Zul-aer Mzeiger
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Friedrich Ehrenklau Lauterbach/H. .Haupt- V / V auf Nachlaß. — „DA." 1000. - Verantwort!, für den
^liftleiter: Friedr. Ehrenklau, Fulda, Komgstr. 42. Ne-aktion und Geschäftsstelle: Königstraße 42 * Hernsprech-Nnsthluß Nr. 2499 Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Laulerbach-H.
Kr. 249 — 1934
Fulda, Mittwoch, 24. Oktober
11- Jahrgang
Helden her Luft.
Mrd m die Stratosphäre gestartet
40 000 wohnten dem Aufstieg bei.
$con Piccard, der Bruder des Strato- ,phâr enf l i e g er s , ist zu einem Stratosphärenflug Mjgestiegcn. Piccard, der sich in Begleitung seiner Frau ttfiitbci, will bei seinem Ballonaufstieg keinen neuen Menrekord aufstetten, aber in der Stratosphäre Msuchungen über kosmische Strahlen aufstellen. Er dchchtigt, etwa vierzehn Stunden in der Luft zu Wen.
Dem Abflug des Stratosphärenballons „Ascension" Bitten etwa 4 0 000 Menschen bet darunter ich der Automobilindustrielle Henry Ford. Der Ballon stieg langsam aus und verschwand bald in den stefhängen- M Wolken. Jean Piccard führt einen Kurzwellensender mit, um mit der Außenwelt in Verbindung bleiben zu taten. Der Aufstieg des Ehepaares Piccard ist
seit Monaten mit peinlicher Genauigkeit «orbereitet mrden. Er sollte ursprünglich schon Anfang September »folgen, doch wurde er infolge der Wetterlage wiederholt «ischoben.
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Zwei Generalangriffe auf die Stratosphäre sind von Professor August Piccard bereits unternommen worden. In zweite führte ihn im August 1932 aus fast 17 000 Meter Höhe. Dieser Aufstieg war, wie schon sein erster, bei dem er eine geringere Höhe erreichte, reich an Ergeb- tiissen für die Wissenschaft. Sein damaliger Rekord wurde im Oftober 1933 von den russischen Stratosphärenfliegern Prokosiew und Godunow mit ihrem Ballon
Das Fliegerrennen London—Melbourne beendet.
Zu dem Empfang der englischen Flieger Scott und Kai, die das Fliegerrennen nach Austalien gewannen, wirb noch aus Melbourne gemeldet: Die beiden Piloten men außer sich vor Freude, sie konnten nicht alle Hände Wen, die man ihnen von allen Seiten entgegenstreckte.
Man sah ihnen die ungeheuren Strapazen nicht an, die sie hinter sich hatten; sic machten einen frischen
und munteren Eindruck.
316 erste Wort, das man von Scott nach der Landung tote, war die dringende Bitte, ihm eine Zigarette in geben. Wie fast alle Flieger hatten die beiden auch ein »Maskottchen" mitgeführt, in diesem Falle war es ein kleiner Stonbund.
Der Stifter des 10 000-Pfund-Preises, der Mclbourner Millionär McRobertson, richtete eine kurze Ansprache an die Sieger, in der er ausführte: „Sie Mm eine großartige, heroische Anstrengung gemacht, um "ches klassische, bedeutungsvolle Rennen zu gewinnen und einen
Triumph der Fliegerei
^ erringen." Die beiden Flieger waren sichtlich über- Altigt von der Fülle der ihnen zuteil gewordenen Jungen, und Scott meinte, Black sollte in beider Namen Mken, aber Black sagte verlegen: „Ich habe noch n i e meinem Leben eine R e d e g e h a l t e n; ich zu benommen, um irgend etwas anderes zu sagen, “ Een herzlich zu danken."
England im Freudentaumel.
Sans England ist von einem unbeschreiblichen Be- plterungëtaumel über den wunderbaren Sieg W Engländer erfaßt worden, der sich vom König bis '"'Atzten Zeitungsjungen erstreckt. KönigGeorg V. Wie heute in den frühesten Morgenstunden von seinem Mmerherrn mit her Meldung von dem Sieg geweckt diktierte sofort ein längeres Glückwunschtele- m m nach Melbourne. Der Prinz von Wales und 1 ^uflsahrlministcr aratulierten ebenfalls telegraphisch.
â holländischen Flieger auf der letzten Etappe in ein Unwetter geraten.
Notlandung in einer kleinen australischen Stadt.
holländischen Flieger Parmentier und b ^ bekanntlich an Bord ihrer Douglas-Maschine klitsche Fliegerin und Journalistin Thea Stet!* ?^ Passagier haben und an zweiter sein ii, e ln dem gewaltigen Luftrennen lagen, mußten geJ^n Weiterflug unterbrechen. Wie aus Melbourne Mcilio s bntrbe, hatten die holländischen Flieger in der bis Er ^^odt A l b urv im Staate Nensüdwales
schlechter Sicht drahtlos Notsignale abgegeben,
„ da sic sich verirrt hatten. sie i^meuticr und Moll konnten dann später, nachdem Silin,,? c Jeit im Kreise geflogen mären, bei StaJt.^'Wienianbcn. Sie stiegen zwar sofort zum ^btttn l6 auf, kehrten aber nach kurzer Zeit wieder nach
■ zurück, da sich herausstellte, daß ihre Maschine hatte "^ not,, sür eine halbe Stunde Brennstoff
den ^stossen sie in Albury zu übernachten und Ezulro^^l og nach Melbourne am nächsten Tage der ^^/^äänzend gemeldet wird, erfolgte die Landung
^t auf dem Rennvlan der Stadt, der durch die
„Stratostat" überboten. Sie kamen bis aus 18 000 Meter. Ein neuer russischer Stratosphärenflug im Januar 1934 endete mit einer Katastrophe. Der Ballon, der nach den Messungen eine Höhe von über 22 000 Meter erreicht Haben muß, stürzte ab. wobei die drei Ballonfahrer den Tod sanden.
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Erste Zunlmeldmg vom Piccard-Iallon.
Schneller Flug in die Stratosphäre.
Der Ballon „Ascension", der in Detroit (USA.) mit Prof. Piccard und Frau zu einem Strato- sphärcnflug aufgestiegen war, überflog zunächst den Eriesee und befand sich später in etwa 1250 Meter Höhe über der Stadt N o r w a l k im Staate Obio. Der Ballon trieb dann in 3600 Meter Höhe in der Richtung nach Pennsylvanien. Frau Piccard gab eine Funkmeldung, wonach an Bord des Ballons alles wohl sei und der Ballon in schneller Fahrt der Stratosphäre zustrebe.
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Der ^MMraMon seMet
16 000 Meter Höhe erreicht?
Detroit, 21 Oktober. Der Stratosphärenballon Professor Piccards ist knapp zwei Kilometer westlich von der Stadt Cadiz im Staate Ohio gelandet. Die Ballonhülle ist bei der Landung zerrissen, dagegen blieben die Instrumente unversehrt, und auch Professor Piccard und Frau kamen ohne Verletzungen davon. Der Ballon soll eine §ö^e von 16 000 Metern erreicht haben.
Laternen von Hunderten von Kraftwagen erleuchtet war, deren Insassen dort zusammengekommen waren, um den Australien-Flug zu beobachten.
Die Besatzung und die Fluggäste wurden stürmisch und mit nicht endenwollender Begeisterung begrüßt. Einer der Fluggäste, ein holländischer Jurist, hielt nach der Landung eine Rundfunkansprache, in der er berichtete, daß das Flugzeug in der Nähe von Albury in ein Unwetter geraten sei, wodurch die Aufnahme von Funkmeldungen unmöglich gemacht wurde. Schließlich habe man die Lichter aus dem Rennplatz von Albury gesehen und habe sich zur Landung entschlossen.
Auch die holländische Maschine am Ziel!
Melbourne, 24. Okt. (Funkmeldung.) Nach einer Reutermeldung ist das holländische Verkehrsflugzeug von Parmentier und Moll als zweite Maschine um 1.52 Uhr MEZ. auf dem Flugplatz von Melbourne gelandet. Um 4.36 Uhr MEZ. traf als drittes Flugzeug die amerikanische Maschine unter Führung von Turner in Melbourne ein.
Der Stand des Luftrennens nach Australien in den Morgenstunden des Mittwochs.
London, 24. Okt. (Funkmeldung.) Mit dem Eintreffen der ersten drei Flugzeuge in Melbourne ist der Stand des Luftrennens England—Australien in den frühen Morgenstunden des Mittwochs folgender: drei Maschinen, eine englische, eine holländische und eine amerikanische haben das Ziel erreicht. Eine englische Maschine ist in Italien verunglückt, wobei die zwei Flieger das Leben eingebützt haben. Sechs Flugzeuge haben aufgegeben:, zwei englische, darunteer das der Mollisons, ein holländisches, eins von Neuguinea, ein australisches und ein amerikanisches. Zehn Maschinen sind noch im Rennen. Eine brrtische Maschine überfliegt gegenwärtig die Timorsee. Ein dänisches und zwei britische Flugzeuge sind in Hinterindien unterwegs. Zwei britische Flugzeuge befinden sich in Vorderindien; bei dem einen ist das Fahrgestell zerbrochen Eine amerikanische und eine australische Maschine haben Vorderindien erreicht. Als Nachzügler sind noch zwei britische Maschinen zu nennen, von denen die eine in Eypern mit Motorpanne festliegt, während die andere sich mit zerbrochenem Propeller in Tatoi (Griechenland) befinbet.
Der erste Autobahnhof eröffnet.
Im Lindener Hafengcbiet von Hannover.
Der erste Autobahnhof für Lastkraftwage n z ü ge in Deutschland ist jetzt, wie aus Hanno- v e r berichtet wird, eröffnet worden. Auf einem großen Gelände im Lindener Hafengebiet ist Gelegenheit zum Aufstellen von Lastwagenzügen in gedeckter Halle und in Garagen geboten. Für die Fahrer ist ein Haus vorhanden, in dem sie übernachten können. Bade- und Wascheinrichtungen, eine Kantine, Tankstelle, Reparatur- werkstätte und ein Gleisanschluß vervollständigen bte Einrichtung. Der Autobahnhof wurde von der Stadt ^un nover errichtet und wird in Verbindung mit den Ver- ein qungen des Lastkraftwagenverkehrs betrieben
Kinder und Steuern.
Wir haben einmal im Deutschland der Nachkriegszeit einen Reichsfinanzminister gehabt — er war der erste deutsche Reichsfinanzminister überhaupt —, der vor dem Reichstag unter lautem Jubel der offenen oder versteckten Marxisten äußern durfte: „Ich will durch meine Steuerpolitik erzielen, daß das deutsche Volk ein armes Volk wird!" Und die ganze Finanz- und Wirtschaftspolitik der Nachkriegszeit hat schon in ein paar Jahren dazu geführt, daß jenes Wort des allerersten deutschen Reichsfinanzministers Erzberger zur vollen Wahrheit wurde! Die Führung des neuen Deutschland denkt und handelt hier allerdings ganz wesentlich anders! Das neue Deutschland will ganz zielbewußt in seiner Steuerpolitik nicht allein den „Fiskus" sprechen lassen wie das früher der Fall gewesen ist, sondern dieser Fiskus, die Reichskasse, das finanzielle Reichsinteresse hat sich, soweit die allerdringlichsten Lebensnotwendigkeiten der Nation und des Staates dies irgendwie zulassen, auch solchen anderen Notwendigkeiten zu fügen, die in die Zukunft schauen.
Wir haben es erlebt, wie auf der einen Seite die wirtschaftsfreundliche Einstellung der neuen Reichssteuerpolitik ihre Früchte trug in der Verminderung der Steuerlast, die aus dieser Wirtschaft ruhte; auch der Fiskus selbst dürfte über diese Folgen ganz außerordentlich zufrieden sein! Kann er doch mit einer Mehreinnahme von rund 1 Milliarde Mark für das Jahr 1934 rechnen, — der Haushalt des Reiches ist also ausgeglichen, ist sogar mehr als nur dies! Und gerade eine solche Festigkeit des Haushaltes ist von großer Bedeutung auch für die Festigkeit unserer Währung.
Politik treiben heißt nicht nur die Kräfte im Staat richtig beurteilen und richtig einsctzcn zu können, sondern Politik heißt auch, vorauszusehen vermögen! Im Hinblick auf das ganze Volk ist hier eben das Wichtigste eine energisch zugreifende Bevölkern ngspolitik. Gewiß ist das beste Mittel dieser Politik heute die Arbeitsbeschaffung, aber auch die Steuerpolitik selbst ist hier von außerordentlich großer Bedeutung. Ganz charakteristisch ist von der Regierung auch immer dann, wenn Steuerreso nn^ läue angekündigt oder, wie das jetzt geschehen ist, durchgeführt wurden, dieser bevölkerungspolitische Gesichtspunkt in den Vordergrund gestellt worden. Nach außen hin ist dies auf den ersten Blick meistens nur dadurch sichtbar, daß bei der Einkommen-, Vermögens-, Erbschafts- und nun auch bei der Bürgcrsteuer mehr oder minder große Kinderermäßigungen eingeführt oder . weitergebildet werden. Das ist auch bei den jetzt vom Kabinett verabschiedeten Steuergesetzen wieder der Fall. Und dabei ist besonders erfreulich, daß dieser Grundsatz der Kinderermäßigungen endlich auch in eine besonders drückende, weil in ihrem Aufbau geradezu „rohe" Steuer hineingetragen worden ist, nämlich in die Bürger steuer, wo außerdem auch die Freigrenze erhöht wurde. Und schließlich — was man nur zu gerne hört! —sollen diese Maßnahmen den ersten Schritt zum Abba u dieser Steuer bedeuten.
Die kleinen Einkommensbezicher also, und unter ihnen wieder die Kinderreichen, erhalten eine Erleichterung ihrer bisherigen Steuerlast; sind doch nicht bloß die Äindercrmüßigungen selbst wesentlich erhöht, sondern die beiden neuen Korrekturen für die Bürgerstcuer führen endlich auch den hier besonders notwendigen sozialen Gesichtspunkt ein; denn ein Familienvater z. B. mit drei Kindern und einem Monatseinkommen von 150 Mark zahlte bisher 30 Mark Bürgersteuer, künftig zahlt er aber nur noch 10 Mark! Wo aber der Steuerzahler mit jedem Pfennig zu rechnen hat, bedeutet eine derartige steuerliche Ermäßigung eine ganz bedeutende Freisetzung von Ein- kommcnsteilen für die bessere Befriedigung der eigenen Lebensnotdurft!
Hier greift diese steuerliche Bevölkerungspolitik hinüber zu dem anderen Gesichtspunkt, der, wie gesagt, die Steuerreform auch zuin wirtschaftlichen Antrieb, zur Arbeitsförderung, und damit wieder zum besten Mittel der Sozial Politik machen will und weiter machen wird. Denn das höchste Gut, über das ein Volk verfügt, ist feine Arbeitskraft, und wenn dafür gesorgt wird, daß diese Arbeitskraft in immer größerem Umfange in Anspruch genommen werden kann, dann macht man das Volk erst wahrhaft reich'
Kurze politische Nachrichten.
Der Gesandte und Bevollmächtigte Minister Süd- slawiens in Berlin, B a l u g d z i c , sprach beim F ü b r c r und Reichskanzler vor. Er drückte ihm den herzlichen Dank seiner Regierung für die zahlreichen Beweise aufrichtiger Anteilnahme zum Tode, König Alexanders aus und betonte, daß das südslawische, Volk diese ^Bekundungen Deutschlands wohltuend empfunden habe
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Reichsstatthalter und Gauleiter Karl K a u f tu a n n und Regierender Bürgermeister K reg m a n n, Hamburg, wurden vom Reichsarbeitsführer Hierl zu Ehrcngau- arbeitsführern ernannt. *
Ministerpräsident Gömbös ist nach kurzem Aufenthalt in Wien wieder in Budapest eingetroffen. Der ursprünglich für diese Tage vorgesehene Gegenbesuch des Ministerpräsidenten beim Bundeskanzler Schuschnigg ist verschoben worden. Gömbös beabsichtigt, sich Anfang November zum Besuch der italienischen Regierung nach R o m zu begeben und wird auf der Fabri nach Rom der österreichischen Regierung in Wien seinen Besuch abstatten.