M-aer Anzeiger
S-S-L »* T°g-dl°« für KN« — v°,-I-b«» tzMSLNS iâ und Haunetal. Sultan MM Setter: Friedr. Ehrenklau, Fulda, Königstr. 42. Redaktion und Geschäftsstelle: Königstraße 42» Zernfprech-Rnschluß Nr. 498-
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ir. 252 — 1934
Fulda, Samstag, 27. Oktober
11. Jahrgang
Gesühnte
Harzer Raubmörder
zum Tode verurteilt.
Die Sühne der Bluttaten am Brocken.
Der Doppelmörder Gustav Büker aus Bielefeld- N^wcdc wurde vom Halber städter Schwur- Inicht nach mehrtägiger Verhandlung entsprechend dem tigg des Staatsanwalts wegen Mordes in zwei Fällen, i,Men Fällen in Tateinheit mit schwerem Raub zwei- MM Tode verurteilt.
Ter Angeklagte nahm das Urteil r u.h i g und g e - Htauf und behielt sich die Abgabe einer Erklärung vor. der
Urteilsbegründung jifitte Lündgerichtsdirektor Dr. Pfanne u. a. aus: Es ist m eigenartiges Zusammentreffen, daß zn derselben Zeit, b der das Reichsgericht das Urteil gegen den ersten Harz- wrder Mosch bestätigt, das Halberstädter Schwurgericht sm zweiten Harzmörder zum Tode verurteilen muß. In ton einen Falle handelt es sich um einen Lustmörder, in diesem Falle um einen Raubmörder. Der Vorsitzende Wdcuc dann die beiden Mordsälle; er gab ferner ein Ares Bild über die Person des Verurteilten und ging e»s die Einzelheiten bei der Begehung der beiden Mord- tcitcn ein.
Die Auswahl der Orte und die Ausführung der Taten Wen nicht den geringsten Zweifel darüber gelassen, daß dci Täter wohlüberlegt die Schüsse abgegeben habe.
Zu Beginn der Verhandlung gab Kreismedizinalrat Tr Opitz sein Sachverständigengutachten ab. Er kam zu ton Ergebnis, datz Büker bei Begehung der Taten voll Verantwortung s f ä h i g gewesen ist. Das Handeln des Angeklagten und seine ganze Persönlichkeit seien so wenig affektbetont und die Taten seien derart ziel- ii cb i a u u b überleat beaanaen. datz die Möa-
Die Vereinfachung der Einkommensteuer.
Wieviel habe ich zu zahlen?
Tem neuen Gesetz über die Einkommensteuer sind Bei Tabellen beigefügt worden; die eine von ihnen zeigt ^ Steuersätze der veranlagten E i n k o m m e n st c u e r, andere enthält die L o h n st e u e r s ä tz e. Diese ist ge- Mdert nach dem Monatseinkommen, jene nach den Ahreseinkünften des zur Einkommensteuerveranlagung Widmeten. Und schließlich zergliedern sich beide ^bcllcn nach dem Familienstand.
. -lis Wichtigste an diesem neuen Einkommenstcuer- ist nun, daß es neben dieser Reichseinkommen- lkacr keinerlei Zuschläge irgendwelcher Art und ^mdwclcher Zweckbestimnlung mehr gibt. Es fallen Ho die bisherige „Ehcsta » d shilse der Obigen" ebenso weg — wovon übrigens ein Blick > die Stcucrtabellen selbst schon unterrichtet — wie eitsloscnhilfc fort. Diese früheren „Einkom- Mcucrzuschlüge" sind hineingesetzt worden in die neue âilomincilstenertabcllc". Es bleiben aber doch noch «„Tteuerzuschläge", die allerdings mit dem Reichs- rus nichts zu tun haben: das sind die Kirchen- die B ü rg e rst eu er.
, - n und für sich würde man nun aus der Einkommen- 1 i!,, ^o^stieuertabelle ohne weiteres ablesen können, wie- I ti^uer man zu bezahlen hat. Denn diese Tabelle gilt I Mauzen Einfachheit für die Besteuerung des wirk- I ü ^lnkommens; der Steuerzahler kann also dabei I etwa das „steuerfreie Einkommen" ab- I ^sondern die Berücksichtigung dieses Einkommens- I M bei der Aufstellung der Steuertabelle bereits be- I Dagegen sind bei der Feststellung des wirk- ^mkonunens ivie bisher die sogenannten „Wcr-
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<>&> Suritz beim Führer.
kinpsai," Der neue ^^lâüichaft^ verläßt nach dem
vom
Reichsprajidentenpalais.
Bluttaten. lichkeit eines erinnerungslosen Zustandes im Augenblick der Tat vollkommen ausscheidet.
Der Anklagevertreter beantragte in zwei Fällen die Todesstrafe und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit.
Gustav Büker hatte am 29. Juni beim Scharfenstein im Harz den Bankdirektor Schurig aus Osnabrück und am 21. Juni auf dem Goethewcg etwa 400 Meter unterhalb des Brockens den auf einer Harzwanderung befindlichen Dr.-Jng. K raus aus Danzig ermordet und beraubt.
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Zuchthaus für kommunistische Mörder.
Sühne für den Tod des SA.-Scharführers Steinberg.
In dem Landfriedensbruchprozetz wegen der kommunistischen Feuerüberfälle in Berlin, bei denen der SA.- Scharführer Hans Steinberg den Tod fand und mehrere Nationalsozialisten verwundet wurden, verkündete das Schwurgericht das Urteil. Die Angeklagten Habermann und Kerber erhielten 12 Jahre Zucht- hans und 10 Jahre Ehrverlust, der Angeklagte Harn 9 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust; gegen den Angeklagten Taubner wurde auf B/s Jahre Gefängnis erkannt, gegen fünf Angeklagte auf je 2 Jahre Gefängnis. Drei Angeklagte wurden freigesprochen. Ein Angeklagter wurde amnestiert.
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Ein Hochverratsprozeß ging in Essen zu Ende. Von 46 Angeklagten wurden sechs mangels Beweises freigesprochen. Die übrigen erhielten wegen V o r - : b e r e i t u n g z u m H ochv e r rat Gefängnis- bzw. Zuchthausstrafen, die sich zwischen zwei Jahren und drei Monaten Zuchthaus und neun Monaten Gefängnis bewegen.
bungskostcn und Sonderausgaben", also „Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen", wie es im neuen Gesetz heißt, abzusehen. Dazu gehören z. B. Beiträge zu Berufsständen und sonstigen Berufsverbänden, Fahrkosten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, ein Betrag von fünfzig Mark pro Monat für jede Hausgehilfin, die Steuern für öffentlich-rechtliche Körperschaften, Versicherungen, Bausparkassen u. a. m.
Was also nach Absetzung dieser „Wert' ungskosteu und Sonderausgaben", für die es natürlich eine obere vom Gesetz festgelegte Grenze gibt, dann noch an E i n k- o in m c n vorhanden ist, das eben ist jenes Einkommen, von dem man nun laut Tabelle, die Einkommen- bzw. Lohnsteuer zu bezahlen hat.
Oiplemaienempfange im Ireichspräsi-enienhaus.
Die Vertreter Sowjetrußlands, Südafrikas und Kubas beim Führer.
Der Führer und Reichskanzler empfing den neuernannten sowjetrusslschen Botschafter, Jakob ^acharie- n-iy Suritz, zur Entgegennahme seines «/gläubig schreibens. Der Empfang land im Hause des Reichsprap- 6m sS «MM M 8«*«. °« WMMit« dm neuernannten Gesandten der Union von Südafrika, ^v S F N Gic, sowie den neuernannten kub a- n i's di e n Gesandten, Dr. Aurelio Fernandez Eoncheso, zur Entgegennahme ihrer Bealaubiaungsschreiben
Innerer Ausbau.
Brot statt Steine. — Neue Stcuermoral im neuen Staat.
Unser Führer und Reichskanzler Adolf Hitler hat so oft in seinen großen Staatsreden, man darf sagen: mit ' Recht gefordert, das Ausland „solle uns i n R u h c lassen"! Das ist doch eigentlich das mindeste, was Deutschland, was sein Führer verlangen kann in einer Zeit, da jedes Land sozusagen vor seiner eigenen Tür mehr als genug zu kehren, also eigene Sorgen in Hülle und Fülle zu bearbeiten hat. Wenn man sich aber draußen so auffallend viel mit Deutschlands nationalsozialistischem Regime und der von ihm geleisteten Arbeit beschäftigt, diese kritisiert oder — allerdings sehr selten — in ihren Erfolgen anerkennt, dann merken es die eigenen Landsleute viel weniger, daß man — sehr viel häufiger — dort draußen so manches nachahmt, was der böse deutsche Nationalsozialismus, wenn vielleicht auch nicht ersonnen, so doch mit der ihm eigenen Energie durchgeführt hat. Besteht doch z. B. überall in der Welt die schwere Not der Arbeitslosigkeit. Aber während man im Ausland unter oem Einfluß der Emigranten Zeiei und Mordio schrie, die deutschen Arbeitslager seien nichts weiteres als militärische Ausbildungsstätten — auch die Saarregierung tutete in dieses Horn —, hat man überall im Ausland, vor allem in Amerika und England, das in Deutschland tatsächlich verwirklichte Prinzip des Arbeitsdienstes nachgeahmt. Ohne aber den ethischen Sinn des kleinen Wortes „Dienst" zu würdigen! Ohne jenes andere Wort in seiner tiefsten Bedeutung zu erkennen und zu ersassen, das über dem ersten „Tag der Arbeit" stand, am 1. Mai des neuen Reiches: „Ehret die Arbeit!" Darum haben auch diese Nachahmungen im Ausland nicht den Erfolg erzielen können, den Deutschland ■ bei der Wiederbeschästigung der Arbeitslosen nun auch im September zu verzeichnen hatte, — sogar im September, obwohl in diesem Monat schon die „Autzen- bcrufe" ihre Arbeit einzustellen begonnen haben. Nein, sie sollen uns in Ruhe lassen, aber — sie sollen es uns erst nachmachen, daß dieses viel verlästerte nationalsozialistische Regime seit dem Höchststand des Wirtschaftselcnds 4,1 Millionen Arbeitslose wieder wirklich in Lohn und Brot gebracht hat, sich die Zahl der Erwerbstätigen seitdem um mehr als ein Drittel vermehrte! Das sind keine „irgendwie beschäftigten" Arbeitslosen, sondern das ist eine Zahl, die die bei den Krankenkassen versicherten Angestellten und Arbeiter wiedergibt, — eine Zahl also, an der sich nicht drehen und deuteln läßt! Daß seit dem September des Vorjahres „nur" 1,7 Millionen ' Arbeitslose wieder in den Arbeitsprozeß hineingeführt werden konnten, — nun, auch darauf hin zielt ein Wort des Führers, das er neulich mit bitterer Betonung aussprechen mußte: „Wir wären schon viel weiter, wenn uns das Ausland nicht so viele Steine auf den Weg werfen würde."
So müssen wir das innere Wollen und äußere Werken um so schärfer und — selbstloser in den Dienst des neuen Ausbaues unserer Volksgemeinse«ast stellen. Aber nicht mehr aus Zwang, sondern aus innerem Erkennen und Wissen. „Der Staat" ist für uns jetzt nicht'mehr das Raubtier, das uns einen Teil des von uns Erarbeiteten entreißen will, und gegen das man sich daher aus allen Kräften oder mit List und Tücke wehrt. Und „der Fiskus" ist nicht mehr die Presse, von der der Staatsbürger wie eine Zitrone ausgequetscht wird! Die neue Einkommensteuer legt dem Ledigen die doppelte Steuerlast auf wie dem Verheirateten oder gar dem mit Kindern gesegneten Familienvater. Das heißt nichts anderes als auch dem Unsympathischsten, was es auf Erden gibt, dem Stcuerzahlen nämlich, einen . verständlichen Sinn und Zweck zu geben. Turmhoch, fast unfaßbar über dem Erkennen und Wissen dc» einzelnen, der meist nur die eigenen, vom engen Umkreis beschränkten Aufgaben sieht, stehen die Pflichten des Staates, dieses organisierten Aufbaues der ganzen Ration. Das Wort „S t e u e r m o r a l" bat im nationalsozialistischen Staat daher einen ganz anderen, einen höheren Sinn erhalten über den Begriff der bloßen „Steuer-Ehrlichkeit" hinaus. Steuermoral — das bedeutet jetzt eine sittliche Verpflichtung, eine innere Bindung zu einem Staat, der in der Erfüllung seiner Aufgaben, der in der Hilfeleistung auch für den letzten seiner Volksgenossen nicht mehr ein lästiges „Jch-darf-leider nicht-anders" sieht, sondern eben die Erfüllung und Leistung einer sittlichen, d. h. also aus seinem Wesen erwachsenden Pflicht. Ein liberalistisches Zeitalter schrieb dem Staat nur die Rolle eines „R a ch t w ä ch t e r s" zu, — und der hatte dann höchstens auch die Pflicht, die Leichen jener hinaus zubringen, die im ungeregelten Kampf ums Dasein fiel) verschuldet oder unverschuldet als zu schwach erwiesen hatten. Heute aber heißt es z. B. „D eine H a n d d c m Handwerk!", — wäre so etwas in der Zen des Live ralismus möglich gewesen? Damals durfte das Handwerk mitsamt dem ganzen Mittelstand schlankweg f um eine! gehen, wenn sie im Kampf ums Dasein als ^eike^ des ' deutschen Volkes in Rot und Bedrängnis einfach im Stiche gelassen wurden! Und wenn jetzt die Einkommen,teuer fabelte einem jeden nicht bloß zeigt, wieviel er an Steuer zu bezahlen, sondern daß er, namentlich der Ledige, eine nicht leichte Steuer zu tragen hat, so soll er wissen, daß er diese Last auf sich zu nehmen hat, weil der neue deutsche Staat bei seinem inneren Auf- und Ausbau eben nicht nur deutsche nationale, sondern auch — viel leicht noch mehr — deutsche sozialistische Ausgaben erfüllen muß, wenn er nicht sein Wesen verleugnen will. Wer über die Steuerlast stöhnt, der mag daran denken, daß : dieser Zweck des nationalsozialistischen Staates viel härtere Anforderungen als früher an den einzelnen stellen muß, weil dieser einzelne nichts ist ohne die Gemeinschaft, ohne den Staat, er selbst nur in diesem Staat seine