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&M LS. T^WW Zul-a. UN- Sauuetal-Zul-aer Kreisblatt W«« WTS^^KKS Friedrich Ehrenklau, Lauterbach/H. Haupt- V / auf Nachlaß. — „DA." 1000. — Verantwort!, für den
Schriftleiter: Friedr. Ehrenklau, Fulda, Königstr. 42. Redaktion und Geschäftsstelle: Königstraße 42 * §srnsprech-^lnsthluß Nr. 2489 Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.
Nr. 237— 1934
Fulda, Mittwoch, 10. Oktober
11. Jahrgang
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Winterhilfe ist Opfertat!
„Wir schaffe« die nationale Solidarität."
^g Winterhilsswerk 1 934/35 durch den Führer eröffnet.
In dem überfüllten Neichstagssitzungssanl der Kroll- Ak eröffnete der Führer das gewaltige soziale Hilfs- «k des deutschen Volkes, den Kampf gegen Hunger und Ate im Wittler 1934/35.
Diesmal waren nicht nur die Vertreter der Reichs- wd Staatsregierung, der Behörden, der Parteiglieverun- gen und der großen Wirtschastsgruppen, sondern auch -je B e t r e u t e n , die Arbeitslosen, die Kleinrentner, die Alten und Arbeitsunfähigen, und endlich die Vertreter der Arb e i t n e hm e r k r e i s e, die durch Lohn- und Gehaltsabzug an der Förderung des Winterhilfswerkes dcsonders beteiligt waren.
Die Stirnwand des Sitzungssaales trug ein gewaltiges Hoheitszeichen schwarz auf grau mit den Worten „Winterhilsswerk 1934—1935", und über dem Bühnenvorbau zeigte ein Spruchband
die Zielsetzung des Winterhilfswerks: „W ir schaffen die nationale Solidarität."
Heilrufe kündeten von draußen die Ankunft des Führers, den die Tagung mit erhobener Rechte grüßte, als er in Begleitung Dr. Goebbels' den Saal betrat. Staatssekretär Dr. Funk eröffnete die Arbeitstagung des Reichsbeirals für das Winterhilfswerk mit einer kurzen Ansprache, in der er u. a. ausführte:
Mit dem heutigen Tage sind die Vorbereitungen für tat umfassenden Kampf zur Überwindung der Winters- M so weit abgeschlossen, daß zugleich mit dieser Kunv- MWtz hier in allen deutschen Saiten die Arbeit des Binterhilfswerkes schlagartig einsetzl. In dem alle Erwartungen übertreffenden Ergebnis des letzten Winterhilfswerkes hat der neue deutsche Geist einen wunder- ■ »ollen Ausdruck gefunden. Dieses Opferwerk hat die Forderung nach der lebendigen nationalen Solidarität des deutschen Volkes erfüllt und den Kampf gegen Hunger und Kälte zu einer Herzenssache des ganzen deutschen Volkes werden lassen.
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Reichsminister Dr. Goebbels
führte in seiner Rede u. a. folgendes aus:
Mit Recht ist das Winterhilfswerk 19 3 3/34 oie größte soziale Tat des Nationalsozialismus genannt worden.
Fast 17 Millionen Menschen haben in den grauen und kalten Monaten des vergangenen Winters die segensreichen Auswirkungen dieses Werkes sozialer Hilfsbereitschaft am eigenen Leibe mit Dankbarkeit zu verspüren bekommen.
Felgende Zahlen mögen
die einzigartigen Leistungen des vergangenen Winter-
. Hilfswerkes
^Ägen:
Tas G e s a m t a u s l o m m e n an Geld und Sach- "Men betrug 358136 040,71 Mark. Davon allein an MHenden 184 272 307,57 Mark. Der Gesamtgebrauchscherl , * oii die Hilfsbedürftigen verteilten Sachspenden , 346 586 226,00 Mark.
. ~ie Gesamtunkosten im Wimerhilsswerk beliefen M dagegen nur aus 3414129,74 Mark, das ist also 0,9 5 3,ent feiner Gesamtleistu ng. Ein Barbestand I L.hohe von 8 135 684,97 Mark wurde als Vortrag für das ^'Nlerhilfstvcrk 1934/35 übernommen.
i., wichtigste Aufgabe des Winterhilfswerkes bestand in ^.„^fâlerstellung der Ernährung«- und Wärmchilfe: Der , wmtgebrauchswert der verteilten Lebensmittel 126111649,00 Mark. Der Gesamtgebrauchswert der eilten Brennmaterialien betrug 84 407 544,00 Mark. Njj T^v Gesanugebrauchswert der verteilten K l r i d u ii g s - 'uae betrug 78 175 843,00 Mark, davon allein für 4 391 975,00 und Wollwareu
dieser großen Menge der verschiedenartigsten laZ;^ die im Mmerhilsswerl 1933/34 zur Verteilung ge- Slu/ ^^eien „och genannt: 1 657 730 Paar Schuhe, 2 651 673 12.1m5 969 106 Liter Milch, 6 526 000 Pfund Zucker.
Brote, 15 043 634 Zentner Kartoffeln
eiunXH" ÜRenge Kartoffeln in Säcken der Länge nach ander gereiht ergibt eine Strecke, zu Dern Bewältigung huu^? enzepp mit einer Stundcugcschwtndigkeil von gebrâ^, Kilometer sechs Tage und sechs Stunden bte -..^u Würbe. Die Leistungen der Reichsbahn durch Allert-,„^o>e Beförderung der 'Spenden verdienen besondere 3e'UhL'st"?' Allein die zur Ausgabe gelangten 52 903 070 4(i a‘h’°wi würden 6 5 70 E i s e n b a d n z ü g e mit i e 'hvu-Tonnèn -Waggons beanspruchen.
^. - bedarf keiner besonderen Betonung, daß neun ^^ bc« Nationalsozialismus hcrbeigeftthrtc Etaat-?"^^schc Auffassung von den Dingen des f>ve bc8 öffentlichen Lebens fast jede korrup- ^lschelilung im vergangenen Winterhilsswerk hat. za .. ÖDn vornherein ausgeschlossen haben ^ "uch nur ein Ansatz dazu zeigen wollte, öfsnuna „ ihn, getreu unserem Versprechen bei der Er- Zuch si> , vergangenen Jahre, durch drakonische lu,us strafen in kürzester Frist geahndet.
Der Führer eröffnet das Winterhilsswerk.
Unser Bild gibt einen Blick in den Reichstagssitzungssaal während der Rede des Führers.
Die H a u p i t r ä a e r i n der Arbeit ist die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei mit all ihren Organisationen. Diese werden nach dem Willen des Führers restlos für den vollen Erfolg eingesetzt. Für die vor uns liegende Arbeit ist niemand zu viel und niemand zu schade. Sie ist Ehrendienst am deutschen Volk.
Hilfsbedürftige im Sinne des Winterhilfswerkes sind diejenigen Volksgenossen, die den nötigen Lebensbedarf für sich und ihre unterhaliungsberechtigten Angehörigen nicht oder nicht ausreichend aus. eigenen Kräften und
Königs-Mord in Marseille.
König Alexander von Jugoslawien und Frankreichs Austen- Minister Barthou einem Attentat zum Opfer gefallen.
Anschlag bei der Ankunft im Hafen.
Im Augenblick, als der K ö n i g von Iugosla - Wien, der sich auf einer Besuchsrcisc nach Frankreich befand, nach seiner Landung im alten Hafen von Mar- feilte das Auto zu der vorgesehenen Rundfahrt durch die Stadt bestieg, gab ein Mann aus der Masse der Zuschauer, die die Straße säumten, drei Pistolenschüsse aus den Monarchen ab, die ihn alle trascn. Der Täter wurde, ehe die Polizei entgleisen konnte, von der Menge gelyncht. Man nimmt an, daß cs sich bei dem Täter um einen der zahlreichen, der Negierung und der Dynastie feindlich gesinnten jugoslawischen Emigranten handelt, dir in Frankreich ein Asyl gefunden haben. Ter sehr schwer verletzte König wurde sofort in die Präscktur übcrgcfuhrt, wo sich mehrere Ärzte um ihn bemühten. Der König konnte aber nicht mehr gerettet werden und ist s c i n c n Verte tz u n g c n c r l c g e n.
König Alexander, der noch am 27. September den König Boris von Bulgarien in Sofia besucht und dort bedeutsame Vereinbarungen für Die Beilegung südslawisch- bulgarischer Grenzsragen erzielt hatte, trat bald^darauf von Spalaw ans auf einem Torpedokreuzer Die eeereiic nach Frankreich an. Der französische Außenminister Bartbou war nach Marleille geeilt, um den König namens der Regierung zu begrüßen. Den von König Alcrander in Paris geplanten Besprechungen kam eine besondere Be- dcutnng insofern zu, als ihr wichtigstes Heina Die yrage des Verhältnisses zwischen Österreich und stallen iem sollte, die seit dem italienischen Aufmarsch au der Kärntner Grenze bei der österreichischen Juli Revolte für Süd- slawien von verstärktem Interesse ist.
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Der französische Außenminister Varkhou, der bei dem Attenlak auf König A'erandcr von Jugo- flausen in Marseille durch Schüsse schwer versetzt wurde, ist seinen Verletzungen erlegen
In Dem Krankenhaus, in das Der französische Außenminister Barthou eingeliefert worden war, nahm man zuerst an, daß Die Verletzung Barthous nicht schwer sei. Es wurde sofort beschlossen, den linken Unterarm abzu- nohmen, der durch eine Kugel zerschmettert war. Zunächst schien die Verletzung das Leben des Außenministers nicht
MiUcln beschaffen können und ihn auch nicht von anderer Seite, insbesondere von Angehörigen, erhalten. Die Grundlage der Geldsammlimgen im Winterhilfswerk 1934/35 bilden die monatlichen Eintopfsammlungen und Die ebenfalls monatlich einheitlich für das gesamte Reichsgebiet durchzuführenden Straßen- sammlungen durch Verkauf von Plaketten und Abzeichen. Neben diesen Sammlungen wird sich das Winter- bUfswerk hauptsächlich aus freiwillig geleistete« Lohn- und Gehaltsabzügen finanzieren. Weitere Geldspenden werden durch Industrie-, Wirtschaftsund Gewerbebetriebe, durch freie Berufe sowie durch Postscheck-, Bank- und Girokontenbuchungen ansgebracht.
Grundlage der Sachspenden ist, wie im vorigen
Jahre, die Leistung der deutschen Landwirtschaft.
Diese Sammlung wird im heurigen Winterhilfswerk durch Den Reichsnährstand selbst durchgeführt, weitere Spenden an Lebensmitteln durch Pfundsammlungen und Sammlungen der Firmen der Nahrungsmittelindustrie aufgebracht. Das gesammelte Bargeld wird, wie im Vorjahre, grundsätzlich nur zur Beschaffung von Lebensmitteln und Brennstoffen verwandt. In dankenswerter Weise hat die Deutsche Reichsbahn auch diesmal wieder für die Beförderung der Spenden des Winterhilfswerkes volle Frachtfrei Heil gewährt.
Zur einwandfreien Kontrolle aller Spender gelangen diesmal nur monatlich zur Verteilung kommende Türplaketten zur Ausgabe. Diese Plaketten erhalten diejenigen Spender, die regelmäßig einen bestimmten und angemessenen Betrag für das Winterhilfswerk zeichnen. Die Schulspeisungen werden im Gegensatz zum vergangenen Jahr allgemein durchgeführi. Für die Winterhilfswerkpatenschaften ist in diesem Winter eine neue einheitliche und großzügige Werbung vorgesehen.
Neben Der materiellen Unterstützung durch das Winterhilsswerk wird in den kommenden Monaten vor allem
der ideellen Betreuung der Hilfsbedürftigen ganz besondere Aufmerksamkeit zugewandt.
(Fortsetzung auf Seite 2.)
zu bedrohen. Während die Chirurgen die Operation vornahmen, entstand eine Blutung. Eine Blutübertragung wurde notwendig. Sie wurde sofort beschlossen und vorgenommen, aber der Zustand des Außenministers wurde ständig schwächer, bis das Herz schließlich aufhörte zu arbeiten und der Außenminister starb.
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Weitere Todesopfer: Zwei Generäle und ein Admiral.
Der französische General Georges sowie ein französischer Admiral — cs handelt sich wahrscheinlich um den Admiral Berthelot — und ein südslawischer General sind ebenfalls den Verletzungen, die sie bei dem Anschlag erhalten hatten, erlegen.
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Das Beileid des deutschen Bottes.
Staatssekretär Meißner sprach Dienstag abend im Auftrage des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler bei dem südslawischen G e s a n d t e u lind dem f r a n - zösischen Botschafter vor, um ihnen das Beileid des Führers zum Tode des südslawischen Königs und des französischen Außenministers auszildriicken.
Der Führer und Reichskanzler bat an die KöniginvonSüdslawienfolgendesBeile tb^ telegramm gesandt: „Tieferschüttert durch die Nachricht von dem fluchtvürdigen Attentat, dem Seine Majestät der König zum Opfer gefallen ist, bitte ich Euere Majestät, den Ausdruck meines aufrichtigsten Beileids eutgegen- lunebmen und Der Anteilnahme des ganzen deutschen Volkes versichert zu fein, lgez.) Adolf Hitler, Deutscher .Reichskanzler.-
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Nationaler Trauertag in Frankreich.
Staatspräsident Lebrun ist nach Marseille abgereift, um der sterblichen Hülle des Königs Der Südslawen und des französischen Außenministers die letzte Ehre zu erweisen. Der französische Ministerrat wird einen natio nalen Trauertag beschließen.