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Zul-aer Anzeiger

MLZL- BL E Tageblatt für Rhön und Vogelsberg s^BÄS® §ul-a- unS Haunetal »ZulSaer Kreisblatt Mtleiter: Friedr. Ehrenklau, Fulda, Konigstr. 42. ReLaktion und Geschäftsstelle: Ksnigstraße 42 Zernfprech'-lnschluß Nr. 2484

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Nr. 250 1934

Fulda, Donnerstag 25. Oktober

11. Jahrgang

Das Staatsbegräbnis für Generaloberst von Kluck.

Letzte Parade vor dem toten Heerführer.

Auf dem Stahnsdorfer Watdfriedhof, vor den Toren dliRcichshauptstadt, wurde Generaloberst a. D. Alexan- wr d. Kluck, der ruhmreiche Führer der 1. Armee im Mriege, in feierlichem Staatsbegräbnis zur letzten M geleitet.

In der Trauerfeier nahmen außer den nächsten An- Ringen des Heimgegangenen Soldaten zahlreiche Ber- M der Reichsregierung und der Wehrmacht, sowie jklne Abordnungen von Regimentsvereinen, mili- Hen Verbänden und Organisationen des neuen .Mr teil. Der Führer und Reichskanzler Adolf filier war durch den Chef der Heeresleitung, General »!i Artillerie v. F r i t s ch , vertreten.

Hor den Altarstufen der Kapelle stand der eichene sarg, der Die sterblichen Überreste des Verewigten birgt, sic Flaggen des Reiches waren über ihn gebreitet. Segen u u d Helm des toten Generals, ein Lorbeer- zweig und ein Maiblumenstrauß - letzter Gruß der Memd-n Tochter der einzige Schmuck. Zu Füßen des Sarges lagen die Kränze des Führers und Kanzlers, des Mischen Ministerpräsidenten, des ehemaligen Kaisers! der osiprcußischcn Truppen, des Korps Borussia zu Wingen und des Waffenringes der Deutschen Schweren Aitillcric. Offiziere und Unteroffiziere der Regimenter, die vor dem Kriege unter v. Klucks Kommando standen, hielten

die Ehrcnwacht.

Jm Gleichschritt rückte ein Bataillon der Berliner Lachtruppe an. Eine Schwadron des Reiterregiments Potsdam, die erste Batterie des Artillerieregiments 3 folgten, die Wehrmacht des neuen Reiches ehrte den zur Men Armee abberufenen Heerführer des. Weltkrieges M einer

Traucrparadc,

^Jer Stadtkommandant von Berlin, Generalmajor Schaumburg, befehligte.

Unter den Trauergästcn sah man außer dem der Heeresleitung, General v. Fritsch, den Ver- des Reichswehrministers, General Liebmann, mcralseldmarschall v. Mackensen, der den früheren «ser vertritt, den General der Infanterie v K u b l, der

den Kronprinzen gekommen ist, Staatssekretär Fitzner, Reichsbischof Müller, zahlreiche ver- oiente Generale der alten und der neuen Wehrmacht, den «desführer des Kyffhäuserbundes, Oberst a. D. R e i n- urd den Bundesführer des RSDFB. (Stahlhelm), «ichsarbeitsminister S e l d t e.

Der T '"^"egräbnis für Generaloberst von Kluck.

^Verzug begibt sich zur Gruft aus dem Waldsrieb Hof in Berlin-Stahnsdorj.

Dn^^^ waren in dem kleinen Gotteshaus anwesend: ^i'icQëminifter General von S ch e u ch , der d. d m ReichsverbandeS der deutschen Offiziere, Graf Reichsbankpräsidcnl Dr. Schacht, Staats- Börinn 1 1 (d> als Vertreter des ReichsluftfahrtmlNlsters Dj ' "^" Generalmajor v o n Hinde n b u r g. Und^Mrattachès von Japan, Bor Türkei, Ungarn erreich legten kostbare Kränze am Sarge ptedcr.

Die Trauerfeier in der Kapelle.

der NdâWpräludium leitete in der Kapelle über zu ^t u wtnlsrcde des Hofpredigers D. Doebrlng, L>d««Mührfe: Wiederum steht die deutsche Ration ^niicnk""E. .emes ihrer Heldensöhnc. Dem Sieger von ^r Ânhy,5.?^ der Unbesiegte von der Marne gefolgt, ^s G ^ch von 1866, der Leutnant von 1870 schrieb Nbcr »i??erst und Führer der 1. Armee im Sep- l u d« 1 bitten Namen ins Buch der Weltgeschichte Reiter st reifen vor $ a r i 3 1*

Nach der Trauerfeier in der Kapelle wurde der schlichte Eichensarg von acht Unteroffizieren auf die mit sechs Rappen bespannte Lafette gesetzt, während

die Truppen die Ehrenbezeugung erwiesen,

Vier Offiziere mit den Ordenskisien und zehn Unter­offiziere mit den Kranzspenden folgten. Hinter der Geist­lichkeit schritten die nächsten Angehörigen des Verstor­benen. Die hoch betagte Witwe wurde von General von Fritsch sowie von Generalfeldmarschall von Macken­sen geführt. Unmittelbar vor der Kapelle blieb die Trauer­gemeinde stehen und nun zogen unter gedämpften Trommelschlag und Choralweisen die Truppenteile am Sarge vorbei. Anschließend setzte sich dann die Lafette mit dem Sarge in Bewegung.

Inmitten von Kiefern und Tannenbäumen hat man dem toten Heerführer die letzte Ruhestätte bereitet.

Mit Front zur Grabstätte, dasGewehrpräsen- tiert, erwarteten die Formationen den Trauerzug. Nachdem der Sarg an die Grabstätte herangetragen wor­den war, sprach Oberhofprediger D. Doehring Dank- gebet und Segen, schließend mit demVaterunser" und dem NachrufBleib' du im ew'gen Leben, du guter Kamerad!"

Während die Ehrensalven über das offene Grab hin- wegrollten, sank der Sarg in die Tiefe.

Dann sprach zunächst der Chef der Heeresleitimg, General v o n F r i t s ch , Worte des Gedenkens. In tiefer Trauer, so sagte er, steht die Wehrmacht, steht Deutschland am Grabe des Heimgegangenen Generalobersten von Kluck, des unvergeßlichen, kühnen und wagemutigen Feldherrn. In Vertretung des Führers und Reichskanz­lers bin ich von diesem beauftragt, dem verewigten Generalobersten

einen letzten Abschiedsgruß und einen letzten Dank zu sagen für all das, was er in langen, arbeitsreichen Friedens- und ehrenvollen Kriegsjahren für das Heer und damit für das deutsche Volk getan und geleistet hat. Der

Aus Tod und Leben.

Die große Leistung

der holländischen Flieger.

AlsZweiteinMelbournegelandet. Der Bericht der Sieger.

Die holländischen Flieger Parmentier und Moll, die eine N o t l a n d u u g in A l b u r y vornch- men mutzten, sind nun auch glücklich in Melbourne gelandet. An Bord befand sich bekanntlich die deutsche Fliegerin Thea Rasche.

Aus Albury wird berichtet, daß die Einwohner der Stadt fieberhaft arbeiteten, um die in dem regendurch- trünkten Boden tief eingesunkene Maschine aus­zugraben. Parmentier sagte in einem Rundfunkbericht, das Flugzeug habe zweimal versucht, aus dem Gewittersturm herauszukommen und diesen zu umflie­gen. Es sei aber durch Blitz, Regen und Hagel zur Um­kehr gezwungen worden. Die Tragflächen des Flugzeuges seien mit einer Eisschicht bedeckt gewesen. Die Flieger hatten sich, ihrem ursprünglichen Plan zuividcr, später ooch entschlossen, in Albury nicht zu übernachten, sondern baldigst weiterzuflicgen.

Jubel in Holland.

In A msterda m herrschte unbeschreibliche Freude, als die Meldung von der glücklichen Landung der holländischen Flieger eimraf. Die Zeitungsgebäude ivaren von großen Men scheu massen umlagert, die anfäng­lich in freudiger und späterhin in ängstlicher Spannung auf Nachrichten aus Australien warteten. Die Zeitungen gaben laufend Extrablätter heraus. Die nach Mitternacht verbreitete Nachricht von dem in Albury er­folgten Start löste bereits überall g r o tz e n I u b e l aus.

Als später vor den Zeièungsgebäudcn die Landung in Melbourne bekanntgegeben wurde, wußte sich die Me^e vor Begeisterung kaum zu fassen. Man sang vaterlaudische Stöber.

Bewunderung in England.

Den tiefen Eindruck, den die Leistung des hol­ländischen Flugzeuges in England gemacht hat, gibt Daily Telegraph" mit folgenden Worten wieder:

Wenn ein Verkehrsflugzeug mit Fluggästen und Luftpost an Bord beinahe so schnell nach Australien flicaen kann wie eine Rennmaschine, dann ist es Aufgabe der maßgebenden englischen Stellen, dafür zu sorgen, daß wir Verkehrsflugzeuge besitzen, die auch dazu imstande |in%wtt und Black haben als S p o r t s m â N n er eine .rotze sportliche Leistung vollbracht. Ihnen sei alle vcr- vicntc Ehre gegeben. Aber Parmentier und Moll flogen ihre Maschine, Äs ob es sich nicht um me anderes als eine aewöhnliche Berufsarbeit handci.e.

ruhmreiche Name Kluck ist in das Buch der Geschichte ein­getragen und wird stets ehrend mit den Ersten genannt werden, wenn das Blatt des Weltkrieges aufgeschlagen wird.

Generalfeldmarschall von Mackensen

legte dann im Namen des Kaisers einen Kranz nieder. Weiter sprachen am Grabe u. a. der Vertreter des Kron­prinzen und R e i ch s b i s ch o f M ü l l e r. Ein Wort des Gedenkens sprach auch Staatssekretär Milch im Namen des Reichsministers Göring. Dann defilierten Reichs- wehrsormationen im Parademarsch am Grabe vorbei.

*

Nachruf der Wehrmacht für Rhid.

Die Wehrmacht widmete dem verstorbenen Gene­raloberst v. Kluck folgenden Nachruf:

Am 19. Oktober 1934 starb in Berlin der General­oberst Alerander v. Kluck. Chef des ehemaligen 6. pommer- schen Infanterieregiments Nr. 49 â la suite des ehe­maligen Grenadierregiments König Friedrich Wilhelm I. Nr. 3, Ritter des Ordens vom Schwarzen Adler und Ordens pour le mérite, zuletzt Oberbefehlshaber der 1. Armee. Als kommandierender General des 1. Armee­korps und Generalinspektor der 8. Armeeinspektion, hat er sich u m die A u s b i l d u n g der alten Armee hervorragende Verdienste erworben. Im Weltkriege heftete der wagemutige Heerführer unver­gänglichen R u h m an die siegreichen Fahnen seiner am entscheidenden Stotzflügel vorstürmenden 1 Armee. Ein tragisches Geschick entriß ihm im letzten Augenblick den schon winkenden Endsieg. Das Andenken an den tapferen Soldaten und ruhmreichen General, der in drei Feldzügen für die Verteidigung seines geliebten Vaterlandes kämpfte und blutete, wird die Wehrmacht in hohen Ehren halten."

Die Freude über den englischen Lieg hält in England noch immer unvermindert an. Die Zeitungen sind gefüllt mit Berichten über den Verlauf dieses gigan­tischen Wettstreites; auch Funkbilder von der Lan­dung sind bereits cingetrofscn.

Die Sieger erzählen.

Von ungeheuren Strapazen, fast unüber­windlichen Hindernissen und furrfjibaren Gefahren bcrich teten die Flieger, als sie nach einer Nacht der Ruhe endlich dazu kamen, einiges über ihren Flug zu erzählen.

Kurz nach dem Start in England, als die See unter ihnen lag, waren sie gezwungen,

Adolf Hitler empfängt den französischen Votschaster.

Francois-Poncet dankt für die Teil­nahme zum Tode Barthous.

Der Führer und Reichskanzler empfing am Mittivvch in Anwesenheit des Rcichsaußcnministcrs Freiherrn von Neurath den französischen Bot­schafter Francois-Poncet.

Der Botschafter brachte dem Führer und Reichskanzler den Dank des französischen Staatspräsidenten und der französischen Regierung für die anläßlich der Ermordung des französischen Außenministers Barthou deutscher­seits gezeigte Teilnahme zum Ausdruck

vier Stunden lang über den Wolken zu fliegen; mit großer Mühe gelang cs ihnen, sich nachher wieder zurechtzufinden. ,

Gefährlich war auch der R a ch t f l u g von Allahabad nach Singapore. Der Flug dauerte zwölf stunden, zu­letzt wurde der Brennstoff knapp.

Ein Motor versagt.

Dramatisch ivird die Schilderung der beiden tapferen Piloten als sie davon erzählen, wie ihnen plötzlich der eine ber beiden Motoren aussctztc. Unter ihnen die schäu inende See, um sie herum prasselnder Regen, der aus schwarzen Gewitterwolken sich ergoß cs war eine Höllenfahrt! Es ging u m L e b e n u n d T o d , die Lage mürbe immer hoffnungsloser . . . da kam die Küste in Sicht und mit ihr die Rettung.

Der Bericht der beiden Engländer klingt wie ein Märchen. Er ist das Heldenlied der menschlichen Kühn­heit und Energie, der es gelang, die Natur und die un­vollkommene Maschine zu bezwingen.