Zul-aer Mzeiger
ffrtAeint jeden Werktag. Wochenberlage: „Der Waa" Bezugspreis: monatlich 1,70 RM. M »ieferungsbehinderung durch „Höhere Ee- bestehen keine Ansprüche. Verlag Friedrich Mrenklau, Fulda, Königstraße 42. Rotations- Ä. Diedrich Ehrenklau, Lauterbach/H. Haupt- sthriftlerter: Friedr. Ehrenklau, Fulda, Königstr. 42.
Tageblatt für Rhön und Vogelsberg ®ä ää.s iz â < ™ Textteil (90 mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung ZulSa- und Haunetal.ZulSaer Kreisblatt Beitreibung ober* Konkurs erlischt jeder Anspruch „ . _ auf Nachlaß. — „DA." 1000. — Verantwort!. für den
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Nr. 244 — 1934
Fulda, Donnerstag, 18. Oktober
11. Jahrgang
Trauer um Zug
Herzlicher Empfang
totreffen der Trailergäste in Belgrad.
In der südslawischen Hauptstadt trafen Prinz Georg von England, König Carol von Rumänien und Hin; Nicola ein. Mit König Carol kamen auch Titulescu sowie der rumänische Kriegs- und Ver- Hrsminister. Im Sonderzug traf ferner der französische Mtspräsident Lebrun ein. In seiner Begleitung fanden sich Marschall P è 1 a i n und die Kammer- ibordnung mit Le Trocquer und Paut-Boncour. Eben-
Rinistcrpräsident Göring fährt als Vertreter der deutschen Wehrmacht zur Trauerseier nach Belgrad.
Unser Bild von der Abfahrt auf dem Berliner Flughafen Tempelhof zeigt (von links) Kapitän zur See Freiherr von Harsdorf, Ministerpräsident Göring und Generalleutnant Blaskowitz
falls im Sonderzuge kamen die griechische und die türkische Abordnung unter Führung der Außenminister Rürschi Bev und Maximos und die italienische Abordnung mit dem Herzog von Spoleto an der Spitze sowie Prinz Cvrill von Bulgarien und der tschechoslowakische Generalstabscher Suovy.
* öetzrad vor der Beisetzung des Königs.
Bereits am T a g e vor der Beisetzung des Königs AleMnder sind große Menschenmassen teils mit der Bahn, teils zu Schiss nach Belgrad geströmt. Be- sonders stark sind die Bauern in ihren verschieden- artigen Nationaltrachten vertreten. Man sieht Montenegriner in ihren türkisblauen, reich verzierten Yachten, Dalmatiner mit schwarzroten Kappen, Kroaten breiten, weißen Leinenhosen, Türken mit rotein Fez, Mielmanische Priester und Mekka-Pilger mit weißen wuchern um ihre Kopsbedeckung und Bosniaken mit blut- Mm Turban sowie Südserben mit breiten, reich ge- Mlen Schärpen. Trotz des feinen Regens stehen die ^enichcn in langer Schlange, die kilometerweit bis in die 'wrstadt reicht, um an der Bahre des Königs vorbeiziehen kennen.
Im alten Königspalast, mo Alexander auf- ' ist, häufen sich die Kränze, von denen bis zum «MM schon über 2000 niedergelegt worden waren. S 'feniße Räume des alten Schlosses sind für den J^ten der französischen Republik freigehalten wor- 3 übrigen Gemächer sind mit Blumenspcndcn an- nut. Man sieht unter ihnen die prächtigsten Gebinde „^>> Auslande und einfachste Laubgeflechte kleiner i'° Reinster Dörfer des Landes. Besonders auffallend
V 0 S c Zähl der Dornenkränze, die tonrhA1311^0® ihrem toten König als letzte Grüße gesandt
®ie sollen den heldenhaften Leidensweg
> mwtldlichen, den der Herrscher gegangen ist. . Ho/!« cm Hauptpostamt von Belgrad sind bisher âel >. 0 0 00 telegraphische Beileidskund-
" 9 e it aus dem In- und Auslande eingetroffen.
«ring vertritt Deutschland in Belgrad.
^" °nderbcvollmächtigtcr bei der Bcl-
. setzu n g.
Ichak, " Wuhrer und Reichskanzler hat in seiner Elgcn- dreu-im Oberster Befehlshaber der Wehrmacht den SonhAfc iiNiuiftcrprüsidcntcn General Göring als lösstm^vllllmächtigtcn zu der T r n u c r f c i c ran- !iami',°" Beisetzung des Königs Alexander von Sud- ”01^ Belgrad entsandt. .
^snuwn Begleitung des Ministerpräsidenten Gormg ®ener„n üch als weitere Vertreter der Wehrmacht der Nbetr !linmn Blaskowitz und der Kapitän zur See Haber ^ ^°" Harsdorf. Der Führer und Oberbesehls- itiiauhfl I deutschen Wehrmacht bringt mit der über» ehrenvollen Mission an einen seiner nächsten
slawiens König.
»Örings in Belgrad.
Mitarbeiter die besondere Verehrung und Hochachtung zum Ausdruck, die der deutsche Soldat für den verewigten König empfindet. General Göring wird am Grabe des Königs einen Kranz niederlegen mit der Inschrift: „Ihrem einstigen heroischen Gegner in schmerzlicher Ergriffenheit die deutsche Wehrmacht."
*
CemM Oma in Belgrad
Belgrad, 18. Oktober.
Bei seiner Ankunft auf Dem Flugfelds in Semlin wurde der preußische Ministerpräsident General Göring, der als Sonderbevollmächtigter des Führers und Reichskanzlers in dessen Eigenschaft als Oberster Befehlshaber der Wehrmacht an der Trauerfeier anläßlich der Beisetzung des^ Königs Alexander von Südslawien teilnimmt, von dem südslawischen Handelsminister Demetrowitsch, dem Pressechef des Außenamtes Schlwotitsch, dem Kommandanten der südslawischen Luftstreitkräfte, General Reditsch, dem gesamten Flieger-Offizierkorps des Flughafens, dem nach Belgrad in außerordentlicher Mission entsandten Botschafter von Keller, dem deutschen Gesandten von Heeren, dem Militärattache bei der deutschen Gesandtschaft, Oberst von Falkenhorst, dem Landesvertrauensmann der NSDAP Neuhausen, dem Personal der deutschen Gesandtschaft und einer großen Menschenmenge begrüßt.
Sn der Begleitung des Ministerpräsidenten General Göring befinden sich als weitere Vertreter der Wehrmacht der Generalleutnant Moskowitz und der Kapitän z. Z. Frhl. von Harsdorf. General Göring und seine Begleiter werden im Hafen von Semlin vom Admiral der Donauflotte erwartet. Eine Matrosenkompanie erwies die Ehrenbezeugung. Kriegsminister General Milowanowitsch hieß General Göring im Namen des südslawischen Heeres willkommen. General Göring begab sich vom Hafen aus in das Hofmarschallamt, wo er sich in das hofbuch - eintrug. Sodann fuhr er zur deutschen Gesandtschaft, wo er Wohnung nehmen wird. Am Abend legte Ministerpräsident General Göring an der Bahre des Königs zwei Kränze nieder, einen im Namen der deutschen Wehrmacht und einen in seinem eigenen Namen. Die Kranzschleife der Wehrmacht hat folgende Inschrift:
«Ihrem einstigen Heroischen Gegner in schmerzlicher Ergriffenheit die deutsche Wehrmacht."
Nach der Kranzniederlegung besuchte General Göring um 19 Uhr den Präsidenten der Skupschtina, Dr. Kumanudi. Im Präsidium hatte sich auch eine große Anzahl von Abgeordneten eingefunden, die den Ministerpräsidenten auf das herzlichste begrüßte.
„Heil Göring!"
In der ganzen südslawischen Öffentlichkeit wurde die Ankunft General Görings mit außerordentlicher Befriedigung ausgenommen. Bei den Erörterungen über die in Belgrad weilenden ausländischen Gäste wird sein Name vom Volk am häufigsten genannt und mit Genugtuung hervorgehoben. Bei der Ankunft im Sava-Hafen hörte
Die drei Pässe der
Die tschechoslowakische Pahange- legenheit wird immer rätselhafter.
Der rätselhafte Fall des beim "Marseiller Mörder aufgefundenen tschechoslowakischen Passes wird durch eine neue amtliche Verlautbarung der tschechoslowakischen Gesandtschaft in Budapest noch rätselhafter. Aus dieser Mitteilung gebt hervor, daß tatsächlich drei auf den Namen A n na M a j c r s k a mit der gleichen Nummer 185 745 ausgestellte Pässe bestanden haben. Sowohl der im Jahre 1932 ausgestellte Patz der Johanna Majerska wie ihr früherer Paß, den die Gesandtschaft bei der Ausfertigung des neuen Paffes einzog, lägen im Archiv der Gesandtschaft. Hierzu wird von ungarischer Seite fcsigcstcllt, daß die Budapester tschechoslowakische Gesandtschaft den alten Paß der Johanna Majerska in der Tat vor zwei Jabren cinzog und dafür einen neue n ausstellte. Dieser neue Paß befand sich im Besitze der Majerska bis zu dem aus den Marseiller Mordanschlag folgenden Tag. Am 10. Oktober 1934, nachmittags um 2 Uhr, erschien ein Beamter der Budapester tschechoslowakischen Gesandtschaft in der Wohnung der Majerska und forderte Johanna Majerska in ziemlich ungewohnter A r t zur
sofortigen Rückgabe des Passes aus Johanna Majerska leistete der Aufforderung Folge. Der Pester Lloyd" wirft die Frage auf, warum es die tschechoslowakische Gesandtschaft für notwendig hielt, f v r 3 nach dem Anschlag so eilia durch einen
man aus den Reihen der dort versammelten Menschenmenge viele Rufe: „Heil Göring!".
3m Laufe des Mittwoch legten die Führer sämtlichen 29 ausländischen Abordnungen am Sarge des toten Königs Kränze nieder.
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Die Berliner Trauerfeier
für König Alexander.
Reichsregierung und Diplomatisches Korps bei der Totenmesse.
In der St. Matthäi-Kirche in Berlin sand das Requiem für König Alexander von Südslawien statt. Der Jnnenraum der Kirche faßte kaum die Zahl der von der südslawischen Gesandtschaft geladenen Teilnehmer. In Stellvertretuna des Führers und Reichs-
Stadt und Land trauert um den toten König.
Unser Bild vor dem Königsschloß in Belgrad berichtet von der herzlichen Anteilnahme, die der Tod des jugoslawischen Herrschers in allen Schichten seines Volkes her- vorgerufen hat: Menschen aus Stadt und Land stehen Schlange, um von dem König Abschied zu nehmen.
kanzlers war der Chef der Präsidialkanzlei, Staatssekretär Meißner, erschienen. Ferner bemerkte man den Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf &efi, Die Reichsminister v. Neurath, S e l d t e, Dr. S ch a ch t und Kerrl. Das Diplomatische Korps war zast vollzählig erschienen.
Die Messe wurde, während die Glocken lauteten, durch Chorgesang eingeleitel. Unter weihcvollcr^Ttillc vollzog sich dann das Requiem in althergebrachter Form.
Am Tage der Bestattung des ermordeten Königs setzen die Berliner Rcichsgebäude die Flagge aus Halb- maft.
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Die Belgrader Trauerseier im Aundsunk.
Von den Beisetzungsfeierlichkeiten für den südslawischen König Aleiander sendet der Deutschland sender am 18. Cstöber’in der Zeit von 21.30 bis 22 Uhr einen Ho^ bericht. Der deutsche Rundfunk hat für diesen Hörbericht nach Belgrad einen eigenen Sprecher entsandt.
Johanna Majerska.
Beamten den Paß der Majerska einzuziehen. Wie der Dritte Paß des Mörders zu der gleichen Nummer und Dem gleichen Namen wie die in Budapest befindlichen Pässe kam, konnte durch die ungarischen Behörden nicht ermittelt werden. Sicher sei nur, daß ungarische H ände dabei nicht im Spiel sein sonnten und^ Die Lösung dieses Rätsels nur auf tschechoslowakischer Seite zu suchen sei.
Es, ist jetzt unzweifelhaft festgestellt, daß der Atien tätet der Bulgare Wlada Georgicff ist. Neben den Fingerabdrücken bestätigen auch andere Kennzeichen die Personengleichheit beider. Die „Prawda" ver öffentlicht
Einzelheiten aus dem Leben des Attentäters.
Danach war Georgieff die rechte Hand des m a z e d o n i - scheu Führers Michailoss.
Er galt als der beste Pistolcnschütze des Landes und fand als solcher häufig Betätigung. Obwohl ihm in Bulgarien nur zwei Morde nachgcwicfcii werden konnten, glaubt man, daß er im ganzen ungefähr 30 Menschen ge tötet habe.
TerrEeu-VernchMMg in Marseille
Die AauptuntersuHmrg des Königsmordes.
Paris, 18. Oktober.
Der Untersuchungsrichter in Marseille hat am Mittwoch den einen der beiden von Annemasse nach MarseiHe übe--- aeführten Terroristen verhört. Er will PospichU heißen und