jeden Werktag. Wochenbeilage: „Der SMMt ^Bezugspreis: monatlich 1,70 RM. Z^ aieierungsbehinderung durch „Höhere Ee- bestehen keine Ansprüche. Verlag Friedrich Fulda. Königstraße 42. Rotations- ^l. Diedrich Ehrenklau, Lauterbach/H. Haupt- chrsitleiter' Friedr. Ehrenklau, Fulda. Königstr. 42.
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SulLa-un- Haunetal. Zul-aer Kreisblatt ^S'^
ZV auf Nachlatz. — „DA. 10«>. — Verantwort!, für den
Keâaktion und GefthästsfteUe: Königstraße 42 ❖ Zernfprech-^nsihluß Nr. 1989 Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach°H.
A. 245 — 1934
Fulda, Freitag, 19. Oktober
11. Jahrgang
Des toten Königs letzte Fahrt.
Sie Beisetzung des Königs Alexander.
Die Beisetzungsfeiertichkeiten für den verstorbenen Wig Alexander in Belgrad begannen in der Kathedrale alller dem Geläut aller Glocken und unter Trauersalut -n Land- und Schiffsbatterien. Die kirchliche Einsegnung MM der Patriarch mit Beihilfe der gesamten hohen Wichkeit der Hauptstadt. In den Straßen wartete die WÜlge Menschenmenge. Da Aehntausende, die aus ^ganzen Lande gekommen waren, keine Unterkunft gc- 'ân hatten, waren die Straßen schon die Nacht hin- ch von einer gedrängten Menschenmenge gefüllt. Seit M Morgengrauen kreisten unaufhörlich Bomben- Mwader über der Stadt.
Von der Kirche aus bewegte sich der Trauerzug am M Schloß vorbei zum Bahnhof durch ein vielgliedriges Spalier, das auf der einen Seite von der Armee, auf Per anderen Seite von der Bevölkerung gebildet wurde
Der Trauerzug
Hot ein großartiges Bild. Er wurde durch ein mächtiges Kreuz und durch den Totenkuchen eröffnet, die von Gardeunteroffizieren getragen wurden. Dann folgte eine Abteilung Gardekavallerie in ihren blauen, rotverzierten Imformcn. Es folgten die Fahnen sämtlicher südslawi- cher Regimenter, eine Abteilung Gardeinfanterie in itmfelblauen Mänteln und schwarzroten Pelzmützen, eine ranzösische Infanterieabteilüug in hellblauen Uni« Mitten und eine Marineabordnung. Besonderes Aufsehen iregte eine englische Matrosenkompagnie der Kittelmeerflotte, die mit gesenktem Gewehr im Zuge Stritt. R it mäni s ch e Abteilungen folgten in blauen Hufen mit weißen Waffenriemen und reicher Göldver- tirürung. Tschechoslowakische Infanterie marterte in steingrünen Mänteln vorbei. Die türkischen Mbaten waren von Kopf bis Fuß in Gran gekleidet. Das mchreichste Bild bot das griechische Militär mit tat schwarzen Opanken, weißen Trikothosen, bauschigen Emreicken Röcken und roten Mützen mit schwarzen
, Das erste Bildtelegramm von der Beisetzung König Alexanders.
»''Sarg mit den sterblichen Ueberresten König Alexanders von Jugoslawien auf der Lafette im Trauerzuge zur Morale von Belgrad Dieses Bild wurde im Sonderflugzeug von Belgrad nach Wien gebracht und von dort nach Berlin telegraphiert.
Simen solo teil Abteilungen der südslawiDen
^'" Vorbeimarsch der Soldaten und des Zu demonialmeisters mit den Rittern des Karageorge- erschien im Zuge
um die Geistlichkeit aller Konfessionen,
lu ""ch der Bischof der Deutsch-Evangelischen Dr. P o p P sowie Die katholischen Erz btt Belgrad und Agram. Den Schluß bildeten
. "lch kdibolischen Patriarchen nnd Bischöfe in ^^uden Gewändern mit der Tiara.
c ^"weguug ging durch das Volk, als
Wh das Liehlingspferd des Königs, bein Uügi . Gardeoffizieren, vorbeischritt., Hinter Heu Ns "' Uuqen auf violetten Sammetkissen die Höch L^ninn^,^"däger des Heeres und der Marine die ^Ncr sn^d' die Krone, das Zepter, den Apfel, das _ Santes ^" Degen des Königs.
Nen weinen und Wehklagen kündigte das Heran V das Gus-'^e an, auf der der Sarg ruhte. Soweit 'e Sitte ^""gc zuließ, warfen sich die Menschen auf ©arber^^fette wurde nicht von Pferden, sondern Ct Snta ^vdatcn aller Truppengattungen gezogen.
UQr ichlicht. Die prächtigen Kränze wurden
auf 30 schwarzverhängten Lastautomobilen der Lafette »orangeführt. Die grössten unter ihnen wurden von Offizieren getragen, darunter auch die beiden Kränze, die Ministerpräsident Göring an der Bahre niedcrgclegt hatte. Die Borbcifahrt des Sarges verbreitete tiefe Ergriffenheit unter der Menge.
Hinter dem Sarge schritten in tiefstem Schwarz die Mitglieder der königlichen Familie.
Der junge König Peter II.
ging in Sokoluniform an der Seite seiner Mutter. Der königlichen Familie folgten die fremden Staatsoberhäupter, unter ihnen die Könige von Rumänien und Bulgarien sowie der Präsident der f r a n z ö s i s ch e n Republik, Lebrun. Dann kamen die Führer der 22 ausländischen Abordnungen, die zu den Beisetzungsfeierlichkeiten entsandt worden waren. Der preußische Ministerpräsident
Hermann Göring schritt in der ersten Reihe der Abordnungen. Alle Blicke richteten sich auf ihn, denn er steht wie kein anderer ausländischer Vertreter im Mittelpunkt des sympathischen Interesses der südslawischen Öffentlichkeit. Den auswärtigen Abordnungen folgten die Mitglieder der Regierung und die unabsehbare Reihe der Vertretungen aller großen Organisationen und Vereine int Staate. Auch eine Zigeunerkapelle schritt im Zuge mit und spielte Trauerweisen,
Der Vorbeimarsch des Zuges währte bis zu dem Augenblick, als die Lafette mit den sterblichen Überresten des Königs in Sicht kam, fast eine Stunde. Der Zug bewegte sich langsam zum Bahnhof, wo die Lafette vor dem Eingangstor hielt. Dort defilierten zum letzten Male die Generale und alle am Zuge beteiligten südslawischen und auswärtigen Militärabteilungen vor dem toten König. In der Bahnhofshalle wartete indessen ein Sonderzug, der den Sarg nach Topola, 50 Kilometer südlich von Belgrad, brachte.
Auf allen Stationen der Strecke war die Bevölkerung versammelt, um dem König die letzte Ehre zu erweisen. Ministerpräsident Göring und die anderen Vertreter auswärtiger Regierungen begleiteten den König auf der letzten Fahrtz " In Tovola wurde der Sara von dèr Be
völkerung aus Dem Wagen gehoben und in die Stiftunqs- kirche König Peters I,' nach Ople n a 6 gebracht. Die Kirche liegt auf einem Hügel und blickt weit ins Land hinaus. Dort fand
die Beisetzung Alexanders unter militärischen Ehren statt. Zu dieser Zeit läuteten alle Glocken im Lande und in den Banatshauptstadten schossen die Batterien T r a u e rsal u t. Der Verkehr ruhte im ganzen Lande auf zwei Minuten völlig.
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Görings Mission.
Eine Erklärung an die südslawische Presse.
Der preußische Ministerpräsident Hermann Göring, empfing in der Belgrader deutschen Gesandtschaft mehrere südslawische Pressevertreter, denen er eine Erklärung über Die im deutschen Volke herrschende Meinung über den ver- ewigten König Alexander L ab gab. Es heißt darin u. a..
' Mit meiner Entsendung wollte Reichskanzler H i t'l e r dokumentieren, wie sehr er in der Person Ihres großen Königs seinen frühen tapferen Gegner und späteren Freund sowie auch Don aücrftarfften Garanten für Den Frieden und das Gleichgewicht Europa» ichavtc.
König Alexander 1. war einer der wenigen Herrscher, die es verstanden hatten, mit einem Schlage allem Parteibader ein Ende zu bereiten und das faule demokratische System zu entfernen und mit feiner großen Autorität den Grundpfeiler für ein einiges Südslawien zu schaffen. Nur ihm ist es zu verdanken, daß Südslawien ein Land des Friedens und der Ordnung wurde.
Unser Führer und Reichskanzler Adolf Hitler ist durchdrungen von dem Wunsche,
mit Südslawien in den allerbesten Verhältnissen zu bleiben
und aufrichtige Beziehungen zu unterhalten.
Als Chef der deutschen Polizei kann ich Ihnen versichern, daß die deutschen Behörden für den Fall, daß auch nur ein Attentäter auf deutsches Gebiet fliehen sollte, alle Maßnahmen ergreifen werden, um dieses gemeine nichtswürdige Verbrechen, welches Ihnen den König und weisen Staatsmann raubte, zu enträtseln. Außerdem seien Sie versichert, daß das heutige Deutschland in seinen Grenzen niemals eine südslawische Organisation dulde n^w i r d, die an der Z e r st ö r u n g Ihres auto« rativen Systems arbeitet. Unser Führer Adolf Hitler wünscht im Interesse des europäischen Friedens ein starkes und einiges Südslawien, wie es von Ihrem verewigten König aefdtaffen wurde."
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Göring in Velgrad bei Prinz Paul.
Einstündige Unterredung nach dem Einpfang im Parlament.
Über den Empfang des preußischen Ministerprädenten Göring durch das südslawische Parlament (die Skup- schtina wird noch berichtet: Der Ministerpräsident begab sich auf Einladung des Präsidenten ins Parlamentsgebäude. Der Präsident der Skupschtina bot ihm den Ehrenplatz am Beratungstisch an. Der Ministerpräsident überbrachte nunmehr in seiner Eigenschast als Präsident des Deutschen Reichstags die schmerzliche Anteilnahme der deutschen Volksvertretung an dem unersetzlichen Verlust, den das südslawische Königreich erlitten hat. Er betonte sodann die gutenBezieh ungen, die zwischen Südslawien und Deutschland bestehen.
Der Präsident der Skupschtina, Dr. Kumanudi, dankte dem Ministerpräsidenten. Da trat ein Abgeordneter, ein bosnischer Bauer in Nationaltracht, hervor und brachte spontan
Hochrufe auf das neue Deutschland und den Ministerpräsidenten aus, in die alle Anwesenden begeistert einstinrmten.
Im Anschluß an den Empfang in der Skupschtina begab sich der Ministerpräsident auf Einladung des Mitgliedes des Regentschaftsrats Prinz Paul ins Schloß Dedinje. Er hatte dort mit dem Prinzen eine einstündige Unterredung, die in sehr herzlichem Tone verlief. Im Laufe der Unterredung wurde auch hervorgehoben, daß aus beiden Seiten der Wunsch bestehe, die guten Beziehungen zwischen Deutschland und Südklawien noch weiter auszubauen.
Kurze politische Nachrichten.
Reichsinnenminister Dr. Frick hat einen Aufruf an die Beamten, Angestellten und Arbeiter im gesamten Reichsgebiet erlassen, in dem sie aufgeforbert werden, sich am W i n t e r h i l f s w c r k zu beteiligen „Für alle", so beißt es in dem Aufruf u. a., „die das Glück haben, in Arbeit und Brot zu stehen, muß es auch in dem kommenden Winter Ehrenpflicht sein, durch eigenes Opfer den Volksgenossen bcizustehen, die ohne Schuld» bittere Not leiden".
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Das Linienschiff „Schleswig-Holstein" traf zu einem fünftägigen inoffiziellen Besuch in Amsterdam ein. Der Einfahrt in den Hafen wohnte eine große Zu- schanermenqe bei
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Der deutsche Gesandte in Wien, Vizekanzler a. D. von Papen, ist mit dem Schnellzug aus Berlin in Malmö eingetroffen. Er setzte seine Reise nach Lin- köping fort. Einer Meldung zufolge wird Herr v. Papen mit Baron Adelswärd auf dessen Gut Adelsnäs in der Nähe von Atvidaberg jagen.
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In Kattowitz wurde der Generaldirektor der Pleßschen Unternehmungen, Dr. Trenczek, verhaftet. Er wird beschuldigt, in die Zivangsvoll streckung bei den Pleßschen Betrieben dadurch hemmend eingegriffen zu haben, daß er der Pfändung unterliegende Gegenstände bciseitegebracht hat.
„0«r Reichs- und preußische Lustizminister."
Da8 Reichsjustizministerium mit dem preußischen vereinigt.
Reichsjustizminister Dr. Gürtner, der gleichzeitig mit der Führung des Preußischen Justlzmmistcrmms beauftragt ist bat mit Zustimmung des preußischen Ministerpräsidenten Göring die Justizministerien des Reichs und Preußens mit Wirkung vom 22. Oktober 193-1 3 u gcmeinsch astlich er Arbeit vereinigt. Die neue Behörde fuhrt die Bezeichnung: „Der Reichs- und Preußische Justizminister". Die Vereinigung stellt einen wichtigen Schritt zum Neuaufbau des Reiches dar. Sie mach: manche bisherige Doppelarbeit unnötig und gewährleistet die Zusanimensasiung aller Kräfte zu demselben gemeinsamen Ziele, der Schaffung einer Justiz im einigen deutschen Volke.