwischen Japan und Rußland beseitigen ließ, so bleibt doch der gegenseitige G e s a m l d r u ck bestehen. Die vom Völkerbund in Vorschlag gebrachten Arzeneien haben gründlichst versagt. Und weder Amerika noch Japan gehören dieser hilflosen „Gesellschaft Der Nationen", Der es auch noch niemals gelungen ist, mit dexJNkelhode des Redens wirkliche Spannungen ans unserer „schönsten aller Welten" heransziischaffen, an.
Man darf also die aufsehenerregende Rede Mitchells als ein Symptom bezeichnen, das auf einen nicht ungefährlichen Zustand des an sich schon recht fieberkranken Frieden an Den Gestaden des Pazifik schließen läßt. Die Rede sprach aus, was in Amerika heute wohl sehr viele denken oder empfinden. Denn es steht Dort schon mehr als wacklig mit her bisheriaen Vorherrschaft der weißen Rasse!
Besprechungen Darrès in (SoSIar.
Der diesjährige Rcichsbauerniaa findet vom 11. bis 18. November in G o s l a r statt und wird mehrere tausend Männer und Frauen dorthin bringen Das Organisationsbüro in Goslar hat zu diesem Zweck schon seine Arbeiten ausgenommen. Die Verschmelzung des R e i ch s n äh r st a n d e s mit der Reichsbauernstadt schreitet inzwischen fort. Ein Baubüro ist eingerichtet, Borentwürfe sind sertiggestellt und man hofft im Frühjahr 1935 mit dem Bau beginnen zu können. Die Anlage der R e i ch s n ä h r st a n d s s i c d l u n g im Osten Goslars soll ein geschlossener und der Landschaft angepaßter Komplex werden.
Reichsbauernführer Darrs wellte am Dienstag in Goslar und hatte Besprechungen mit den Vertretern der Gauleitung, der Stadtverwaltung nnd dem Organisationsbüro des Heichsbauerntages. Am Spätnachmittag trat er die Rückreise nach Berlin an
An der Gruft im Tannenbcrgdcnkmal.
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Zum 87 Geburtstag des verewigten Reichspräsidenten legte der Befehlshaber im Wehrkreis 1, General von Lira iiili itidi, an Der Gruft tm Tanncnbergdentmal Kränze für deu F ü h r e r. für die deutsche W e h r in a ch l und für Die «rst preußischen Truppen nieder.