Einzelbild herunterladen
 

M-aer /Anzeiger

«A18Ä LWD K Tageblatt Mr Rhon un- Vogelsberg Zââ' SSL- T^WSL Zul-a-un- Haunetal »Zul-aerKre»Ä>latt

Diedrich Ehrenklau, Lauterbach/H. Haupt- v ZV

^^ilerter: Friedr. Ehrenklau, Fulda, Königstr. 42. Redaktion und Geschäftsstelle: Königstrafte 42 * Zernsprech-Anfthluß Nr. 2989

5fr. 246 1934

Fulda, Samstag, 20. Oktober

Anzeigenpreis: 1 mm Höhe in der 46 mm breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung wird Rabatt nach Tarif gewährt, bei zwangsweiser Beitreibung oder Konkurs erlischt jeder Anspruch auf Nachlag.DA." 1000. Verantwort!, für den Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.

11. Jahrgang

Görings südslawische Mission.

Besuche beim Ministerpräsidenten, beim Kriegs­minister und der Königin-Witwe.

Der preußische Ministerpräsident General Hermann ö H n n begab sich am Freitag vormittag in das Bcl- amdcr Ministerpräsidium, um dort dem Minister- ^ sjdenten Usunowi t s ch e i n e n Besuch Miüatten. Der Ministerpräsident unterbrach sogleich die WinettssitzüNg und verblieb zwanzig Minuten im Gc- !«ch mit General Göring. Sodann besuchte Genc- m Göring im gegenüberliegenden Kriegsmini- Mm Den K r i egs m inister M i l o w a n o w i t s ch «anschließend den Generalstabschef und Armeegeneral Witsch. Vom Kriegsministerium fuhr der preußische t tcherpräsiden! zur rumänischen Gesandt- ^asl, wo er seinen Ramen in das für König Karol Legende Bejuchsbuch eintrug.

Sie den Ministerpräsidenten begleitenden Herren der Mchen Wehrmacht, Generalleutnant Blaskowitz, Mili- dMachè Oberst von Falkenborst und Kapitän zur See lmlierr von Harsdorf, legten in Begleitung des Landes- Mrauensmannes der NSDAP., Oberingenieurs Neu- W'm, und des Gesandtschastssekretärs Dr. Heß auf Dem deutschen Helden fried Hofe zwei Kränze in den Gräbern der deutschen Kameraden und der dort licstattetei! unbekannten serbischen Soldaten nieder.

Das Interesse für Göring ist in der süd- swischeu Öffentlichkeit so groß, daß sein Besuch das Tagesgespräch bildet, überall wird seine soldatische Er­scheinung und sein offenes Auftreten gerühmt. Dem Ministerpräsidenten wurden auch mehrfach S y m - patl) i e b e ro e i i e durch kleine Geschenke und Aus- mrlsamkeiten zuteil, die ihm verschiedene Leute auf die Witsche Gesandtschaft brachten. So ließ ihm ein süd- üawischer Reserveoffizier mit einer entsprechenden Wid- mng ein von seinem Vater verfaßtes Buch überreichen, ii dem das einwandfreie Verhalten des deutschen Be- Wngsheercs im Weltkriege gerühmt wird.

Später begab sich Ministerpräsident General Göring ; V Königinwitwe Maria.

*

Die Unterredung GörmD mit Marschall Peiam.

Das Zusainmentreffcn des preußischen Minister- stäsidenten Generals Göring mit Dem französischen Kirschall P 6 tain , dem aus dem Weltkrieg bekannten 'taeibigcr von Verdun, bei bem Leichenbegängnis in Mrad ist in der Öffentlichkeit Europas lebhaft be= pdjeit worden. Bei der Überführung der Leiche des Königs Alexander von Belgrad nach dem Familieu- Wusoleum bei Topola fuhren die Ehrengäste der süd- iMischen Regierung in einem Sonderzuge mit. Dabei 1,(11 und) übereinstimmenden amerikanischen und franzö­

Wichtige Mitteilungen des Staats­sekretärs Reinhardt.

. In der Verwaltungsakademie Berlin machte Staaw- Mr R e i n h a r d t interessante Ausführungen über die i Mnzierung der Arbeitsbeschaffung. Er führte u. a. au . Das Aufkommen der Lohnsteuer hat im Septembc v7,6 Millionen Mark betragen gegenüber Millionen Mark im September 1933, also tm «cw Mr 1934 u m 1 5 P rozeNt m e h r. Daraus I * sich, daß auch

^Arbeitseinkommen im September um la Prozent

' , größer gewesen

nn September 1933. Ein solches vermehrtes ^Ev^inkommen wird zwangsläufig zu erhöhtem Ver- M) und zu weiterer Belebung der Verbrauchsgute Unen führen. Aus dem Mehr an Umsatzsteuer ist der di 1 Hälfte des Rechnungsjahres 1934 ergibt pch, L > M^ucrpflichtigeu Umsätze in den sechs Monaten von Aor,^ August um ruud acht M ll l iarde tnun^ I 0 r ü ft e r geworden sind als im gleichen r>ct des Vorjahres.

M?"rch das Papen-Prograunn, das Sofort-Programm das Reinhard! Programm sind

'usllcsaml 1902 Millionen Mark zur Verfügung

B worden. Davon sind bis Ende September 1934 W Millionen Mark bewilligt und 1390,4 Millionen h ' "usgezahlt gelvesen. Das Arbeitübeschafsnugs- ^Ä' Reichsbahn beträgt für 1934/35 630 JHü- Davon sind 270 Millionen Mark für die

, ^deinder bis März vorgesehen. , zur L^?"^c>hlnugen, die auf die 500 Millionen Mar Sân ,»von In starr die Hungs - u n n E r

I ^lq, Arbeiten an Gebäude n bis heute er^ Rest , h ^tragen erst rund 390 Millionen Mark Der I «niebni V10 Millionen Mark bedeutet, daß Arbeiten in »och Betrage noch in Gang, 1cilwee vielleicht dein (if JB? *n Angrifs genommen sind, und baß ans "UdeinstaydseLgngsgeseL noch ein

sischen Meldungen der Marschall Pbtain den Vertreter der deutschen Wehrmacht selbst in sein Zugabteil ge­beten. Ministerpräsident Göring ist dem Wunsche gern uachgckommen, und so kam eine längere Unterredung zwischen den beiden Männern zustande, die in den freund­lichsten Formen verlief. Man darf wohl annehmen, daß die beiden Herren nicht nur Erinnerungen an jene Zeit ausgetaufcht haben, in der der eine drüben ein Heer­führer und der andere hüben ein bekannter Kriegsflieger und Führer der berühmten Richthofenstaffel war.

Vielleicht geht die Bedeutung dieser Umerredung über den Wunsch Marschall Potains, Göring bei dieser Gelegenheit persönlich kennenzulernen, noch hinaus. Der

Ministcrpräsid«nt Göring im Belgrader Trauerzug.

Von links: der deutsche Sonderbotschafter von Keller Ministèrprasideni Göring als Vertreter der deutschen Wehrmacht der deutsche Gesandte in Belgrad, von Heeren, der Vertreter Österreichs, von Karwinski Marschall Pètain (Frankreich), mit dem Göring später eine längere Unterredung hatte.

Marschall gehört zu der Trauerdelegation Frankreichs, die von dem französischen Staatsoberhaupt, dem Präsi­denten L e b r u n , geführt wird, und cs ist auch in diesem Zusammenhänge bemerkenswert, daß der Staatspräsident sich von den drei französischen Militärministern, dem Kriegs-, dem Marine- und dem Luftfahrtminister, nach Belgrad begleiten ließ. Marschall Pètain machte noch vor, wenigen Wochen dadurch von sich reden, daß er gelegent­lich einer Denkmalsrede sich bemühte, den Leistungen des deutschen Heeres im Weltkriege gerecht zu werden.

2!rbcèt8vorrat für den bevorstehenden Winter besteht Dabei ist zu berücksichtigen,' daß der Arbcitsvor- rat mit mindestens dem Vierfachen des Zuichusses- anzn- nehinen sein wird. Denn zu dem Zuichußbetrag kommt im Einzelfalle noch der LelbstaufvungungSberrag. ,

Ein wichtiges Mittel im Kampf um die Verminde­rung der Arbeitslosigkeit ist auch die Grundforderung durch die R c i ch s a n ft a 11 für ArbeusvernntUnng nnd Arbeitslosenversicherung. Hier handelt es ich darum, daß die Reichsanstalt destunmlc öffentliche Arbeiten da­durch fördert, das; sie aus ihren Mitteln einen Zuschuß zu den Kosten der Arbeit gewährt, soweit dabei unter­stützungsbedürftige Arbeitslose verwendet werden.

Der G r u n d f ö r d e r u n g s s a tz ist wieber a u f 3 9JZ o r t pro Mann und pro Tag erhöht worden. ^u Fällen, in denen mit einem geringeren Forderungs, atz ausgekonimen werden kann, dürfen jedoch die Prastden- len der Laudesarbeitsämjer nur den geringeren ^atz bc- williaen. Es ist zu wünschen, daß Gemeinden und Ge- meindeverbände nunmehr wieder in großem Ausmaß

Anträge aus Gewährung von Grundförderung stellen, um entsprechende Aufträge durchzuführen. Bei 3 Mark Grundforderung für das Tagewerk ist der Be­trag der Restfitlanzicrung kleiner als bet einer solchen von 2,50 Mark, lind schließlich sollte auch deshalb jede Gemeinde und jeder Gemeindeverband alles nur Denk­bare aufbieten, um entsprechende Arbeiten so sch,n U TO i e m vgl! ch in. Angriff zu nehmen, weil jede Ver- .uehrung der Zahl der Beschäftigten eine Erhöhung des Einkommens des bisherigen Arbertslozen, eine Vergröße­rung der Umsätze und des Verbrauchs und m zwangs­läufiger Folge davou eine Vergrößerung der Ergiebigkeit

Sterrerabgabe- niib Bèiträgcgneüen uiib eine Ver mhi^nX S Finanzbedarfs der Arbeitslosenhilfe "^â-mtz und wird gelingen, in Anwendung der neuen Bestimmungen über die Gewährung von Grund- ördcrung in den nächsten Wochen und Monaten minde­stens 300 000 Man» in entsprechende Arbeit zu brutuen.

Die Mchrbeschästigung dieser 300 000 Mann wird zwangsläufig zu einer Belebung in den verschiedensten Zweigen der deutschen Volkswirtschaft und zu einer Mehrbeschäftigung von etwa weiteren 100 000 Mann in den verschiedensten Zweigen der deutschen Volkswirtschaft führen.

Me Bürgerßever Mr 1^35.

Abbau für Minderbemittelte wttb Kinderreiche.

Das Reichsgesetzblatt enthält dasncueBürger- steuergesetz, das vom 1. Januar 1935 ab Geltung ?at. Danach sind von der Bürgersteuer alle Personen be­freit, die Arbeitslosenunterstützung, laufende öffentliche Fürsorge ober eine Zusatzrente beziehen und deren Ein­künfte nicht mehr als 130 Prozent des Betrages über« steigen, der dem allgemeinen Fürsorgesatz entspricht.

Für die Bemessung der Bürger st euer gelten folgende Steuergrundbeträge (Reichssätze):

3 Mark für Steuerpflichtige, die einkommensteuerfrei gewesen sind, 6 Mark von einem Einkommen bis zu 4500 Mark, 9 Mark bei Einkonimen von 4500 bis 6000 Mark, 12 Mark bei Einkommen von 6000 bis 8000 Mark, 18 Mark bei Einkommen von 8000 bis 12 000 Mark, 24 Mark bei Einkommen von 12 000 bis 16 000 Mark, 30 Mark bei Einkommen von 16 000 bis 20 000 Mark, 50 Mark bei Einkommen von 20 000 bis 25 000 Mark, 75 Mark bei Einkommen von 25 000 bis 50 000 Mark, 150 Mark bei Einkommen von 50 000 bis 75 000 Mark, 300 Mark bei Einkommen von 75 000 bis 100 000 Mark, 500 Mark bei Einkommen von 100 000 bis 250 000 Mark, 1000 Mark bei Einkommen von 250 000 bis 500 000 Mark, 2000 Mark bei Einkommen von mehr als 500 000 Mark.

Der Reichssatz e r m ä ß i g i s i ch bei Steuerpflich- igen, zu deren Haushalt mindestens zwei minder- ährige Kinder gehören: um je 2 Mark für das iweite und jedes folgende minderjährige Kind, wenn das Einkommen des Steuerpflichtigen nicht mehr als 2400 Mark beträgt, um je 1 Mark für das zweite und dritte ninderjährige Kind und um je 2 Mark für das vierte und edes folgende minderjährige Kind, wenn das Einkommen »es Steuerpflichtigen mehr als 2400 Mark, jedoch nicht mehr als 12 000 Mark beträat.

Die Aufgaben des deuischen Giedlungswerkes.

Besprechungen bei Staatssekretär Feder.

Staatssekretär Feder, der Reichskommissar für das Siedlungswesen, hatte die Vertreter der Länderregierun­gen, die preußischen Oberpräsidenten uno Regierungs­präsidenten zu einer Besprechung nach Berlin geladen, um ihnen den Aufgabenkreis des deutschen Siedlungswerkes im einzelnen darzulegen.

Völlig neue Politik auf dem Gebiet der Siedlung habe erst der Führer mit der Machtübernahme durch Gründung desSiedlungswerks" gebracht. Die seitdem in Angriff genommene systematische Arbeit baue sich auf der Reichswirtschaftsplanung auf, die die so­genannten Generalstabspläne für die deutsche Wirtschaft liefere mit dem Ziel der Verteilung der Menschenmafsen in Gebiete geringerer Bevölkerungsdichte. Die praktische Auswirkung der Reichswirtschaftsplanung vollziehe sich in der I n d u st r i e v e r l a g e r u n g. Zur Beseitigung bzw. Hintanhaltung von Bodenwucher sei auch ein Enteiguungsgcsetz in Vorbereitung.

Die Finanzierung

des Siedlungswesens bereite Schwierigkeiten, weil vor­aussichtliche Reichsgelder in nennenswertem Umfang nicht mehr zur Verfügung gestellt werden könnten. Man werde gezwungen sein, für eine gewisse Übergangszeit die Hilfsaktion des Reiches in Anspruch zu nehmen. Eine besondere Förderung erfahre das deutsche Siedlungswesen finanziell dadurch, daß die Grenze für erststellige Hypotheken von 40 Prozent auf 50 Prozent hinaufgesetzt fei und daß weiterhin die Reichsbürgschaft bis 75 Prozent des Bauwertes gelte. Abschließend kündigte der Rcichssiedlungskommissar einen Runderlaß an über die Definition der Gesetzesbestim­mungSiedlungs- und wirtschaftspolisische Absichten der Reichsregierung". Es sei notwendig, daß baS_ Reichs siedlungswerk ständig lebendig mit den behördlichen Außenstellen zusammènarbesie.

Gömbös' Staatsbesuch in Warschau.

Der ungarische Ministerpräsident G ö m b ö ö ist zu einem politischen Besuch in Warschau eingetroffen, wo er mit Marschall Pilsudski und Oberst Beck Ans;prachcn haben wird, die sich wahrscheinlich um eine Stellungnahme Polens zu den politischen Vorgängen tm Donauraum bl»er ein Zeichen für die Selbständigkeits- bestrebunaen der polnischen Außenpolitik, 1 nc trotz Frankreichs den Staatsbesuch des.Ministerpräsidenten eines Landes empfängt, das die Revlpon von Versailles anstrebt und zu Rumänien und der Kleinen Entente in einem politischen Gegensatz steht.

Der Ständige Rat der Kleinen Entente, der aus 'bcn Außenministern der drei Staaten Tschecho­slowakei, Rumänien und Jugoslawien besteht, trat in Belgrad zusammen; ebenso der Rat der Balkan- Entente. An der Sitzung des Rats der Balkan Entente werben die Außenminister G r i e ch e n l a n d s , R u m ä - nienë, der Türkei und Jugoslawiens teil« nehmen.