Zul-aer Mzeiger «.--s--.NM.-S Togcbla« für Rl,6n un» »ogtlsbew WEKKWL sSSSfeiSS râ. un» h<m»°I°,.zâ°r Ktwbla« SSWSLLW yilSÄ FuldgKönigstr. 42. Redaktion UN- Geschäftsstelle: Königstraße 42 ❖ Zernfprech-flnschluß Nr. 298- Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.
Kr. 235 — 1934
Fulda, Montag, 8. Oktober
11. Jahrgang
Die spanische Regierung setzt sich durch.
Aufstand in Katalanien zusammengebrochen. — Große Rede Mussolinis in Mailand. — „Deutscher Tag" in Newyork. — Schwerer französisch-tückischer Zwischenfall
Kriegszustand und Grenzsperre.
Der spanische Staatspräsident hat über ganz Spanien ^Kriegszustand verhängt. Damit ist die Gewalt mÄndc von den Zivilbehörden an die Armee- H^kh l shaber übergegangen. Ferner erklärte die Mische Regierung s ä m t l i ch e G r e n z e n des Staats- Dietes für geschlossen. Auch mit Pässen versehene äsende dürfen spanisches Staatsgebiet nicht betreten M verlassen. Ministerpräsident L e r r o u x, der fest ^schlossen ist, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln rir Sta a t s a u t o r i t ä 1 wiederherzustellen und den Unmäßigen Angriff des Marxismus und des Zeparatismus vernichtend abzuschlagen, konnte be- ilitè einen großen Erfolg buchen: Während die Sage in Madrid noch ungeklärt ist und es noch nicht fest- [feijt, ob die Marxisten ihre Versuche, die Macht im Staat mit Gewalt an sich zu reißen, sortsetzen werden, ist per sèpor atistische Aufstand in Kata "nteti vollkommen zusammenaebrochen.
Katalanische Regierung ergibt sich.
Nachdem am vergangenen Sonnabend in Barcelona die Proklamation des katalanischen Freistaates und die âldung einer unabhängigen katalanischen Regierung be- Mmtgcgeben worden war, mutzte sich letztere bereits am Sonntag den Truppen der Madrider Zcntralrcgierung ergeben. Die gesamte katalanische Regierung, der Bürger wctftcr von Barcelona, sowie die Mitglieder der Stadtverwaltung sind verhaftet worden, ebenso der Obcr- "eicblsbabcr der katalanischen Streitkräfte.
»Wer Empfang des Aeichsmintfiers Rufi in Sudapefi.
„Reichsminister Rust ist zu seinem Besuch in der unga- Men Hauptstadt eingctrvsfen. Der Besuch erfolgt aus Mund einer persönlichen Einladung des ungarischen ^tusministers.
».Ruf dem flaggcngeschmückten Flugplatz wurde dem ,„^nnnister, in dessen Begleitung sich u. a. MlNtsterlal- 7 Pros. v. Kursell, Regierungsrat Burmeister und der S Wor an der Berliner Universität, Julius Farkas, bewein herzlicher Empfang zuteil Der .Mische Kultusminister H o m a n hatte sich mit 1 "'N Staatssekretär und zahlreichen höheren Beamten /."„Begrüßung etngefunden. Zum Empfang waren ,.^r die Mitglieder der deutschen Gesandtschaft, Mrt- " der deutschen Kolonie und Vertreter der deutschen B aus dem Flughafen erschienen. Reichsminister Rust sich dann in sein Hotel am Donaukai. über denen bang die H a k e n k r e u z f l a g g e weht.
Generalangriff auf Regierungsgebäude.
dez Madrider RegicrüngStruppen unter dem Befebl ."^rals Batet hatten am Sonntagrnorgen zu einem P^„,/ " ^ u g r i s s aus das Regierungsgebäude in beschgs?"a angesctzi >lnd das Gebäude mit M ö t s e r n ^äfh,»,. n Daraus hatte der neue katalanische Staats in de/», Kompanys mit General Batet eine Unterredung, ^as r^ ' ^vlauf der General den Insassen des Gebäudes ans "r.?’1' SU sicherte. Die Regierungslrnppcn hatten dar hmt ''lc beiden Regierungsgebäude besetz» und schied^ ° Insassen verhaftet. In vor in le r, k Stadtteilen von Barcelona war es danach nach üiiwi„, "J'en Schießereien zwischen Regierungs ^r Stn>>. bewaffneten Aufständischen gekommen über Piratin» ^^vstcn Militärflugzeuge, die die Seiten der Truppen unterstützen. Verschiedene Ein- °'è Sv»«, manischen Kriegsflotte trafen noch im Laufe 'ags im Hafen von Barcelona ein
Hunderte von Todesopfern.
Das Pariser „Journal" läßt sich aus Madrid berichten, datz man im spanischen Innenministerium die Zahl der Toten auf etwa 200 und die der Verletzten auf 700 schätzt. Der „Matin" spricht sogar von 350 Toten.
Im Zentrum Madrids kam es nachts zu einem besonders blutigen Straßenkampf. Die Aufrührer griffen mit Gewehren, Maschinengewehren, Bomben und Handgranaten das an der Puerta del Sol gelegene Innenministerium an. Dort hatten sich die Regierungsmitglieder versammelt.
Schon nach dem ersten Sturm war die Stratze mit Toten und Verwundeten übersät. Die Aufständischen wiederholten immer wieder ihren Sturm auf das Gebäude, das durch Maschinengewchrpostcn und Minenwerferabteilungen gesichert war.
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Das Winterhilfswerk 1934.
Die Eröffnung des Mnlerhilsswrrles 1934/35.
Mit der Eröffnung des Winterhilfswerkes 1934/35, die durch den Führer und Reichskanzler und durch Reichsminister Dr. G o e b b e l s am Dienstag, dem 9. Oktober, 12 Uhr mittags, im Rahmen einer Arbeitssitzung des Reichsbeirats des Winterhilfswerks erfolgt, beginnt der diesjährige
Kampf gegen Hunger und Kälte.
Außer den Mitgliedern des Beirats sind zu dieser Versammlung im Reichslagssitzungssaal fast ausnahmslos diejenigen Volkskreise durch Delegationen geladen worden, die in unmittelbarer Beziehung zum Winterhilfswerk stehen.
Die Eröffnung des Winterhilfswerks 1934/35 ist keine Feier und keine Festlichkeit, sondern eine ernste Arbeitstagung. Denn noch viel mehr als im letzten Jahr muß in den bevorstehenden schweren Monaten das Winterhilfswerk zur
tiefempfundenen Herzenssache des ganzen Volkes werden. Nicht durch Druck oder Zwang, nicht rv? lästiger Verpflichtung soll geopfert werden. Vielmehr wird der vom Führerchusgesprochëne Gedanke der nationalen Solidarität des ganzen deutschen Volkes, durch den der klassenkämpferische Begriff der sogenannten internationalen Solidarität des Proletariats ersetzt worden ist, zum Leitgedanken des neuen Winterhilfswerks gemacht werden. Der tiefe Gehalt und Sinn dieser richtig v e r - standenen und erlebten nationalenSoli- d a r i t ä t muß jedem Volksgenossen im Laufe der Winter- monate in Fleisch und Blut übergehen. Dann braucht uns um das Winterhilfswerk 1934/35 nicht bange sein.
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SMMlunMrrl-o» für die Dauer des Wmierh-ifswerkes.
M i t Ausnahme d c r A d o l f - H i t l c r - S p e n d e der Wirtschaft.
Der Reichsschatzmeister der NSDAP, hat die folgende
Anordnung erlassen: ,
„Am 9 Oktober 1934 beginnt das Winterhilfswerk des deutschen Volkes. Um diesem einen vollen Erfolg zu sichern, ordne ich hiermit an, daß alle Gliederungen der Partei wie auch alle der Partei nngeschlosscuen Verbände während der Dauer des Winterhilfswerks - e d e « u mm- lung von Geld- ober Tachsveudcn zu u n t erlas ich haben. Ich mache die ittcng/c E u Haltung Vieser Anordnung allen Partcidienststellen zur unbedingten -PfUch».
Nach dem Reichsgesetz über das Verbot von _oifutt« lieben Sammlungen vom 3. Juli 1934 sind sslle ^a'nn hingen von Geld- oder Sachspenden auf öffentlichen Straßen ober Plätzen von Haus zu Vaus, in Gast- oder Vergnügungsstättüst oder an anderen öffentlichen -Nen bis zum 31. Oktober 1934 verboten. Als Sammlung gilt auch der Verkauf vcm Gegenständen, deren Wert m keinem Verhältnis zu dem geforderten Preis steht ^ch weise daraus hin, daß das von mir für bte <arut und du der Partei angeschlossenen Verbände erlassene ^ei 11 Sammlungen jeder Art, also nicht bloß Sammlungen, die dem bezeichneten Rcichsgescy unterliegen, umfaßt und daß sich mein Verbot unabhängig von der Geltungsdauer des Sammclgesctzes zeitlich
bis zum Ende des Winterhilfswerkes
des deutschen Volkes erstreckt. Von dem Verba »wird auch die Werbung von sogenannten fördernden Mitgliedern und von Patenschaften erfaßt. ws
'Ne Erhebung von Spenden für die .ldolf-> itler Spende der deutschen Wirtschaft wird durch mein Verbot nicht berührt."
Auch in den Vororten der spanischen Hauptstadt lackten ununterbrochen Maschinengewehre, Gewehrkugeln gefährdeten das Leben jedes einzelnen, der sich aus die Straße wagte. Mehrere städtische Straßenbahnwagen, die unter starken militärischen Schutz als „Panzerwagen" einen Notverkehr durchzuführen versuchten, wurden von ausgezeichnet bewaffneten Rebellen angegriffen, zum Teil
mit Bomben in die Luft gesprengt und beschossen.
Aus einen M i n i st e r wurde ferner beim Verlassen seines Hauses ein Bombenanschlag verübt. Der Minister blieb unverletzt. Ein achtzehnjähriger Anarchist streckte einen Polizei Unteroffizier durch mehrere Schüsse nieder. — Die militärischen Operationen gegen die Aufständischen vom a stu rischen Kohlenrevier nahmen den vorgesehenen Verlauf, ohne daß allerdings bis jetzt die völlige Niederwerfung der Rebellen gemeldet worden wäre.
Die AlMaaeschrifi im Memel-euMen- Prozeß überreicht.
126 Memeldeutsche vor dem Kriegsgericht.
In dem großen politischen Prozeß, der gegen 12 6 M e m e l d e u 1 s ch e vor einem Kriegsgericht zur Verhandlung kommen wird, ist den Angeklagten, nachdem sie bereiis monatelang in den Untersuchungsgefängnissen sitzen, jetzt endlich die Anklageschrift zugestcllt worden. Die Anklage lautet auf
Vorbereitung des bewaffneten Aufstandes.
Aus dieser Behauptung leitet die litauische Regierung bekanntlich auch die Berechtigung zu ihrem scharfen Vorgehen im Mcmelgebict her. Die Anklageschrift hat einen
Umfang von über 500 Seiten.
Die Gerichtsverhandlung, die wahrscheinlich im November stattfinden wird, dürfte mehrere Wochen dauern, da von der Anklagebehörde allein 2 9 6 Zeugen und 15 Sachverständige geladen worden sind. Das vorbereitete Aktenmaterial umfaßt 33 Bände.
BMMMMaMWSS» 33
Übertragung der Führerrede im Rundfunk.
Der deutsche Rundfunk überträgt am Dien s- t a g v o n l 2 U h r b i s 13,30 U b r die Eröffnung des Winterhilfswerks 1934 mit den Reden des Führers uns Reichskanzlers Adolf Hitler und des Reichspropaganda- ministers Dr. Goebbels aus dem Reichstagssitzungssaal der Krolloper zu Berlin. Diese Sendung wirb am Dienstagabend von 20.10 b i § 21. 40 U b r vom Reichssender Berlin für alle deutschen Sender wiederholt.
Die Memelbescbwei'de wird geprüft.
Die Londoner „Times" schreiben: Der Bericht der J.-V^eu über die Beschwerde der deutschen Regierung gegen die Maßnahmen, die von dem litauischen Gouverneur des Memelgebiets getroffen wurden, ist jetzt erstattet Worben und wird vom englischen Auswärtigen Amt und den Rcgicrnngen Frankreichs und Italiens geprüft. Die drei Mächte sind zusammen mit Japan die besonderen Garanten des Memelstatuts. Es besteht wenig Zweifel darüber, daß t c ch n »! ch e Verlctzunaen des Statuts begangen worden sind. *
Daß die Memelbeschwerde endlich, wenn auch nach mancherlei Verzögerungen, nachgeprüft wirb, rann Deutschland nur begrüßen. Der Ausdruck „teckmische Verletzungcu" muß allerdings befremden gegenüber b>. r Tatsache, daß vom Memelstatiii heute praktisch w gut wie nichts mehr übriggeblieben ist; das wirb ia auch ausdrücklich in der ausführlichen Klage festgclegt, die der memelländische Schulrat Meyer im Namen seiner Landsleute nach Genf brachte. Die , Garantiestaaten werben sich sagen müssen, daß die Energie und der Nach druck ihres Eingreifens der Schwere der litauischen Vertragsbrüche entsprechen müssen, wenn ihre Prüfung der Beschwerde einen Sinn haben soll.
51 Personen wcaen Vorbereitung zum Hochverrat verurteilt.
Köln. Der Strafsenat beim Oberlandesgdricht Hamm der im Kölner Schwurgcrichtssaal gegen 67 Angeklagte Wegen Vor bereitung zum Hochverrat Vcrbanbehe, füllte jetzt das Urteil Ein Angeklagter wurde zu zwei Jahren drei Monatcn Zuchi- baus verurteilt. 16 Angeklaatc wurden freigcsproch.m? die übrigen erhielten Gefängnisstrafen bis zu zwei Jahren zwei Monaten.