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S«U'SS. «JW2 Zulöa- un- Haunetal »Zulöaer Kreisblatt S.ä*ä ääsö S- Friedrich Ehrenklau, Lauterdach/H. Haupt- v / V auf Nachlaß. — „DA." 1W0. — Verantwort!, für den
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Nr. 248 — 1934
Fulda, Dienstag 23. Oktober,
11. Jahrgang
Sieg der englischen Flieger
Scott und Black beim Luftrennen England—Australien.
Melbourne, 23. Okt. (Funkmeldung.) Die briti- to Australien-Flieger Scott und Black sind um 6.33 Hr(mitteleuropäische Zeit) hier gelandet. Sie haben iüWmte Flugstrecke von rund 20 000 km in zwei Tagen A Müden und 25 Minuten bewältigt.
Der Sieger
?er englische Flieger Scott hat als schnellster Teilnehmer gleichzeitig einen neuen Rekord für die Strecke von London Md) Nord-Australien aufgestellt: knapp 50 Stunden nach tot Start in London landete er in Darwin an der nordaustralischen Küste.
Auf dem Flemington-Flugplatz hatten sich bereits um Ihr früh Ortszeit (3 Uhr MEZ.) große Menschenmassen «irmmelt. Aw die Sieger um 12.33 Uhr Ortszeit (6.33 W) eintrafen, wurden sie mit gewaltiger Begeisterung Mpsangen.
Nicht nur der Flugplatz war dicht von Menschen um- llimt, auch die Hausdächer waren schwarz von Menschen, ^r Himmel war bedeckt, aber ein feiner Regen, der auf ist Wartenden niederfiel, hörte kurz vor Eintreffen des Spenges auf. Die beiden Sieger, der 31jährige Charles «oit und der 35jährige Campbell Black, wurden von der Renge begeistert begrüßt.
I *
Aus dem Verlauf des Luftrennens.
Den ersten Zwangslandeplatz der ganzen Strecke, ?°gdad, erreichte das Ehepaar Mollifon nur der mellen „Komet" als erste Teilnehmer bereits nach einem B von insgesamt 12 Stunden 40 Minuten. Sie hatten ki lbrer Landung einen riesigen Vorsprung vor ben ^Oen Teilnehmern. Für die ganze lange Strecke, die sie B Zwischenlandung zurückgelegi hatten, erzielten sie i? Durchschnittsgeschwindigkeit von über 300 Stunden- uonteter. Ihr Schicksal erreichte sic dann allerdings bei st Landung in Karachi in Nardwestindlen. Sie k>chädjglen hier ihr Fahrgestell derart, daß sie mit einer Merbrechüng ihres Fluges von 12 Stunden zu rechnen Wen.
tortgen englischen cZtugzcngs uy Dir Maschine hatte die Kontroll-
. Biel Pech hatte auch die Amerikanerin Aèist Cochran, , bci der Landung in Bukarest ihre Maschine derart 'vbigte, daß sie ausgebcn musttc.
» dn Aleppo wurden die Australier W o o d und [.n n c 11 wegen schiverer Beschädigung ihrer Maschine dem Rennen geworfen.
schweres Unglück hat das Rennen mit dem z eines mehrmotorigen englischen Flugzeugs bei "Wpvre betroffen. Die Maschine hatte die Kontroll- s-^bn und Zeitnehmer des Wettfluges an Bord. Alle 3Massett wurden getötet.
älptiMm Sonntagabend waren nur noch 15 Flieger im
ÖQ d>ie Engländer Jones und Waller, die bekm.??^ „Komèt". Maschine flogen, in Aleppo aue um c^ cu Gründen ausgaben und ihre Landsleute S t a ck mjiB 11 r n e t mit ihrer „Airspeed" in Marseille end- bea 1 “«sieben. Die Mollisons versuchten im Laufe decei^""^gs von Karachi aus den Weiterflug. Aber >°Nd„ ""âi einer Stunde kehrten sie wieder um und EM» "nein in Ka acht, da sich unterwegs neue bau,, 1 v'^ihrer Maschine heransgestellt hatten. So lagen 6I '111 Sonntagabend
c bugliinver Tkott-Black mit dem „Komet" mit fast ^ ™M Stunden Vorsprung an der Spine.
dH tzM^Skèv auf dem Wege zu der 3. Etappe Singapore ^tcii \i?ntler Parmentier-Moll mit der „Douglas" und Der a. 'bleute Astes-Geusendorser aus dem ,P.ander stlA't'i "."de r" erlitt einen unfreiwillige» Aufenthalt lief ;« b a d , da bei der Landung, die sehr hart ver- ^khaden-^ »"hkller zu Bruch ging. Nach Ansbesserung des '' "og die Maschine aber weiter.
In 52 Stunden von England nach Australien geflogen.
Große Leistung der englischen Spitzenflieger.
Die beiden Spitzcnfliegcr des gewaltigen Luftrennens England—Australien, die Engländer Scott und Black, erreichten mit ihrem Cornet Flugzeug das australische Festland bei Port Darwin. Sie haben für dir Strecke England-Australien 52 Stunden 38 Min. Flugzeit gebraucht! Die bisherige Bestleistung stand auf sechs Tage, 17 Stunden und 45 Minuten.
Die Engländer haben Port Darwin nur mit Mühe erreichen können, denn beim Fluge über die Timorsee wurde ein Motor blockiert, so daß sie nur mit einem Motor weiterfliegen konnten. Die schärfsten Konkurrenten der beiden Engländer sind die an Reiter Stelle liegenden H.o l l ä n d e r Parmentier und Moll, die bekanntlich die deutsche Fliegerin Thea Rasche an Bord ihrer schweren Maschine haben. Aus dem Rennen sind insgesamt bisher vier Flugzeuge au s g e s ch i e d e n. Auch das bekannte englische Fliegerehepaar M o l l i s o n wurde endgültig aus dem Rennen geworfen. In Allahabad (Indien) hatte sich nach Überprüfung der Maschine Herausgestelll, daß zwei Kolben „gefressen" hatten und ein Zylindermantel gesprungen war.
Englisches Flugzeug abgekürzt: 2 Tote.
Im Verlauf des Luftrennens hat sich ein neuer schwerer Unglücksfall ereignet. Ein englisches Flugzeug, das von den Piloten Gilman und Baines geführt wurde, stürzte in S ü d i t a l i e n bei Palazzo San Gervasto (Provinz Potenza) ab. Die Maschine ging i n F l a m m c n auf. Beide Flieger kamen dabei ums L e b e n. Das Flugzeug hatte sich auf dem Wege nach Athen befunden.
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Der Stand des Australienfluges.
London, 23. Okt. (Funkmeldung.) In den frühen Morgenstunden zeigt Las Wettrennen England—Australien folgendes Bild: Das britische Spitzenflugzeug mit Scott und Black ist in Melbourne gelandet. Das zweite, ein holländisches Flugzeug mit Parmentier, Moll und drei Passagieren, darunter Thea Rasche, befindet sich von Port Darwis unterwegs nach Charleville. Die amerikanische Maschine unter Turner hatte eine Zwischenlandung in Koepang auf der niederländischen Insel Timor vornehmen müssen. Sie befindet sich aber noch an dritter Stelle. Die an vierter Stelle liegende britische Maschine unter Eons
Die Holländer mit Thea Nasche an zweiter Stelle im Marathon der Lüfte.
Die holländische Perkehrsmaschine „Eyclone" mit den Fliegern Parmentier und Moll sowie der deutschen Fliegerin Thea Rasche an Bord liegt an zweiter Stelle des Rennens: unser Bild berichtet von dem Start des Flugzeuges auf dem englischen Flughafen Mildenhall.
und Waller befindet sich über Niederländisch-Jndien zwischen Singapore und Port Darwis und hat Aussicht, an die dritte Stelle aufzurücken. Die Mollisons hatten in Allahabad noch den 5. Platz inne, werden aber für die Reparatur ihres Flugzeuges mehrere Tage brauchen. An nächster Stelle kommen dann die beiden neuseeländischen Maschinen, von denen die eine unter Mac Gregor und Jodhpur auf dem Wege nach Allahabad gelandet ist, um Reparaturen vorzunehmen. Die andere unter Hewett befindet sich zwischen Bagdad und Karachi in der Luft. Die sieben änderest Teilnehmer sind teils in teils auf dem Wege nach Kleinasien. Das Reu-Gumea-Flugzeug hat in Le Bourget endgültig aufgegeben. Im ganzen sind von den 20 Gestarteten noch 14 im Rennen.
Handwerk legt Rechenschast ab.
Zum Tag des Handwerks.
Von Dr. Wagner, Leiter der Reichsschule II (NS.-Hago).
WPD. Die Wirtschafrsgruppe des Handwerks nimmt in Deutschland trotz starker Industrialisierung einen breiten Naum ein. Das Handwerk ist aus einer Tradition von sieben bis acht Jahrhunderten herausgewachsen, und mit Stolz erinnert es sich der großen Meister von Weltruf, die im Mittelalter unsterbliche Werke der Kunst schufen. Das 19. Jahrhundert mit seiner umwälzenden kapitalistischen Entwicklung hat das deutsche Handwerk vor einen schweren Existenzkampf gestellt. Dem Großbetrieb mit Serienherstellung und Maschinentechnik ist der handwerkliche Klein- und Mittelbetrieb in keiner Weise gewachsen, und auf einer ganzen Reihe von Prodnktionsgcbieten starb das Handwerk aus. Die Wandlung des Bedarfs einer in Deutschland immer mehr verstädternden Bevölkerung, die an Stelle der gediegenen, für Jahrzehnte berechneten Qualitätsware des Handwerks M a s s e n a r t i k e l mit kurzer Gebrauchsdauer fetzte, verlagerte den Schwerpunkt der Produktion immer mehr auf die billige maschinelle Massenherstellung des Fabrikbetriebes. Das Handwerk hai sich, so gut es ging, gegen die zerstörenden Einflüsse der neuen Zeit gewehrt, aber nach Ansicht der maßgeblichen deutschen Gelehrten zu Ende des 19. Jahrhunderts war sein Schicksal mit der kapitalistischen Zeit besiegelt. Karl Marr mit seiner Untergangspropyezeiung für die gewerblichen Klein- und Mittelbetriebe schien recht zn behalten.
Um so größer war das Erstaunen aller Sachkenner, als die Berufs- und Betriebszählung des Jahre 1907 die einwandfreie Tatsache feststellte, daß seit 1892 das Handwerk nicht nur nicht zurückgegangen war, sondern sich in einzelnen Zweigen kräftig entwickelt hatte. Es stellte sich heraus, daß eine Reihe von neue n Hand- werkszweigen (z. B. die Elektroinstallateure) im Anschluß an die Vervollkommnung der Technik entstanden war und daß sich der Kern der Berussgrupp: Handwerk vor allem un Bau- und Rahrungsmittelgewcrbe außerordentlich kräftig und gesund tveiterentwickelt hatte. Freilich war eine ganze Reihe von Handwerkszweigen verschwunden, und andere, >vie z. B. die Schuhmacher, kämpften mühsam um ihre Existenz. Aber das Gesamtleben, gefestigt durch die amtliche Berufsorganisation der Kammern, war gesund und kraftvoll geblieben. Es kam so weit, daß in einzelnen Teilen Deutschlands handwerkliche Gemeinschaftsorganisationen entstanden, die unter Zusammenfassung der Kräfte und Leistungen vieler Einzelbetriebe sogar der Industrie mit Erfolg Konkurrenz ju machen vermochten. Bei der sprichwörtlichen Eigenbrötelei des Handwerks war dies eine große Leistung, die dann auch vorbildlich wurde für die reibungslose Eingliederung großer Teile des deutschen Handwerks in die Organisation der K r i e g s l i e f e r u n g c n. Ganze Wagenparks, Inneneinrichtungen von Kasernen, ja, ganze öffentliche Bauwerke wurden durch die Genreinschafts- arbeit unter Führung der Kammern in vorzüglicher Qualität gebrauchs- und schlüsselfertig hergestellt.
Gerade ivährend des Sfriegeâ tauchten zum erstenmal Probleme auf, die in eine fernere Zukunft nachhaltiger Bedarfswandlung unseres Volkes blicken ließen, und in lveitschauender Weise haben damals einige führende Männer daraus die Grundelemente für einen Plan der gesamtberuflichen Erfasiung und neuen, einheitlichen Berufsverfassung des Handwerks geschöpft. Gemeint ist hier das „b e r u f s st ä n d i s ch e" Problem im Handwerk, das in dem Kampf um die Wirtschaftsverfassung nach dem Zusammenbruch vom Teutschen Handwerks- und Gewerbekammertag als Grundlage einer besonderen Handwerksgesetzgebung vorgeschlagen wurde. Die Gesanlterfassung der handwerklichen Berufsgruppe mit Meistern, Gesellen, Lehrlingen und Angestellten war nach Ansicht einiger führender Männer nicht nur die Krönung der durch Bismarck eingeleMten besonderen Handwerksgesetzgebung, sondern gedacht als Muster eines ständischen Aufbaues schlechthin, der bestimmt war, die sozialen Gegensätze zu beseitigen. .
Nach der Machtergreifung, als sich auch die amtliche Organisation des Handwerks sehr rasch zum Nationalsozialismus bekannte, war man in der Lage, auf das alte Ideengut zurückzugreifeu, um damit zu beweisen, daß gerade das Handwerk schon weitgehend fitr den nauo nationalistischen Neuaufbau vorbereitet gewesen sei. Es muß hier aber ganz entschieden feftgeftellt werden, dap einmal der Berufsstandsgedanke im Handwerk । e l b st die schärfste Ablehnung vornehmlich deshalb gesunden hatte weil er auch die Gesellen mit in die Meisterorganl- sation hereinziehen wollte, und zum anderen, daß mit wenig Ausnahmen die gesamte handwerkliche Führung von den Kammern bis herab in die Innungen nicht im nationalsozialistischen Kampf gestanden hat. so konnte zwar auf Gedanken zurückgegriffen werden, die mit den Forderungen des nationalsozialistischeu Programms in einem gewissen Einklang stehen, aber diese Gedanken mit «eben füllen, können nur Menschen, die unter dem Anruf des Führers zur Volksgemeinschaft erwacht sind. So bestand, wie der Stabsleiter der PO., D r. L e y , imm-r unb immer wieder betont hat, die große Gefahr, daß das Handwerk zu einem „Einspänner" ähnlicher Art wurde wie die früheren Wirtschaftsverbände libcralistifcher und marristischer Prägung. Es war daher selbstverständ lich daß zur Führung des Handwerks (sowie des Handels, die Partei eingesetzt wurde.
Der Tag des deutschen Hand iv erks gibt Veranlassung zur Besinnung; das Handwerk wird Rechen schaft ablegen über ein Jahr Arbeit in seiner neuen, dem Führerprinzip angeglichenen Berufsorganisation, nub cs wird dem aesamten Volk seine Größe und Bedeutuna